Nicht die Katze im Sack kaufen

Anwaltsgebühren Nicht die Katze im Sack kaufen

Brigitte Watermann
von Brigitte Watermann
12.12.2016
Auf einen Blick
  • Nur 42 Prozent der Anwälte sind bereit, vorab einen Preis zu nennen.
  • Eine Erstberatung darf nicht mehr als 190 Euro netto kosten.
  • Von den befragten Anwälten halten sich 77 Prozent an die Gebührenordnung.
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Nur vier von zehn Anwälten nennen vorab ihre Kosten, wenn sie von Neukunden gefragt werden, was das Aufsetzen eines Testaments kosten würde. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage der Rechtsdienstleistungs-Plattform legalbase.de.

Ergebniss der Umfrage

Für die Untersuchung hatte Legalbase.de Testpersonen bei 320 Anwälten deutschlandweit in Sachen Testamentserstellung anfragen lassen – 20 pro Bundesland. Nur 135 Anwälte (42 Prozent der Befragten) waren bereit, vorab einen Preis für ihre Dienste zu nennen. In rund 58 Prozent der Fälle sollten die Mandanten in spe für ein Beratungsgespräch in die Kanzlei kommen.

Laut Rechtsanwaltsvergütungsgesetz kostet eine solche Erstberatung maximal 190 Euro netto. An die Gebührenordnung hielten sich 185 Anwälte (77 Prozent), die eine Erstberatung vereinbaren wollten, drei boten die Erstberatung sogar gratis an. In 13 Kanzleien wurde für die Erstberatung dagegen eine höhere Pauschale oder eine Abrechnung auf Stundenbasis vereinbart. Eine solche Vereinbarung setzt die Gebührenordnung außer Kraft.

 Wichtig zu wissen: Mandanten laufen dann Gefahr, bei stundenbasierter Abrechnung unvorhersehbar hohe Kosten zu tragen. 

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Bei den Anwälten, die einen Preis nannten, kostete das Aufsetzen eines Testaments 811 Euro. Der günstigste Anwalt saß in Thüringen und nannte einen Preis von lediglich 75 Euro. Der teuerste Anwalt der Befragung kommt aus Schleswig-Holstein. Er verlangte telefonisch einen Preis von 3.600 Euro.

Für die Preisumfrage waren allen Anwälten dieselben Hintergrundinformationen geliefert worden: Ein verheiratetes Ehepaar mit zwei Kindern ohne Immobilienbesitz wolle ein Testament aufsetzen, das Erbe belaufe sich auf insgesamt rund 100.000 Euro.

„Die Umfrage zeigt, wie undurchsichtig Anwaltsgebühren für Verbraucher oft sind. Viele Mandanten kaufen die sprichwörtliche Katze im Sack, ohne zu wissen, wie viel sie letztendlich bezahlen müssen“, so Daniel Biene, Gründer von legalbase.de.  

Biallo-Tipp: Verbraucher sind gut beraten, sich vorab über die Kosten einer Beratungsleistung zu erkundigen – und gegebenenfalls auch Preise zu vergleichen.

Zum Hintergrund: Anwälte können bei Leistungen wie zum Beispiel dem Abfassen eines Testaments auf verschiedene Weise abrechnen: Per Pauschale, auf Stundenbasis, oder sie rechnen nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz ab und nehmen den sogenannten Gegenstandswert als Berechnungsgrundlage. Bei einem angenommenen Gegenstandswert von 100.000 Euro liegen die Anwaltsgebühren laut legalbase.de zwischen 900 Euro und 5.000 Euro brutto.  

Biallo-Lesetipp: Rechtsschutzversicherer leisten auch bei Mediation. Das außergerichtliche Schlichtungsverfahren bringt Ihnen große Vorteile.

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Für meine Leser bin ich stets auf der Suche nach neuen Angebots- und Konditionen-Trends bei Direkt- und Filialbanken. Denn mein Ziel ist es, dass Anleger wohl durchdachte Entscheidungen treffen können, welchen Anbietern sie ihr Vertrauen schenken. Außerdem schreibe ich seit vielen Jahren zu den Themen Vermögensaufbau und Altersvorsorge, aber auch Anlegerschutzrecht und Steuern. Private Geldanleger und ihre Bedürfnisse stehen dabei für mich immer im Fokus.  

In München und Washington, D.C., habe ich Diplom-Journalistik und Diplom-Volkswirtschaftslehre studiert, außerdem meine Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule in München absolviert. Nach meinem Berufseinstieg als Redakteurin beim Anlegermagazin Börse Online arbeitete ich von 1998 bis 2000 als Investor Relations Managerin bei der HypoVereinsbank. 2000 kehrte ich als Ressortleiterin zu Börse Online zurück und verantwortete dort bis 2009 die Bereiche “Geld und Vorsorge” sowie die Portrait- und Interviewstrecke “Börsianer und Anleger”. In dieser Zeit habe ich mehrere renommierte Journalistenpreise gewonnen.  

Seit 2009 schreibe ich für biallo.de, aber auch für Capital, Euro am Sonntag, Euro und weiterhin für Börse Online sowie für andere bekannte überregionale Wirtschaftsmedien. Gemeinsam mit früheren Börse Online-Kollegen betreibe ich den börsentäglichen Blog finanzjournalisten.blogspot.com. Daneben bin ich als Referentin für Wirtschaftsjournalismus an der Deutschen Journalistenschule München sowie als Moderatorin von Podiumsdiskussionen tätig.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de