Marktwächter warnen vor teuren Rückabwicklern

Lebensversicherungen Marktwächter warnen vor teuren Rückabwicklern

Ines Baur
von Ines Baur
07.02.2018
Auf einen Blick
  • Hat eine Versicherung ihren Kunden fehlerhaft oder nicht ausreichend über seine Kapitallebens- oder Rentenversicherungspolice informiert, kann er Jahre später dem Vertrag widersprechen und Geld zurückfordern. 

  • Ein lukrativer Markt für sogenannte Rückabwickler. Die Verbraucherzentrale Hamburg warnt vor unseriösen Dienstleistern in der Branche.

  • Die Leistung der Anbieter beschränke sich oft nur auf die Vermittlung eines Anwalts, ohne die Sinnhaftigkeit eines Widerspruchs zu prüfen.
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Sogenannte Rückabwickler von privaten Kapitallebens- oder Rentenversicherungen sind Verbraucherschützern schon länger ein Dorn im Auge. Jetzt hat die Verbraucherzentrale Hamburg erneut eine Warnung ausgesprochen: Rückabwickler sind teuer und bieten dem Verbraucher keinen Mehrwert.

"Aus unserer Sicht schaden diese Dienstleister dem Verbraucher mehr, als dass sie ihm nützen", kritisiert Sandra Klug, Leiterin des für Versicherungen zuständigen Marktwächter-Teams der Verbraucherzentrale Hamburg. "Denn häufig wird nicht einmal geprüft, ob der Widerspruch eines Vertrages für den Kunden finanziell überhaupt sinnvoll ist. Dies ist nämlich nicht per se der Fall."

Hilfe kann teuer werden

Rückabwickler bieten Verbrauchern Hilfe beim Widerspruch ihrer Lebens- oder Rentenversicherungen an. Letztlich beschränke sich deren effektive Leistung aber auf die Vermittlung eines Anwalts, so die Verbraucherschützer. Im Erfolgsfall kassierten die Anbieter zudem hohe Provisionen von bis zu 50 Prozent der Rückzahlungen. Die Anwaltskosten muss der Versicherungsnehmer alleine tragen.

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Um diese Verträge geht es

Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) aus dem Jahr 2014 können Verbraucher, die zwischen 1995 und 2007 eine private Kapitallebens- oder Rentenversicherung abgeschlossen haben, ihren Verträgen unter bestimmten Voraussetzungen noch immer widersprechen (Az. IV ZR 76/11) – und zwar dann, wenn der Versicherungsnehmer fehlerhaft oder nicht ausreichend über sein Widerspruchsrecht belehrt wurde. Dieses Urteil hat der BGH 2015 noch präzisiert (Az. IV ZR 384/14).

Laut Verbraucherzentrale Hamburg sind beide BGH-Urteile für Verbraucher besonders dann interessant, wenn sie sich frühzeitig von ihrer Versicherungspolice getrennt und daher nur einen geringen Teil der eingezahlten Beiträge zurückerhalten haben. Ein nachträglicher Widerspruch kann ihnen in diesem Fall erhebliche Nachzahlungen bringen.

Biallo-Tipp:

Meinen Sie, dass bei Ihrem Versicherungsvertrag ein nachträglicher Widerspruch in Frage kommt? Dann lassen Sie Ihre Police von einem unabhängigen Versicherungsberater oder der Verbraucherzentrale prüfen. Bestätigen diese eine fehlerhafte Widerspruchsbelehrung seitens Ihres Versicherers, wenden Sie sich direkt an einen Anwalt, der Sie im Rechtsstreit vertreten kann.

Vergleich Rechtsschutzversicherung

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1 CIF-PRO-classic 188,45 Euro weiter
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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de