Das sind die günstigsten Angebote

Dispozins (Überziehungszins): Das sind die günstigsten Angebote

27.11.2017
Auf einen Blick
  • Banken können Ihren Kunden einen Dispokredit einräumen.

  • Wird dieser überschritten, wird der Überziehungszins fällig.

  • Für Kunden, die ihr Girokonto häufig überziehen, lohnt sich ein Wechsel alle mal.
Artikelbewertung
Teilen
Schrift

Wenn Sie volljährig sind und über ein geregeltes Einkommen verfügen, wird Ihnen Ihre Bank oder Sparkasse erlauben, Ihr Girokonto ins Minus rutschen zu lassen. Das Darlehen, das man Ihnen gewährt, nennt sich Dispositionskredit und der Zins entsprechend Dispozins.

Meist dürfen Sie diesen nur bis zur einer Grenze von zwei oder drei Netto-Monatsgehältern überziehen. Dafür zahlen Sie den Dispozins. Rutschen Sie über diese "geduldete Überziehung" des Kontos noch weiter ins Minus, so akzeptiert das Geldhaus dieses auch und berechnet für diesen Betrag jenseits der vereinbarten Grenze einen Überziehungszins. Bei teuren Banken und Sparkassen beträgt dieser 18 Prozent und mehr.

Verbraucherschützer halten den Überziehungszins in Zeiten historisch niedriger Zinsen für einen Anachronismus. Dieser Überzeugung waren auch Direktbanken wie ING-Diba oder DKB. Daher schafften diese diesen Zins bereits 2014 ab. Mittlerweile sind gut die Hälfte aller Sparkassen (250 von über 400 Filialen) und ein Drittel aller VR-Banken (375 von gut 1.000 Filialen) dem Beispiel gefolgt. Dennoch haben noch viele Banken sowohl Dispo- als auch einen Überziehungszins. Doch wie unterscheiden sich diese voneinander?

Der Unterschied zwischen Dispo- und Überziehungszins

DispokreditÜberziehungskredit
Immer AbrufbarJaNein
Höhe der Zinsen ca. 7 bis 14 % pro Jahr ca. 12 bis 20 % pro Jahr
Anspruch Der Bankkunde hat Anspruch auf den zuvor vereinbarten Dispokredit-Rahmen. Wofür dieser genutzt wird, ist ihm frei überlassen. Kein Bankkunde hat einen Anspruch auf einen Überziehungskredit. Er kann von der Bank bewilligt, oder auch abgelehnt werden. Es handelt sich also um ein geduldetes Darlehen.
Höhe des Darlehens Die Banken legen individuell mit dem Kunden fest, wie hoch der Dispokreditrahmen sein soll. Üblich ist die dreifache Höhe vom Nettoeinkommen des Bankkunden. Da es keinen Anspruch auf einen Überziehungskredit gibt, kann man schlecht etwas zur Höhe des Überziehungskredites sagen.
Die Höhe richtet sich jedoch wieder nach dem Gehalt und der Bonität.
Rückzahlung Normalerweise gibt es keine festen Monatsraten, die gezahlt werden müssen. Man sollte jedoch darauf achten, dass man im Disporahmen bleibt. Ansonsten bezahlt man Überziehungszinsen. Der Überziehungskredit muss i.d.R. sofort zurück gezahlt werden. Ansonsten wird die Bank das Girokonto kündigen.

So berechnen Sie die Dispozinsen

Viele Bankkunden ärgern sich zu Recht über hohe Dispo- und erst recht über noch höhere Überziehungszinsen. Aber ehrlich gesagt, kommen da pro Monat nur ein paar Euro zusammen, wenn man es mit dem Überziehen des Girokontos nicht übertreibt. In der Praxis nehmen die meisten Verbraucher diesen Kredit immer nur für ein paar Tage in Anspruch, meist gegen Ende des Monats, wenn das Geld knapp wird. Mit der nächsten Gehaltszahlung wird der Kredit dann wieder zurückgezahlt und es fallen auch keine Dispozinsen mehr an.

Formel zur Berechnung der Dispozinsen

Höhe der Überziehung (mal) die Anzahl an Tagen, an dem das Konto überzogen wurde (mal) die Höhe der Dispozinsen (geteilt) durch 365 (geteilt) durch 100.

Anders sieht es aus, wenn man Monat für Monat einen Sockel an Überziehung mit sich herumschleppt. Wer sein Konto das ganze Jahr über mit durchschnittlich 2.500 Euro überzieht, zahlt bei einem Zinssatz von 9,5 Prozent bereits 237,50 Euro. In diesem Fall lohnt es sich sicher, diesen Betrag mit einem viel günstigeren Ratenkredit oder einem günstigeren externen Dispokredit von einer Direktbank abzulösen, der auch oft als Rahmen- bzw. Abrufkredit bezeichnet wird.

So finden Sie günstige Dispozinsen

Früher konnten Banken und Sparkassen hohe Dispozinsen vor den Kunden einfach verstecken. Nicht wenige der teuren Geldhäuser versäumten es natürlich "versehentlich", den Preisaushang in ihrer Filiale auszuhängen oder auf der Internet-Seite zu veröffentlichen. Das ist bei den Preisen für Girokonten leider immer noch so, besonders bei den Volks- und Raiffeisenbanken.

Seit dem 21. März 2016 ist gesetzlich vorgeschrieben, die Disposätze deutlich im Internet zu veröffentlichen. Außerdem müssen die Banken ihre Kunden anschreiben, wenn diese länger als ein halbes Jahr das genehmigte Kreditlimit auf dem Girokonto im Durchschnitt zu mindestens 75 Prozent ausgeschöpft haben. Sie angehalten, ihnen dann andere, günstigere Alternativen wie Ratenkredite zum Umschulden anzubieten.

Sie können als Verbraucher natürlich selbst auf die Webseiten der Banken gehen, die es in Ihrer Region gibt. Einfacher haben Sie es mit unserem Girokonto Vergleich. Geben Sie dort einfach die Postleitzahl Ihres Wohnortes ein. Der Rechner zeigt Ihnen dann die drei günstigsten, bundesweiten Online-Girokonten an und darunter die besten Internet-Konten der Banken und Sparkassen aus Ihrer Umgebung.

Die Sortierung erfolgt im ersten Schritt nach der Höhe der monatlichen Grundgebühr und schon im zweiten Schritt nach der Höhe des Dispozinses. Und wenn Sie nach einem Filial-Girokonto suchen, müssen Sie oben im Vergleich nur auf den entsprechenden Reiter klicken. Auch hier finden sich die Banken mit niedrigen Dispozinsen oben.

So viel sparen Sie mit einem niedrigen Dispo einer günstigen Bank

Wenn Sie regelmäßig Ihr Girokonto überziehen und bei einer Bank oder Sparkasse einen Dispo von mehr als zehn Prozent haben, sollten Sie mit Ihrem Girokonto wechseln. Das macht auch kaum noch Arbeit. Banken und Sparkassen sind nämlich gesetzlich dazu verpflichtet, Ihnen fast die gesamte Arbeit des Umzugs abzunehmen. In 14 Tagen ist meist alles erledigt.

Der Bankenwechsel erspart Ihnen jede Menge Geld. Sie müssen wissen: Die Banken und Sparkassen, die ihre Kunden mit hohen Zinssätzen ärgern, sind meistens auch aufgrund anderer Preise rund um das Girokonto unattraktiv. Hohe Monatspauschale, Gebühren für Überweisungen und zudem bieten sie auch keine umfassende, gebührenfreie Bargeldversorgung an. Durch einen Kontowechsel sparen Sie also nicht nur wegen des Dispos.

Rechenbeispiel

Ein Kunde der Bremischen Volksbank zahlt 12,16 Prozent Dispo. Wer dort Monat für Monat sein Konto 14 Tage lang um 1.500 Euro überzieht, zahlt übers Jahr gerechnet 91,20 Euro an Dispozinsen. Entschließt sich dieser Kunde zur PSD Bank Nord zu wechseln, die auch eine Zweigstelle in Bremen hat, zahlt er 8,14 Prozent oder 61,05 Euro im Jahr. Dies ist eine Ersparnis von 30 Euro. Doch hier zahlt er null Euro an Grundgebühr, während er bei der Bremischen Volksbank für das günstigste Filialkonto 8,90 pro Monat bzw. 106,80 Euro im Jahr zahlt. Die Gesamtersparnis beträgt also schon jetzt rund 135 Euro. 

In aller Regel ist es wirklich so, dass Banken mit niedrigen Zinssätzen auch ansonsten attraktive Konditionen bei ihren Girokonten haben. Nur in wenigen Ausnahmenfällen ist das nicht so.

Die GLS Bank lockt mit einem Zinssatz von 0,00 Prozent bis zu einer Überziehung von 10.000 Euro. Aber dafür zahlt man an Monatsgebühr für sein Girokonto zunächst 3,80 Euro plus 5,00 Euro GLS-Beitrag, macht 8,80 Euro im Monat oder 105,60 Euro im Jahr. Da lohnt sich ein Girokontowechsel kaum.

Das sind die Banken mit dem niedrigsten Dispozins

Die nachfolgende Tabelle zeigt Ihnen die 20 Banken mit den niedrigsten Dispozinssätzen. Angeführt wird sie von der GLS-Bank, die im Abschnitt zuvor Erwähnung fand. Es sind natürlich Direktbanken darunter, die wir kursiv gesetzt haben. Diese Institute ermöglichen lediglich Online-Banking. Aber auch Mitglieder der PSD-Bankengruppe, die sich als "Direktbanken mit Beratung" bezeichnen. Regionalen Anbieter hingegen nehmen in aller Regel nur Kunden aus ihrem Geschäftsgebiet.

BankHöhe des DispozinsHöhe des Überziehungszins
GLS Bank0,00 Prozent0,00 Prozent
Deutsche Skatbank4,17 Prozent4,17 Prozent
VR-Bank Altenburger Land4,67 Prozent6,67 Prozent
Augsburger Aktienbank4,80 Prozent7,80 Prozent
Sparkasse Holstein5,71 Prozent8,21 Prozent
VR-Bank Muldental5,95 Prozent5,95 Prozent
PSD Bank Karlsruhe-Neustadt5,70 Prozent5,70 Prozent
Fidor Bank5,99 Prozent5,99 Prozent
VR-Bank Westthüringen6,00 Prozent6,00 Prozent
PSD Bank Berlin-Brandenburg6,09 Prozent6,09 Prozent
PSD Bank Westfalen-Lippe6,50 Prozent10,50 Prozent
Comdirect6,50 Prozent11,00 Prozent
Rostocker Volks- und Raiffeisenbank6,55 Prozent7,55 Prozent
Kreissparkasse Gotha 6,72 Prozent6,72 Prozent
PSD Bank Niederbayern-Oberpfalz6,84 Prozent6,84 Prozent
DKB (Deutsche Kreditbank)6,90 Prozent6,90 Prozent
PSD Bank Braunschweig6,95 Prozent10,95 Prozent
Pommersche Volksbank6,96 Prozent6,96 Prozent
ING-Diba6,99 Prozent6,99 Prozent
PSD Bank RheinNeckarSaar6,99 Prozent6,99 Prozent

(Stand: November 2017)

Artikelbewertung
Teilen
Drucken
Zur Startseite
Newsletter
Keine News mehr verpassen
Bitte geben Sie eine korrekte E-Mail Adresse ein:

Regeln für das Schreiben von Kommentaren:

  1. Kommentieren Sie sachlich und ohne persönliche Angriffe.
  2. Verfassen Sie keine Beiträge mit strafbarem, diskriminierendem, rassistischem, anstößigem, beleidigendem oder kommerziellem Inhalt und verweisen Sie nicht auf Seiten mit solchem Inhalt.
  3. Stellen Sie weder zu lange Texte noch Bilder ein, außer, wenn es unbedingt nötig ist.
  4. Veröffentlichen Sie keine personenbezogenen Daten Dritter, wie Namen, Adressen, Telefonnummern oder E-Mail-Adressen.
  5. Wenn Sie persönliche Mitteilungen oder Texte anderer Verfasser einstellen oder Kommentare anderweitig veröffentlichen möchten, beachten Sie die Rechte Dritter. Bei einer Verletzung dieser Rechte (z.B. Persönlichkeitsrecht, Urheberrecht, Datenschutz) haften Sie.
  6. Sie haben die Möglichkeit, Ihren Benutzernamen frei zu wählen. Sie sollten aber im eigenen Interesse markenrechtlich geschützte Namen vermeiden.

Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de