Manche Banken langen ordentlich zu

Basiskonto Manche Banken langen ordentlich zu

Max Geißler
von Max Geißler
19.01.2017
Auf einen Blick
  • Obdachlose, Flüchtlinge oder sozial Schwache - mit dem Basiskonto soll jeder eine Bankverbindung haben.

  • Der Gesetzgeber schreibt vor: Die Gebühren müssen "angemessen" sein.

  • Doch einige Banken und Sparkassen nehmen dafür erstaunlich hohe Kontoführungsgebühren, es gibt aber auch kostenlose Basiskonten.
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Ohne Girokonto ist gesellschaftliche Teilhabe kaum möglich, schließlich fließen Sozialleistungen und Mietzahlungen heute nicht mehr bar. Allerdings fordern Banken teils saftige Gebühren.  

Basiskonten bieten typische Kontofunktionen wie Ein- und Auszahlungen, Überweisungen und Lastschriften, meist ist sogar Online-Banking möglich. Der wesentliche Unterschied zum klassischen Girokonto: Es gibt keinen Dispokredit. Das Basiskonto kann also nicht ins Minus rutschen. Kreditkarten gibt es meist nicht. Prepaidkarten auf Guthabenbasis bieten nur wenige Banken, etwa Consorsbank und Postbank.

Konto abgelehnt

Banken können die Eröffnung des Basiskontos verweigern, wenn der Antragsteller bereits ein Girokonto bei einem anderen Geldhaus besitzt, sich gegenüber der Bank strafbar gemacht hat oder in Zahlungsverzug ist. Ein negativer Schufa-Eintrag ist kein Ablehnungsgrund. Hilfe bietet in diesem Fall der Ombudsmann des Bankenverbandes.

Kontogebühren umstritten

Der Gesetzgeber hat festgelegt, dass der Preis für Basiskonten „angemessen“ sein muss. Die Verbraucherzentralen verstehen darunter, dass die Entgelte keinesfalls höher ausfallen dürfen als für normale Girokonten. Das ist aber nicht immer der Fall, deshalb haben die Verbraucherschützer zahlreiche Banken abgemahnt. „Basiskonten sollten für finanziell schwache Verbraucher bezahlbar sein. Hier fehlt eine klare gesetzliche Definition“, kritisiert Christina Buchmüller, vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv).  

Regionale Gebührenunterschiede

Das Finanzportal biallo.de hat sich die Preise näher angesehen und regional hohe Spannen festgestellt. Vorbildlich, weil ganz ohne Kontoführungsgebühr, sind die Basiskonten bei vielen Genossenschaftsbanken, zum Beispiel bei den Sparda Banken West, Baden-Württemberg und München sowie bei den PSD Banken Karlsruhe und Westfalen-Lippe. Mit günstigen Monatspauschalen zwischen 1,50 und knapp drei Euro warten die Basiskonten von Wiesbadener Volksbank, Kasseler Bank und Kasseler Sparkasse auf. Überdurchschnittlich teuer mit knapp acht Euro im Monat sind hingegen Kölner Bank und Volksbank Düsseldorf.   

Bundesweite Banken

Auch hier gibt es Licht und Schatten. Während Targobank und Santander Consumer Bank stolze 8,95 bzw. 9,50 Euro monatlich fordern, begnügen sich Volkswagenbank und Deutsche Bank mit halb so hohen Pauschalen. Ohne Grundgebühr kommen viele Direktbanken aus, so etwa DKB, ING-Diba und Consorsbank.  

Nebenkosten beachten

Gebühren für Geldkarten und Bargeldbezug können das Basiskonto weiter verteuern. Gebührenfreundlich zeigen sich viele Sparkassen und die Deutsche Bank, die ihre Girocard analog zum normalen Girokonto gratis ausgeben. Zwar stehen bundesweit viele Geldautomaten zum Abheben bereit, doch immer mehr Sparkassen erlauben nur wenige kostenlose Abhebungen pro Monat. Oft fallen ab der dritten Abhebung Gebühren von 0,29 Cent an -  manchmal wird es auch noch teurer. Die Cirocad selbst kann ebenfalls Gebühren kosten: Die Stadtsparkassen München und Oberhausen verlangen zum Beispiel bis zu 7,50 Euro pro Jahr. Uneinheitliches Bild auch bei den Volksbanken: Während die Aachener Bank keine Gebühren für die Girocard erhebt, fordert die Mainzer Volksbank zwölf Euro im Jahr.  

Achtung: Kostenlose Girocards sind noch kein Garant für eine preiswerte Bargeldversorgung. Beispiel DKB und ING-Diba: Beide Banken geben beim Basiskonto statt der Visacard nur die Bankkarte zum Nulltarif aus. Da aber nur eine begrenzte Anzahl eigener Geldautomaten zum gebührenfreien Abheben bereitsteht, sind Kontoinhaber oft auf teure Fremdautomaten angewiesen. Besser die Consorsbank. Sie gibt zum Basiskonto die kostenlose Visacard aus, die fast überall Bargeld zum Nulltarif ermöglicht.   

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de