Die nächsten Sparkassen und eine weitere Volksbank rudern zurück

Gebühren fürs Geldabheben Die nächsten Sparkassen und eine weitere Volksbank rudern zurück

Horst Biallo
von Horst Biallo Sebastian Schick
20.04.2017
Auf einen Blick
  • Die Volksbank Lette-Darup-Rorup hat ihr Preisleistungsverzeichnis für zwei Kontomodelle korrigiert. "Bedauerlicherweise hat sich hier ein Fehler eingeschlichen", heißt es von Vorstandsseite.
  • Die Sparkassen  in Rothenburg und in Dinkelsbühl verlangen seit 1. April 2017 keine Gebühren mehr fürs Geldabheben.
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Die Volksbank Lette-Darup-Rorup streicht die Gebühren fürs Geldabheben bei zwei Kontomodellen. "Das Ganze ist leider ein Versehen", sagt Vorstand Egbert Messing gegenüber biallo.de. Beim Erstellen des Preisleistungsverzeichnisses sei ein Fehler passiert. "Dieser ist nun korrigiert. Für das VR-Giro Top und das VR-Giro Direkt fallen fürs Geldabheben am eigenen Automaten keine Gebühren an und diese wurden auch nie in Rechnung gestellt."

Für das Geldziehen an den bundesweit knapp 20.000 Automaten im Bankcard-Servicenetz müssen Kunden der Volksbank Lette-Darup-Rorup allerdings weiterhin zahlen. Und zwar 1,02 Euro je Abhebung nach der fünften Auszahlung. Inhaber des Girokontos Klassik werden nach wie vor zusätzlich am eigenen Geldautomaten abkassiert: Nach fünf Freiposten kostet jede weitere Verfügung 32 Cent.

Bei den Sparkassen in Dinkelsbühl und in Rothenburg haben sich keine Fehler im Preisleistungsverzeichnis eingeschlichen, allerdings bei der Technik-Abteilung. Beide Geldinstitute haben ihre Gebühren fürs Geldabheben seit 1. April 2017 im Zuge der Fusion mit der Sparkasse Ansbach gestrichen. "In Einzelfällen kann es aufgrund technischer Gegebenheiten noch zu einer Belastung kommen. In diesem Fall bekommt unser Kunde den Betrag nach Meldung aber zurückerstattet", heißt es von Seiten der Sparkasse Ansbach.

Gebühr in der Mittagspause ist abgeschafft

Vor einer Woche wandte sich die Raiffeisenbank Offenbach/M.-Bieber an ihre Kunden: "Um in der aktuellen Diskussion über ein ... erhobenes Buchungspostenentgelt für Geldautomatenverfügungen - außerhalb der Öffnungszeiten und an Sonntagen - einen am Kundeninteresse orientierten Abschluss zu finden, hat der Vorstand folgenden Beschluss gefasst: Ab dem 13.4.2017 werden im Zusammenhang mit Verfügungen an unseren bankeigenen Geldausgabeautomaten keine Entgelte mehr erhoben".

Aus Kundensicht ist dies sicher zu begrüßen, schließlich haben die anderen VR-Banken bisher nicht reagiert. Andererseits: Was heißt "an unseren bankeigenen Geldausgabeautomaten"? Bedeutet dies, dass die Kunden innerhalb und außerhalb der Geschäftszeiten bei anderen VR-Banken im bundesweiten VR-Service-Netz weiterhin Gebühren zu zahlen haben? Wir haben nachgefragt und warten auf eine Antwort.

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Nach unserer Kritik an mehr als 40 Sparkassen bundesweit, die ähnliche Gebühren erheben, hatte die Sparkasse Hanau am schnellsten reagiert. "Sie können uns aus Ihrer Tabelle nehmen", frohlockte Stefan Schüßler, Pressesprecher der Sparkasse Hanau, vor gut einer Woche. "Wir hatten die Gebühren für das Geldabheben sowieso nur bei einem Kontomodell. Und die haben wir nur nun ganz einfach gestrichen."

Glücklich werden all die Kunden sein, die bei der Sparkasse das Basispaket "GrimmClassic" gebucht haben. Es ist mit 2,00 Euro im Monat auf den ersten Blick sehr günstig und dürfte daher vor allem von Leuten gewählt worden sein, die nicht so viel Geld haben. Die mussten bislang 20 Cent zahlen, wenn sie im Quartal mehr als zehnmal am Automaten dieser oder anderer Sparkassen Geld holten. Dies gehört nun der Vergangenheit an.

Girokonto kann schnell zur Kostenfalle werden

Sieht man sich die anderen Gebühren dieses Kontos an, verdunkelt sich das auf den ersten Blick so positive Bild. Der Preis der Sparkassen-Card von 7,50 Euro im Jahr ist noch ganz in Ordnung. Andererseits zahlt man jedesmal 0,20 Euro für einen Kontoauszug am Drucker. Barauszahlungen am Schalter schlagen mit satten 2,00 Euro zu Buche. Den gleichen Preis verlangt die Hanauer Sparkasse für Überweisungen per Beleg.  

Daher unser Rat: Sehen Sie sich die vier anderen Kontomodelle in Ruhe an. Wer kein Online-Banking macht, für den könnte das Kontomodell „GrimmPremium“ unter dem Strich günstiger sein. Aber gut nachrechnen! Denn es kostet 7,50 Euro im Monat oder 90 Euro im Jahr.   

Schüßler musste dann auch zugeben: „Diese Gebühren machten bei uns nur einen mittleren dreistelligen Betrag im Jahr aus.“ Dafür sich diesen Ärger einzuhandeln, das lohnt sich offensichtlich nicht. Der Imageschaden ist wohl größer als der Nutzen. „Sie können uns wieder streichen, Herr Biallo“, bat Schüßler. Dem sind wir gern nachgekommen.

Biallo-Lesetipp: Erfahren Sie hier, welche Sparkassen ihre Kunden zur Kasse bitten.

Biallo-Tipp

Viele Verbraucher scheuen noch den Wechsel des Girokontos. Doch die Sorge ist unbegründet. Seit einigen Monaten müssen Alt- und Neu-Bank aktiv beim Konto-Wechsel zusammenarbeiten. Kundenfreundliche Banken bieten darüberhinaus einen bequemen Kontowechsel-Service an, so werden alle Daueraufträge erkannt und übernommen. Erfahren Sie, wie der Konto-Wechsel reibungslos abläuft.

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Herausgeber und Gründer biallo.de
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Jahrgang 1954, studierte Wirtschaft und absolvierte eine Ausbildung zum Wirtschaftsjournalisten bei der Tageszeitung Die Welt. Später machte er sich selbstständig, schrieb für Wirtschaftswoche, Stern und zahlreiche Tageszeitungen. Er ist Autor mehrerer Fachbücher, u.a. "Die geheimen deutschen Weltmeister" und "Die Doktormacher". Im Jahr 1999 gründete er das Verbraucherportal www.biallo.de, vier Jahre später www.geldsparen.de und 2009 www.biallo.at. Horst Biallo ist verheiratet und hat drei Kinder.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de