Dilemma Deliktunfähigkeit

Private Haftpflichtversicherung Dilemma Deliktunfähigkeit

Fritz Himmel
von Fritz Himmel
14.01.2017
Auf einen Blick
  • Die private Haftpflichtversicherung ist eine der wichtigsten Policen. Sie sollte in jedem Haushalt vorhanden sein.  
  • Die Leistungsdetails der Police müssen immer zur aktuellen Lebenssituation passen, vor allem wenn Kinder mit dabei sind. Dann hilft der richtige Vertrag.
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Das Bürgerliche Gesetzbuch verpflichtet jeden Bürger, für alle Schäden, die er einem Anderen zufügt - unabhängig ob Menschen oder Sachen – in unbegrenzter Höhe aufzukommen. Wenn Sie als Fußgänger beispielsweise einen schweren Verkehrsunfall auslösen, kann das Schäden in Millionenhöhe verursachen. Gegen solche Risiken im täglichen Leben schützt Sie eine private Haftpflichtversicherung.  

So eine Haftpflichtpolice setzt sich aus vielen Leistungsdetails zusammen. Je nach Ihrer jeweiligen Lebenssituation können unterschiedliche Bereiche relevant sein. Vor Vertragsabschluss ist daher ein genauer Leistungs-Check ein Muss. Wenn Sie bereits einen Vertrag haben, sollten Sie von Zeit zu Zeit prüfen, ob dieser noch der aktuellen Lebenssituation entspricht. Vor allem wenn kleine Kinder mit im Haushalt leben.  

Risikoaspekt „Deliktunfähigkeit“  

Kinder unter sieben Jahren sind laut Gesetz deliktunfähig. Sie können für Schäden, die sie anderen zufügen, nicht haftbar gemacht werden. Im Straßenverkehr gilt sogar eine Altersgrenze von zehn Jahren. Entgegen vielfacher Annahme hat diese gesetzliche Regelung versicherungstechnische Folgen: Wo niemand haftbar ist, greift auch keine Haftpflichtversicherung.  

So ein Fall wäre, wenn der Sechsjährige mit seinem Fahrrad gegen das parkende Auto des Nachbarn knallt und ordentliche Kratzer hinterlässt. Oder der Kleine fährt mit seinem Rodel ein anderes Kind über den Haufen, das sich dabei verletzt. Für Geschädigte ist es dann ärgerlich, dass bei solchen Schäden keine Versicherung zahlt. „Da steht der Friede in der Nachbarschaft auf dem Spiel, das sind emotional aufgeladene Fälle“, sagt Christian Lübke vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Denn meist ist es auch den Eltern unangenehm, wenn der Nachbar wegen ihres Kindes Kosten hat. Und zahlen es dann oft aus eigener Tasche.  

Die Eltern könnten nur zum Schadensersatz herangezogen werden, wenn sie nachweislich ihre Aufsichtspflicht verletzt haben, informiert Bianca Boss vom Bund der Versicherten. Die fahrlässige Verletzung der Aufsichtspflicht wäre dann mit der privaten Haftpflichtversicherung abgedeckt.

Vergleich Haftpflichtversicherung

  Anbieter Tarif Beitrag  
1 Premium-2016-Single-5Mio 40,62 Euro weiter
2 BlueLine-Tip-5Mio-Single 42,01 Euro weiter
3 Tarif TOP-VIT Single 42,48 Euro weiter
4 NV-PrivatSpar-5.0-Single-5Mio 44,03 Euro weiter
5 BestSelection-2015-Single-10Mio 44,56 Euro weiter
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Haftpflicht bei Demenzkranken  

Der gleiche Aspekt ist ebenfalls wichtig, wenn im Haushalt eine demenzkranke Person lebt und versorgt wird. Eine Demenzerkrankung kann je nach Schwere bedeuten, dass der Handelnde für sein Verhalten nicht verantwortlich ist. Wird im Einzelfall die Deliktunfähigkeit festgestellt, ist der Demenzkranke nicht zum Schadensersatz verpflichtet.  

Auf die richtige Klausel achten

Neuere Haftpflichtpolicen versichern bereits deliktunfähige Kinder mit. Meist sind die Schäden in der Summe auf 3.000 bzw. 20.000 Euro begrenzt. Das genügt in der Regel. Sollen auch Erwachsene mit eingeschlossen sein, müssen Sie unbedingt darauf achten, dass im Vertrag bei der  Deliktunfähigkeitsklausel der Begriff „deliktunfähige Personen“ steht.  

Eine private Haftpflichtversicherung inklusive Klausel „deliktunfähige Kinder“ ist zurzeit für die ganze Familie ab rund 60 Euro jährlich zu bekommen. Das sollte sich jeder leisten, denn manche verursachten Haftpflicht-Schäden, vor allem wenn Menschen verletzt werden, können den finanziellen Ruin bedeuten. Gute Policen bieten beispielsweise Synchro 24, Europa oder Hanse Merkur.  

Biallo-Lesetipp:

Wie hoch sollte die Versicherungssumme bei der privaten Haftpflichtversicherung sein? Welche Klauseln gehören unbedingt in den Vertrag? Hier lesen Sie zehn Tipps rund um die Haftpflichtversicherung.

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nach dem Sprachstudium (Indologie/Anglistik) in München ging ich zuerst in die Filmbranche zu Warner Columbia und arbeitete anschließend viele Jahre als Werbeleiter in einem Fachbuchverlag in München.

Seit Gründung 1997 bin ich Mitglied bei Biallo & Team. Für das Finanzportal biallo.de bearbeite ich schwerpunktmäßig die Bereiche Telekommunikation, Altersvorsorge und Versicherungen sowie Erbrecht. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschien das Biallo-Buch „Das neue Pflichtteilsrecht“.

Darüber hinaus in dieser Zeit regelmäßige Veröffentlichungen zu Wirtschafts- und Verbraucherthemen in rund 20 Tageszeitungen, u.a. Welt am Sonntag, Münchner Merkur, Kölner Stadtanzeiger, Frankfurter Neue Presse, Westdeutsche Zeitung, Südkurier, Schwäbische Zeitung etc.

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Darüber hinaus in dieser Zeit regelmäßige Veröffentlichungen zu Wirtschafts- und Verbraucherthemen in rund 20 Tageszeitungen, u.a. Welt am Sonntag, Münchner Merkur, Kölner Stadtanzeiger, Frankfurter Neue Presse, Westdeutsche Zeitung, Südkurier, Schwäbische Zeitung etc.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de