Auf einen Blick
Die Berufsunfähigkeitsversicherung gehört zu den elementaren Absicherungen, denn die Arbeitskraft ist in der Regel das wertvollste Gut, was man zu versichert hat. Entsprechend sorgfältig sollte der Schutz ausgewählt sein. Diese fünf Punkte müssen Sie beim Abschluss beachten.

1. So wählen Sie die richtige Absicherungshöhe

Die Höhe der "richtigen" Rente wird immer diskutiert: Grundsätzlich muss das Geld reichen, um dauerhaft den Lebensunterhalt sicherzustellen.

Als Faustregel gilt: Bei Berufsunfähigkeit sollten mindestens 60 bis 70 Prozent des letzten Nettoeinkommens abgesichert sein. Wer heute kein Einkommen hat, weil er beispielsweise für die Kindererziehung zuständig ist, muss anders an die Ermittlung der Rentenhöhe herangehen: In diesem Fall muss man sich die Frage stellen, was jemand kostet, der die eigenen Aufgaben übernimmt, sich also zum Beispiel zeitintensiv um den Nachwuchs kümmert.

Tipp

Denken Sie daran, dass die Leistungen aus einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung grundsätzlich steuerpflichtig sind. Als Faustregel dabei gilt: Je länger die Rente läuft, umso höher ist der Anteil, der besteuert wird.

Wichtig ist es, den Schutz der Berufsunfähigkeitsversicherung flexibel zu halten: Denn wenn heute eine Rente von 1.500 Euro vereinbart wird, ist die nach zehn oder 15 Jahren oft nicht mehr ausreichend. Um die Rente der Einkommensentwicklung anzupassen, können Versicherte eine Dynamik vereinbaren. Damit wird die im Ernstfall zu zahlende Rente jährlich um bis zu sechs Prozent angepasst – ohne erneute Gesundheitsprüfung.

Sinnvoll kann auch ein Vertrag mit einer Nachversicherungsgarantie sein. Dann dürfen die Versicherten bei einschneidenden Änderungen ihrer Lebensumstände (meist bei Heirat, Geburt eines Kindes oder einer Gehaltssteigerung) Rentenanpassungen vornehmen, ohne sich erneut einer Gesundheitsprüfung unterziehen zu müssen. Oft sehen Verträge heute eine solche Nachversicherung zumindest in den ersten Vertragsjahren ganz ohne Anlass vor.

Tipp

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2. Das ist der beste Zeitpunkt die BU abzuschließen

Viele Menschen schieben die Absicherung gegen Berufsunfähigkeit raus. Denn der Schutz ist alles andere als günstig und in jungen Jahren, wenn zum ersten Mal Geld verdient wird, stehen andere Dinge auf der Liste der Ausgaben oben. Trotzdem sollte nicht zu lange gewartet werden: Zum einen ist Berufsunfähigkeit keine Frage des Alters. Auch mit Ende 20 kann man berufsunfähig werden und hat dann gar keinen Schutz.

Dazu kommt, dass der Schutz spätestens nach dem 40. Geburtstag schwer zu bekommen ist – vor allem, wenn dann die ersten Vorerkrankungen und körperlichen Probleme angegeben werden müssen. Und außerdem ist es schlichtweg günstiger, wenn der Vertrag möglichst früh abgeschlossen wird. Denn Früheinsteiger starten mit günstigen Tarifen, die nur langsam ansteigen. Spätstarter hingegen müssen hingegen deutlich höhere Beiträge zahlen.

3. Auf diese Leistungsmerkmale sollten Sie achten

Bei einer guten Berufsunfähigkeitsversicherung sind bis zu 20 Leistungsmerkmale entscheidend – einige finden Sie hier:

  • Kurze Prognosezeit: Die Rente sollte dann gezahlt werden, wenn der Versicherte voraussichtlich sechs Monate berufsunfähig sein wird oder bereits ist – manche Versicherer sehen hier Zeiträume drei Jahren vor, die viel zu lang sind.

  • Abstrakte Verweisung: Manche Verträge sehen vor, dass ein Berufsunfähiger abstrakt verweisen werden kann. Das bedeutet, dass die Versicherung nicht zahlen muss, wenn der Versicherte noch einen anderen Beruf ausüben kann. Ein optimaler Vertrag sieht den Verzicht auf die abstrakte Verweisung vor.

  • Verzicht auf befristete Anerkenntnisse: Manche Versicherer behalten sich das Recht vor, bei einer Berufsunfähigkeit die Rentenzusage erst einmal zu befristen – ärgerlich für Sie, denn das heißt, dass Sie nach Ablauf der Befristung einen neuen Antrag stellen müssen. Besser ist es, wenn der Antrag und die Rentenzusage ohne Befristung bewilligt werden.

4. Beantworten Sie die Gesundheitsfragen so genau wie möglich

Die falsche Angabe von Vorerkrankungen oder das Verschweigen von gesundheitlichen Problemen ist einer der häufigsten Gründe für Streitigkeiten zwischen Versicherung und Versichertem. Deshalb sollte sich niemand dazu verleiten lassen, beim Antrag Vorerkrankungen zu beschönigen oder unter den Tisch fallen zu lassen.

Ein solcher Schutz steht auf wackeligen Beinen und droht im Ernstfall zu einem Desaster zu werden, wenn die Versicherung nicht zahlt. Man sollte selbst alle Vorerkrankungen zusammentragen und ggf. den Haus- oder Facharzt um Auskunft bitten. Hilfreich ist es auch, die gesetzliche Kasse einmal anzusprechen, die auf Wunsch eine Übersicht über die gestellten Diagnosen der letzten Jahre zusammenstellen kann.

5. So gehen Sie bei bestehender Vorerkrankung vor

Es gibt viele Krankheiten, die einem einfachen und schnellen Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung im Wege stehen können – dazu zählen zum Beispiel:

  • Allergien
  • Asthma bronchiale
  • Stoffwechselerkrankungen
  • Diabetes
  • Rheuma.

In vielen Fällen ist ein Abschluss dann nur mit Zuschlägen oder Leistungsausschlüssen möglich – um den besten Versicherer zu finden, empfiehlt sich eine Risikovoranfrage, die Sie gemeinsam mit einem Versicherungsmakler stellen können. Der Makler ermittelt mit Ihnen gemeinsam den Gesundheitsstatus und fragt bei mehr als 30 Gesellschaften an, ob und zu welchen Konditionen Sie versicherbar sind. Sie wählen dann aus den Angeboten der Gesellschaften das Beste für Sie aus.

Wenn trotzdem kein Vertrag zustande kommt, hilft nur eine Absicherung von Teilrisiken über andere Verträge:

  • So sichern Erwerbsunfähigkeitspolicen und auch private Pflegeversicherungen das Risiko einer schweren Krankheit ab, die gar keine Berufstätigkeit mehr zulässt.
  • Unfallversicherungen helfen dabei, das Risiko einer Berufsunfähigkeit durch einen Unfall abzusichern und
  • Dread-Disease-Policen sichern das Risiko ab, bei einer schweren Krankheit wie z. B. Krebs beruflich ins Hintertreffen zu geraten.
  • Daneben gibt es Grundfähigkeitsversicherungen, die den Verlust bestimmter Fähigkeiten (wie zum Beispiel der Sehkraft) kompensieren.




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