"Nur" 15.000 Euro Guthaben: Bank verjagt Normalverdiener

Girokonto gekündigt "Nur" 15.000 Euro Guthaben: Bank verjagt Normalverdiener

Manfred Fischer
von Manfred Fischer
12.05.2017
Auf einen Blick

40 Jahre war Robert Neumaier (61) Kunde des Bankhauses Donner & Reuschel. Jetzt ist er dem Geldhaus zu arm. Kein Einzelfall.

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Es traf ihn wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Wenige Tage ist es her, da erfuhr Robert Neumaier von seiner Bank, dass sie sein Konto auflöst. Als er die Begründung las, war ihm zuerst nicht klar, was all das mit ihm zu tun haben sollte: In dem Schreiben von Donner & Reuschel stand etwas von "Rahmenbedingungen des Bankengeschäfts" und "Nullzinspolitik" der Europäischen Zentralbank. Deswegen wolle man sich in Zukunft auf "beratungsintensive Bankdienstleistungen konzentrieren".

Was ihm das Geldhaus durch die Blume sagte: Er ist zu arm für das Konto.

Neumaier, der jetzt in der Münchner tz seinem Ärger Luft machte, war seit jungen Jahren Kunde der Bank. Ein solider Kunde. Der heute 61-Jährige ist Techniker, arbeitet am Flughafen. Seine Finanzen hat er im Griff. Ersparnisse parkt er lieber, als damit zu spekulieren. Nie hat er einen Kredit benötigt.

"Wie die Bank mit mir umspringt, das ist das Allerletzte", schimpft er in der tz. Sauer ist er auch, weil das Kündigungsschreiben mit der normalen Post eintrudelte. Nicht einmal ein Einschreiben sei das der Bank wert gewesen. "Was, wenn der Brief verloren geht?"

Biallo-Tipp

Wer in München ein neues Girokonto bei einer Filialbank eröffnen möchte, hat viele Optionen. Günstig ist das Konto etwa bei der Targobank, der Sparda-Bank München, der Santander und der Stadtsparkasse.

Neumaier ist offenbar einer von vielen Kunden, deren Konto aufgelöst worden ist. Die meisten von ihnen hätten Verständnis gezeigt, wird eine Sprecherin des Hauses zitiert. Wie viele betroffen seien, beantwortete sie nicht. Keine Angaben machte sie auch dazu, wie viel Geld ein Kunde auf seinem Konto haben muss, um die Gunst der Bank nicht zu verlieren.

Fest steht nur, 15.000 Euro Guthaben sind zu wenig. Das war Neumaiers letzter Kontostand bei Donner & Reuschel – ein Geldhaus, das von der Universität St. Gallen wiederholt als "Deutschlands kundenorientierteste Bank" ausgezeichnet worden ist.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de