Schutz bei Feuer, Unwetter und Krankheit

Versicherungen rund ums Haus Schutz bei Feuer, Unwetter und Krankheit

Annette Jäger
von Annette Jäger Fritz Himmel
09.12.2017
Auf einen Blick
  • Die Wohngebäudeversicherung ist die wichtigste Police. Sie deckt die Reparaturkosten und notfalls auch einen kompletten Wiederaufbau, wenn Feuer, Sturm, Hagel und Leitungswasser Schäden verursacht haben.

  • Der Elementarschadenschutz ist unverzichtbar. Hausbesitzer können ihn zusätzlich zur Wohngebäudeversicherung abschließen. Er versichert Naturkatastrophen wie Überschwemmungen in Folge von Starkregen.

  • Der beste Versicherungsschutz ist nutzlos, wenn der Hausbesitzer den Kredit nicht mehr abbezahlen kann, weil er krank wird. Eine gute Berufsunfähigkeitsversicherung kann dann die Ratenzahlungen sicherstellen.
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Ein eigenes Haus ist ein Ort der Sicherheit und Behaglichkeit – und oftmals auch die größte Investition im Leben und damit ein Teil der Altersvorsorge. Doch Unwetter, Einbruch, Feuer, Wasser, Bauarbeiten oder auch Krankheit, wenn der Eigentümer infolge dessen einen Kredit nicht mehr abbezahlen kann, können zur Bedrohung werden. Lesen Sie auf den folgenden Seiten, wie Hausbesitzer sich vor solchen Risiken schützen können und welche die wichtigsten Versicherungen sind.

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Wohngebäudeversicherung schützt das Gebäude

Welche Risiken sind versichert?

Beherzigen Hausbesitzer die Faustregel im Versicherungsgeschäft, vor allem existenzbedrohende Risiken gut abzusichern, steht die Wohngebäudeversicherung an erster Stelle. Sie deckt Schäden, die durch Feuer, Leitungswasser, Sturm, Hagel, Einbruchdiebstahl oder auch Naturkatastrophen wie Erdrutsch, Starkregen oder Überschwemmung entstehen.

Die Wahrscheinlich, dass diese Risiken auch eintreten, mögen in vielen Fällen gering sein. Wenn es aber doch geschieht, kann im Fall eines Feuers das Haus komplett vernichtet sein. Dagegen sollte sich jeder Hausbesitzer versichern.

Die Wohngebäudeversicherung setzt sich aus einzelnen Bausteinen zusammen. Schäden durch Feuer, Sturm und Leitungswasser sind die Standardabsicherung, die bei den meisten Policen in einem Paket versichert sind. Inzwischen gehört auch die Elementarschadenversicherung zum unverzichtbaren Baustein - sie leistet bei Schäden durch Naturkatastrophen.

Bis 2010 mussten Versicherungsnehmer den Baustein als Extra zusätzlich versichern. In neueren Policen ist sie inzwischen in der Regel als Baustein automatisch integriert. Wer eine ältere Police hat, muss oft nachrüsten.

Feuer: Ein Brand geschieht zum Glück selten. Wenn es aber brennt, sind die Folgen gleich verheerend. Der Baustein Feuer deckt Schäden durch Brand, Blitzschlag, Explosion, Anprall oder Absturz eines bemannten Flugkörpers.

Leitungswasser: Die Wohngebäudeversicherung deckt Schäden durch Leitungswasser, nicht aber durch Regenwasser. Versichert sind etwa undichte Wasserleitungen oder Frostschäden an Rohren. Wasserschäden sind nach Angaben des Gesamtverbands der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) die häufigsten Schäden in der Wohngebäudeversicherung. Gedeckt sind

  • Schäden durch austretendes Wasser aus Trink- und Abwasserleitungen,

  • Rohrbrüche,

  • Frostschäden an Heizungsanlage und sanitären Einrichtungen.

Die Versicherung kommt auch für Reparaturen auf, die beispielsweise an durchfeuchtetem Mauerwerk notwendig sind. Gerade ältere Häuser mit einem älteren Leitungswassernetz sind gefährdet.

Knackpunkt: Wo ist der Schaden?

Ob ein Wasserschaden gedeckt ist oder nicht, hängt in vielen Policen davon ab, wo er sich ereignet. Bei manchen Versicherungen darf er sich nur innerhalb des Gebäudes ereignen, damit der Versicherer zahlt. Viele Versicherer bieten aber auch Leistungen an, wenn sich der Schaden außerhalb des Gebäudes, aber noch auf dem Grundstück ereignet.

Im Fokus stehen hier die Ableitungsrohre. Schäden an diesen sind oft nur in den besseren Tarifen mitversichert, manchmal aber auch nur bis zur maximalen Entschädigungsgrenze (z.B. VHV, Tarif Klassik-Garant Exklusiv bis 10.000 Euro, Allianz, Tarif Wohngebäudeversicherung Sicherheit Plus bis 5.000 Euro).

  • Biallo-Tipp: Eigentümer von älteren Häusern sollten darauf achten, dass die Police ausdrücklich für Reparaturen an durchfeuchtetem Mauerwerk aufkommt. Durch eine marode Leitung kann wochen- oder gar monatelang unentdeckt Wasser ins Mauerwerk laufen. Dann ist es gut, wenn die Police auch die erhöhte Wasserrechnung begleicht.

Sturm und Hagel: Auch auf den Baustein Sturm- und Hagelschäden sollten Hausbesitzer nicht verzichten. Versichert sind unmittelbare Schäden durch Sturm ab Windstärke 8 (ab 63 km/h), Folgeschäden durch Sturm, etwa Bäume, die entwurzelt werden und das Hausdach eindrücken, sowie Hagelschäden.

Elementarschäden: Den Baustein Elementarschaden haben früher nur jene Hausbesitzer versichert, die in Gegenden mit erhöhtem Überschwemmungsrisiko lebten. Doch unser Klima hat sich geändert. Inzwischen benötigt jeder einen solchen Elementarschadenschutz. Vor allem das Risiko von Starkregen, das in allen Regionen Deutschlands deutlich zugenommen hat, ist über den Baustein gedeckt.

Versichert sind Schäden beispielsweise durch Überschwemmung, Folgen von Starkregen (Rückstau), Erdbeben, Erdsenkung, Erdrutsch, Schneedruck und Lawinen. Gefährlich beim Starkregen ist vor allem ein Rückstau, der dann entsteht, wenn die öffentliche Kanalisation die Wassermassen nicht mehr aufnehmen kann und das Abwasser ins heimische Rohrnetz drückt – das Abwasser drückt es dann durch Gullideckel im Keller oder gar durch die Toilette nach oben.

Wer in besonders überschwemmungsgefährdeten Regionen lebt, kann Pech haben und erhält gar keine Police – den Versicherern ist das Risiko zu hoch. Es kommt durchaus auch vor, dass in einer besonders gefährdeten Region bestimmte Leistungen ausgeschlossen wurden. Grundsätzlich empfiehlt es sich, eine Police möglichst abzuschließen, wenn sich noch kein Schaden ereignet hat.

Vergleich Wohngebäudeversicherung

  Anbieter Tarif Beitrag  
1 Degenia-casa-classic-T12 219,88 Euro weiter
2 Tarif Kompakt 232,76 Euro weiter
3 max-Wohngebaeude-Premium 234,67 Euro weiter
4 ConceptIF-BayH 252,39 Euro weiter
5 Tarif XL 242,30 Euro weiter
Einfamilienhaus in Großstadt, 120 qm, mit Elementarschäden, Bj. 2008, Wert 1914 19.200 Euro, Selbstbeteiligung bis 250 Euro, 1 Jahr Vertragslaufzeit, pro Anbieter nur 1 Tarif, Prämie pro Jahr.
Hier Ihren persönlichen Tarif Wohngebäudeversicherung berechnen

Was ist versichert?

Die Wohngebäudeversicherung ersetzt Reparatur- oder Wiederaufbaukosten bei Schäden an den festen Bestandteilen des Gebäudes – Dach, Wände, Boden, Decken, Fenster und Türen. Darüber hinaus auch alles, was fest mit dem Gebäude verbunden ist wie Tapeten, verklebte Teppichböden, manchmal auch Einbauküchen und -schränke.

Über eine Wohngebäudeversicherung ist das Gebäude versichert, ohne Grundstücks- und Erschließungskosten. Eine Garage, ein Schuppen oder ein Gartenhäuschen sind nur dann mitversichert, wenn sie in der Police aufgeführt sind und auf demselben Grundstück wie das Wohnhaus stehen und in der Versicherungssumme berücksichtigt sind. Meist ist sogenanntes Gebäudezubehör wie beispielsweise Zäune oder Gartenlaternen nicht im Versicherungsschutz erfasst.

Bei einigen Versicherern sind solche Gegenstände aber durchaus ohne Aufpreis in der Police enthalten. Grundsätzlich gedeckt sind dagegen Schäden an Zubehör, das der Nutzung oder der Instandhaltung des Hauses dient wie beispielsweise Werkzeug oder Holz zum Heizen ebenso wie Blumenkästen, die am Haus angebracht sind.

Was leistet die Police?

Die Versicherung ersetzt die Kosten, die durch Zerstörung am Gebäude durch die in der Police versicherten Gefahren entstanden sind. Das können Reparaturkosten sein, aber auch der komplette Neubau des Hauses. Die Kosten für einen Neubau werden allerdings nur dann bezahlt, wenn der Versicherungsnehmer den Wiederaufbau des Hauses innerhalb von drei Jahren veranlasst. Ansonsten erstattet der Versicherer nur den Zeitwert.

Der Versicherer übernimmt je nach Leistungsumfang in der Regel zusätzlich die Kosten für das Aufräumen der Schadensstelle, den Abtransport von zerstörtem Baumaterial, einen Mietausfall für maximal zwölf Monate bei Unbenutzbarkeit von vermieteten Wohnungen, eine ortsübliche Miete für maximal zwölf Monate bei Unbenutzbarkeit der eigenen Wohnräume.

Wichtig: Der Versicherungsnehmer hat eine Schadenminderungspflicht. Er ist verpflichtet, alles zu unternehmen – ohne sich selbst in Gefahr zu bringen –, um den entstandenen Schaden zu minimieren oder auch um Schäden vorzubeugen. Das heißt: Im Winter muss er so heizen, so dass die Wasserrohre nicht einfrieren können, auch wenn er für längere Zeit verreist ist.

Ist dem Hausbesitzer bekannt, dass die Immobilie über marode Wasserleitungen verfügt, an denen es bereits in der Vergangenheit zu Schäden kam, muss er sie sanieren lassen. Die Versicherer nutzen wesentlich öfter als früher die Möglichkeit, einen Vertrag zu kündigen, wenn ein Versicherungsnehmer zu häufig Schäden meldet.

Diese Leistungen sind wichtig (Auswahl):

  • Grob fahrlässiges Handeln desVersicherungsnehmers ist versichert. Beispiel: Eine unbewacht brennende Kerze löst einen Brand aus.

  • Überspannungsschäden durchBlitzeinschlag sind gedeckt.

  • Frost- und Bruchschäden anWasser- und Ableitungsrohren sowohl im Haus als auch außerhalb des Gebäudes sind abgesichert.

  • Brandschäden durch Nutzwärme sind gedeckt. Beispiel: Schäden durch Heizen eines Kamins oder Holzofens.

  • Rückstau in der Elementarschadenversicherung ist gedeckt (siehe oben).

  • Glasbruch: Dieses Extra ist nur wichtig, wenn sehr teure, große Glasflächen verbaut sind.

  • Überschwemmung- und Hochwasserschäden sind im Elementarschadenschutz gedeckt.

  • Biallo-Tipp: Eines lässt sich nicht versichern: Ungezieferbefall. Der Holzbock im Gebälk oder Schäden durch Nagetiere auf dem Dachboden lassen sich nicht versichern. Manchmal decken Haus- und Wohnungsschutzbriefe Kosten für einen Kammerjäger. Den Leistungsumfang gilt es genau zu prüfen.

Kosten einer Police

In die Beitragskalkulation einer Wohngebäudeversicherung fließen die Bauart des Hauses, die Ausstattung, das Alter und auch der Wohnort sowie die Gefährdungslage mit ein. Entscheidend ist, den Wert des Gebäudes exakt anzugeben. Im Fall des Totalschadens muss der Versicherungsnehmer mit dem Geld, das er aus der Police erhält, sein Haus an der gleichen Stelle genauso wiederaufbauen können.

Versicherungsnehmer, die eine ältere Wohngebäudeversicherungen haben, sollten diese immer mal wieder auf Aktualität überprüfen. Möglicherweise wurde das Haus umgebaut und modernisiert, dann ist auch der Wert gestiegen. Neuere Policen bieten in der Regel immer bessere Bedingungen. Gute Tarife gibt es beispielsweise bei Allianz, Axa oder Huk. Die Beiträge variieren jedoch stark, je nach Wohnort und Bauweise der Immobilie.

  • Biallo-Tipp: Wer nicht jedes Jahr einen Schaden melden muss, ist gut beraten einen Selbstbehalt von 500 Euro im Schadensfall zu vereinbaren. Das senkt die Beiträge erheblich.

Hausratversicherung schützt den Hausrat

Welche Risiken sind versichert?

Eine Hausratversicherung deckt Schäden am Hausrat, die durch Feuer, Blitzschlag, Explosion, Sturm, Hagel, Leitungswasser, Raub oder Einbruchdiebstahl entstehen.

Elementarschadenschutz: Wie bei der Wohngebäudeversicherung gibt es auch bei der Hausratversicherung einen Baustein Elementarschadenschutz. Die Deckung versichert beispielsweise Schäden durch einen Rückstau, wenn dadurch Hausrat zu Schaden kommt. Immer mehr Unternehmen integrieren den Elementarschadenschutz inzwischen automatisch in neuen Hausratversicherungen.

Bei älteren Policen muss der Versicherungsnehmer möglicherweise nachrüsten, wenn er Wert auf den Schutz legt. Der Schutz ist in der Hausratversicherung wünschenswert, aber nicht existentiell. Wer scharf kalkulieren muss, sollte den Schutz in der Wohngebäudeversicherung integrieren und kann in der Hausratversicherung darauf verzichten.

Was ist versichert?

Während die Wohngebäudeversicherung die Immobilie selbst absichert, schützt die Hausratversicherung das Innenleben. Versichert ist der komplette Hausrat von Möbeln, über Gardinen, Wäsche, Pflanzen, sämtliches Schrankinventar bis hin zu High-Tech-Geräten wie Computern, Musikanlagen, Elektrogeräten.

Aber auch Musikinstrumente sowie Sport- und Freizeitgeräte sind versichert, wie auch ein Rasenmäher in der Garage, Antennenanlagen und Markisen. Versichert sind also alle beweglichen Gegenstände, die sich in den vier Wänden, auf der Terrasse, auf dem Balkon oder in Schuppen oder Garagen befinden. Einbaumöbel sind vom Versicherungsschutz ausgenommen.

Manche Gegenstände sind nicht standardmäßig im Versicherungsschutz integriert. Dazu gehören in der Regel Aquarien oder Wasserbetten. Doch es kommt auf die Police an: Bei den einen sind diese Extras im Versicherungsschutz enthalten, bei anderen muss man sie gegen Aufpreis zusätzlich versichern.

  • Biallo-Tipp: Auf den Zusatz Glasbruch, der Schäden an Vitrinen oder Glastischen deckt, können Hausbesitzer meist verzichten. Die Kosten für einen Ersatz bei einem Schaden gehen meist nicht an die finanzielle Existenz.

Vergleich Hausratversicherung

  Anbieter Tarif Beitrag  
1 Tarif Classic 51,34 Euro weiter
2 CIF pro Classic 87,58 Euro weiter
3 SY24-Platinum-L 93,62 Euro weiter
4 Vit 94,82 Euro weiter
5 Komfort 119,59 Euro weiter
Single, 30 Jahre, Wohnung in Großstadt, 80 qm, Versicherungssumme mind. 48.000 Euro, Basisschutz, 1 Jahr Vertragslaufzeit, pro Anbieter nur 1 Top-Tarif, Prämie pro Jahr.
Hier Ihren persönlichen Tarif Hausratversicherung berechnen

Was leistet die Police?

Die Hausratversicherung ersetzt den Neuwert der zerstörten oder gestohlenen Gegenstände und erstattet gleichzeitig die Kosten für Reparaturmaßnahmen, wenn beispielsweise bei einem Einbruch aufgebrochene Fenster und Türen zerstört wurden.

Ebenso übernimmt der Versicherer Aufräumkosten und Hotelrechnung, wenn der Versicherungsnehmer wegen eines Schadens vorübergehend nicht zuhause wohnen kann. Genauso sind Renovierungskosten nach einem Wasserschaden gedeckt.

Diese Leistungen sind wichtig (Auswahl):

Grob fahrlässiges Handeln des Versicherungsnehmers sollte wie bei der Wohngebäudeversicherung auch in der Hausratpolice gedeckt sein. Im Falle eines Brandes sind dann nicht nur Gebäudebestandteile geschützt, sondern auch zu Schaden gekommenes Mobiliar.

In älteren Verträgen ist dieses essentielle Leistungsdetail oft nicht enthalten. Dann müsste der Versicherungsnehmer, der das Haus verlässt, ein Fenster gekippt lässt und dadurch einen Einbruchdiebstahl ermöglicht, mit erheblichen Abzügen der Versicherungsleistung rechnen.

Überspannungsschäden sollten ausdrücklich gedeckt sein. Im Standardschutz sind oft nur Schäden durch Blitz-schlag versichert. Das schließt Überspannungsschäden nicht ein.

Wertgegenstände wie Antiquitäten, Pelze, Sammlungen, Porzellan, Gemälde, Schmuck und Bargeld sind zwar versichert, aber nur in begrenztem Umfang. In der Regel ersetzt die Versicherung rund 20 Prozent der Versicherungssumme - Bargeld erstatten die Versicherer in der Regel in noch niedrigerem Umfang.

Manche Anbieter ersetzen aber auch 40 Prozent, wobei dieser Betrag häufig durch eine Maximalsumme gedeckelt ist. Wieder andere Unternehmen versichern solche Dinge bis zur vollen Versicherungssumme mit. Hier lohnt es sich, genau den Leistungsumfang zu vergleichen.

Versicherungssumme

Entscheidend bei der Hausratversicherung ist die angegebene Versicherungssumme. Man hat zwei Möglichkeiten, die Summe festzulegen: Man erstellt eine Inventarliste, was die genaueste Methode ist. Oder man setzt auf die von den Versicherern angebotene Pauschalsumme pro Quadratmeter.

Dabei gehen die Versicherungsleute davon aus, dass eine durchschnittliche Wohnung in der Regel mit rund 650 Euro pro Quadratmeter ausreichend hoch versichert ist. Diese Variante ist jedoch mit Vorsicht zu genießen: Man kann sich dadurch entweder viel zu hoch oder viel zu niedrig versichern.

  • Biallo-Tipp: Wenn Sie die Versicherungssumme ermitteln, denken Sie daran, dass Elektrogeräte wie Computer und Fernseher in der Neuanschaffung immer preiswerter werden, das 30 Jahre alte Sofa heute allerdings viel mehr kosten würde als damals! Aufgehobene Rechnungen können hier nur ein Anhaltspunkt bei der Wertermittlung sein. Kalkulieren Sie die Versicherungssumme mit dem aktuellen Preis, den Sie für Neuanschaffungen heute bezahlen müssten.

Kosten einer Police

Wie hoch die Prämie für eine Hausratversicherung ist, hängt davon ab, wie hoch der Wert der Wohnungseinrichtung angesetzt ist und wo der Versicherungsnehmer lebt. Das Einbruchrisiko spielt bei der Kalkulation der Versicherungssumme eine entscheidende Rolle. Dort, wo häufiger eingebrochen wird oder die Gefahr größer ist, dass schwere Stürme und Gewitter übers Land ziehen, ist der Versicherungsschutz teurer.

Die meisten Unternehmen haben das Bundesgebiet in Tarifzonen eingeteilt. Die Postleitzahlen der jeweiligen Wohnorte werden verschiedenen Tarifzonen zugeordnet. Der Jahresbeitrag unter-scheidet sich in den verschiedenen Tarifzonen durchaus manchmal um das Doppelte!

Man kann die Unternehmen, die Policen anbieten, nicht pauschal in günstige und teure Anbieter einteilen. Es kann durchaus sein, dass ein Unternehmen in einem Wohngebiet der günstigste Anbieter ist, in einer anderen Gegend aber eher zu den teuren Anbietern gehört.

Aber aufgepasst: Setzen Hausbesitzer nur auf den Basisschutz, sind sie möglicherweise nicht ausreichend abgesichert. Die essentiellen Leistungen sind oft in den besseren Tarifen zu finden. Doch auch hier lohnt es sich, genau zu vergleichen: Mancher Versicherer gewährt Extras nur gegen Aufpreis, bei anderen sind sie im Standardschutz enthalten.

Private Haftpflichtversicherung schützt andere


Was leistet sie?

Jeder benötigt eine private Haftpflichtversicherung, auch wenn er kein Hausbesitzer ist. Die Police deckt Schäden - zum Beispiel Schadensersatzforderungen -, wenn der Versicherungsnehmer anderen Personen oder deren Eigentum Schaden zufügt.

Hauseigentümer sind beispielsweise für den Fall abgesichert, dass der Briefträger auf ihrem Grundstück ausrutscht, weil der Weg vereist ist, und sich verletzt. In dem Fall haftet nämlich der Hausbesitzer mit seinem gesamten Vermögen.

  • Biallo-Tipp: Die übliche private Haftpflichtversicherung leistet allerdings nur, wenn der Hausbesitzer die Immobilie selbst bewohnt. Die "selbstgenutzte Immobilie im Inland" sollte ausdrücklich in den Versicherungsbedingungen gedeckt sein.

  • Vermietet er sie jedoch - auch nur zur Untermiete -, benötigt er zusätzlich eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung. So eine Police gibt es für eine Einzelimmobilie schon ab 40 bis 50 Euro im Jahr. 

Manche Risiken, die Hausbesitzern drohen, sind in neuen Verträgen - meist den leistungsstärkeren Tarifen - automatisch gedeckt. Falls nicht, sind sie separat abzusichern. Beispiele:

Umbauarbeiten: Häufig sind Umbauarbeiten bis zu einer Bausumme von 50.000 Euro gedeckt. Wird es teurer, ist eine spezielle Bauherrenhaftpflichtversicherung zu empfehlen. Dann sind Schäden an Dritten, die auf der oder durch die Baustelle entstehen, gedeckt. 

Öltank: Hat das Haus einen Öltank, ist dieser oft bis zu einem Fassungsvermögen von 5.000 Litern in neueren Policen automatisch mitversichert. Ist das nicht der Fall, ist eine Gewässerschadenhaftpflichtversicherung abzuschließen. 

Übrigens: Eine Photovoltaikanlage ist nicht automatisch versichert. Manchmal kann sie aber durch eine Zusatzvereinbarung aufgenommen werden, andernfalls ist eine spezielle Photovoltaikanlagenversicherung nötig. Wichtig ist, dass insbesondere auch die Einspeisung von Strom ins öffentliche Stromnetz abgedeckt ist.

Kosten einer Police

Private Haftpflichtversicherung sind nicht teuer. Es gibt Policen für Einzelpersonen, aber auch Familientarife. Der Basisschutz ist oft nicht ausreichend. Aufgrund der überschaubaren Beiträge lohnt es sich, in einen leistungsstärkeren Tarif zu investieren, der umfassend Risiken abdeckt. Wichtig ist eine ausreichend hohe Deckungssumme.

Wer heute eine private Haftpflichtversicherung abschließt, sollte auf eine Deckungssumme von zehn Millionen Euro setzen. Auch hier gilt wie bei allen anderen Policen: Neuere Verträge leisten mehr als ältere und das zu oft niedrigeren Beiträgen. Eine Police für die ganze Familie mit umfassenden Leistungen gibt es schon ab rund 80 Euro im Jahr. 

Vergleich Haftpflichtversicherung

  Anbieter Tarif Beitrag  
1 Premium-2016-Single-5Mio 40,62 Euro weiter
2 BlueLine-Tip-5Mio-Single 42,01 Euro weiter
3 Tarif TOP-VIT Single 42,48 Euro weiter
4 NV-PrivatSpar-5.0-Single-5Mio 44,03 Euro weiter
5 BestSelection-2015-Single-10Mio 44,56 Euro weiter
Hier Ihren persönlichen Tarif Haftpflichtversicherung berechnen

Versicherungen für den Hausbau

Feuer-Rohbauversicherung

Schon in der Bauphase einer Immobilie ist eine Absicherung zu empfehlen: die Feuer-Rohbauversicherung. Sie ist die Vorstufe einer Wohngebäudeversicherung, deckt aber nur Schäden und Folgeschäden, die durch Explosion, Brand und Blitz am Neubau und an Baustoffen entstehen, die sich auf dem Grundstück befinden.

Oftmals kann man sie nach Fertigstellung des Baus in eine vollwertige Wohngebäudeversicherung umwandeln. Versicherer (z. B. Cosmos Direkt) bieten eine Feuer-Rohbauversicherung auch für die Bauphase beitragsfrei an, wenn gleich eine umfassende Wohngebäudeversicherung abgeschlossen wird. Viele Banken bestehen auf der Absicherung als Voraussetzung für eine Kreditaufnahme.

Bauherrenhaftpflichtversicherung

Wer als Hausbesitzer selbst zum Bauherren wird, haftet für alle Schäden, die auf der Baustelle entstehen. Beispielsweise können Personen aufgrund einer mangelhaften Absperrung oder Beleuchtung zu Schaden kommen. Auch wenn der Bauherr einen Bauunternehmer beschäftigt, haftet er für Schäden. Er hat die Pflicht, für die Sicherheit der Baustelle zu sorgen und diese zu überwachen. Die Beiträge richten sich nach der Bausumme.

Nicht nur beim Neubau ist diese Police wichtig, auch bei größeren Umbauarbeiten an einer bestehenden Immobilie - etwa einer Aufstockung - ist sie erforderlich. In der üblichen privaten Haftpflichtversicherung sind Umbauarbeiten nur bis zu einer bestimmten Summe (oft 50.000 Euro) versichert.

Bauleistungsversicherung

Die Police sichert Schäden am eigenen Bau, die sich während der Bauphase ereignen. Wenn zum Beispiel durch ein Unwetter eine Mauer einstürzt, eine Überschwemmung den neuen Keller überflutet. Sie leistet auch, wenn teures Werkzeug oder wertvolle Materialien gestohlen werden, oder bei Vandalismus. Versichert sind Bauleistungen, Baustoffe und Bauteile.

Kredit absichern

Wenn die eigenen vier Wände abgesichert sind, gilt es noch, die Kreditzahlungen bis ans Ende der Laufzeit sicher zu stellen. Das Risiko liegt hier in der Arbeitskraft des Hausbesitzers: Kann er nicht mehr arbeiten und hat kein Einkommen, kann er einen Kredit nicht abbezahlen. Die Gründe können Krankheit oder Unfall, Arbeitslosigkeit oder der Tod sein.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Die wichtigste Police, um das eigene Einkommen abzusichern und damit auch eine Immobilienratenzahlung, ist die Berufsunfähigkeitsversicherung. Sie garantiert eine monatliche Rentenzahlung ab einer Berufsunfähigkeit von mindestens 50 Prozent, wenn der Versicherungsnehmer wegen Krankheit oder wegen eines Unfalls dauerhaft nicht mehr arbeiten kann. Eine Rente von 2.000 Euro im Monat kann ein 40 Jahre alter Arbeitnehmer ab rund 75 Euro im Monat versichern (z. B. Nürnberger, Interrisk, die Bayerische).

Risikolebensversicherung

Ergänzend sollte der Hausbesitzer auch seinen Tod absichern, soweit er derjenige ist, der die Raten für den Hauskauf bei der Bank abbezahlt. So kann der Hausbesitzer seine Hinterbliebenen davor bewahren, die Immobilie verkaufen zu müssen, sollte ihm etwas zustoßen.

Um einen Kredit abzusichern, empfiehlt sich eine Police mit fallender Versicherungssumme. So sinken die Beiträge analog zur abnehmenden Versicherungssumme. Wer allerdings gleichzeitig auch seine Familie finanziell absichern möchte, sollte auf eine Police mit konstanter Versicherungssumme setzen.

Beispiel: Ein 40 Jahre alter Versicherungsnehmer sichert 300.000 Euro über eine Risikolebensversicherung ab. Er wählt einen linear fallenden Tarif, der eine Laufzeit bis zum 65. Lebensjahr vorsieht. Er zahlt dafür z. B. bei der Hannoverschen zwölf Euro Beitrag im Monat, bei Hanse Merkur 31 Euro, beim Volkswohl Bund 34 Euro. Mit konstanter Versicherungssumme kostet der Beitrag 38 Euro bei der Hannoverschen, 40 Euro bei Europa oder 54 Euro bei Allianz.

3
Berechnungsgrundlage / Modellfall: 

Restschuldversicherung

Als Klassiker für die Kreditabsicherung raten Banken meist zu einer Restschuldversicherung. Sie soll die Kreditzahlung über die Laufzeit sichern. Doch davon ist abzuraten, denn die Beiträge sind teuer und die Policen enthalten viele Ausschlüsse. So ist beispielsweise der Verlust der Arbeitsfähigkeit versichert, nicht aber die Berufsunfähigkeit.

Verlust der Arbeitsfähigkeit heißt, dass der Versicherungsnehmer nur vorübergehend seine Tätigkeit nicht ausüben kann. Wird er berufsunfähig, zahlt die Versicherung nicht. Besser sichert der Hausbesitzer also seine Arbeitskraft über eine gute Berufsunfähigkeitsversicherung ab.

  • Biallo-Tipp: Ein Risiko lässt sich nicht gut versichern: Die Arbeitslosigkeit des Hausbesitzers und Kreditzahlers. Zwar kommen auch Restschuldversicherungen in Frage, aber sie leisten nur eingeschränkt – die Arbeitslosigkeit muss oft mindestens sechs Monate gedauert haben, bevor die Police greift.

Diesen Beitrag stellen wir Ihnen auch als PDF-Dokument bereit. Sie können ihn hier herunterladen: Wie Hausbesitzer ihr Dach über dem Kopf schützen.

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während meines Studiums der Neueren Geschichte in München begann ich als freie Journalistin zu arbeiten, unter anderem für die Süddeutsche Zeitung. Im Jahr 2000 kam ich zu biallo.de, damals waren Versicherungsthemen für mich Neuland, über Gesundheitspolitik las ich in der Zeitung oder bekam die Auswirkungen als Patientin zu spüren.

Schnell stellte ich fest, dass der unverstellte Blick von außen durchaus von Vorteil ist bei der kritischen Aufbereitung dieser Themen. Bei Biallo schreibe ich noch immer über Versicherungen, Gesundheit und Soziales. Neuland sind diese Themen heute nicht mehr.

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während meines Studiums der Neueren Geschichte in München begann ich als freie Journalistin zu arbeiten, unter anderem für die Süddeutsche Zeitung. Im Jahr 2000 kam ich zu biallo.de, damals waren Versicherungsthemen für mich Neuland, über Gesundheitspolitik las ich in der Zeitung oder bekam die Auswirkungen als Patientin zu spüren.

Schnell stellte ich fest, dass der unverstellte Blick von außen durchaus von Vorteil ist bei der kritischen Aufbereitung dieser Themen. Bei Biallo schreibe ich noch immer über Versicherungen, Gesundheit und Soziales. Neuland sind diese Themen heute nicht mehr.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de