Schluss mit Wucher-Gebühren

Girokonto Schluss mit Wucher-Gebühren

Thomas Brummer (ehemaliger Mitarbeiter)
von Thomas Brummer (ehemaliger Mitarbeiter)
08.12.2016
Auf einen Blick
  • Die Gebührenwut beim Girokonto greift um sich.

  • In vielen Fällen sind die Gebührenerhöhungen unzulässig.

  • Verbraucher können die zu viel bezahlten Gebühren unter Umständen zurückfordern.
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In Millionen Briefkästen landete unerfreuliche Post: Die Gebühren für das Girokonto sollen steigen, einst kostenlose Konten sollen nun berechnet werden. Das ist ärgerlich, hingenommen haben es dennoch viele Bankkunden. Doch Verbraucherschützer schlagen Alarm: In vielen Fällen sind die Erhöhungen rechtlich umstritten. Eine Sparkasse hat bereits darauf reagiert.

Darauf sollten Kunden achten

Sollten Sie ein Schreiben Ihrer Bank vor sich haben, in dem eine Erhöhung der Kontoführungsgebühr angekündigt wird, sollten Sie den Brief genau prüfen. Denn handeln Sie nicht, wird es teuer. Die Zustimmung gilt nämlich als stillschweigend erteilt, wenn Kunden nicht widersprechen. Dabei sind zwei Aspekte ausschlaggebend:

  • Die Mitteilung des Anbieters muss mindestens zwei Monate vor der Preisänderung erfolgen.

  • Die Bank muss darauf hinweisen, dass die Kunden sowohl kostenfrei als auch fristlos kündigen können.

Sollte einer dieser Punkte nicht erfüllt sein, können Bankkunden zu hohe Gebühren zurückfordern. „Verschiedene Verbraucherbeschwerden zeigen, dass Kreditinstituten bei dem Hinweis auf die Kündigungsmöglichkeit Fehler unterlaufen“, sagt Carmen Friedrich, Teamleiterin von Marktwächter Finanzen der Verbraucherzentrale Sachsen. Vor allem der Hinweis, dass das Kündigungsrecht kostenlos ist, sei in manchen Fällen vergessen worden.

Auf welchen Wegen dürfen Banken Erhöhungen ankündigen?

Vorsicht: Wenn Sie keine Post Ihrer Bank im Briefkasten haben, hat das noch nichts zu bedeuten. „Es kann unter Umständen reichen, wenn der Hinweis auf dem Kontoauszug steht. Hat man einen elektronischen Kommunikationsweg vereinbart, etwa beim Online-Banking, können die Änderungen zum Beispiel auch per E-Mail mitgeteilt werden“, sagt Andrea Heyer von der Verbraucherzentrale Sachsen.

So gehen betroffene Kunden vor

„Verbraucher sollten prüfen, ob ihnen die Frist für den Widerspruch unzulässigerweise verkürzt wurde und ob sie auf das kostenfreie und fristlose Kündigungsrecht hingewiesen worden sind“, so Heyer. Widerspricht der Kunde den Änderungen, weil diese ihm nicht zusagen, führe dies wahrscheinlich seitens der Bank zu einer Kündigung unter Einhaltung der Kündigungsfrist. „Bis dahin bleiben die Konditionen unverändert, das heißt der Kunde gewinnt etwas Zeit, in der er einem neuen Anbieter auswählen kann“, fährt Heyer fort.

Biallo-Tipp: Diese Zeit können Sie nutzen, um zu einem Anbieter zu wechseln, der dauerhaft ein kostenloses Girokonto anbietet. Das ist etwa bei ING-Diba, DKB oder Consorsbank der Fall. Seit einigen Monaten gibt es in Sachen Girokonto eine verbraucherfreundliche Neuerung. Beim Girokonto-Wechsel müssen beide beteiligten Banken tatkräftig mithelfen.

Sparkasse erfolgreich abgemahnt

Die Verbraucherzentrale Sachsen hat die Sparkasse Leipzig erfolgreich abgemahnt. Das öffentlich-rechtliche Institut wollte zum 5. Juli 2016 zehn Euro im Monat für ein Girokonto. Der Knackpunkt: Diese Sparkasse Leipzig hat nicht auf das kostenlose Kündigungsrecht hingewiesen. Kunden können die zu viel bezahlten Gebühren zurückfordern. Ist das ein rein sächsisches Phänomen? Nein. „Ähnliche Fälle liegen uns auch von der Sparda-Bank Berlin vor, die wir aktuell angeschrieben und um Stellungnahme gebeten haben. Wir vermuten, dass auch andere Kreditinstitute nicht richtig informiert haben“, erklärt Friedrich.

Übrigens: Aktuell sorgt wieder eine Genossenschaftsbank für Schlagzeilen - diesmal in Bayern. Die Raiffeisenbank Iller-Roth-Günz verlangt nun von ihren Kunden 1,02 Euro pro Abhebung, wenn diese mehr als fünf Mal in einem Monat Geldautomaten fremder Volks- und Raiffeisenbanken aufsuchen, um Geld abzuheben.

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Jahrgang 1985, schloss eine kaufmännische Ausbildung ab. Anschließend studierte er Betriebswirtschaftslehre an der Universität Augsburg und war währenddessen als Werkstudent bei LV 1871 und Wealthcap (Fondsgesellschaft von Unicredit) tätig. Nach Beendigung des Studiums schrieb er für das Anlegermagazin „Der Aktionär“. Im Anschluss absolvierte er eine Hospitanz in der Wirtschaftsredaktion der Rheinischen Post in Düsseldorf.

Von Januar 2014 bis Januar 2018 war er bei biallo.de und verfasste dort überwiegend Artikel zu Geldanlagethemen. Daneben publizierte er regelmäßig in Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier.

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Von Januar 2014 bis Januar 2018 war er bei biallo.de und verfasste dort überwiegend Artikel zu Geldanlagethemen. Daneben publizierte er regelmäßig in Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de