Kostenlose SMS-TANs

Zahlungsverkehr Kostenlose SMS-TANs

Thomas Brummer
von Thomas Brummer
02.08.2017
Auf einen Blick
  • Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs sind Gebühren für SMS-TANs zulässig, sofern die Transaktion auch durchgeführt wurde.

  • Die Gebührenpolitik von Sparkassen und VR-Banken sind regional sehr unterschiedlich.

  • Ein Wechsel von der lokalen Sparkasse zur VR-Bank kann sich genauso lohnen wie ein Wechsel von der örtlichen VR-Bank zur Sparkasse.
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In den meisten Fällen dürfen Banken und Sparkassen weiterhin für SMS-TANs Geld verlangen. Der Bundesgerichtshof (BGH) erklärte lediglich Gebühren für unzulässig, wenn keine Transaktion durchgeführt wurde. Also nur Ausnahmefälle sind befreit? "Mit Statistik können wir hier leider nicht dienen. Da es aber sehr verschiedene Gründe – etwa Zeitablauf, Phishing-Verdacht, technische Störung - dafür geben kann, dass die Transaktion nicht ausgeführt wird, handelt es sich sicher nicht um wenige Einzelfälle, sondern in der Summe um relevante Zahlen. Dafür spricht unter anderem, dass die TAN-Nummer schon nach wenigen Minuten verfällt und wegen andauernder Phishing-Attacken das Misstrauen der Verbraucher größer geworden ist", sagt Andrea Heyer von der Verbraucherzentrale Sachsen.

Wie verhalten sich Betroffene?

"Bankkunden, die bisher für die SMS-TAN zahlen mussten, sollten jetzt prüfen, ob ihnen für die letzten drei Jahre nicht Rückforderungsansprüche zustehen. Die bis 25. Juli 2017 verwendeten Preisklauseln werden wohl in der Breite noch nicht den BGH-Anforderungen genügen. Mit Verweis auf das höchstrichterliche Urteil muss in diesen Fällen auch künftig solange nicht gezahlt werden, bis eine wirksame Klausel Vertragsbestandteil geworden ist", so Heyer.

Eine andere Möglichkeit ist der Wechsel zu einer anderen Bank. Es zeigen sich bereits regional Unterschiede. So verlangt etwa die Sparkasse Holstein jährlich pauschal fünf Euro für SMS-TANs. Kulanter zeigt sich die ebenfalls aus der Region stammende Volksbank Eutin. Auf Biallo-Nachfrage erklärte das Geldhaus, man verlange für Online-Kunden nichts für die SMS-TAN.

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Auch die Volksbank Göppingen kann eine gute Wahl sein. Neben den Konditionen für das günstigste Filialkonto (1,50 Euro für "VR GiroPrivat") stimmen hier auch die Konditionen für die SMS-TAN - Gebühren Fehlanzeige. Allerdings bleibt es in einigen Fällen nicht bei den 1,50 Euro im Monat bleiben. Denn beispielsweise Ein- und Auszahlungen kosten genauso 30 Cent wie Lastschrifteinlösungen. Das "Sorglos-Paket" schlägt mit fünf Euro monatlich zu Buche.

In ähnlichen Regionen bewegt sich mit 5,90 Euro Monatsgebühr die ortsansässige Kreissparkasse Göppingen. SMS-TANs werden nicht angeboten. Dafür kommen hier Push-TAN und der Chip-TAN-Generator zum Einsatz.

Es geht aber auch anders herum. Bei der Sparkasse Jerichower Land gibt es nicht nur ein gutes Filialkonto, sondern auch gute Konditionen für Internetfreunde. Auch hier gibt es keine Gebühr für den Empfang einer SMS-TAN.

Ähnlich geht neuerdings die hiesigeVolksbank Jerichower Landmit dem Thema um. Auf Nachfrage erklärt das Institut, dass man die Gebühr von zehn Cent für jede SMS-TAN nach dem BGH-Urteil gestrichen habe. Vorerst würden also keine Gebühren anfallen. Hier war damit die Sparkasse der Vorreiter für mehr Kundenfreundlichkeit.

Auch Kunden der Sparkasse Schweinfurt kommen günstig weg. So sind monatlich fünf TANs frei, danach kostet jede TAN zehn Cent. Für die meisten Kunden dürfte das reichen, sofern sie hauptsächlich mit Daueraufträgen oder Lastschriften hantieren.

Wer dagegen bei der VR-Bank Schweinfurt ist, zahlt bereits ab der ersten erfolgreich durchgeführten Transaktion zehn Cent pro SMS-TAN.

Biallo-Tipp

Ob Gebühren für die Kontoführung, die Kreditkarte, für Überweisungen am SB-Terminal oder eben für die SMS-TAN, in vielen Fällen macht der Wechsel von der lokalen Sparkasse zur VR-Bank bzw. von der VR-Bank zur Sparkasse Sinn. Manchmal ist das eine Institut günstiger, in anderen Fällen das andere. Nutzen Sie also am besten den Biallo-Vergleich zum Filial-Girokonto. Geben Sie dazu Ihre Postleitzahl an.

Zu welchem TAN-Verfahren raten Verbraucherschützer?

"Aus Sicherheitsgründen ist das Chip-TAN-Verfahren vorzuziehen. Die Karte muss in ein spezielles Gerät eingeführt werden: den TAN-Generator. Der entscheidende Vorteil liegt in der Karte, denn alle für die Sicherheit relevanten Daten zwischen dem Kunden und der Bank befinden sich in der Karte und nicht im Computer", erklärt Heyer. Beim Chip-TAN-Verfahren benötigen Bankkunden ein weiteres Gerät, das in etwa wie ein Taschenrechner aussieht. Die Bankkarte wird darin eingeführt und es spuckt die TAN aus.

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Jahrgang 1985, schloss eine kaufmännische Ausbildung ab. Anschließend studierte er Betriebswirtschaftslehre an der Universität Augsburg und war währenddessen als Werkstudent bei LV 1871 und Wealthcap (Fondsgesellschaft von Unicredit) tätig. Nach Beendigung des Studiums schrieb er für das Anlegermagazin „Der Aktionär“. Im Anschluss absolvierte er eine Hospitanz in der Wirtschaftsredaktion der Rheinischen Post in Düsseldorf.

Seit Januar 2014 ist er bei biallo.de und verfasst dort überwiegend Artikel zu Geldanlagethemen. Daneben publiziert er regelmäßig in Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier.

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Seit Januar 2014 ist er bei biallo.de und verfasst dort überwiegend Artikel zu Geldanlagethemen. Daneben publiziert er regelmäßig in Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de