Neue Versicherungen leisten mehr

Private Haftpflichtversicherung Neue Versicherungen leisten mehr

Annette Jäger
von Annette Jäger
26.03.2017
Auf einen Blick
  • Der Leistungsumfang neuerer Haftpflichtversicherungen geht oft deutlich über den alter Policen hinaus.

  • Da sich Lebensumstände ändern, sollte man regelmäßig prüfen, ob die Haftpflichtversicherung noch den persönlichen Anforderungen entspricht.

  • Komforttarife decken sogar Bereiche ab, für die ansonsten eine zusätzliche Versicherung nötig wäre.
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Die private Haftpflichtversicherung hat einen hohen Stellenwert. Sie ist eine essentielle Police, die ausnahmslos jeder, vom Berufsanfänger bis zum Rentner, abgeschlossen haben sollte. Doch eine Versicherung ist nicht für die Ewigkeit. Auch für die private Haftpflichtversicherung gilt, wie für jede andere Police: Alle paar Jahre gehört sie auf den Prüfstand. Dann muss sich zeigen, ob der Leistungsumfang noch den Lebensumständen entspricht. Möglicherweise steht ein größerer Hausumbau an, ein Hund wurde angeschafft, ein Umzug in ein Haus mit Schließanlage ist erfolgt oder man ist zum begeisterten Hobby-Drohnen-Piloten geworden - dann sollte auch der Haftpflichtschutz angepasst werden. Die Police besteht aus vielen kleinen Leistungsdetails, die sorgfältig auf die individuelle Lebenssituation abzustimmen sind. Wie sehr sich das lohnt, merken Versicherungsnehmer im Schadensfall, nämlich ob der Versicherer den Schaden ersetzt oder nicht. Auch wenn noch alles beim Alten ist, lohnt sich ein Versicherungsvergleich. Denn die Angebote der Versicherer werden immer besser, neuere Haftpflichtpolicen bieten einen wesentlich größeren Leistungsumfang an als alte und das oftmals zu geringerem Preis. 

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So funktioniert die private Haftpflichtversicherung

Wer anderen Personen oder dem Eigentum anderer einen Schaden zufügt, ist gesetzlich verpflichtet, den Schaden zu ersetzen. Notfalls muss das gesamte Vermögen dafür eingesetzt werden. Die private Haftpflichtversicherung leistet also immer dann, wenn Schadensersatzforderungen auf einen zukommen. Sie übernimmt die Kosten für Sach-, Personen- und Vermögensschäden bis zur vereinbarten Versicherungssumme. Sie springt sogar dann ein, wenn der Versicherte grob fahrlässig gehandelt hat, jedoch nicht, wenn er einen Schaden vorsätzlich herbeigeführt hat.

Gleichzeitig fungiert die Police wie eine Rechtsschutzversicherung, denn sie wehrt auch ungerechtfertigte Forderungen ab, notfalls vor Gericht. Es gibt nämlich Schäden, bei denen Personen gar nicht haftbar gemacht werden können laut Gesetz. Beispielsweise, wenn man sich etwas von anderen ausleiht und dies beschädigt, wenn man anderen bei etwas hilft oder auch, wenn Kinder unter sieben Jahren einen Schaden anrichten.

Typische Beispiele, in denen die private Haftpflichtversicherung einspringt:

  • Durch Unachtsamkeit verursacht der Versicherte ein Brandloch im Teppich von Freunden.
  • Als Skifahrer fährt man unachtsam die Piste hinunter und verletzt dabei einen anderen Skifahrer.
  • Als Radfahrer verletzt der Versicherte einen Fußgänger oder verkratzt ein parkendes Auto.
  • Der Gehweg vor dem eigenen Haus wurde nicht vom Schnee befreit und ein Passant stürzt und verletzt sich.
  • Beim Fensterputzen durch die Putzhilfe fällt ein Blumentopf auf die Straße und verletzt einen Passanten.

Die private Haftpflichtversicherung deckt Alltagsrisiken ab. Darüber hinaus gibt es spezielle Risiken, die einen speziellen Versicherungsschutz erfordern. So gibt es beispielsweise auch eine Tier-, Bauherren-, Haus- und Grundbesitzer- wie auch eine Berufshaftpflichtversicherung. Wer welchen Zusatzschutz benötigt, erfahren Sie weiter unten.

Deckungssumme ausreichend hoch wählen

Haftpflichtversicherungen bieten Standardversicherungssummen an, die in den letzten Jahren immer weiter angestiegen sind. Allein was diesen Aspekt angeht, lohnt sich eine Überprüfung der eigenen Versicherung. Denn in ganz alten Verträgen, die zu D-Mark-Zeiten abgeschlossen wurden, finden sich zum Teil Summen, die weit unter einer Million Euro liegen. Das ist viel zu wenig! Noch vor rund 15 Jahren galt eine Deckungssumme von drei Millionen Euro als Standard, heute gelten fünf Millionen Euro bei Verträgen, die etwa fünf Jahre alt sind, als ausreichend. Wer eine Versicherung neu abschließt, sollte auf zehn Millionen Euro setzen.

Die immer höheren Summen resultieren aus dem allgemein gestiegenen Kostenniveau. So sind beispielsweise Preise im Gesundheitswesen in den letzten Jahren stetig gestiegen. Müssen die Versicherer Kosten für ärztliche Behandlungen und Reha-Maßnahmen übernehmen, kostet sie das heute mehr als vor 15 Jahren. Viele Unternehmen bieten sogar Deckungssummen von 15 oder mehr Millionen Euro an. So viel muss nun auch wieder nicht sein, wenn dies jedoch keinen Aufpreis kostet, schadet es nicht, sich für die höhere Summe zu entscheiden. Für Personen- und Sachschäden sollte eine gleich hohe Deckungssumme gelten.

Vermögensschäden

Schäden am Vermögen anderer sind üblicherweise mit niedrigeren Summen abgesichert. Hier genügen etwa 100.000 Euro. Vermögensschäden entstehen dann, wenn einer Person beispielsweise Einkommen entgeht.

Ein Beispiel: Der Versicherungsnehmer parkt sein Auto so ungünstig, dass ein Anwohner nicht aus seiner Ausfahrt fahren kann, aufgrund dessen einen wichtigen Termin versäumt und ihm dadurch ein Auftrag in Höhe von 10.000 Euro entgeht. Das wäre ein typischer Vermögensschaden. Damit sind aber nicht solche Schäden am Vermögen anderer gemeint, die dadurch entstehen, dass man eine andere Person verletzt hat und sie infolgedessen nicht mehr arbeiten kann.

Gültigkeit der Haftpflichtversicherung

Eine Haftpflichtversicherung gilt für eine ganze Familie und das mindestens europaweit, besser noch weltweit. Ein paar Regelungen sind beim Versichertenkreis zu beachten: 

  • Kinder sind bis zur Beendigung der ersten Ausbildung mitversichert, auch wenn sie nicht mehr zuhause leben und vorausgesetzt sie sind nicht selbst bereits verheiratet. Manche Versicherer weichen aber von dieser Regel ab. So sind Kinder manchmal auch noch über das Ende der Ausbildung hinaus versichert oder sie genießen keinen Versicherungsschutz mehr, wenn sie ausgezogen sind.

  • Planen Kinder, die weder als Schüler noch als Auszubildende gelten, einen längeren Auslandsaufenthalt, sollte geklärt werden, ob dies abgesichert ist.

  • Ebenso ist zu klären, ob monatelange Wartezeiten des Kindes vor dem Studium oder der Ausbildung abgedeckt sind.

  • Paare, die nicht verheiratet sind, aber in einem gemeinsamen Haushalt zusammenleben, können eine gemeinsame Haftpflichtversicherung nutzen. Sie benötigen aber die Deckung "Regressansprüche der Sozialversicherungsträger": Verursacht einer der Partner einen Unfall, bei dem der Lebensgefährte verletzt wird, kann es passieren, dass die gesetzliche Krankenkasse die Behandlungskosten dem Unfallverursacher in Rechnung stellt.

  • Helfende Personen im Haushalt wie eine Putzhilfe oder ein Babysitter sind mitversichert. Gedeckt sind Schäden, die diese während der Arbeit Dritten zufügen. Der Personenkreis ist oftmals erweitert, auch um ein Au-Pair.

  • Verwandte, die in einem Haushalt zusammenwohnen, können keine Schäden untereinander geltend machen.

  • Nach einer Scheidung oder Trennung muss der Partner, der nicht als Versicherungsnehmer im Vertrag genannt ist, sich schnellstens um einen eigenen Versicherungsschutz kümmern.

  • Familienzuwachs ist der Versicherung zu melden.

Diese Details sind wichtig

Eine Haftpflichtversicherung setzt sich aus vielen Leistungsdetails zusammen. Je nach Lebenssituation können unterschiedliche relevant sein. Es macht einen großen Unterschied, ob man einen älteren Vertrag oder einen relativ neuen abgeschlossen hat. In vielen neueren Verträgen sind wichtige Leistungen bereits automatisch eingeschlossen, in älteren muss man sie extra vereinbaren. Wer bereits einen Vertrag hat, prüft am besten, ob alle nötigen Leistungen auf dem aktuellen Stand sind.

Wichtige Details von A bis Z:

Auf folgende Details lohnt es sich zu achten (Auswahl):

Abwasserschäden: Wenn ein Abflussrohr verstopft ist, kann rücklaufendes Wasser erheblichen Schaden anrichten. Eine Haftpflichtversicherung sollte deshalb Schäden durch häusliche Abwässer versichern.

Allmählichkeitsschäden: Gute Policen schließen Sachschäden, die durch allmähliche Einwirkung von Temperaturen, Gasen oder Dämpfen entstehen, ein. Darunter fallen Schäden durch Wasser, Ruß, Rauch oder Staub, die sich erst nach einiger Zeit bemerkbar machen. Häufiges Beispiel: Beim Anschließen einer Waschmaschine lockert sich ein Rohr, und über Monate baut sich ein Wasserschaden in der Nachbarwohnung auf.

Au-Pair: Beschäftigt man ein Au-Pair zur Betreuung der Kinder, sollte dieses Familienmitglied in der Police eingeschlossen sein.

Bauvorhaben: Kleinere Bauvorhaben (z. B. Ausbau eines Dachgeschosses, Anbau eines Wintergartens) sind meist über die übliche private Haftpflichtversicherung abgesichert. Jedoch häufig nur bis zu einer bestimmten Bausumme. Sind größere Umbauten geplant oder gar ein Neubau, benötigt man eine separate Bauherrenhaftpflichtversicherung (siehe unten).

Deliktunfähige Kinder: Kinder bis sieben Jahre sind laut Gesetz für Schäden, die sie verursachen, nicht haftbar zu machen. Im Straßenverkehr gilt sogar eine Altersgrenze von zehn Jahren. Als Eltern muss man dann auch nicht für Schäden aufkommen, die Kinder anrichten. Man kann sich aber moralisch dazu verpflichtet fühlen. Neuere Haftpflichtversicherungen versichern auch deliktunfähige Kinder. Meist sind die Schäden in der Summe auf 3.000 oder 5.000 Euro begrenzt, in neueren Verträgen werden auch höhere Summen abgesichert. Einen Aufpreis sollte man für dieses Extra nicht bezahlen. Dann lieber auf eine Versicherung setzen, die diese Leistung ohne Aufpreis absichert.

Drohnen: Drohnen, also kleine, unbemannte Flugobjekte, in die Lüfte steigen zu lassen, ist ein beliebtes Hobby geworden. Die Geräte können aber Schaden anrichten. Weil das Hobby noch relativ neu ist, gilt es zu überprüfen, ob es durch die Haftpflichtversicherung abgedeckt ist. Möglicherweise ist ein Extraschutz nötig. Denn Drohnen sind Fluggeräte und die sind üblicherweise vom Haftpflichtschutz ausgenommen.

Elektrofahrräder: Sogenannte Pedelecs mit einer Geschwindigkeit bis zu 25km/h sind in der Regel automatisch im Haftpflichtschutz enthalten. Wenn sie schneller fahren, ist ein separater Schutz nötig, in der Regel eine Mopedversicherung.

Ehrenamt: Ehrenamtliche Tätigkeiten sind nicht in allen Verträgen automatisch abgesichert. Ist der Versicherungsnehmer aber ehrenamtlich aktiv, lohnt es sich, auf diesen Zusatz zu achten.

Ferienwohnung: Wer selbst Vermieter einer Ferienwohnung ist, sollte mit der Versicherung abklären, ob Gästen, die die Wohnung mieten und zu Schaden kommen, etwa, weil ein Treppengeländer bricht, abgesichert sind.

Forderungsausfalldeckung: Der Vertrag sollte eine Forderungsausfalldeckung enthalten. Diese Klausel ermöglicht es, Leistungen zu erhalten, wenn man selbst der Geschädigte ist. Fügt nämlich eine andere Person dem Versicherungsnehmer einen Schaden zu und verfügt diese Person weder über eine Privathaftpflichtversicherung noch über ausreichend privates Vermögen, um für den Schaden aufzukommen, springt die eigene Police ein und gewährleistet die Finanzierung. Es werden jedoch nur Schäden anerkannt, für die ein rechtskräftiges Urteil besteht und die eine festgelegte Mindesthöhe erreichen. Die meisten Haftpflichtversicherungen decken Schäden ab einer Summe von 2.500 Euro.

Photovoltaikanlage: Sie ist nicht automatisch versichert. Manchmal kann sie aber durch eine Zusatzvereinbarung aufgenommen werden, andernfalls ist eine spezielle Photovoltaikanlagenversicherung nötig. Wichtig ist, dass insbesondere auch die Einspeisung von Strom ins öffentliche Stromnetz abgedeckt ist.

Freizeitrisiken: Gehören Surfen, Kitesport oder Motorbootfahren zu den Hobbys, muss die Police Schäden, die dabei entstehen können, auch absichern (auch das Extra "Wettkampfteilnahme", sollte dies der Fall sein!) Besitzt man ein Segelboot, ist eine separate Bootshaftpflichtversicherung nötig.

Gefälligkeitsschäden: Für Freundschaftsdienste haftet man laut Gesetz nicht. Dazu gehört die Umzugshilfe: Wenn man Freunden beim Umzug zur Hand geht und dabei den Fernseher fallen lässt, gilt dies als Gefälligkeitsschaden. Der Verursacher muss nicht für den Schaden aufkommen. Oder: Man gießt die Blumen des Nachbarn, weil dieser im Urlaub ist. Dabei dreht man den Hahn nachlässig zu und es kommt zu einem erheblichen Wasserschaden. Auch so ein Schaden ist nicht über die Haftpflichtversicherung abgedeckt. Neuere Policen schließen dieses Detail jedoch ein, meist aber nur bis zu einer bestimmten Schadenssumme. Die Haftpflichtversicherung muss deshalb nicht unbedingt teurer sein.

Geliehene Sachen: Auch Schäden an Gegenständen, die man sich von anderen geliehen hat, sind nicht automatisch im Versicherungsschutz erfasst. Laut Gesetz haftet man auch nicht. Trotzdem kann es angenehm sein, wenn die Versicherung trotzdem leistet. Bei vielen neueren Versicherungen ist dies der Fall. Das kostet aber oft einen Aufpreis und die Deckungssumme ist begrenzt, oftmals muss sich der Versicherte auch durch einen Eigenanteil an der Begleichung des Schadens beteiligen.

Gewässergefährdende Substanzen: Wohl jeder hat ein Sammelsurium an Lacken, Lösemitteln und Putzmitteln. Wenn diese versehentlich auslaufen und das Grundwasser verschmutzen, haftet der Eigentümer. Solche gewässergefährdenden Substanzen sollte eine Police deshalb einschließen.

Haustiere: Zahme Haustiere wie Meerschweinchen oder Wellensittich sind über die übliche private Haftpflichtversicherung abgedeckt. Hunde jedoch muss man über eine separate Tierhalterhaftpflichtversicherung absichern, ein Pferd ebenso (siehe unten). Wer gelegentlich auf Nachbars Hund aufpasst, lebt riskant: Denn damit haftet er voll, wenn der Hund einen Unfall verursacht. Die Privathaftpflichtversicherung sollte deshalb das Hunde-Hüten mit abdecken. Das gilt übrigens auch, wenn man gelegentlich fremde Pferde ausreitet.

Internet: Neuere Policen decken Internetschäden mit ab. Denn die Übermittlung und Bereitstellung elektronischer Daten, etwa durch E-Mails oder im Internet, ist mit Risiken verbunden, die zur Haftung führen können. So kann der Nutzer beispielsweise unwissentlich einen Virus verbreiten und damit nachhaltig Schaden anrichten.

Mietsachschäden: Wer Wohnungsmieter ist, sollte sichergehen, dass die Police Mietsachschäden einschließt. Das ist meist automatisch der Fall, doch nicht immer. Der Schaden-Klassiker: Der Deoroller fällt ins Waschbecken und schlägt ein Loch in die Keramik. In so einem Fall leistet die Haftpflichtversicherung. Bei Mietsachschäden gibt es oft Streitigkeiten ob Schäden an der gemieteten Sache wirklich Haftpflichtschäden sind oder sie durch übliche Abnutzung entstanden sind. Die Haftung für Mietsachschäden gilt auch für die angemietete Ferienwohnung im Ausland.

Öltank: Wer mit Öl heizt, sollte auch seinen Öltank versichert haben, damit eventuelle Schäden - beispielweise durch ausgelaufenes Öl - abgedeckt sind. In manchen Policen muss der Öltank separat über eine zusätzliche Gewässerschadenhaftpflichtversicherung versichert werden. In neueren Haftpflichtversicherungen sind oftmals Öltanks bis zu einem Fassungsvermögen von 5.000 Litern mitversichert. Hier lohnt sich ein genauer Blick in die Bedingungen.

Schlüsselverlust: Wohnt man in einem Wohnungskomplex mit Schließanlage, ist es ratsam den Verlust der Schlüssel mit zu versichern. Oft ist die Deckung auf eine bestimmte Summe begrenzt. Gerade wenn mehrere Familienmitglieder mit Schlüsseln ausgestattet sind, steigt das Risiko, diese zu verlieren. Dann muss man möglicherweise gleich eine ganze Schließanlage ersetzen - und das kostet. Wer beruflich Schlüssel zur Verfügung hat, sollte darauf achten, dass auch der Verlust dieser im Vertrag eingeschlossen ist.

Tagesmutter: Wer als Tagesmutter sein Geld verdient, benötigt eine Police, die diese Tätigkeit ausdrücklich mitversichert.

Besondere Risiken, besondere Haftpflichtversicherung

Manche Haftpflichtrisiken sind separat zu versichern. Dieser Zusatz-Versicherungsschutz genießt genau denselben Stellenwert wie die private Haftpflichtversicherung. Auch in diesen Bereichen kann es zu Schadensersatzforderungen in Millionenhöhe kommen.

Tierhalterhaftpflichtversicherun: Eine extra Versicherung für den Rauhaardackel und das Reitpferd? Das hört sich für manche vielleicht eigenartig an, ist es aber nicht. Denn ohne eine solche Versicherung, sollte kein Hundebesitzer seinen Hund frei herumlaufen lassen und sich kein Reiter hoch zu Ross durch den Straßenverkehr wagen. Denn für jeden Unfall oder Schaden, den die Vierbeiner anrichten - beispielsweise weil sie sich losreißen und auf die Straße rennen - haftet der Tierhalter. Es gelten dieselben Haftungsregeln wie bei der privaten Haftpflichtversicherung.

Tipp: Es ist sinnvoll, die Tierhalterhaftpflichtversicherung beim selben Versicherer abzuschließen wie die private Haftpflichtversicherung. Bei einzelnen Verträgen könnte es dazu kommen, dass sich die Versicherungen streiten, wer den Schaden zu decken hat.

Sonderfall Kampfhunde: Die Versicherung von Kampfhunden ist ein extra Kapitel. Die meisten Versicherer weigern sich, ein solches Tier zu versichern. Andere verlangen hohe Prämien. Welche Hunderassen zu den Kampfhunden zählen, variiert von Bundesland zu Bundesland. Auch wenn der Hundehalter ein Unternehmen findet, das sein Haustier versichert, muss der Hund auf der Straße einen Maulkorb tragen und an der Leine laufen. Wer wissen will, ob sein Vierbeiner zur Rasse der Kampfhunde zählt, kann sich bei seiner zuständigen Gemeinde oder Stadtverwaltung erkundigen.

Auf diese Details kommt es bei der Tierhalterhaftpflichtversicherung an:

Forderungsausfalldeckung: In neueren Policen ist dieser Zusatz enthalten, der sehr nützlich sein kann.

Mietsachschäden: Wer in einer gemieteten Wohnung mit einem Vierbeiner wohnt, sollte darauf achten, dass Mietsachschäden versichert sind. Oft gibt es bei Auszug Ärger mit dem Vermieter wegen übelriechender Teppiche oder verkratzter Türrahmen.

Hunderasse: Der Beitrag richtet sich nach der Hunderasse. Sollten Sie sich einen neuen Hund anschaffen, weil der alte verstorben ist, achten Sie darauf, dass Sie den Vertrag anpassen. Das mag sich eigenartig anhören, es geschieht aber ständig, dass dies vergessen wird.

Tipp: Ein genauer Blick in die Versicherungsbedingungen lohnt sich. Denn manche Versicherer zahlen nur, wenn der Hund angeleint war.

Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht: Die Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung benötigen alle, die Vermieter sind und/oder die Eigentümer eines unbebauten Grundstücks sind. Kommt jemand in der Immobilie oder auf dem Grundstück zu Schaden - etwa, weil ein Ziegel vom Dach fällt, eine Treppenstufe nicht befestigt ist oder der Briefträger ausrutscht o.ä. - haftet der Eigentümer. Auch wenn nur eine Einliegerwohnung in der selbstbewohnten Immobilie vermietet wird.

Eine Deckungssumme von fünf Millionen Euro ist zu empfehlen. Manchmal sind unbebaute Grundstücke bis zu einer bestimmten Größe auch in neueren Policen der privaten Haftpflichtversicherung abgesichert.

Bauherrenhaftpflichtversicherung: Wer ein Haus baut oder einen Umbau vornimmt, haftet finanziell für Schäden, die auf der Baustelle oder durch die Baustelle entstehen. Ein Beispiel: Ziegel, Eisenstangen oder andere Bauelemente fallen auf die Straße und verletzen dabei Passanten - es haftet der Bauherr. Dasselbe gilt, wenn ein Interessent für die neuen Wohnungen sich bei der Besichtigung verletzt. Denn auch wenn für einen Unfall eine Baufirma verantwortlich ist, kann der Bauherr haftbar gemacht werden, da er gesamtschuldnerisch gegenüber dem Geschädigten haftet. Darüber hinaus ist es seine Pflicht, sich von den Sicherheitsstandards auf seiner Baustelle zu überzeugen: Die Baustelle muss gesichert sein, Baumaterial muss ordnungsgemäß gelagert werden. Wer baut, sollte vor dem ersten Spatenstich darauf achten, ob die Privathaftpflichtversicherung den Kostenumfang der geplanten Baumaßnahme abdeckt. Reicht dieser nicht aus, ist eine zusätzliche Bauherrenhaftpflichtpolice für die Dauer des Hausbaus erforderlich.

Die Laufzeit der Police ist auf die Bauzeit beschränkt. In dieser Zeit übernimmt sie auch Schäden, die beispielsweise durch nicht gestreute Gehwege im Winter entstehen. Wie bei der privaten Haftpflichtversicherung fungiert die Police auch als Rechtsschutzversicherung, denn sie prüft die Schadensersatzansprüche und trägt die Kosten, falls es zu einer Gerichtsverhandlung kommt.

Tipp: Legt der Bauherr selbst Hand an beim Bau, wird meist ein Risikozuschlag fällig. In manchen Policen sind Eigenleistungen automatisch mitversichert. Das gilt es vor Baubeginn zu prüfen.

Berufshaftpflichtversicherung: Eine Berufshaftpflicht kommt für Schäden auf, die durch die Ausübung des Berufs entstehen. Angestellte benötigen den Schutz nicht und sie können eine solche Police auch gar nicht abschließen. Denn wenn sie bei der Ausübung ihrer Pflicht einen Fehler machen, haftet der Arbeitgeber dafür. Allerdings können sich Beamte und Angestellte im öffentlichen Dienst durchaus versichern. Oftmals können sie den Schutz aber auch in die normale private Haftpflichtversicherung integrieren gegen einen geringen Aufpreis.

Wichtig ist die Police aber für alle, die selbstständig arbeiten wie Handwerker, Ärzte, Steuerberater, Rechtsanwälte, Apotheker. Für viele Berufsgruppen ist eine Haftpflichtabsicherung Pflicht.

Die richtige Haftpflichtversicherung finden

Die privaten Haftpflichtversicherungen sind im Laufe der Jahre immer umfangreicher in ihrem Leistungsspektrum geworden. Vor allem in den besseren Tarifen, oft Komfort oder Premium-Tarife genannt, sind viele Extras enthalten, die sonst nur über eine Zusatzversicherung gedeckt werden können. Dazu gehören zum Beispiel Baumaßnahmen in größerem Umfang und Öltanks. Es lohnt sich also, einen genauen Blick auf die Komfortleistungen zu werfen: Sollte dieser Tarif 30 Euro teurer sein als die Basisabsicherung, dafür aber viele Extras versichern, für die man sonst eine separate Versicherung abschließen müsste, lohnt sich der Aufpreis.

So viel kostet eine Haftpflichtversicherung

Die gute Nachricht: Eine private Haftpflichtpolice ist vergleichsweise günstig, für rund 80 Euro Jahresbeitrag ist eine ganze Familie gut abgesichert. Es geht auch viel teurer, Versicherer verlangen für Top-Tarife auch schon mal 180 Euro. Doch ein hoher Beitrag sagt nicht zwingend etwas über den Leistungsumfang aus. Es lohnt sich zu überlegen, welche Leistungsdetails für einen wichtig sind. Im zweiten Schritt gilt es, den passenden Vertrag zu finden, der die Ansprüche erfüllt, und erst dann kommt der Preis ins Visier - unter den möglichen Tarifen kann man dann den günstigsten wählen. Übrigens: Die Annahme, dass der Name eines bekannten und großen Versicherungsunternehmens auch für eine reibungslose Kostenerstattung bei einem Schaden bürgt, trifft keineswegs immer zu. Auch Direktanbieter gewähren sehr gute Leistungen.

Tipp: Unser Tarifvergleich hilft Ihnen eine leistungsstarke Haftpflichtversicherung zu finden:

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  Anbieter Tarif Beitrag  
1 Premium-2016-Single-5Mio 40,62 Euro weiter
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Selbstbeteiligung

Oftmals wird eine Selbstbeteiligung angeboten. Dann zahlt man bei Schäden einen gewissen Anteil aus eigener Tasche, bevor der Versicherungsschutz greift. Damit sinkt der jährliche Beitrag etwas. Meist sind dann kleinere Schäden komplett vom eigenen Budget zu bezahlen.

Ein Selbstbehalt hat den Vorteil, dass der Versicherungsnehmer nicht so leicht in Versuchung kommt, bei jedem kleinen Schaden gleich auf den Versicherungsschutz zuzugreifen. Denn: Wenn allzu häufig Schäden gemeldet werden, kann der Versicherer den Vertrag kündigen. Und dann wird es sehr schwierig sein, bei einem anderen Unternehmen einen neuen Vertrag zu erhalten. Allerdings kann man auch getrost verzichten. Denn die Beiträge sind vergleichsweise günstig, so dass die durch die Selbstbeteiligung erreichte Beitragssenkung möglicherweise nicht allzu relevant ist.

So gelingt der Versicherungswechsel

Versicherungsnehmer können eine Versicherung mit einer Kündigungsfrist von drei Monaten zum Ende der Laufzeit kündigen. Läuft die Police am 30. Juni aus, ist bis zum 30. März zu kündigen. Die Kündigung muss schriftlich erfolgen, am besten per Einschreiben mit Rückschein.

Tipp: Um einen lückenlosen Versicherungsschutz zu gewährleisten, empfiehlt es sich, eine laufende Police erst dann zu kündigen, wenn bei einem anderen Unternehmen ein konkretes Angebot vorliegt. Eine Police kann übrigens auch im Laufe des Jahres gekündigt werden, beispielsweise nach einer Prämienerhöhung oder nach einem Schadensfall.

Das "Thema der Woche" ist ein Service der Verbraucher-Redaktion Biallo & Team GmbH. Dieser Beitrag zum Thema Haftpflichtversicherung steht Ihnen auch als PDF-Download zur Verfügung.

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Annette Jäger
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während meines Studiums der Neueren Geschichte in München begann ich als freie Journalistin zu arbeiten, unter anderem für die Süddeutsche Zeitung. Im Jahr 2000 kam ich zu biallo.de, damals waren Versicherungsthemen für mich Neuland, über Gesundheitspolitik las ich in der Zeitung oder bekam die Auswirkungen als Patientin zu spüren.

Schnell stellte ich fest, dass der unverstellte Blick von außen durchaus von Vorteil ist bei der kritischen Aufbereitung dieser Themen. Bei Biallo schreibe ich noch immer über Versicherungen, Gesundheit und Soziales. Neuland sind diese Themen heute nicht mehr.

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während meines Studiums der Neueren Geschichte in München begann ich als freie Journalistin zu arbeiten, unter anderem für die Süddeutsche Zeitung. Im Jahr 2000 kam ich zu biallo.de, damals waren Versicherungsthemen für mich Neuland, über Gesundheitspolitik las ich in der Zeitung oder bekam die Auswirkungen als Patientin zu spüren.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de