Wie viel Kleingeld ist erlaubt?

Kleingeld für den Verkäufer Wie viel Kleingeld ist erlaubt?

Kevin Schwarzinger
von Kevin Schwarzinger
25.01.2017
Auf einen Blick
  • Händler müssen nicht mehr als 50 Münzen auf einmal annehmen.
  • Jeder Bürger kann seine Euro- und Euro-Cent-Münzen in beliebiger Stückzahl kostenfrei bei den Filialen der Bundesbank in Banknoten umtauschen lassen.

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Dieser Fall hat für Aufsehen gesorgt: Um der Kfz-Zulassungsstelle eins auszuwischen, beglich ein US-Amerikaner seine 3.000 Dollar Steuerschuld mit Ein-Cent-Münzen, sogenannten Pennys. Schubkarrenweise karrte der Steuersünder die insgesamt 300.000 Münzen zur Zulassungsstelle im Bundestaat Virginia. Gesamtgewicht: satte 700 Kilogramm.  

In Deutschland wäre das allerdings nicht möglich gewesen. Hierzulande existiert eine gesetzliche Obergrenze für die Annahme von Münzgeld: "Kein Händler ist dazu verpflichtet, mehr als 50 Münzen bei einem Einkauf anzunehmen", erklärt Kai Schlüter von der Postbank. Das gilt auch für Gaststätten, Hotels, Behörden, aber auch für Privatpersonen.

"Im Ausland gibt es Geschäfte, die Münzzählautomaten für ihre Kunden bereithalten. Ein Service, der zum Beispiel in den USA verbreitet, aber hierzulande die Ausnahme ist", so Schlüter weiter.

Schubkarren voller Banknoten sind erlaubt

Banknoten müssen in unbegrenzter Höhe angenommen werden. Allerdings sollte der verwendete Geldschein in einem angemessenen Verhältnis zum Preis der gekauften Ware oder Dienstleistung stehen.

Ein Händler muss also keine 200-Euro Banknote annehmen, wenn der Kunde lediglich für einen kleinen Cent-Betrag einkauft. Kann er glaubhaft versichern, dass er zu wenig Wechselgeld in der Kasse hat, kann er die Annahme eines Scheins mit hoher Stückelung verweigern.

  • Biallo-Tipp: Das heimische Sparschwein platzt schon aus allen Nähten? Jeder Bürger kann seine Euro- und Euro-Cent-Münzen in beliebiger Stückzahl kostenfrei bei den Filialen der Bundesbank in Banknoten umtauschen lassen. Bei der Postbank können auch Nicht-Kunden ihr Kleingeld gebührenfrei umtauschen.

Der Deutsche, der den Pfenning nicht ehrt

Wer den Pfenning nicht ehrt, ist bekanntlich des Talers nicht Wert. Jedoch sind gerade die kleinen Münzen beim deutschen Sparer unbeliebt. Laut einer aktuellen Studie des Bankenverbands fänden es 61 Prozent der Deutschen "sehr gut oder gut", wenn Ein- und Zwei-Cent-Münzen aus dem Verkehr gezogen würden. So haben beispielsweise Finnland, die Niederlande und Irland dies bereits getan. Dort verzichten Händler auf krumme Summen - oder runden den Betrag an der Kasse.

Produktion eines Ein-Cent-Stückes kostet 1,6 Cent

Die Unmengen an Kleingeld liegen hiesigen Verbrauchern nicht nur schwer im Portemonnaie, auch Material, Produktion und Transport des Kupfergeldes übersteigen meist den Nennwert der Münzen. Dadurch bekommt der Ausspruch: "Spend money to make money" eine unfreiwillige Komik.

Unser Lese-Tipp:

Münzgeld verwandelt sich in den Augen von Bankern in kostspieliges Blech. Die Sparda Bank Hannover verweigert jetzt vielerorts die Annahme. Mehr lesen Sie in unserem Beitrag: "Und plötzlich nimmt die Bank keine Münzen".

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Jahrgang 1988, studierte Geschichte und Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und war währenddessen bereits als Werkstudent bei biallo.de angestellt. Seit 2016 ist er Mitglied der Redaktion und verfasst dort überwiegend Artikel zu Geldanlagethemen. Daneben publiziert er regelmäßig in Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de