Wer sich über steigende Gebühren für Girokonten ärgert, muss nicht unbedingt zu einer Direktbank wechseln. Denn die Mehrzahl der regionalen Banken und Sparkassen bietet mittlerweile günstige Direktkonten an. Sie kosten deutlich weniger als Filialkonten. 114 gibt es sogar zum Nulltarif.

Viele Kunden von Banken und Sparkassen ärgern sich derzeit über steigende Gebühren für ihr Girokonto und denken über einen Bankenwechsel nach. Sie tätigen ihre Überweisungen zwar schon länger am heimischen Computer und über das Tablet. Doch sie stecken immer noch in dem vor vielen Jahren gewählten Filialkonto-Modell fest.

Was viele nicht wissen: Ein Umstieg komplett aufs Online-Banking bei der gleichen Bank würde den Ärger vergessen machen. Zugleich kann man als Kunde der regionalen Bank oder Sparkasse weiterhin den Service und die Beratung vor Ort nutzen.

Die jüngste Banken-Analyse des Verbraucherportals biallo.de zeigt:

  • Etwa 300 von 400 Sparkassen und 650 von 1.000 Volks- und Raiffeisenbanken bieten heute schon günstigere Internet-Konten an.
  • 114 gibt es zum Nulltarif, also ohne monatliche Grundgebühr.
  • 25 sind sogar komplett kostenlos, also auch ohne Gebühren für Überweisungen und die Girocard.

Bei der Entscheidung für ein Online-Konto zählt nicht nur die Höhe der monatlichen Grundgebühr. Wie viel Euro sind für Überweisungen und die Girocard zu zahlen? Und wie hoch ist der Dispozins, wenn das Gehaltskonto überzogen wird? Zumindest diese Fragen muss der Kunde auch im Auge haben und genau vergleichen.

Dies ist auf den ersten Blick nicht einfach, schließlich ist die Spanne allein bei diesen vier Preiskomponenten in Deutschland sehr groß:

  • Der monatliche Grundpreis schwankt zwischen null und 8,99 Euro.
  • Überweisungen kosten bei vielen nichts, aber eben auch bis zu 75 Cent je Stück.
  • Die Girocard ist bei 524 von 950 Geldhäusern mit Online-Konten kostenlos, kann aber auch 15 Euro im Jahr kosten.
  • Der Dispozins schwankt zwischen 5,71 und 12,95 Prozent.

Ob ein Online-Konto über ein Jahr gerechnet wirklich attraktiv ist, darüber sagt jedoch in erster Linie die Höhe des monatlichen Grundpreises etwas aus. Er fällt zwölfmal im Jahr an, während die Gebühr für die Girokarte nur einmal jährlich gezahlt wird und viele Leute ihr Konto nie überziehen, den Dispo also gar nicht nutzen. Und bei über 820 der 950 Banken und Sparkassen mit Internet-Konten sind Online-Überweisungen ohnehin kostenlos.

Wie viel Kunden allein schon durch die reduzierte monatliche Grundgebühr beim Umstieg vom Filial- auf das Online-Konto Jahr für Jahr sparen können, zeigt die Ersparnis bei diesen drei Beispielen:

  • Kreissparkasse Schwalm-Eder 120,00 Euro
  • Hallertauer Volksbank 106,80 Euro
  • Stadtsparkasse Düsseldorf 94,80 Euro

Sieht man sich die Preise der 950 regionale Banken und Sparkassen für deren Online-Konten einmal genauer an, ergibt sich folgendes Bild:

  • 114 Konten gibt es ganz ohne monatliche Grundgebühr.
  • 153 Konten kosten bis zu 2,00 Euro.
  • 515 Konten kosten zwischen 2,01 und 4,00 Euro.
  • Der Rest liegt darüber.

25 der 114 Null-Euro-Konten sind komplett kostenlos, darunter auch Konten von Sparda und PSD-Banken, die generell gebührenfrei sind, gleich ob man sie über die Filiale oder online führt. Bei den restlichen 89 regionalen Banken und Sparkassen werden zwar andere Kosten erhoben. Doch die fallen – übers Jahr gesehen – kaum ins Gewicht. Dafür diese typischen Beispiele:

  • Bei der VR-Bank Schweinfurt und der Sparkasse Dortmund kostet die Girocard jeweils 7,50 Euro im Jahr.
  • Die OstseeSparkasse Rostock und die Volksbank Geest nehmen 0,10 Euro für eine Online-Überweisung.
  • Bei Raiffeisenbank Bad Abbach-Saal sind es 5,00 Euro für die Girocard und 0,10 Euro für die Online-Überweisung. 


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