Mehr Transparenz bei Girokonten ab 31. Oktober

Girokonto-Vergleich Mehr Transparenz bei Girokonten ab 31. Oktober

Horst Biallo
von Horst Biallo
10.10.2018
Auf einen Blick
  • Am 31. Oktober 2018 treten im Zuge des Zahlungskontengesetzes (ZKG) die Regelungen zur Entgelttransparenz in Kraft.

  • Banken und Sparkassen dürfen ihre Preise dann nicht mehr verstecken, sondern müssen auf ihrer Internetseite transparent mitteilen, was bei ihnen wie viel kostet.

  • Die EU-weiten Regelungen werden den Wettbewerb erhöhen. Vergleichswebsites können sich zertifizieren lassen.
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Ende dieses Monats wird eine EU-Richtlinie in deutsches Recht umgesetzt – der letzte Teil des sogenannten Zahlungskontengesetzes (ZKG). Die Regelungen zur Entgelttransparenz bringen für Verbraucher viele Vorteile. Alle Banken und Sparkassen müssen ihren Kunden einmal im Jahr sagen, was sie das Girokonto gekostet hat. In dieser Übersicht müssen nicht nur die monatlichen Grundgebühren enthalten sein, sondern auch alle andere Posten wie die Kosten von Überweisungen, Daueraufträgen, Girocard, Kreditkarte und Dispozinsen.

Preis- und Leistungsverzeichnis muss abrufbar sein

Diese Preisübersicht bezieht sich auf die Vergangenheit. Wer aktuelle Informationen zu seinem Konto oder zu den Konten anderer Banken erhalten will, hat es nun einfacher. Denn bisher verstecken viele Geldhäuser, vor allem kleinere Volks- und Raiffeisenbanken (VR-Banken) die Gebühren und veröffentlichen sie nicht auf der eigenen Website. Damit soll ab 31. Oktober Schluss sein.

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In den Bestimmungen heißt es ganz eindeutig, dass Zahlungsdienstleister die Informationen "jederzeit leicht zugänglich zur Verfügung zu stellen" haben. Also nicht nur in den Geschäftsräumen, sondern auch im Netz: "Verfügt der Zahlungsdienstleister über einen Internetauftritt, so sind diese Informationen auch dort zur Verfügung zu stellen." Tun sie das nicht, ist dies eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro belegt werden kann.

Biallo.de listet bereits 1.100 Banken und Sparkassen

Bei der Erstellung unserer Studie über Premiumkonten im Juni dieses Jahres stellten wir fest, dass rund 350 VR-Banken keine Preisinformationen auf der Website hatten. Auf Nachfrage wurde uns erklärt, dass man in der Filiale vorbei kommen sollte, um in das Preis- und Leistungsverzeichnis schauen zu dürfen. Daher sind auch "nur" knapp 1.100 von 1.500 Geldinstitut in unserem Girokonto-Vergleich enthalten. Mitbewerber haben nicht einmal 100 gelistet.

Aus unseren Untersuchungen wissen wir: Es gibt bundesweit 29 Anbieter mit kostenlosen Girokonten. Das sind Banken, die keine monatliche Grundgebühr fordern und dies auch nicht an einen bestimmten Geldeingang knüpfen. Zudem kosten Girocard und Überweisungen nichts.

Darüber hinaus verzichten 100 Banken und Sparkassen zumindest auf den monatlichen Pauschbetrag, auch wenn sie einen kleinen Obolus von bis zu zwölf Euro im Jahr für die Girocard fordern oder ein paar Cent für Überweisungen nehmen.

Zertifikat für Vergleichswebsites

Ab 31. Oktober können sich Vergleichswebsites für Girokonten zertifizieren lassen. Sie müssen bestimmte Formalien erfüllen wie:

  • Auflistung der Entgelte
  • Filialnetz
  • Dispo- und Überziehungszins
  • Gleichbehandlung in der Darstellung
  • breite Marktabdeckung

Legt man besonders den letzten Punkt zugrunde, sind wir mit unserem Girokonto-Vergleich und den dort enthaltenen Daten von rund 1.100 Banken und Sparkassen derzeit der einzige Anbieter in Deutschland, der zertifiziert werden kann. Denn die anderen Portale bieten nur eine kleine Auswahl von weniger als 100 Anbietern.

Lesen Sie auch: Deutschlands größter Girokonto-Test

3
 
Anbieter
Monatspreis
Dispozinsen
Jahrespreis
Girocard
 
1.
 0,00
9,40%
10,00
2.
 0,00
9,90%
0,00
3.
3,90
10,55%
0,00
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Horst Biallo
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Herausgeber und Gründer biallo.de
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Horst Biallo
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Jahrgang 1954, studierte Wirtschaft und absolvierte eine Ausbildung zum Wirtschaftsjournalisten bei der Tageszeitung Die Welt. Später machte er sich selbstständig, schrieb für Wirtschaftswoche, Stern und zahlreiche Tageszeitungen. Er ist Autor mehrerer Fachbücher, u.a. "Die geheimen deutschen Weltmeister" und "Die Doktormacher". Im Jahr 1999 gründete er das Verbraucherportal www.biallo.de, vier Jahre später www.geldsparen.de und 2009 www.biallo.at. Horst Biallo ist verheiratet und hat drei Kinder.

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Jahrgang 1954, studierte Wirtschaft und absolvierte eine Ausbildung zum Wirtschaftsjournalisten bei der Tageszeitung Die Welt. Später machte er sich selbstständig, schrieb für Wirtschaftswoche, Stern und zahlreiche Tageszeitungen. Er ist Autor mehrerer Fachbücher, u.a. "Die geheimen deutschen Weltmeister" und "Die Doktormacher". Im Jahr 1999 gründete er das Verbraucherportal www.biallo.de, vier Jahre später www.geldsparen.de und 2009 www.biallo.at. Horst Biallo ist verheiratet und hat drei Kinder.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de