Mobile-Banking

Smartphone-Banken: Volksbanken stellen Zahlungsverkehr ein

Update: 17.06.2019
Kerstin Weinzierl
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Auf einen Blick
  • Die Volksbank Freiburg sperrt vorläufig Überweisungen an Direktbanken wie N26 und Fidor. Der Grund: zunehmende Betrugsfälle im Onlinebanking.
Keine positiven Meldungen für Smartphone-Banken N26, Bunq, Revolut & Co.
Piotr Swat / shutterstock.com

Ein harter Schlag für die Smartphone-Banken: Die Volksbank Freiburg hat "aufgrund einer Zunahme an Betrugsfällen im Onlinebanking den Zahlungsverkehr mit den Direktbanken N26, Fidor, Revolut, Bunq, Solarisbank temporär eingestellt", so ein Sprecher der Genossenschaftsbank gegenüber der Badischen Zeitung.

"Hintergrund ist, dass aktuell gerade diese Banken von vermeintlichen Betrügern aufgrund von einfachen Identifikationsverfahren wie beispielsweise Foto-Identifikation – außerhalb von Deutschland – als Zielkonto für vermeintliche Straftaten genutzt werden." Mit der sogenannten Foto-Identifikation müssen Kunden lediglich ein Bild von sich und ihrem Personalausweises an den Anbieter schicken. Im Gegensatz zum Video-Ident-Verfahren sind bei dieser Methode viele Sicherheitsmerkmale des Ausweises nicht überprüfbar. 

Bis spätestens zum Dienstag will die Genossenschaftsbank seine Systeme technisch anpassen, so dass die Sperre wieder aufgehoben werden kann. Bis dahin sind Überweisungen zu den genannten Banken nicht möglich. Außerdem wurden vorsorglich verschiedene Funktionen im Onlinebanking deaktiviert – zum Beispiel können Kunden derzeit das Dispolimit ihres Girokontos nicht erhöhen.

Weitere Volksbank zieht die Notbremse

Mit entsprechenden Schutzvorkehrungen reagiert auch die Volksbank Rottweil. Nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden Henry Rauner gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (DPA) stehen N26 und die Fidor-Bank "nach wie vor auf der schwarzen Liste" und jede Überweisung werde gesondert geprüft. So konnten Bankmitarbeiter laut eigenen Angaben schon in zwei bis drei Fällen betrügerische Transaktionen verhindern.

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Achillesferse: Das Mobile-TAN-Verfahren

Einer der Angriffspunkte für Betrugsfälle auf Konten wie von N26 ist das mobile TAN-Verfahren. Der Bankkunde, der online eine Überweisung ausführen möchte, erhält damit die dafür notwendige Transaktionsnummer (TAN) per SMS über die zuvor bei der Bank hinterlegte Handynummer.

Betrüger greifen zunächst die Zugangsdaten für das Onlinebanking mittels Schadsoftware, welche sie auf dem Endgerät des Kunden einschleusen, ab. An die Transaktionsnummer kommen sie über eine Ersatz-Sim-Karte für das Handy des Kunden, die sie beim Mobilfunkanbieter mit gefälschten Angaben ergaunern.

"Sobald die Betrüger sich erfolgreich Zugang zum Online-Banking und einem TAN-Verfahren verschafft haben, finden die Verfügungen in wenigen Minuten statt", bestätigte der Volksbank-Sprecher.

Betroffene erhalten ihr Geld zurück

"Sollte es zu einem Betrugsfall im Onlinebanking gekommen sein, entsteht Kunden kein Schaden, sie erhalten ihr Geld zurück", betont Cornelia Schulz, Pressesprecherin des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), gegenüber biallo.de. Natürlich sei vorausgesetzt, dass Kunden die Sorgfaltspflichten im Umgang mit dem Onlinebanking, wie die Geheimhaltung der Geheimnummer (PIN) und TAN, gewissenhaft befolgen.

"Empfehlenswert ist ein regelmäßiger Blick in die eigenen Kontoauszüge und Auffälligkeiten im Onlinebanking sofort der Bank zu melden. Erfahrungsgemäß kann bei einer schnellen Identifikation eine Rückbuchung erfolgen, so dass der Fall reibungslos behoben werden kann", so Schulz.

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  Kerstin Weinzierl


 

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