Auf einen Blick
  • Es gibt hierzulande rund 1.600 Banken, die jeweils eigene, sehr unterschiedliche Konditionen bieten.

  • Das kann bei der Baufinanzierung zu einem Problem werden, wenn man auf der Suche nach den günstigsten – und den fürs eigene Vorhaben passendsten – Rahmenbedingungen und Angeboten ist.

  • Mithilfe von Experten erhalten Sie ein persönlich zugeschnittenes Angebot – auch für die Anschlussfinanzierung.

Die Bauzinsen kennen seit Wochen nur noch eine Richtung – steil nach oben! Für ein zehnjähriges Baudarlehen wird laut Biallo-Index derzeit ein durchschnittlicher Effektivzins in Höhe von 0,96 Prozent fällig. Mitte Juli lag dieser Wert noch bei 0,86 Prozent, allerdings sagt der Durchschnittswert noch nicht viel aus. Etliche Baufinanzierer können diesen nämlich deutlich über- oder unterbieten. Doch wie finden Sie für Ihre individuellen Anforderungen den passenden Anbieter? Und idealerweise einen mit niedrigen Zinsen und gleichzeitig verbraucherfreundlichen und flexiblen Rahmenbedingungen?

 

Ein Baukredit persönlich auf Sie zugeschnitten

Es gibt hierzulande gut 1.300 Banken und Sparkassen. Da einen passenden Baukredit zu finden, gleicht der Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Zum einen unterscheiden sich die Konditionen teils deutlich, zum anderen müssen wichtige Faktoren wie unter anderem Bereitstellungzinsen, Sondertilgung oder Vorfälligkeitsentschädigung beachtet werden.

Wer bei seiner Baufinanzierung einen kompetenten Partner in Sachen Angebotsfindung und Beratung benötigt, der sollte sich an sogenannte Baufinanzierungsvermittler wenden. Dort suchen Experten aus einem Pool von mehreren hundert Partnerbanken das passende Angebot für Sie heraus. Dabei profitieren Sie von einer kompletten Beratung – idealerweise über den gesamten Finanzierungsprozess hinweg. So bleiben keine Fragen offen. Gleichzeitig fallen keine zusätzlichen Gebühren an, da die Kosten für den Kreditvermittler von der Bank getragen werden.

  • Biallo-Tipp: Sie sind Gewerbetreibender oder Freiberufler? Dann haben Sie bei einer Baufinanzierung besondere Nachweispflichten. Doch mit umfassenden Einkommensunterlagen steht Ihnen der Weg zum Immobiliendarlehen ebenso offen wie anderen Erwerbstätigen.

 

Perfekten Zeitpunkt für Ihren Baukredit nicht verpassen

Gerade in Zeiten steigender Inflationsraten fragen sich viele Verbraucherinnen und Verbraucher, ob auch die Zeiten niedriger Bauzinsen nun ein für alle Mal vorbei sind. "Das anhaltende Niedrigzinsumfeld treibt immer mehr gut situierte Haushalte dazu, ihre liquiden Mittel am Immobilienmarkt zu investieren. Tatsächlich ist es so, dass es für den langfristigen Vermögenserhalt kaum einen Weg vorbei am Immobilienmarkt gibt", sagt Ditmar Rompf, Vorstandsvorsitzender der Hüttig & Rompf AG.

 

Noch ist Baugeld günstig

Baufinanzierungen haben sich im Laufe des Jahres spürbar verteuert. Grund sind die steigenden Renditen bei zehnjährigen Bundesanleihen, die seit Mitte August noch mal deutlich angezogen haben. Laut Biallo-Index kostet derzeit ein zehnjähriger Baukredit im Schnitt 0,96 Prozent pro Jahr. Zum Vergleich: Anfang Februar waren es noch 0,67 Prozent.

Doch auch wenn die Zinsen gestiegen sind, ist Baugeld im historischen Vergleich immer noch sehr günstig. Auch ein Grund, warum immer mehr Menschen den Inflationsschutz in Betongold suchen, was natürlich die Immobilienpreise treibt.

 

Welche Unterschiede gibt es hier für Käufer und Häuslebauer? 

Wer keine Bestandsimmobilie erwerben, sondern selbst bauen möchte, muss deutlich mehr Zeit in die Planung investieren. "Bei der Planung gibt es keinen Zeitpunkt, der zu früh ist", sagt Rompf. "Gerade wer selbst ein Haus zusammen mit einem Architekten plant, der sollte rechtzeitig die entsprechenden Verträge abschließen." Außerdem sollten Häuslebauer die coronabedingten Lieferengpässe bei den Baustoffen beachten.  

Experten-Tipps von Ditmar Rompf, Vorstandsvorsitzender des Baukreditvermittlers Hüttig & Rompf

 

Bereitstellungszinsen beachten

Die Bereitstellungszinsen sind ein wichtiger Punkt für Häuslebauer. Denn auf den Baustellen kommt es im Zuge der Corona-Krise vermehrt zu materiellen und personellen Engpässen. Daher müssen sich Bauherren nicht selten auf Bauzeitverzögerungen einstellen.

Wenn Sie also planen, einen Neubau zu errichten, sollten Sie in jedem Fall auf die sogenannten Bereitstellungzinsen achten. Das ist ein Art Strafzins, den Banken und Sparkassen in der Bau- oder Immobilienfinanzierung berechnen, wenn zur Verfügung gestellte Darlehen innerhalb des vertraglich vereinbarten Zeitraums vom Kreditnehmer ganz oder teilweise nicht abgenommen werden. „Diese Kosten sollte man so niedrig wie möglich halten", erklärt Ditmar Rompf. "Deswegen ist es gut, zu einem freien, unabhängigen Kreditvermittler zu gehen. Für viele Projekte bekommen wir auch Sonderkonditionen, etwa eine bereitstellungszinsfreie Zeit von bis zu 24 Monaten."

 

Genau abwägen, kurze oder lange Zinsbindung

Hier müssen Kreditnehmerinnen und Kreditnehmer abwägen, denn es gilt: Je länger die gewählte Laufzeit, desto höher der Zins. "Wenn der Kunde regelmäßige Sonderzahlungen leistet, kann ein zehnjähriger Baukredit die richtige Wahl sein. Wenn allerdings während der Laufzeit wenig getilgt werden kann, raten wir Kundinnen und Kunden zu 15 Jahren Laufzeit", so Rompf.

 

Pünktliche Bezahlungen verwalten lassen

Baut man ein Haus, muss der jeweilige Baufortschritt auch pünktlich bezahlt werden. Schließt man einen Kredit bei seiner Hausbank ab, endet die Beratung meist mit der Überweisung des Darlehensbetrages. Nicht so bei unabhängigen Baukreditvermittlern – hier stehen Ihnen die Experten bis zur letzten Ratenzahlung zur Seite und kümmern sich auch darum, dass pünktlich bezahlt wird. "Die Betreuung sollte eigentlich das Kreditinstitut übernehmen und viele Vermittler verlassen sich auch darauf. Wir machen das anders. Wir betreuen den Kunden bis zur letzten Auszahlung seiner Rate. Dass auch alles passgenau bezahlt wird", sagt Rompf.

 

Proaktive Anschlussfinanzierung

Läuft die Baufinanzierung in zwei, drei Jahren aus, sollten Sie sich bereits jetzt um eine Anschlussfinanzierung kümmern. Mit einem sogenannten Forward-Darlehen können Sie sich das derzeit niedrige Zinsniveau für Ihre Anschlussfinanzierung sichern. „Wir haben hier natürlich den Vorteil unserer großen Auswahl an Partnerbanken. Für einen Zinsaufschlag lässt sich das aktuelle Zinsniveau bis zu 60 Monate im Voraus sichern."

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