Rendite mit Trump?

Fremdwährungskonto in Dollar Rendite mit Trump?

Max Geißler
von Max Geißler
10.02.2017
Auf einen Blick
  • Mit Kursschwankungen zwischen Währungen lässt sich Geld verdienen.

  • Manche Fremdwährungskonten zahlen sogar Zinsen.

  • Fremdwährungskonten sind keine Einbahnstraße. Wertet die fremde Währung ab, drohen Verluste.
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Was Georg Soros kann, können deutsche Sparer längst. Die US-amerikanische Investmentlegende häufte mit Spekulationsgewinnen ein riesiges Vermögen an. Kleinanleger spekulieren zwar nicht mit Börsen-Milliarden gegen fremde Währungen, aber sie haben die Möglichkeit, mit einem Fremdwährungskonto an Devisengewinnen teilzuhaben.

Das geht so: Sie eröffnen ein Fremdwährungskonto und zahlen Euros ein. Die Bank tauscht das Geld in Dollar oder Pfund um und legt die Devisen auf dem Konto an. Wertet die Fremdwährung im Lauf der Zeit gegenüber dem Euro auf, winken Ihnen Währungsgewinne beim Rücktausch. Wer zum Beispiel vor drei Jahren ein Währungskonto mit US-Dollar eröffnet hätte, dem brächte der Rücktausch heute gut 20 Prozent Währungsgewinn. Mit einem Konto in Schweizer Franken wären in der gleichen Zeit gut zwölf Prozent Kursplus drin.

Ein Fremdwährungskonto hat einen weiteren Pluspunkt: Es diversifiziert das eigene Vermögen. Gerade in politisch unsicheren Zeiten kann es sinnvoll sein, wenn nicht alle Geldanlagen auf Euro lauten, sondern sich das Anlagerisiko auf verschiedene Währungen verteilt.

Fremdwährungskonten sind riskant

Wo Licht ist, ist bekanntlich auch Schatten. Das gilt auch für Fremdwährungskonten. Die Wechselkurse der Währungen schwanken nämlich börsentäglich – und das in beide Richtungen. Niemand kann vorhersagen, wie sich die fremde Währung im Vergleich zum Euro entwickelt. Fällt der Wert der Fremdwährung, drohen finanzielle Verluste. Dies ist zum Beispiel zuletzt beim Britischen Pfund der Fall gewesen, das binnen Jahresfrist mehr als zwölf Prozent gegenüber dem Euro eingebüßt hat. Die Geldanlage auf einem Fremdwährungskonto ist folglich Spekulation. Sie sollten daher stets nur einen kleinen Teil Ihrer Ersparnisse dort anlegen.

Kann ich Geld in jeder Währung anlegen?

Theoretisch sind Fremdwährungskonten auf jedes Zahlungsmittel möglich. Doch das ist nicht sinnvoll. Deutsche Banken bieten häufig nur gängige Devisenkonten an, zum Beispiel auf US-Dollar, Kanadische Dollar, Britisches Pfund, Schweizer Franken und Norwegische oder Schwedische Kronen. Die Consorsbank bietet darüber hinaus Fremdwährungskonten auf Australische Dollar, Japanische Yen und Südafrikanische Rand an. Die Postbank ermöglicht Geldanlagen in Dänischen Kronen, Hongkong Dollar und Polnischen Zloty, Comdirect hat Mexikanische Peso und Ungarische Forint im Angebot.

Zahlt das Fremdwährungskonto Zinsen?

Das hängt von der Währung ab. Als Faustregel gilt: Je schwankungsanfälliger eine Währung, desto höher fällt die Verzinsung aus. Comdirect schreibt zum Beispiel für ein Währungskonto auf Türkische Lira aktuell 4,0 Prozent Zinsen gut und auf Südafrikanische Rand 2,0 Prozent. Die Verzinsung schwankt allerdings von Bank zu Bank. Die Consorsbank zahlt beispielsweise für Konten, die auf Türkische Lira lauten, keine Zinsen. Da sich die Verzinsung jederzeit ändern kann, müssen Sparer die aktuellen Zinsen bei der jeweiligen Bank erfragen. Für vergleichsweise stabile Währungen wie den US-Dollar gibt es allerdings so gut wie nie Zinsen.  

Spezialfall IKB Bank: Hier finden Anleger Geldanlagen in US-Dollar. Ab 5.000 Euro Mindestanlage zahlt IKB für Tagesgeld aktuell 0,7 Prozent Zinsen, für sechsmonatiges Festgeld 1,0 Prozent, für einjähriges Festgeld 1,6 Prozent und für zweijähriges Festgeld sogar 1,9 Prozent Zinsen.

Was kostet ein Fremdwährungskonto?

Fremdwährungskonten sind ähnlich wie Tagesgeld mit täglicher Verfügbarkeit ausgestattet. Banken erheben in der Regel keine Kontoführungsgebühr. Anders sieht es aus, wenn Sie Transaktionen auf dem Konto vornehmen. Comdirect berechnet für den Umtausch in eine Fremdwährung zum Beispiel eine Konvertierungsgebühr von 1,0 Prozent der umgetauschten Summe an, Consorsbank fordert eine Pauschale von 19,95 Euro pro Transaktion. Sehr kostengünstig ist S-Broker. Der Onlinebroker der Sparkassen erhebt lediglich Margen zwischen 0,002 (Britisches Pfund) und 0,1 Prozent (Polnische Zloty). Die IKB Bank berechnet eine Konvertierungsgebühr von 0,38 Prozent des eingezahlten Betrags.

Biallo-Tipp: Onlinebroker und Direktbanken bieten häufig gebührenfreie Fremdwährungskonten in Kombination mit ihrem Wertpapierdepot an. Vorteil für Aktienkäufer: Beim Wertpapierkauf an ausländischen Börsen entfallen die durch den Währungstausch entstehenden Kosten. Sämtliche Transaktionen werden direkt in Landeswährung ausgeführt.

Ist das Geld auf dem Fremdwährungskonto sicher?

Ja. Seit 2015 unterliegen alle Fremdwährungskonten der gesetzlichen europäischen Einlagensicherung von 100.000 Euro pro Sparer und Bank, das gilt auch für Beträge die auf Dollar, Pfund, Franken usw. lauten. Die Entschädigung erfolgt in Euro.

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Max Geißler
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Max Geißler
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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de