Schlechte Zeugnisse für Ethikbanken

Banken-Studie Schlechte Zeugnisse für Ethikbanken

Max Geißler
von Max Geißler
30.03.2017
Auf einen Blick
  • Ernüchternde Bilanz einer Banken-Studie der Verbraucherzentrale Bremen: Viele Nachhaltigkeitsbanken geben sich zu lasche Vorgaben und arbeiten daher nicht hundert prozentig ökologisch oder ethisch.

  • Nur drei der untersuchten Geldhäuser sind ohne Makel.
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Viele Privatbanken und kirchliche Geldhäuser in Deutschland haben ethische, soziale und ökologische Standards in ihren Statuten verankert. Die Verbraucherzentrale Bremen hat jetzt 14 dieser Geldhäuser kritisch unter die Lupe genommen und untersucht, wie es um die Einhaltung von Menschenrechten, Umweltbelangen und Klimaschutz steht. Gut die Hälfte aller Banken davon haben kirchliche Wurzeln.

Insgesamt wurden neun ethisch-ökologische Ausschlusskriterien begutachtet: Waffen & Rüstung, Kinderarbeit, Arbeitsrechtsverletzungen, Menschenrechtsverletzungen, Atomkraft, Kohle, Erdöl, industrielle Tierhaltung und Glücksspiel. Die Verbraucherschützer verweisen allerdings darauf, dass ein echter Vergleich der einzelnen Produkte und Geldanlagen nur eingeschränkt möglich sei, da es für Begriffe wie "nachhaltige", "umweltfreundliche" oder "ethische" Geldanlagen keine einheitlichen Mindeststandards gibt. Außerdem bietet nicht jede Bank alle Produkte an.  

Vorbildlich: Keine Kinderarbeit und Menschrechtsverletzungen

Die gute Nachricht vorweg: Alle 14 untersuchten Banken schließen bei ihren Geldgeschäften Unternehmen aus, die Arbeits- und Menschrechte verletzen oder Kinderarbeit dulden. Die Kreditinstitute garantieren zudem, dass kein Geld in die Waffen- und Rüstungsbranche fließt.

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Nicht konsequent: Lückenhafter Klimaschutz

Beim Thema Klimaschutz tun sich laut Verbraucherzentrale vor allem die kirchlichen Banken schwer. Allein sieben Geldhäuser schließen Investitionen in die fossilen Energieträger Erdöl und Kohle nicht grundsätzlich aus, zum Beispiel die Evangelische Bank, die Caritas Bank und die Bank für Orden und Mission. Die Verbraucherschützer monieren, dass nur vier der acht kirchlichen Geldinstitute Investitionen in Kohleförderung und -verarbeitung meiden. Bei der Erdölförderung sieht es noch schlimmer aus, dies wenden lediglich zwei Banken als Ausschlusskriterium an, die DKM Darlehenskasse Münster und die Bank für Diakonie. Konventionelle Nachhaltigkeitsbanken sind in Sachen Klimaschutz konsequenter. Bis auf die Steyler Bank und Pax Bank schließen alle anderen Investitionen in Kohle- und Ölförderung aus.   

Schwachstellen: Atomindustrie und Tierhaltung

Auch beim Tabuthema Kernenergie fallen zwei kirchliche Banken aus der Reihe. So schließen die Evangelische Bank und die Bank für Orden und Mission Beteiligungen an der Atomindustrie nicht von vornherein aus. Ebenfalls betrüblich das Bild beim Thema industrieller Tierhaltung. Nur vier der 14 betrachteten Geldhäuser verzichten ohne Wenn und Aber auf Investitionen in diese Branche, darunter befindet sich keine kirchliche Bank.

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Mangelhaft: Nur drei Banken ohne Makel

Aufgrund der vielen Lücken in den eigenen Kriterien und Ansprüchen fanden die Verbraucherschützer lediglich drei Banken, die alle untersuchten ethisch-ökologischen Ausschlusskriterien für ihre Eigenanlagen und Kreditvergaben erfüllten: die GLS Bank, die Triodos Bank und die Umweltbank.  

Breit gefächert: Unterschiedliche Produktpalette

Wer sich für eine Geldanlage bei einer ökologisch oder nachhaltig ausgerichteten Bank interessiert, der kann zwischen klassischen Bankprodukten wie Sparbuch, Tagesgeld und Festgeld wählen, Kredite aufnehmen oder in Umweltfonds investieren. Wie unsere Vergleiche zeigen, bieten zum Beispiel Triodos Bank, Steyler Bank und Ethikbank Girokonten, Tagesgeld. Die Umweltbank ist ein Vorreiter ökologischer Baufinanzierungen und die GLS Bank sowie die Pax Bank offerieren Wertpapierdepots zum Sparen mit Ökofonds.    

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de