Gut abschließen ist der beste Schutz

Versicherungen rund ums Fahrrad Gut abschließen ist der beste Schutz

Annette Jäger
von Annette Jäger
18.05.2017
Auf einen Blick
  • Die Hausratversicherung deckt den Einbruchdiebstahl, wenn das Fahrrad aus einem abgeschlossenen Raum entwendet wird. 
  • Wer ein sehr wertvolles Fahrrad besitzt, kann es über eine spezielle Fahrradversicherung schützen.
  • Schutzbriefe für das Fahrrad gewähren Hilfe, wenn das Rad geklaut wurde oder es zu einem Unfall kam.
  • Eine private Haftpflichtversicherung sollte jeder haben, also auch Radfahrer. So sind Schäden, die man anderen Personen oder dem Eigentum anderer zufügt, versichert.
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Fahrradfahren ist im Trend: Am Wochenende zieht es Ausflugsradler und Ausdauer-Sportler auf das Fahrrad. Aber auch unter der Woche kommt das Zweirad zum Einsatz: Berufstätige nutzen es vermehrt, um am morgendlichen Autostau vorbei zur Arbeit zu rollen. Längst hat man nicht nur ein Fahrrad in der Garage, sondern für jeden Einsatz ein anderes – zunehmend sind auch Elektrofahrräder darunter.

Fahrräder sind Wertgegenstände geworden und kosten nicht selten mehrere tausend Euro in der Anschaffung. Wenn ein solches Fahrrad dann geklaut wird, ist das besonders ärgerlich und ein echter finanzieller Einschnitt.

Erfahren Sie auf den folgenden Seiten, welche Versicherungen für Fahrradfahrer sinnvoll sind, und wie Sie Ihr Rad am besten gegen Diebstahl schützen.

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1. Fahrrad in der Hausratversicherung absichern

1a. Hausratversicherung mit Zusatzbaustein

Die größte Gefahr für das Fahrrad ist der Diebstahl. Da das Fahrrad zum Hausrat gehört, ist es im Standardschutz der Hausratversicherung erfasst. Dort ist das Fahrrad wie alle anderen Gegenstände gegen Schäden durch Feuer, Blitzschlag, Explosion und Implosion, Leitungswasser oder Vandalismus und Einbruchdiebstahl geschützt. Einbruchdiebstahl heißt: Das Fahrrad muss aus einem abgeschlossenen Raum entwendet worden sein, also beispielsweise einer abgeschlossenen Garage oder einem abgeschlossenen Kellerabteil. Parkt das Fahrrad jedoch im Freien, ist es in der Regel nicht versichert!

Allerdings kann man nachrüsten, indem man die Hausratversicherung um einen Zusatzbaustein erweitert. Dann ist in den meisten Policen das Fahrrad rund um die Uhr versichert, auch gegen den sogenannten einfachen Diebstahl, also wenn es entwendet wird, auch ohne, dass es in einem abgeschlossenen Raum stand. So ist das Fahrrad versichert, wenn es an einen Laternenpfahl angeschlossen und entwendet wurde.

  • Biallo-Tipp: Vielleicht haben Sie eine ältere Hausratpolice und diese bereits um einen Zusatzbaustein Fahrraddiebstahl erweitert? Möglicherweise sollten Sie nochmals nachrüsten. Denn in älteren Hausratversicherungen gilt häufig, dass der einfache Diebstahl zwischen 6 und 22 Uhr zwar versichert ist, nach 22 Uhr aber nur dann, wenn das Fahrrad noch in Gebrauch ist, also wenn man beispielsweise nach 22 Uhr noch vom Kino mit dem Rad nachhause fährt. Ist das Fahrrad einfach die ganze Nacht im Freien geparkt, gilt kein Versicherungsschutz!

Auch wenn Sie eine neuere Police haben oder eine neue Hausratversicherung abschließen, gehen Sie lieber auf Nummer sicher und lesen Sie in den Versicherungsbedingungen nach, welcher Schutz in Ihrer Police gilt. Manche neueren Verträge enthalten trotzdem noch eine Nachtklausel, die verlangt, dass das Rad nach Gebrauch in einem geschlossenen Raum abgestellt werden muss.

Elektrofahrräder

Elektrofahrräder, sogenannte E-Bikes oder Pedelecs, werden immer beliebter. Man muss dabei zwischen zwei Arten von Elektrofahrrädern unterscheiden. Solche, die den Fahrradfahrer mit einem Elektromotor bis maximal 250 Watt unterstützen und bis zu 25 Kilometer pro Stunde schnell sind, nennt man Pedelecs (pedal electric cycle). Sie sind Radfahrern im Straßenverkehr rechtlich gleichgestellt, es besteht keine Helmpflicht für den Fahrer, sie müssen keine extra Zulassung haben und können auch im Rahmen der Hausratversicherung versichert werden.

Schnellere E-Bikes, die sogenannte S-Klasse, bringen es mit Motorunterstützung auf bis zu 45 Kilometer pro Stunden. Sie gehören zu den Kleinkrafträdern und benötigen ein Versicherungskennzeichen. Der Fahrer muss mindestens 16 Jahre alt sein und es gilt die Helmpflicht.

1b. Erstattungssumme

In einer Hausratversicherung mit Zusatzbaustein versichert man alle Fahrräder einer Familie. Den Wert der Räder muss man hierbei korrekt angeben. Es geht also nicht, nur ein teures Mountainbike eines Familienmitglieds zu versichern und die anderen Räder nicht.

Auch in einer Hausratversicherung mit Zusatzbaustein sind die Fahrräder nicht unbegrenzt versichert. Vielmehr ersetzen die Versicherer bei Verlust in der Regel ein bis zwei Prozent der Versicherungssumme, die für den gesamten Hausrat vereinbart wurde, pro Rad. Bei einer Gesamtversicherungssumme des Hausrats von beispielsweise 70.000 Euro, entsprechen zwei Prozent 1.400 Euro pro Rad. Manche Versicherer bieten auch Erstattungsgrenzen bis fünf Prozent an, was sich dann aber in deutlich höheren Beiträgen niederschlägt.

  • Biallo-Tipp: Wer mit seinem Fahrrad ins Ausland radelt oder es auf Urlaubsreisen dabei hat, sollte in die Versicherungsbedingungen schauen und nachlesen, für welchen Zeitraum der Hausrat auf Reisen geschützt ist. Das variiert von Versicherer zu Versicherer.

Vergleich Hausratversicherung

  Anbieter Tarif Beitrag  
1 Tarif Classic 51,34 Euro weiter
2 CIF pro Classic 87,58 Euro weiter
3 SY24-Platinum-L 93,62 Euro weiter
4 Vit 94,82 Euro weiter
5 Komfort 119,59 Euro weiter
Single, 30 Jahre, Wohnung in Großstadt, 80 qm, Versicherungssumme mind. 48.000 Euro, Basisschutz, 1 Jahr Vertragslaufzeit, pro Anbieter nur 1 Top-Tarif, Prämie pro Jahr.
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Versicherungssumme in der Hausratversicherung

Da die Erstattungssumme beim Fahrraddiebstahl an die Gesamtversicherungssumme der Hausratversicherung geknüpft ist, lohnt es sich, das Thema Versicherungssumme genauer anzuschauen. Man hat zwei Möglichkeiten, die Summe festzulegen: Man erstellt eine Inventarliste des gesamten Hausrats, was sicherlich die genaueste Methode ist.

Oder man setzt auf die von den Versicherern angebotene Pauschalsumme pro Quadratmeter. Dabei gehen die Versicherungsleute davon aus, dass eine durchschnittliche Wohnung in der Regel mit rund 650 Euro pro Quadratmeter ausreichend hoch versichert ist. Diese Variante ist jedoch mit Vorsicht zu genießen: Man kann sich dadurch entweder viel zu hoch oder viel zu niedrig versichern.

Wer zu hoch versichert ist, zahlt zu viel Beitrag. Wer aber zu niedrig versichert ist, riskiert, beim Komplettverlust seines Hausrats zu wenig Geld von seiner Versicherung zu erhalten, um alles zu ersetzen. Besitzt man nämlich einen höherwertigen Hausrat als man angegeben hat, kann der Versicherer im Schadensfall die Leistung kürzen.

Davor kann man sich schützen. Neuere Policen bieten einen Unterversicherungsverzicht an. Das heißt: Im Schadensfall verzichtet der Versicherer darauf, eine mögliche Unterversicherung zu überprüfen und zahlt trotzdem die volle Versicherungssumme, anstatt sie nur anteilig zu erstatten. Allerdings kann diese Summe dann immer noch zu gering sein, um sich komplett neu auszustatten.

1c. Beitrag

Natürlich wird auch die Hausratversicherung mit Zusatzbaustein Fahrrad teurer. Grundsätzlich fließen in die Beitragsberechnung der Hausratversicherung die Größe der Wohnung oder des Hauses ein, die Bauweise, der Wert des zu versichernden Hausrats und der Wohnort ein, denn der gibt Auskunft darüber, ob man unter anderem in einem Ort wohnt, in dem vermehrt Einbrüche zu verzeichnen sind.

Wie die Versicherer den Zusatzbaustein in der Beitragsberechnung bewerten, ist sehr unterschiedlich. Bei den einen steigt der Jahresbeitrag nur um rund 17 Euro an, bei anderen sind es 170 Euro (siehe Tabelle unten). Aufgepasst: Allein dieser Preisvergleich reicht nicht aus, sich für einen Anbieter und gegen einen anderen zu entscheiden. Möglicherweise bietet der teurere Tarif auch wesentlich mehr Leistungen. Interessenten kommen nicht umhin, diese genau zu vergleichen.

Der Biallo-Versicherungs-Vergleich zeigt folgende Beiträge für eine Hausratversicherung an. Modellhaus: Einfamilienhaus, 100 Quadratmeter Wohnfläche, Münchner Vorort, 64.350 Euro Versicherungssumme. Bei dem Zusatzbaustein Fahrradversicherung haben wir einen Fahrradwert von 3.000 Euro angenommen.

Hausratversicherung (Auswahl) mit und ohne Fahrradzusatzschutz

Anbieter / TarifBeitrag ohne Fahrradbaustein in EuroBeitrag mit Fahrradbaustein in Euro
VHV Klassik81,99108,79
Hanse Merkur Kompakt82,65127,10
HDI Basis84,86202,36
Gothaer Top107,63203,09
Arag Basis108,72278,39
Der Leistungsumfang der Tarife variiert. Bitte genau vergleichen. Die Tabelle gibt nur Beispiele dafür, wie unterschiedlich der Beitragssatz bei einzelnen Versicherern variiert, mit und ohne Fahrradbaustein.
Quelle: biallo.de/Stand: Mai 2017

1d. Belege sammeln

Falls es zu einem Fahrraddiebstahl kommt, muss der Eigentümer den Wert des Rads gegenüber dem Versicherer nachweisen. Deshalb gilt: Unbedingt den Kaufbeleg aufheben und beim Kauf eines gebrauchten Fahrrads am besten einen Kaufvertrag aufsetzen, in dem der Preis eingetragen wird. Es lohnt sich auch, das Fahrrad von allen Seiten zu fotografieren. So kann man im Schadensfall die Bilder als weiteren Beweis vorlegen.

2. Spezielle Fahrradversicherungen

2a. So funktioniert die Fahrradversicherung

Für sehr wertvolle Einzelfahrräder oder einen wertvollen Fahrradfuhrpark einer ganzen Familie ist die Hausratversicherung aufgrund ihrer begrenzten Erstattung manchmal keine befriedigende Lösung. Dann kommt eher eine separate Fahrradversicherung in Frage.

Spezielle Fahrradversicherungen gibt es nicht viele auf dem Markt. Häufig werden die Produkte von spezialisierten Versicherungsmaklern angeboten. Auch Fahrradclubs wie der Allgemeine Deutscher Fahrrad-Club (ADFC) bieten Fahrradversicherungen an. Der ADFC arbeitet ebenfalls mit einem Versicherungsmakler zusammen.

Meist versichert man mit einer Fahrradversicherung ein einzelnes, besonders teures Fahrrad. Fahrradversicherungen sind nicht ganz preiswerte Produkte. Hier muss man genau rechnen, ob sich der Versicherungsschutz wirklich lohnt. Die Beiträge variieren erheblich. Ein 3.000 Euro teures Fahrrad kann man für rund 130 Euro im Jahr versichern (Krist Fahrradschutz), aber auch für mehr als 300 Euro (z.B. MLP oder Arag)!

Die speziellen Fahrradversicherungen gelten in der Regel auch im Ausland, manche für eine Dauer von sechs, andere für bis zu zwölf Wochen. Oft können Fahrräder, die älter als zwei Jahre sind, nicht mehr versichert werden.

Im Gegensatz zur Hausratversicherung werden außer einem Schadensersatz nach einem Diebstahl oft auch weitere Leistungen angeboten, etwa ein Reparaturkostenschutz. Allerdings nimmt die Höhe der Kostenübernahme von Reparaturen mit zunehmendem Alter des Fahrrads oft ab.

Zwei Produkte wollen wir genauer unter die Lupe nehmen, um das Leistungsspektrum und die Kosten aufzuzeigen.

2b. Leistungen von Fahrradversicherung

Beispiel: Fahrradversicherung von Arag

Leistung: Arag ist einer der sehr wenigen Versicherer, die außerhalb von Fahrradclubs oder Maklern eine eigene separate Fahrradpolice anbieten. Das Fahrrad ist rund um die Uhr versichert, erstattet wird bei Diebstahl der in der Police angegebene Wert des Fahrrads. Versichert sind auch alle festverbundenen Teile, also Sattel, Fahrradklingel oder Gepäckträger. Eine Fahrradpumpe oder ein abnehmbarer Tacho sind nicht versichert.

Man kann ein einzelnes Fahrrad versichern oder die Gesamtsumme aller Räder. Die Versicherungssumme sollte jeweils dem Kaufpreis des Fahrrads entsprechen. Hat man zwei Fahrräder zu je 800 Euro gekauft, versichert man 1.600 Euro.

Beitrag: Der Beitrag richtet sich nach dem Wert des Fahrrads und dem Wohnort. Es kann ein Wert von maximal 5.000 Euro versichert werden. Der Wohnort bestimmt das Einbruchrisiko. In einem Münchner Wohnort mit niedrigem Einbruchrisiko kostet der Versicherungsschutz für ein Fahrrad mit meinem Wert von 1.000 Euro 8,05 Euro im Monat. Ein 3.000 Euro teures Fahrrad (z. B. ein Elektrofahrrad) zu versichern, kostet 24,16 Euro im Monat. Versichert man die Maximalsumme, 5.000 Euro, sind das 39,45 Euro im Monat.

Beispiel: Fahrrad-Sofortschutz des ADFC

Leistung: ADFC bietet das Produkt eines kooperierenden Versicherungsmaklers an. Auch beim Fahrrad-Sofortschutz ist das Rad gegen Diebstahl, Unfall und Vandalismus geschützt.

Beitrag: Auch hier richtet sich der Beitrag nach dem Wert des Fahrrads. Ein 1.000 Euro teures Fahrrad kostet 92,82 Euro im Jahr an Versicherung, ein 3.000 Euro teures Rad kostet 278,46 Euro. Für schadenfreie Jahre verringert sich die Beitragssumme um zehn Prozent.

Alternativ wird zum Sofortschutz auch eine Vollkaskoversicherung angeboten, dann sind auch Reparaturschäden versichert. Auch hier gilt der Kaufpreis als Versicherungssumme. Der Beitrag beträgt acht Prozent davon im Jahr. Das sind bei einem 3.000 Euro teuren Fahrrad 240 Euro im Jahr. Hier gilt aber eine Selbstbeteiligung von zehn Prozent, mindestens 25 Euro.

3. Fahrradschloss und Registrierung

3a. Das richtige Fahrradschloss

Der beste Schutz vor einem Fahrraddiebstahl ist ein gutes Fahrradschloss. Es macht einen Diebstahl nicht unmöglich, aber erschwert ihn deutlich. Ein gutes Schloss ist auch deshalb unverzichtbar, weil alle Versicherer, ob Hausratversicherer oder spezielle Fahrradversicherer, einen Schaden nur begleichen, wenn das Fahrrad vorschriftsgemäß abgeschlossen war. Das Fahrrad einfach an einen Baum lehnen, nicht abschließen und bei Diebstahl dann Ersatz von der Versicherung zu fordern, wird nicht gelingen.

Was heißt vorschriftsmäßig abschließen? Ein Blick in die Versicherungsbedingungen des jeweiligen Versicherers hilft hier weiter. Viele Versicherer legen fest, dass

  • das Fahrrad durch ein eigenständiges Fahrradschloss gesichert sein muss (eine fest am Fahrrad installierte Wegfahrsperre genügt nicht!)
  • das Schloss dem Wert des Fahrrads entsprechen muss. (Ein einfaches Zahlenschloss aus dem Supermarkt reicht nicht aus, um ein 3.000 Euro teures Elektrorad abzuschließen). Der Fachhandel kann hier beraten.
  • es an einem festinstallierten Objekt angeschlossen sein muss, beispielsweise einem Laternenpfahl oder einem Fahrradständer.

Manche Versicherer legen auch fest, dass das Fahrradschloss ein sogenanntes VdS-Schloss sein muss. Das heißt, das Schloss wurde durch eine unabhängige Prüfinstitution auf Sicherheit geprüft. Beim Kauf ist das Zeichen des VdS in der Regel auf dem Schloss oder der Verpackung vermerkt. Auch der ADFC gibt Empfehlungen ab, welche Schlösser geeignet sind. Auch das ist beim Kauf auf der Packung vermerkt.

Der Versicherer Cosmos Direkt gibt als Faustregel an, dass fünf bis zehn Prozent des Neupreises in den Diebstahlschutz investiert werden sollen. Das bedeutet bei einem Fahrrad für 500 Euro, 25 bis 50 Euro in ein Fahrradschloss zu investieren.

Inzwischen gibt es auch Schlösser mit Alarmsystem, die ein lautes Geräusch von sich geben, wenn sich jemand daran zu schaffen macht.

3b. Registrierung

Es ist erstaunlich, aber viele Fahrradfahrer sind nicht in der Lage, bei einem Diebstahl ihr Fahrrad genauer zu beschreiben. Oft haben sie keine Ahnung, welche Marke es ist oder wie die Rahmennummer lautet. Das ist für die Polizei aber essentiell. Diese Merkmale zu notieren, heißt zwar nicht, dass das Fahrrad wiedergefunden wird, aber es macht es zumindest möglich, es bei einem Fund dem rechtmäßigen Eigentümer zuzuordnen.

Denn nicht alle Räder werden geklaut, um sie weiterzuverkaufen. Manchmal werden sie einfach entwendet, um sich ein Stück Fußweg zu sparen, dann wird das Rad achtlos ins Gebüsch geworfen. Solche Fahrräder findet die Polizei in der Regel wieder. Gut, wenn man dann beweisen kann, dass es das eigene Fahrrad ist.

Oftmals bieten Polizeidienststellen an, das Fahrrad bei ihnen zu registrieren. Das ist simpel: Es wird einfach ein Fragebogen ausgefüllt und bei der Dienststelle hinterlegt. Typ und Farbe des Rads werden hier vermerkt sowie die Reifengröße und Besonderheiten an Schutzblechen, Lenker und Sattel.

Das wichtigste ist aber, die Rahmennummer, die jedes Fahrrad einzigartig macht, festzuhalten. Sie befindet sich in der Regel unter dem Radlager oder am Sitzrohr. Je mehr Daten die Polizei hat, desto einfacher ist es, ein gefundenes Fahrrad zuzuweisen.

3c. Codierung

Eine weitere Möglichkeit, einen Diebstahl zu erschweren, ist die Codierung. Eine Codierung erschwert den Weiterverkauf des Fahrrads. Bei der Codierung wird ein individueller Code in den Rahmen eingraviert oder ein spezieller Aufkleber auf dem Rahmen befestigt.

Der Code enthält verschlüsselt Ziffern und Buchstaben, die unter anderem Aufschluss über den Wohnort des Fahrrad-Eigentümers geben, Straße und Hausnummer. Sollte der Polizei dann der nächste Coup gegen eine Fahrrad-Diebesbande gelingen, kann das Rad dem Eigentümer zugeordnet werden. Fahrradhändler, Fahrradclubs wie der ADFC oder die Polizei nehmen solche Codierungen vor.

Checkliste: So machen Sie Ihr Fahrrad diebstahlsicher

  • Abschließen: Schließen Sie das Fahrrad an ein festinstalliertes Objekt an (Laternenpfahl, Fahrradständer).
  • Parken: Stellen Sie Ihr Fahrrad möglichst an belebten Plätzen ab. Wird das Fahrrad für längere Zeit geparkt, wechseln Sie immer mal den Standort. Diebe sind gute Beobachter. Wenn das Rad länger unbewegt bleibt, fühlen sich Diebe eher ungestört.
  • Ort: Stellen Sie Ihr Fahrrad in einen abgeschlossenen Raum, wenn Sie die Möglichkeit dazu haben (Keller, Wohnung).
  • Markieren: Markieren Sie Ihr Rad auffällig (Namensaufdruck, Farbe etc.). So wird es individuell und unverwechselbar. Das hält Diebe ab, weil sie es dann schlechter verkaufen können.
  • Registrieren: Lassen Sie Ihr Fahrrad polizeilich registrieren oder codieren.
  • Merkmale: Notieren Sie sich Fabrikat, Rahmennummer, besondere Merkmal Ihres Fahrrads. Bei einem Diebstahl können Sie es so sowohl der Polizei als auch der Versicherung genau beschreiben.
Quelle: Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club/biallo.de

Vergleich Haftpflichtversicherung

  Anbieter Tarif Beitrag  
1 Premium-2016-Single-5Mio 40,62 Euro weiter
2 BlueLine-Tip-5Mio-Single 42,01 Euro weiter
3 Tarif TOP-VIT Single 42,48 Euro weiter
4 NV-PrivatSpar-5.0-Single-5Mio 44,03 Euro weiter
5 BestSelection-2015-Single-10Mio 44,56 Euro weiter
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4. Sonstige Versicherungen für Radfahrer

4a. Fahrradschutzbriefe

Manche Versicherer oder Fahrradclubs bieten Fahrradschutzbriefe an (z.B. Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club/ADFC oder Verkehrsclub Deutschland (VCD)). Sie funktionieren wie Schutzbriefe für Autofahrer und gewähren bei Unfall oder Diebstahl eine Pannenhilfe. So werden zum Beispiel Taxikosten oder auch Transportkosten für das Fahrrad bis zur nächsten Werkstatt übernommen oder Kosten für ein Mietrad, wenn man beispielsweise mit dem eigenen Rad auf Reisen war.

Auch eine 24-Stunden-Hotline steht zur Verfügung, die Adressen von Werkstätten in der Nähe nennt. Die Gesamtleistungen solcher Policen sind beschränkt. Ein Beispiel: Taxifahrten werden z. B. bis 130 Euro übernommen, insgesamt stehen für alle Leistungen maximal 260 Euro zur Verfügung. Der Schutzbrief kostet knapp über 14 Euro im Jahr (Schutzbrief von Bike-Assekuranz).

Fazit: Im Alltag ist eine solche Versicherung sicherlich verzichtbar. Auf Reisen kann es angenehm und nervensparend sein, im Schadensfall eine Unterstützung zu haben.

4b. Private Haftpflichtversicherung

Wer im Straßenverkehr mit dem Fahrrad unterwegs ist, sollte grundsätzlich eine private Haftpflichtversicherung haben. So sind Schäden, die man anderen Personen oder dem Eigentum anderer zufügt, versichert. Etwa, wenn man ein Auto verkratzt oder einen Unfall als Radfahrer verursacht.

Eine private Haftpflichtversicherung sollte ohnehin jeder haben, nicht nur Radfahrer. Wer ein Elektrofahrrad fährt, sollte genau hinschauen: Motorunterstützte Elektrofahrräder, sogenannte Pedelecs mit einer Leistung von maximal 250 Watt, die 25 Stundenkilometer schnell fahren, sind in der üblichen privaten Haftpflichtversicherung erfasst. Schnellere E-Bikes, die sogenannte S-Klasse, jedoch nicht. Für solche Räder benötigt man ein Versicherungskennzeichen und über dies ist das Gerät dann auch haftpflichtversichert. 

4c. Helmpflicht und Unfallversicherung

In Deutschland gibt es keine Helmpflicht für Fahrradfahrer, auch nicht für Kinder. Es droht somit auch keine Strafe, etwa ein Bußgeld, laut Straßenverkehrsordnung.

Wer ohne Helm fährt, erhöht sein Risiko, einen folgenschweren Unfall zu erleiden, gerade wenn man mit den ziemlich schnell fahrenden Elektrofahrrädern unterwegs ist. Kopfverletzungen beim Fahrradsturz sind oft erheblich. Die einfachste Risikominderung ist, freiwillig einen Helm zu tragen!

Gleichzeitig können Fahrradfahrer ihr erhöhtes Unfallrisiko – gerade wenn sie mit dem Fahrrad im dichten Verkehr unterwegs sind, aber auch, wenn sie waghalsige Touren unternehmen – über eine Unfallversicherung abdecken. Zwingend ist die Police aber nicht.

Die private Unfallversicherung springt ein, wenn es aufgrund eines Unfalls zu einer dauerhaften Invalidität kommt. Zwar sind Radfahrer auf dem Weg zur Arbeit oder in die Schule auch über die gesetzliche Unfallversicherung geschützt, aber eben nur auf diesen direkten Strecken, Freizeitunfälle sind nicht versichert.

  • Biallo-Tipp: Tragen Fahrradfahrer, wenn sie keinen Helm tragen, eine Mitschuld, wenn es zu einem Unfall und Kopfverletzungen kommt? Nein! Zwar entschied ein Oberlandesgericht in Schleswig-Holstein im Jahr 2013, dass im Falle eines Unfalls dem Radfahrer eine Mitschuld gegeben werden könne, wenn er keinen Helm trug. Der Bundesgerichtshof hob dieses Urteil 2014 jedoch wieder auf. Es gibt also keine Mitschuld!

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während meines Studiums der Neueren Geschichte in München begann ich als freie Journalistin zu arbeiten, unter anderem für die Süddeutsche Zeitung. Im Jahr 2000 kam ich zu biallo.de, damals waren Versicherungsthemen für mich Neuland, über Gesundheitspolitik las ich in der Zeitung oder bekam die Auswirkungen als Patientin zu spüren.

Schnell stellte ich fest, dass der unverstellte Blick von außen durchaus von Vorteil ist bei der kritischen Aufbereitung dieser Themen. Bei Biallo schreibe ich noch immer über Versicherungen, Gesundheit und Soziales. Neuland sind diese Themen heute nicht mehr.

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während meines Studiums der Neueren Geschichte in München begann ich als freie Journalistin zu arbeiten, unter anderem für die Süddeutsche Zeitung. Im Jahr 2000 kam ich zu biallo.de, damals waren Versicherungsthemen für mich Neuland, über Gesundheitspolitik las ich in der Zeitung oder bekam die Auswirkungen als Patientin zu spüren.

Schnell stellte ich fest, dass der unverstellte Blick von außen durchaus von Vorteil ist bei der kritischen Aufbereitung dieser Themen. Bei Biallo schreibe ich noch immer über Versicherungen, Gesundheit und Soziales. Neuland sind diese Themen heute nicht mehr.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de