Immobilienfonds – nicht immer offen

Geldanlage Immobilienfonds – nicht immer offen

von Horst Peter Wickel
22.08.2017
Auf einen Blick
  • Sparer können mit einem offenen Immobilienfonds bis zu drei Prozent Rendite im Jahr erwirtschaften.

  • Neue Anteile können Anleger bei einigen Fondsgesellschaften allerdings nur noch kaufen, wenn neues Geld gebraucht wird. Dann wird zu einem sogenannten Cash-Call aufgerufen. 
Artikelbewertung
Teilen
Schrift

Die Fondsmanager der offenen Immobilienfonds in Deutschland schwimmen zur Zeit im Geld. Allein im vergangenen Jahr flossen rund sieben Milliarden Euro in Produkte wie "hausinvest" oder "UniImmo Europa". Zwar bringen offene Immobilienfonds in der Regel nur zwei bis drei Prozent Rendite pro Jahr, aber vielleicht halten manche Anleger - angesichts der anhaltenden Niedrigzinsen - diese Werte ja auch für durchaus lukrativ.

Für die Fonds wird das starke Kundeninteresse immer mehr zum Problem, denn die Suche nach renditestarken Bürobauten, Lagerflächen oder Gewerbeimmobilien gestaltet sich immer schwieriger.

Viele der Publikumsfonds nehmen aus diesem Grund entweder kurz-, aber auch langfristig Geld nicht mehr an, denn zu viel Geld auf der hohen Kante ist für die Fonds ungünstig. Ungenutztes Cash-Geld würde im Fonds nur die Rendite verwässern und durch niedrige oder negative Verzinsung verschlechtern. Einige Fondsmanager haben deshalb bereits auf eine neue Investmentstrategie umgeschaltet.

Für weitere Beträge rund um das Thema Geldanlage, abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter!

Bitte geben Sie eine korrekte E-Mail Adresse ein
Unsere Datenschutzerklärung finden Sie hier.

Wie die neue Strategie funktioniert

Erst wenn das Fondsmanagement ein konkretes Investitionsobjekt für das Immobilienportfolio eines Fonds identifiziert hat, wird zu einem Cash-Call aufgerufen – und der Fonds für Anlegergelder geöffnet. Ist die benötigte Investitionssumme erreicht, beschließt das Management eine temporäre Schließung des Fonds (Cash-Stop) zur Sicherung der Rendite.

Während der Cash-Stop-Phase sind direkte Einzahlungen in den Fonds nicht möglich. In dieser Zeit können Sie sich für die gewünschte Einzahlungsmöglichkeit beim nächsten Cash-Call vornotieren lassen.

Einige Beispiele für die Cash-Call / Cash-Stop-Strategie

Einen Cash-Stop hat die Fondsgesellschaft Kanam für ihren Fonds "Leading Cities Invest" im Juli 2017 verhängt. "Sobald wir eine lohnende Investition an uns binden können, wird ein Cash-Call ausgerufen und in der Zwischenzeit kein Geld angenommen", sagt Kanam-Sprecher Michael Birnbaum. Zwei Cash-Calls hat der Fonds in diesem Jahr bereits durchgeführt und damit Objekte in München und Brüssel gekauft. Die nächsten Investitionen werden geprüft.

Geschlossen hat seit vergangenem Jahr auch der "WohnSelect D" des Fondsanbieters Wertgrund. Wertgrund-Chef Thomas Meyer sagt: "Ein Cash-Call soll erst dann durchgeführt werden, wenn die bestehende Liquidität im Fonds abgebaut ist, für Objektankäufe verwendet und das Fremdfinanzierungspotential des Fonds weiter ausgeschöpft wurde."

3
 
Name
ISIN
Wertzuwachs p.a.
 
1.
Wertgrund WohnSelect D
DE000A1CUAY0
8,90%
2.
Inter Immo Profil
DE0009820068
3,61%
3.
UniImmo: Deutschland
DE0009805507
2,79%
Laufzeit: 5 Jahre

Kontingentierung bei der Deka

Eine andere Strategie haben die Immobilienfonds der Deka (Sparkassen) gewählt. Mittels eines Systems werden den einzelnen Sparkassen dabei Kontingente zugeteilt. Ist dieses Kontingent aufgebraucht, können Sie bei dieser Sparkasse keine Anteile mehr erwerben.

Bei einer anderen Sparkasse kann dies allerdings durchaus noch möglich sein. Nach Aussagen von Deka Immobilien-Chef Torsten Knapmeyer sind die vereinbarten Kontingente für 2017 "nahezu erschöpft", er gehe davon aus, dass Deka die hohe Nachfrage in diesem Jahr "nicht vollständig befriedigen kann".

Gutes Rating

Offene Immobilienfonds gelten weiterhin als sichere Anlagemöglichkeit. Nach einer aktuellen Qualitätsbewertung der 13 offenen Immobilienfonds am deutschen Markt durch das Analysehaus Scope konnten vier Fonds ihr Rating verbessern. Die größte positive Entwicklung gab es beim "grundbesitz global" der Deutschen Bank.

Dies begründet Scope damit, dass sich der Fonds sowohl in seinem Immobilienportfolio, als auch in den Bereichen Nachhaltigkeit und Finanzstruktur verbessert hat. Auch die Vermietungsquote stieg um fast vier Prozent.

Zwei Sprünge (von bbb+ auf a) machte "WestInvest IntersSelect". Der Fonds der Sparkassen konnte Scope vor allem mit seiner sehr guten Diversifikation von Standorten und Nutzungsarten überzeugen. Sein Immobilienportfolio verteilt sich auf zwölf europäische Länder und verfügt über einen hohen Anteil an Objekten in A-Lagen. Jeweils um eine Rating-Note verbessern konnten sich zudem "Leading Cities Invest" und "UniImmo: Global".

Biallo-Lesetipp

Viele Privatanleger investieren in Mietwohnungen. Nicht immer mit Erfolg. Wo lauern Risiken und wie kalkuliert man richtig?

Ihre Meinung ist uns wichtig
Horst Peter Wickel
Autor
Jetzt Artikel bewerten
E-Mail an den Autor
Horst Peter Wickel
E-Mail an den Autor
Artikelbewertung
Teilen
Drucken
Zur Startseite
Horst Peter Wickel
E-Mail an den Autor
Newsletter
Keine News mehr verpassen
Bitte geben Sie eine korrekte E-Mail Adresse ein:
Unsere Datenschutzerklärung finden Sie hier.

Regeln für das Schreiben von Kommentaren:

  1. Kommentieren Sie sachlich und ohne persönliche Angriffe.
  2. Verfassen Sie keine Beiträge mit strafbarem, diskriminierendem, rassistischem, anstößigem, beleidigendem oder kommerziellem Inhalt und verweisen Sie nicht auf Seiten mit solchem Inhalt.
  3. Stellen Sie weder zu lange Texte noch Bilder ein, außer, wenn es unbedingt nötig ist.
  4. Veröffentlichen Sie keine personenbezogenen Daten Dritter, wie Namen, Adressen, Telefonnummern oder E-Mail-Adressen.
  5. Wenn Sie persönliche Mitteilungen oder Texte anderer Verfasser einstellen oder Kommentare anderweitig veröffentlichen möchten, beachten Sie die Rechte Dritter. Bei einer Verletzung dieser Rechte (z.B. Persönlichkeitsrecht, Urheberrecht, Datenschutz) haften Sie.
  6. Sie haben die Möglichkeit, Ihren Benutzernamen frei zu wählen. Sie sollten aber im eigenen Interesse markenrechtlich geschützte Namen vermeiden.

Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de