Nur noch wenig Zeit

Rauchwarnmelder Nur noch wenig Zeit

von Horst Peter Wickel
22.12.2016
Auf einen Blick
  • Gesetzgeber schreibt Rauchmelder bei Neubauten vor.
  • Bundesweit gibt es allerdings keine einheitliche Regelung.
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Seit Jahren ist in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben, dass bei Neubauten Rauchmelder eingebaut werden. Bundeseinheitliche Regelungen gibt es allerdings nicht, in den 16 Landesbauordnungen gibt es unterschiedliche Vorschriften. Wenn Sie Details wissen wollen: www.rauchmelder-lebensretter.de.

Als Vorreiter gilt Rheinland-Pfalz – dort sind bei Rauchmelder bereits seit 2003 bei Neubauten vorgeschrieben, seit 2012 müssen auch in Bestandsbauten die Warngeräte eingebaut sein. Einige Bundesländer haben ihren Immobilienbesitzern üppige Übergangsfristen eingeräumt. Dazu gehören Thüringen (bis Ende 2018), Berlin und Brandenburg (bis Ende 2020).

Unterschiedlich ist in den Bundesländern auch vorgeschrieben, wo die Geräte installiert sein müssen. In Baden-Württemberg beispielsweise müssen die Melder nur in Schlafzimmern und auf Rettungswegen eingebaut werden, in anderen Bundesländern gehören Kinderzimmer und andere Aufenthaltsräume dazu.  

Was bringen Warnmelder?

Noch immer sterben jährlich rund 400 Menschen bei etwa 200.000 Wohnungsbränden. Die meisten kommen nicht in den Flammen um, sondern ersticken an einer Rauchvergiftung, meistens im Schlaf, meistens nachts. Rauchwarnmelder schlagen bei Feuer und Rauchentwicklung laut Alarm und wecken mit ihrem schrillen Signalton die Bewohner. So halten Vertreter des Verbands Privater Bauherren (VPB) eine lückenlose Ausstattung aller privater Häuser und Wohnungen für längst überfällig.

Eigentümer verantwortlich

Als Eigentümer einer Immobilie sind Sie in der Regel zum Einbau verpflichtet. Und natürlich muss der Mieter Sie dann zum Einbau auch in die Wohnung lassen. Nur in einigen Bundesländern, zum Beispiel Hamburg und Rheinland-Pfalz ist in der Landesbauordnung nicht klar geregelt, ob Vermieter oder Mieter die Rauchwarnmelder einbauen müssen.

Für die Wartung und die Betriebssicherheit der Geräte sind in der Regel dann die Bewohner selbst verantwortlich. Wenn Sie als Vermieter die Wartung übernehmen, können Sie die Kosten als Nebenkosten umlegen, aber nur, wenn das im Mietvertrag geregelt wurde.

Und wer zahlt die Geräte?

Gute Rauchwarnmelder sind nach Angaben von Stiftung Warentest bereits für rund 20 Euro im Fachhandel zu kaufen. Die Kosten dürfen Sie als Vermieter auf die Mieter umlegen – aber nicht als Betriebskosten, sondern als Modernisierungsmaßnahme. Dann können Sie die Jahresmiete um jährlich elf Prozent der Kosten anheben.

Wenn Sie als Vermieter die Rauchwarnmelder allerdings selbst mieten oder leasen, können Sie die Kosten als Betriebskosten umlegen.

Wenn keine Warnmelder angebracht sind

Grundsätzlich müssen Sie als Immobilienbesitzer alle gesetzlichen und behördlichen Sicherheitsregelungen beachten. Das verlangt auch Ihr Hausrat- und Gebäudeversicherer. Zwar sollen Rauchwarnmelder vor allem Menschenleben retten, aber funktionierende Warnmelder können selbstverständlich durchaus helfen, einen Brand früher zu erkennen und Sachschäden durch frühzeitige Brandbekämpfung zu verhindern oder gering zu halten. Und als Versicherungsnehmer einer Hausrat- oder Wohngebäudeversicherung müssen Sie nach den jeweiligen vertraglichen Bestimmungen vor Eintritt des Versicherungsfalls als vertraglich vereinbarte Obliegenheit unter anderem sämtliche gesetzlichen und behördlichen Sicherheitsvorschriften einhalten.

Noch ist keine staatliche Kontrolle der Rauchmelder geplant, aber Versicherungsexperten raten Mietern und Hausbesitzern schon heute, ihre Wohngebäude- und Hausratversicherung zu prüfen. Unter Umständen leisten nämlich diese Policen nicht, wenn gegen eine Landesbauordnung verstoßen wurde. Bei der Versicherungskammer Bayern heißt es: „Stellt sich bei einem Brandschaden heraus, dass aufgrund fehlender oder unsachgemäß betriebener Rauchwarnmelder ein nachweislich größerer Sachschaden entstanden ist, können wir im Einzelfall nicht ausschließen, dass es zu Leistungskürzungen kommen kann.“

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de