Sicherheitsgarantien von Banken Online-Banking ohne Risiko

Brigitte Watermann
von Brigitte Watermann
31.08.2011
Auf einen Blick

Die ING-Diba gibt ihren Kunden für das Online-Banking ein Sicherheitsversprechen. Die Targobank bietet eine ähnliche Garantie bereits seit Sommer 2007. Was steckt dahinter?

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Die ING-Diba möchte ihren Kunden die Sorge vor Missbrauch im Online-Banking nehmen. Daher sichert sie im Rahmen des „ING-Diba Versprechens“ ihren Kunden zu, sie von der Haftung freizustellen, wenn Dritte deren Zugangsdaten zum Internetbanking missbrauchen. Außerdem hat die Bank Mitte August das M-Tan-Verfahren eingeführt, so dass Kunden die für die Freigabe einer Banktransaktion notwendige Tan auch über ihr Mobiltelefon erhalten können; die M-Tan ist kostenlos. Bisher gab es nur das I-Tan-Verfahren mit einer durchnummerierten papierenen Tan-Liste, das Sicherheitsexperten zufolge beim Online-Banking als anfällig für Trojaner-Angriffe gilt.

Damit die ING-Diba für einen Schaden gerade steht, muss der Kunde sie nur unverzüglich über den Vorfall informieren und eine Betrugsanzeige bei der Polizei erstatten. Außerdem dürfen die für die Transaktionen notwendigen Transaktionsnummern (I-Tan oder M-Tan) nicht auf demselben Computer oder Smartphone gespeichert oder empfangen worden sein, mit dem der Kunde das Online-Banking betrieben hat.

Die ING-Diba stellt ihre Kunden eigenen Angaben zufolge besser, als es die gesetzlichen Bestimmungen (insbesondere Paragraph 675v BGB) vorsehen. Laut Gesetz besteht bis zum Eingang der Sperranzeige eine verschuldensunabhängige Haftung des Kunden für Schäden bis zu einem Betrag von 150 Euro. Darüber hinaus haftet der Kunde für den gesamten Schaden, wenn er seine Pflicht zur sicheren Aufbewahrung und Nutzung der Zugangsdaten und Tans schuldhaft verletzt hat. Die ING-Diba verzichtet auf eine Inanspruchnahme des Kunden nach diesen gesetzlichen Bestimmungen und hat eine entsprechende Haftungsfreistellung in den Kundenvertrag zum Internetbanking aufgenommen.

Targobank machte aus der Not eine Tugend

Die ING-Diba ist freilich nicht die erste Bank, die fürs Online-Banking eine Sicherheitsgarantie abgibt. Die Targobank (früher Citibank) hat Vergleichbares bereits Ende Juni 2007 eingeführt. Für die kostenlose Garantie muss man sich bei der Bank registrieren. Die Targobank hatte damit aus der Not eine Tugend gemacht, denn noch bis ins Jahr 2010 hinein hatte die Bank lediglich das als überholt geltende Pin-/Tan-Sicherungsverfahren im Angebot. Mittlerweile hat sie aufs i-Tan-Verfahren, das aber ebenfalls als anfällig gilt, und das als recht sicher geltende M-Tan-Verfahren umgestellt. Anders als bei der ING-Diba ist die Sicherheitsgarantie zwar nicht Bestandteil der Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Es gebe aber keinerlei Pläne, die Sicherheitsgarantie auslaufen zu lassen, so ein Sprecher der Targobank.

Tipp: Online-Banking-Kunden der Targobank ist zu empfehlen, sich unbedingt für die Sicherheitsgarantie zu registrieren. Denn wer das nicht macht, der muss damit rechnen, bei einem Schadensfall vor Eingang der Sperranzeige mit 150 Euro zu haften, so sehen es die AGB der Targobank vor. Wer grob fahrlässig gehandelt, etwa seine Pin im Computer gespeichert oder anderen Leute bekannt gegeben oder per E-Mail verschickt hat, läuft sogar Gefahr, voll für den Schaden zu haften. „Wenn sich ein Kunde registriert hat, gilt die Sicherheitsgarantie uneingeschränkt“, erläutert Sprecher Peter Herkenhoff: "Bei Fahrlässigkeit – auch bei grober Fahrlässigkeit – haften die Kunden grundsätzlich nicht".

Per Kontenticker Transaktionen im Blick

Wer sich als Targobank-Kunde für die Online-Sicherheits-Garantie entscheidet, bekommt folgenden Schutz: Sollte ihm ein finanzieller Schaden im Online-Betrug geschehen, weil Dritte unbefugt über sein Geld verfügt haben, erstattet die Targobank den verfügten Betrag. Das gilt auch für missbräuchliche Transaktionen infolge von Phishing, Pharming und Trojanern. Voraussetzung für das Greifen der Sicherheitsgarantie ist, dass die Kunden die missbräuchliche Verwendung von Zugangsdaten bzw. Tans der Bank unverzüglich melden, eine Strafanzeige wegen des Missbrauchs erstatten und die Bank bei der Aufklärung unterstützen. Über einen kostenfreien Kontenticker erhalten die Kunden außerdem einen zusätzlichen Schutz: Sobald über das Konto eine Transaktion läuft, bekommt der Kunde eine SMS aufs Handy geschickt. Unbefugte Abhebungen bekommt ein Kunde daher sehr schnell mit.

Tipp: Online-Banking-Kunden sollten bei ihrer Bank nachfragen, ob sie eventuell auch eine Sicherheitsgarantie abgibt. Derzeit sind diese Garantien allerdings noch nicht weit verbreitet. Für sicheres Online-Banking empfiehlt es sich, unbedingt auf moderne Verfahren wie M-Tan oder Chip-Tan/E-Tan zu wechseln, sofern die eigene Bank das anbietet.
 

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Für meine Leser bin ich stets auf der Suche nach neuen Angebots- und Konditionen-Trends bei Direkt- und Filialbanken. Denn mein Ziel ist es, dass Anleger wohl durchdachte Entscheidungen treffen können, welchen Anbietern sie ihr Vertrauen schenken. Außerdem schreibe ich seit vielen Jahren zu den Themen Vermögensaufbau und Altersvorsorge, aber auch Anlegerschutzrecht und Steuern. Private Geldanleger und ihre Bedürfnisse stehen dabei für mich immer im Fokus.  

In München und Washington, D.C., habe ich Diplom-Journalistik und Diplom-Volkswirtschaftslehre studiert, außerdem meine Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule in München absolviert. Nach meinem Berufseinstieg als Redakteurin beim Anlegermagazin Börse Online arbeitete ich von 1998 bis 2000 als Investor Relations Managerin bei der HypoVereinsbank. 2000 kehrte ich als Ressortleiterin zu Börse Online zurück und verantwortete dort bis 2009 die Bereiche “Geld und Vorsorge” sowie die Portrait- und Interviewstrecke “Börsianer und Anleger”. In dieser Zeit habe ich mehrere renommierte Journalistenpreise gewonnen.  

Seit 2009 schreibe ich für biallo.de, aber auch für Capital, Euro am Sonntag, Euro und weiterhin für Börse Online sowie für andere bekannte überregionale Wirtschaftsmedien. Gemeinsam mit früheren Börse Online-Kollegen betreibe ich den börsentäglichen Blog finanzjournalisten.blogspot.com. Daneben bin ich als Referentin für Wirtschaftsjournalismus an der Deutschen Journalistenschule München sowie als Moderatorin von Podiumsdiskussionen tätig.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de