Recht und Versicherung: Unterwegs mit Longboard, Segway und Co.

Ratgeber der Woche Recht und Versicherung: Unterwegs mit Longboard, Segway und Co.

Ines Baur
von Ines Baur
08.06.2018
Auf einen Blick
  • Das sogenannte Hoverboard ist rechtlich ein Kraftfahrzeug und gehört auf die Straße. Schäden sind nicht über die Haftpflichtversicherung gedeckt. Eine spezielle Hoverboard-Versicherung gibt es nicht.

  • Wer ein Segway fahren möchte, muss mindestens 15 Jahre alt sein und einen Mofa-Führerschein besitzen. Das Gefährt benötigt ein Versicherungskennzeichen und muss über eine Kfz-Haftpflicht versichert sein.

  • Elektro-Skateboards sind im öffentlichen Straßenverkehr nicht erlaubt. Die private Haftpflichtversicherung kommt nicht für Schäden im Straßenverkehr auf. 

  • Skate- und Longboards zählen zu den besonderen Fortbewegungsmitteln wie Rollstuhl oder Kinderwagen. Wer mit einem Skateboard einen Schaden verursacht, kann auf seine private Haftpflichtversicherung setzen.
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Der Sommer lockt ins Freie. Straße, Geh- und Radweg sind Tummelplatz für alles, was Räder hat. Neben den gewohnten Fahrgeräten wie Fahrrad, Skateboard oder Roller sirren immer öfter Jung und Alt fast lautlos auf motorisierten Fahrzeugen durch die Gegend. Diese sogenannten Elektrokleinstfahrzeuge haben sich etabliert.

Hoverboard, E-Skateboard, Segway – die Sportindustrie legt mit immer neuen Gimmicks nach. Die Fahrzeuge, die aussehen wie lustiges Kinderspielzeug, erreichen Geschwindigkeiten bis zu 40 km/h und finden immer mehr Fans. Es wird eng auf Geh- und Radwegen. Zu eng, denn leider kommt es immer öfter zu Streitereien. Oft wissen die Fahrer nicht, nicht: Wo darf ich fahren? Wer darf fahren? Was muss man beachten? Und welche Versicherungen sollte man haben?

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City-Surfer: Long- und Skateboard

Skateboarder prägen seit den Achtzigern das Straßenbild der Großstädte. Die einen sehen das Brett als Fun-Sportgerät, die anderen als Alternative zum Fahrrad. Skateboarden gehört zu den Sportarten, die sich Jugendliche finanziell leisten können. Ein ordentliches Einsteigerboard gibt es schon ab 80 Euro. In Deutschland sind grob geschätzt eine Million Skateboard Fahrer unterwegs. Rund 200.000 gehen ihrem Hobby fast täglich nach. Die Zentren der Szene finden sich in Großstädten wie Hamburg, Frankfurt, München, Berlin oder Stuttgart.

Immer beliebter werden seit Jahren auch Longboards. Die sind größer als Skateboards und eignen sich aufgrund ihrer Bauweise perfekt zum Fahren von längeren Strecken. In den Städten cruisen immer mehr Berufstätige mit einem Longboard statt mit dem Fahrrad zur Arbeit.

Wo darf man fahren?

Der öffentliche Straßenverkehr ist in Deutschland durch viele Gesetze und Verordnungen geregelt. Wo man allerdings mit Skate- oder Longboard fahren darf, ist nirgends explizit erwähnt. Lediglich Paragraf 24 "Besondere Fortbewegungsmittel" der Straßenverkehrsordnung (StVO) bringt Licht ins Dunkel: "Schiebe- und Greifreifenrollstühle, Rodelschlitten, Kinderwagen, Roller, Kinderfahrräder, Inline-Skates, Rollschuhe und ähnliche nicht motorbetriebene Fortbewegungsmittel sind nicht Fahrzeuge im Sinne der Verordnung. Für den Verkehr mit diesen Fortbewegungsmitteln gelten die Vorschriften für den Fußgängerverkehr entsprechend." Das bedeutet: Skate- und Longboards gehören auf den Bürgersteig.

Was gibt es zu beachten?

Die Skater müssen sich mit Fußgängern, darunter Senioren und kleine Kinder, den Gehweg teilen. Das erfordert langsames Fahren und Rücksichtnahme - von beiden Seiten. Möchten sich Skater mit ihrem Brett austoben und Tricks üben, sollten sie das besser auf Privatflächen oder in Skateparks. "Für Skateboards entstehen immer mehr Parks, aber da ist auch noch viel Luft nach oben, wenn man mal bedenkt, wie viele Sportplätze es im Vergleich zu Skateparks gibt", sagt Skateboard-Experte Heiko Schöller vom Skateshop Concretewave.

Welche Versicherungen braucht man?

Paragraf 823 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) besagt dass jeder, der "vorsätzlich oder fahrlässig das Leben, den Körper, die Gesundheit, die Freiheit, das Eigentum oder ein sonstiges Recht eines anderen widerrechtlich verletzt, [...] dem anderen zum Ersatze des daraus entstehenden Schadens verpflichtet ist."

Auch geübten Fahrern kann das Board auskommen. "Spezielle Skateboard-Versicherungen gibt es nicht. Aber eine private Haftpflicht sollte man haben, " empfiehlt Experte Schöller. Was der Verursacher zahlen muss, hängt vom Schaden ab. Die Leistungen sind nicht in ihrer Höhe begrenzt. Das bedeutet, schlimmstenfalls haftet man mit seinem aktuellen und zukünftigen Vermögen - und das lebenslang.

Die Kosten bei einem Kratzer im Auto können schnell auf 1.000 Euro und Personenschäden auf fünfstellige Beträge klettern. Wer auf eine private Haftpflichtversicherung verzichtet, spart an falscher Stelle. Denn schließlich gibt es eine gute Police ab 35 Euro pro Jahr.

Biallo-Tipp: Minderjährige und volljährige, ledige Kinder in der Ausbildung sind in der Regel über die Privathaftpflichtversicherung ihrer Eltern versichert und müssen nicht extra eine Police abschließen. Einfach bei der Versicherung anrufen und nachfragen.

Unfall- und Krankenversicherung: Verletzt sich der Skateboard-Fahrer bei einem Sturz, übernimmt die gesetzliche oder private Krankenversicherung Arzt- und Behandlungskosten. Wer mit seinem Skate- oder Longboard an Wettbewerben wie Downhill-Rennen teilnimmt, kann sich über eine private Unfallversicherung informieren. Die leistet, sollte man nach einem Unfall Teilinvalide oder Invalide sein. Eine ordentliche Beratung von einem unabhängigen Makler ist sinnvoll. Es gibt deutliche Unterschiede bei Tarif und Leistung, die der Laie nur schwer abschätzen kann.

Zurück in die Zukunft: Das Hoverboard

Den Namen Hoverboard erhielt das Elektro-Board, da es dem fliegenden Skateboard des Marty McFly aus dem Film "Zurück in die Zukunft II" ähnelt. Fliegen können die heutigen Boards (noch) nicht. Aber sie sehen doch recht futuristisch aus.

Ein Hoverboard ist ein einachsiges Fahrzeug mit zwei jeweils am äußeren Rand der Trittfläche angebrachten Rädern. Man fährt im Stand, den Körper frontal ausgerichtet. Beschleunigen, bremsen, lenken, all das geschieht durch Gewichtsverlagerung und Fußstellung. Das Fahren mit den Boards kann, laut Aussage von Herstellern, jeder lernen. Allerdings fordern die Bretter mit Geschwindigkeiten von zehn bis 20 km/h ihren Fahrern einiges an Geschick und Gleichgewichtssinn ab.

Wo darf man fahren?

Genaugenommen: In den eigenen vier Wänden und auf Privatgelände. Denn im öffentlichen Verkehr sind die Boards nicht erlaubt. Der ADAC schreibt: "Es gelten die allgemeinen Bestimmungen der StVZO und Fahrzeug-Zulassungsverordnung, sofern die bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit mehr als sechs km/h beträgt. Da diese Fahrzeuge konstruktionsbedingt die Zulassungsvorschriften über Sitz, Lenkung, Bremsen, Beleuchtung, Spiegel etc. nicht erfüllen können, dürfen diese Boards daher nur im abgegrenzten nichtöffentlichen Verkehr bewegt werden. Ansonsten droht eine Geldbuße und 1 Punkt".

Im Gegensatz zum Skateboard ist das elektrisch betriebene Hoverboard wegen des Motors kein besonderes Fortbewegungsmittel, sondern ein Kraftfahrzeug. Ein Kfz, das man nicht auf der Straße oder anderen öffentlichen Flächen fahren darf.

Welche Versicherung braucht man?

Vielleicht sollte man besser fragen: Welche Versicherung bekommt man? Antwort: Keine! Eigentlich müssten die kleinen Elektro-Boards wegen ihrer Geschwindigkeit über sechs km/h pflichtversichert werden, wie beispielsweise ein Mofa. Aber es gibt bisher keine Assekuranz, die eine Hoverboard-Versicherung anbietet.

Wer haftet bei Schäden?

Schäden, die beim Betrieb des Elektro-Boards verursacht werden, sind nicht von der privaten Haftpflichtversicherung gedeckt. Die Privathaftpflicht schließt - mit der Benzinklausel in den Regularien - eine Kostenübernahme von Schäden aus. Die Klausel besagt, dass der Eigentümer, Besitzer, Halter oder Führer eines Kraft-, Luft- oder Wasserfahrzeuges wegen Schäden, die durch den Gebrauch des Fahrzeuges verursacht werden, nicht versichert ist. Lediglich auf privaten Grundstücken deckt eine Privathaftpflicht unabsichtliche Schäden durch das E-Board ab. "Hoverboards sind in unseren Bedingungen tatsächlich nicht explizit genannt. Die Nutzung von Hoverboards ist auf öffentlichen Wegen und Plätzen in Deutschland verboten. Deshalb ist die Nutzung ausschließlich auf Privatgrundstücken und -geländen in unserer PHV mitversichert", sagt Axa-Pressesprecherin Sabine Friedrich.

Wer darf fahren?

Auf privaten Flächen darf jeder mit dem Hoverboard herumbrausen, der es sich zutraut und Spaß an dem Minigefährt hat.

Geschenk von der Oma

Das Hoverboard steht bei vielen Kids ganz oben auf dem Wunschzettel. Doch wer mit einem Elektro-Board überraschen will, sollte den Nachwuchs auf die eingeschränkte Fahrerlaubnis aufmerksam machen.

Die Polizei Bayern macht auf ihrer Homepage zum Thema Fun-Fahrzeuge auf Folgendes aufmerksam: "Bei Verstößen stehen Ordnungswidrigkeiten und Straftaten im Raum. Insbesondere wenn die Fahrzeuge - als Geschenke - von Jugendlichen im öffentlichen Straßenverkehr genutzt werden, kann dies bedeutende Auswirkungen auf deren spätere Beantragung einer Fahrerlaubnis haben".

Segway: Der Personal Transporter

Das Segway ist ein Ein-Personen-Transportmittel. Der Fahrer steht auf einer Plattform, die zwischen zwei Rädern mit einer Achse verbunden ist. Zum einfacheren Lenken und für ein besseres Fahrgefühl kann er sich an einer Lenkstange festhalten. Jedes Rad wird einzeln von einem separaten Elektromotor angetrieben. Die unterschiedliche Drehzahl der Räder macht das Gefährt extrem wendig. Segways erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 20 km/h. Besonders beliebt sind sie bei Stadtführungen. Seit dem 25. Juli 2009 gestattet die "Verordnung über die Teilnahme elektronischer Mobilitätshilfen am Verkehr" (MobHV) die Nutzung in ganz Deutschland.

Wo darf man fahren?

Für Segways gibt es klare Spielregeln vom Gesetzgeber:Innerhalb und außerhalb geschlossener Ortschaften muss man vorrangig Schutz- und Radfahrstreifen, Radwegefurten und Radwege befahren. Gibt es die nicht, darf man auf die Fahrbahn ausweichen. Aber: Autobahn, Bundes-, Landes- oder Kreisstraßen sind tabu!

Ausnahme Touri-Touren: Die Straßenbehörde erteilt in manchen Städten Ausnahme-genehmigungen für geführte Segway-Touren. So kann es sein, dass man bei so einer Segway-Sightseeing-Tour durch die Fußgänger Zone fahren darf. Privatpersonen ist dies nicht gestattet.

Wer darf fahren?

Ein Segway Fahrer muss mindestens 15 Jahre alt sein und einen gültigen Führerschein besitzen - mindestens den fürs Mofa. Das gilt übrigens auch für vor dem 1. April 1965 geborene.

Helmpflicht: Es besteht keine Helmpflicht. Im Sinne der eigenen Sicherheit sollte man jedoch einen Fahrradhelm tragen.

Welche Versicherung braucht man?

Das Segway muss ein Mofa-Versicherungskennzeichen haben und wie ein Mofa über die Kfz-Haftpflichtversicherung versichert werden.

Alkohol am Lenker

Segway-Fahrer müssen sich an die Straßen-verkehrsordnung halten. Wird man betrunken auf einem Segway erwischt, kann man seinen Führerschein verlieren. Denn beim Segway Fahren ist nach derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnissen davon auszugehen, dass der Segway-Fahrer sein Gefährt nicht mehr sicher beherrschen kann. So musste wegen einer Trunkenheitsfahrt mit Segway ein Hamburger eine Geldstrafe zahlen und seinen Führerschein abgeben (Urteil des Oberlandesgerichts Hamburg vom 19. Dezember 2016, Az.: 1 Rev 76/16).

Lesen Sie auch: Kfz-Versicherung wechseln: So einfach geht's

Nur für Könner: Elektro-Skateboards

Elektro-Skateboards sind Longboards mit Elektroantrieb. Sie werden, wie der unmotorisierte Longboard-Bruder, durch reine Gewichtsverlagerung gesteuert. Allerdings kommt das Board nicht durch Anschieben mit dem Fuß in Fahrt. Antreiben und bremsen muss man sein Board mit Hilfe einer kabellosen Fernbedienung. Wer nun meint, "das kann ja nicht so schwer sein", täuscht sich. Elektro- Skateboards beschleunigen je nach Körpergewicht von 0 auf 40Kilometer pro Stunde in vier Sekunden.

Leistungsstarke Boards erreichen Endgeschwindigkeiten von bis zu 48km/h. Keine Frage, ein Elektro-Skateboard ist definitiv nur was für Könner. Schutzkleidung wie Protektoren, Knie- und Ellbogenschoner und natürlich ein Helm können vor schwerwiegenden Verletzungen schützen und sollten unbedingt getragen werden.

Wo darf man fahren?

In Deutschland ist es nicht erlaubt mit einem Elektro-Skateboard im öffentlichen Straßenverkehr zu fahren. "Man darf nur auf einem eingezäunten Privatgrundstück fahren, alles andere ist (noch) verboten. Motorbetrieben und schneller als sechs km/h ist das Problem. Es gibt keine Straßen-Zulassung. "Denn Licht, Bremse, Versicherung – das fehlt ja alles...", erklärt Heiko Schöller.

Beim E-Skateboard gibt es die gleichen Probleme wie beim Hoverboard: Auf der Straße darf man nicht fahren, da das Elektro- Skateboard keine Straßenzulassung hat. Es ist vom Gesetz ein Kraftfahrzeug. Aber eine Zulassung bekommt es nicht, da es die nötigen Voraussetzungen nicht erfüllt: die verpflichtende Versicherung, die durch ein gültiges Nummernschild gekennzeichnet ist, Führerschein, Rücklichter, Schutzbleche, Klingel, Reflektoren und so weiter.

Fahren auf öffentlichem Grund ist genau-genommen illegal. Wer sich nicht daran hält, muss unter Umständen mit einem Strafverfahren rechnen.

Welche Versicherungen gibt es?

Traurig aber wahr: Keine. Da die Elektro-Skateboards nicht als Sportgeräte, sondern als Kraftfahrzeug gelten, sind sie nicht bei der privaten Haftpflichtversicherung mitversichert (Benzinklausel).

Das bedeutet: Jeder Schaden, der mit dem Board entsteht, muss aus eigener Tasche reguliert werden. Bis hier eine eindeutige Gesetzesänderung gibt, empfehlen die Experten dringend nur auf privaten Plätzen oder abgegrenztem Areal zu fahren.

Oldschool: Das Fahrrad

Fahrräder prägen seit über hundert Jahren das Straßenbild der europäischen Städte. Aufgrund des erschwinglichen Preises wurde es in der Mitte des Letzten Jahrhunderts zum ersten massentauglichen Individual-Verkehrsmittel. Aktuell gibt es etwa 73 Millionen Fahrräder in Deutschland, davon sind 3,5 Millionen Pedelecs. Für Radler gibt es Verkehrsregeln, Gesetze und Versicherungen. So ist ein Fahrrad laut Straßenverkehrs-Zulassungsverordnung ein Fahrzeug mit mindestens zwei Rädern, das ausschließlich durch die Muskelkraft auf ihm befindlicher Personen mit Hilfe von Pedalen oder Handkurbeln angetrieben wird.

Wo darf man fahren?

Klar geregelt: Sind benutzungspflichtige Radwege vorhanden, sollte man sie nutzen. Bei nicht benutzungspflichtigen Radwegen hat man die Wahl zwischen Radweg und Fahrbahn. Autobahnen sind für Radler tabu! Radeln darf man grundsätzlich nicht auf dem Bürgersteig.

Was gilt für Kinder?

Kinder müssen bis zum vollendeten achten Lebensjahr und dürfen bis zum 10. Lebensjahr mit dem Fahrrad auf dem Gehweg fahren. Gibt es einen Radweg und ist er baulich von der Fahrbahn getrennt, dürfen Kinder unter 8 Jahren hier radeln.

Seit Dezember 2016 ist es Aufsichtspersonen ab 16 Jahren gestattet gemeinsam mit einem Kind unter acht Jahren, auf dem Fußweg zu fahren.

Das hat das verkehrstaugliche Fahrrad:

  • zwei unabhängige Bremsen, Vorder- und Hinterradbremse,
  • Klingel,
  • weißer Frontscheinwerfer mit weißem Reflektor,
  • rotes Rücklicht und kleiner roter Reflektor,
  • gelbe Speichenreflektoren oder Reflektorstreifen am Rad,
  • Pedale mit Rückstrahlern.

Welche Versicherungen sind sinnvoll?

"Die wichtigste ist die Privathaftpflicht-versicherung", sagt Stephanie Krone vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club e.V. "Sie deckt auch das Haftungsrisiko von Fahrrad und Pedelec ab." Baut man mit seinem Fahrrad einen Unfall, greift die Versicherung und fängt die finanziellen Ansprüche von Geschädigten ab.

Behandlungskosten für Verletzungen nach einem Sturz oder Unfall an einem selbst, sollte die gesetzliche oder private Krankenversicherung abfangen.

Wer richtig viel mit dem Radl unterwegs ist, in der Freizeit zum Mountainbiken geht oder Rennrad fährt, sollte sich über die Notwendigkeit einer Unfallversicherung informieren. Bleibt nach einem Sturz oder Unfall eine Invalidität, fängt sie mit einer Einmalzahlung einige Kosten ab. Interessant für Mountainbiker: Die Unfallversicherung übernimmt Bergungskosten.

Gegen Diebstahl absichern

Grundsätzlich ist das Fahrrad über die Hausratversicherung mit abgesichert, wenn es in der Wohnung oder einem abschließbaren Keller steht. Klaut jemand das Rad am Bahnhof oder vor der Kneipe, greift die Hausrat-Versicherung nur mit einem Zusatz in der Police. Weiter bieten viele Versicherungen spezielle Policen für Fahrräder an. "Für ein einzelnes besonders teures Fahrrad kann eine spezielle Diebstahlversicherung in Frage kommen", sagt Stephanie Krone.

Lesen Sie auch: Versicherungen rund ums Fahrrad: Gut abschließen ist der beste Schutz

Immer im Trend: Inlineskates

Der Trendsport Inlineskaten oder Rollerblading verbreitete sich in den 1990er Jahren von den USA aus in der ganzen Welt. Inlineskates sind Rollschuhe, bei denen die Rollen hintereinander in einer Reihe angeordnet sind. Im Gegensatz dazu haben die klassischen Rollschuhe zweimal zwei Rollen parallel angeordnet. Vier in einer Reihe bringt ein anderes Fahrgefühl und höhere Geschwindigkeiten. Inlineskating macht besonders Spaß auf glatten Oberflächen, zum Beispiel Straße, Bürgersteig oder asphaltierten Wegen.

Wo darf man fahren?

Ein Unfall sorgte für Klarheit. Wo man mit Inline- Skates fahren darf, hat der Bundesgerichtshof 2002 nach der Klage einer Skaterin geregelt. Die Klägerin fuhr mittig auf der Straße, stieß in einer schmalen Kurve mit einem Motorroller zusammen und zog sich schwere Verletzungen zu. Sie verklagte den Fahrer auf Schadensersatz. Das Berufungsgericht hat den Anspruch nur zu 40 Prozent für gerechtfertigt erklärt und die Klage wegen Mitverschuldens abgewiesen. Das Gericht hat die Auffassung vertreten, die Klägerin hätte laut StVO die rechte Fahrbahn benutzten müssen. Denn Inline-Skates sind – wie könnte es anders sein – besondere Fahrzeuge nach Paragraph 24 StVO.

Inline-Skaten ist in der Stadt auf Gehwegen, uneingeschränkt erlaubt. Ist kein Gehweg vorhanden, darf der Inliner auf Fahrbahn, Radweg oder Seitenstreifen ausweichen, muss sich aber rechts halten.

Ausnahme: Es gibt in der StVO ein Straßenschild. Es ist rechteckig, weiß mit schwarzer Umrahmung. In der Mitte ist in schwarz ein Rollschuhfahrer abgebildet, daneben steht das Wort "frei". Das Zusatzzeichen erlaubt Skatern das Fahren auf Radweg oder Fahrbahn. Skater haben auf der Straße folgende Vorgaben zu beachten:

  • Das Fahren ist in diesem Bereich nur mit besonderer Vorsicht legal.
  • Der Skater muss auf die übrigen Verkehrsteilnehmer Rücksicht nehmen.
  • Er muss sich an das Rechtsfahrgebot halten und darf andere Fahrzeuge nicht am Überholen hindern.

Welche Versicherungen braucht man?

Vorneweg: Skatern wird das Tragen von Schutzkleidung ausdrücklich empfohlen, Pflicht ist es nicht. Verunglückt man ohne Helm und Protektor, leistet die Krankenkasse in vollem Umfang. Schäden an Dritten, die beim Inlineskaten entstehen, übernimmt die private Haftpflichtversicherung des Verursachers - vorausgesetzt der Schaden ist nicht vorsätzlich verursacht. Wer sich mit seiner ganzen Familie zum Skaten aufmacht, sollte wissen: Wer einen nahen Angehörigen, wie Ehegatten oder eigenes Kind schädigt, ist nicht versichert.

Zur Info: Im Urlaub an einer Strandpromenade skaten macht Spaß. Der Versicherungsschutz der Privathaftpflicht greift auch im Ausland. Ist man allerdings länger als ein Jahr im Ausland, sollte man mit seiner Versicherung Rücksprache halten und besondere Vereinbarungen treffen.

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Elektromobilität und Politik

Die Politik fördert Elektromobilität mit Zuschüssen, Steuervergünstigungen und anderen Zugpferden, wie Parkplätzen und Ladestationen. Für Elektrokleinstfahrzeuge gibt es das alles aber nicht. Bis heute gibt es nicht einmal eine Fahrerlaubnis für öffentliche Wege. Bereits im September 2016 hat der Bundesrat die Bundesregierung aufgefordert, Regelungen zu schaffen.

"Die Bundesregierung wird aufgefordert, schnellstmöglich die verhaltens- und zulassungsrechtlichen Voraussetzungen für den Betrieb von selbstbalancierenden Fahrzeugen und Fahrzeugen mit Elektroantrieb, die nicht mindestens einen Sitzplatz haben, im öffentlichen Verkehr – unter Beteiligung der Länder – zu regeln".

Interesse ist da, denn der Bundesrat sieht in einigen Elektrokleinstfahrzeugen eine "interessante Ergänzung zum Angebot des öffentlichen Personennahverkehrs".

Bevor es hier Zusagen gibt, soll geprüft werden, wie und mit welchen Auflagen die neuen Vehikel auf öffentlichen Flächen zugelassen werden. Gesichtspunkte wie die Sicherheit im Straßenverkehr und der Schutz aller Verkehrsteilnehmer stehen dabei im Vordergrund. Eine entsprechende Studie der Bundesanstalt für Straßenwesen liegt inzwischen vor und werde von den zuständigen Gremien ausgewertet.

Da selbst das Fahrrad mal bestauntes Novum war, darf man gespannt sein, wie sich die Einstellung gegenüber Elektrokleinstfahrzeugen von Öffentlichkeit und Politik entwickeln wird.

Lesen Sie auch: Förderung Elektroauto: Was Sie zur E-Prämie wissen sollten

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