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Auf einen Blick
  • Die ONOMOTION GmbH hat sich auf die Anschaffung von eCargobikes spezialisiert und will so den innerstädtischen Verkehr revolutionieren.

  • Dabei handelt es sich nicht um herkömmliche Lastenräder. Die modernen Räder sind mit einer Fahrerkabine und einem Cargo-Modul für die Logistik ausgestattet.

  • Über die Crowdinvesting-Plattform GLS Crowd können Anlegerinnen und Anleger in das Unternehmen investieren. Es winken sechs Prozent pro Jahr bei einer Laufzeit von sieben Jahren.1

  • Was die eCargobikes von ONOMOTION auszeichnet und wofür das frische Kapital verwendet werden soll, erklärt Mitgründer und Co-CEO Philipp Kahle im Interview.
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ONOMOTION hat es sich zum Ziel gesetzt, die innerstädtische Mobilität nachhaltig zu transformieren. Was ist Ihre persönliche Motivation, diese Vision voranzutreiben?

Kahle: Ich lebe nun seit sehr vielen Jahren in der Großstadt Berlin. Da bekommt man sehr viel über die Herausforderungen innerstädtischer Mobilität mit. Mobilität ist ein Thema, das mich als Ingenieur der Fahrzeugtechnik besonders interessiert. Allen voran treibt mich die Frage an: Welche Mobilitätslösungen gibt es und welche können wir entwickeln, um Städte wieder lebenswerter für Menschen zu gestalten? Für mich sind dies leise, emissionsarme, platzsparende und effiziente Fahrzeuge, wie unsere ONO. Die modulare Konzeption der Fahrzeuge ist hierfür wichtig, schließlich sehen wir in Städten viele Autos und Carsharing-Fahrzeuge, die 23 Stunden am Tag herumstehen. Die auf- und abrollbaren Module auf der ONO ermöglichen verschiedene Einsatzzwecke des gleichen Fahrzeugs. Damit wird Mobilität neu gedacht – das war und ist mein Antrieb für die Entwicklung und ONOMOTIONs Vision, die uns tagtäglich antreibt. Als Geschäftsmodell haben wir uns an dem Bedarf der Kundinnen und Kunden in der Logistik orientiert und bieten daher die ONO als Full-Mietservice, dem Vehicle-as-a-Service an, ein Rundum-Sorglos-Paket, das unter anderem die Wartung, Reparatur und Versicherung beinhaltet.


ONOMOTION möchte über die GLS Crowd eine Fundingsumme in Höhe von drei Millionen Euro einsammeln und stellt 6 Prozenzt Zinsen bei einer Laufzeit von sieben Jahren in Aussicht.1


Herr Kahle, Sie sind von Anfang an dabei gewesen, erst als Gründer und seit kurzem auch als Co-CEO der ONOMOTION GmbH. Wie kam es dazu?

Kahle: Das war eine Entscheidung, die wir im Gründer-Team getroffen haben. Wir merken, dass wir jetzt langsam von einem Jungunternehmen zu einem Scale-Unternehmen, also einem wachsenden Unternehmen, werden. Die Größe des Teams steigt an, genauso wie die Herausforderungen der Unternehmensgestaltung. Also haben wir uns entschieden, dass ich dies Seite an Seite mit unserem Geschäftsführer Beres Seelbach weiterentwickeln werde. So wollen wir unser Unternehmen gestärkt und zusammen nach vorne bringen.


ONOMOTION Gründer und CTO Philipp Kahle im Biallo-Interview.

Jetzt sind Lastenräder keine neue Erfindung. Was zeichnet Ihre Fahrräder aus beziehungsweise wo liegt Ihr Alleinstellungsmerkmal?

Kahle: Das Wichtigste ist eigentlich, dass wir unser eCargobike, die ONO, gemeinsam mit unseren Kundinnen und Kunden wie beispielsweise Hermes entwickelt haben. Dadurch sind wir sehr nah am Kundenbedürfnis dran. Dabei haben wir sicher auch von den Vorteilen als Jungunternehmen profitiert, weil wir eben nicht so behäbig sind, wie ein alteingesessenes Unternehmen. Wir haben zusammen mit unseren Kundinnen und Kunden die Anforderungen zusammengetragen und uns auf den Einsatz der ONO in der Paketzustellung konzentriert. In den Interviews der Kundinnen und Kunden kam zum Beispiel heraus, dass das eCargobike einen Laderaum über zwei Kubikmeter braucht, in den mindestens 200 Kilogramm zugeladen werden können – aber auch, dass unsere ONO ganzjährig einsetzbar sein muss. Genau dieser Punkt unterscheidet uns von unseren Wettbewerbern. Wir haben eine geschlossene Kabine, in der Fahrerinnen und Fahrer vor Wind und Wetter geschützt sind. Zudem ist es auch ein smartes Fahrzeug, weil wir etwas mehr Elektronik verbaut haben.

Bis zu 200 Kilogramm kann die ONO im separaten Laderaum umweltfreundlich transportieren.

Also fast Technik, die man auch in einem normalen Pkw finden würde?

Kahle: Ganz genau. Unsere ONO ist an die Automobil-Technik angelegt. Dadurch kann das Fahrzeug natürlich optimal bedient werden. Zu den Besonderheiten in der Technik gehören die automatische Feststellbremse und das RFID. Mit nur einem RFID-Schlüssel ist es möglich, das Fahrzeug zu bedienen und den Container zu öffnen. Darüber hinaus bietet die ONO einen Wetterschutz und Spritzschutz, sodass die ONO 365 Tage im Jahr und bei jedem Wetter im Einsatz sein kann. Damit beim Fahrzeug alles reibungslos läuft, bieten wir Wartung und Service im Vehicle-as-a-Service, also in einem perfekten Rundum-sorglos-Paket an. Schließlich liegt uns die Zufriedenheit unserer Kundinnen und Kunden sehr am Herzen. Sie sollen möglichst lange Freude an unserer ONO haben. Das sind die wichtigsten Punkte, die uns vom Wettbewerb unterscheiden.

Sie sind der Ingenieur hinter der ONO, worauf haben Sie bei der Konzeption des eCargobikes geachtet?

Kahle: Das Konzept für die ONO ist eine Teamleistung. Wir haben darauf geachtet, dass neben der Technik und ökologischen Nachhaltigkeit auch das Design nicht zu kurz kommt. Aber im Mittelpunkt stand vor allem der sparsame Verbrauch von Ressourcen – gerade im Hinblick auf die fortschreitenden Folgen des Klimawandels, wie wir hier zuletzt ja leider auch bei uns gesehen haben. Wir verzichten zum Beispiel bewusst auf eine mehrschichtige Innenverkleidung, um Ressourcen zu sparen und auch dadurch CO2 einzusparen. Zudem sind die austauschbaren Akkus, die wir für unsere ONO verwenden, sehr klein. Unser Grundanspruch ist und bleibt, Innovationen in diesem Bereich voranzutreiben und aufzuzeigen, dass ein Fahrzeug wie unsere ONO im Grunde alle Aufgaben eines herkömmlichen Transporters übernehmen kann. Allerdings mit einem Viertel der Grundfläche und einem Zehntel des Gewichts.

Der Vorteil der ONO im Vergleich zu herkömmlichen Transportern ist, dass sie klein, leicht und wendig ist und dadurch viele Transportaufgaben übernehmen kann.

Jetzt richtet sich Ihr Angebot in erster Linie an kommerzielle Kundinnen und Kunden. Wann kommt die ONO für den Otto-Normalverbraucher auf den Markt?

Kahle: Bevor wir mit der Entwicklung angefangen haben, haben wir uns zuallererst die Frage gestellt, wo derzeit die größten Herausforderungen im innerstädtischen Verkehr liegen. Wir haben festgestellt: Diese liegen im Logistik-Bereich, also wie man Waren von Punkt A nach B bringt. Wo oftmals klassische Transporter in der zweiten oder dritten Reihe parken und den Verkehr behindern – genau da möchten wir zuerst anpacken. Man darf auch nicht vergessen, dass Fahrzeuge für Gewerbe andere Anforderungen erfüllen müssen als Fahrzeuge für Privatpersonen. Daher wollten wir im ersten Schritt ein robustes und langlebiges Fahrzeug für den gewerblichen Einsatz entwickeln. Im nächsten Schritt wird es so sein, dass man mit der ONO auch Personen transportieren kann, da arbeiten wir gerade an einer innovativen Lösung. Und im übernächsten Schritt kann es auch ein eCargobike geben, das sich für den Individualverkehr eignet. Wir haben mit unserer ONO noch einiges vor.

Jetzt haben wir viel über Nachhaltigkeit gesprochen, worin liegt der ökonomische Mehrwert?

Kahle: Einerseits wurde die ONO so entwickelt, dass sie besonders lange hält, also mehrere Lebenszyklen durchhalten und langfristig eingesetzt werden kann. Alle Teile lassen sich unkompliziert austauschen, sodass sich unsere ONO immer wieder instand setzen lässt. Dies ist an das Cradle-to-Cradle-Prinzip angelehnt. Um das kundenfreundlich zu gestalten, verfolgen wir, wie eingangs erwähnt, ein Fullservice-Mietmodell,dem Vehicle-as-a-Service, welches unter anderem aus Wartung und Versicherung besteht. Das ist der Mehrwert, den wir unseren Kundinnen und Kunden bieten.

Haben Sie auch schon mit den "Großen" wie DHL oder Lieferando gesprochen?

Kahle: Wir haben seit Beginn, als wir uns mit den ersten Kundinnen und Kunden ausgetauscht haben, mit großen Unternehmen wie UPS, Hermes, DPD und GLS Paketdienst gesprochen. Sie zählen auch zu unseren ersten Kunden. Unsere ONOs sind bereits in vielen Städten wie beispielsweise Berlin, Hamburg, München und Leipzig auf den Straßen unterwegs, mit zehn bis 30 Einheiten pro Kunde. Unsere Kundinnen und Kunden sind vorwiegend aus Kurier-Express und Paketdienstbranche – kurz KEP – aber auch andere Unternehmen, Berliner Start-ups und Lokalunternehmen setzen die ONO ein.

Sie haben auch schon Investoren gewinnen können. Was hat die Geldgeber überzeugt?

Kahle: Das steigende Umweltbewusstsein, sei es in der Gesellschaft, in der Politik, aber auch auf Seite der Investorinnen und Investoren kommt unserem Geschäftsmodell zugute. Wir sind jetzt schon rund fünf Jahre dabei und haben bereits einige Investoren an Bord. Am Anfang war es eine Herausforderung. Man ist ganz klein, keiner kennt einen, man fängt neu an. Am Anfang haben wir zwei Family-Offices und auch einen strategischen Investor aus dem Automobil-Bereich akquirieren können, die uns, gerade zu Beginn, großes Vertrauen in das Team und unsere Vision entgegengebracht haben. Hierfür sind wir auch sehr dankbar. Diesen Vertrauensvorschuss wissen wir zu schätzen, aber wir halten natürlich auch, was wir versprechen. Deswegen kommen jetzt auch weitere Investorinnen und Investoren hinzu.

Sie haben zusammen mit der GLS Crowd eine Crowdinvesting-Kampagne gestartet. Warum haben Sie sich für die GLS Crowd als Partner entschieden?

Kahle: Wir arbeiten schon länger mit der GLS Bank zusammen. Die GLS Bank hat uns in der Vergangenheit bereits ein Darlehen für die Finanzierung von 30 ONOS zur Verfügung gestellt und wir waren eben dort von der Lösungsorientiertheit und auch dem Pragmatismus, der sich bei der Durcharbeitung der Themen gezeigt hat, sehr begeistert. Da kam man auf uns mit dem Vorschlag zu, über die GLS Crowd eine Crowdinvesting-Kampagne zu starten. Das fanden wir dann spannend. Aus diesem Grunde haben wir uns entschieden, es mit GLS Crowd zu machen.

Über die GLS Crowd wollen Sie bis zu drei Millionen Euro einsammeln. Was haben Sie mit dem Geld vor?

Kahle: Das Geld geht in die Fahrzeugfinanzierung und dient dem weiteren Unternehmenswachstum. Wir wollen weitere 190 ONOs finanzieren, damit wir sie unseren Kundinnen und Kunden entsprechend über das Full Service-Mietmodell vermieten können.

Die Verzinsung liegt bei attraktiven sechs Prozent pro Jahr über eine Laufzeit von sieben Jahren. Die Rückzahlung des Darlehens beginnt nach zwei Jahren in sechs Raten. Was macht Sie so sicher, dass Sie Ihren Zahlungs-Verpflichtungen nachkommen können?

Kahle: Da wir eine hohe Kundennachfrage haben, können wir sozusagen alle produzierten Fahrzeuge über unser Fullservice-Modell direkt an die Kundeninnen und Kunden vermieten. Die Fahrzeuge werden dann über die gesamte Laufzeit vermietet, sodass wir einen steten Cashflow an Mieteinnahmen erzielen, wodurch wir die regelmäßigen Tilgungs- und Zinszahlungen sicherstellen können. Da das Fahrzeug so entwickelt und konzipiert ist, dass es deutlich länger als diese sieben Jahre hält, sind wir uns sicher, dass wir das über die gesamte Laufzeit am Laufen halten können und sich die ONO refinanziert.

Wo sehen Sie ONOMOTION in fünf Jahren?

Kahle: Wir möchten die Mobilität in den Städten relevant mitgestalten – und zwar so, dass die Menschen merken, dass sich durch unser Engagement Verbesserungen in der Lebensqualität einstellen. Das sehe ich in fünf Jahren zumindest in ganz Europa, wo wir tätig sind. Wir sind schon jetzt in einigen deutschen Städten, wir wollen aber auch im europäischen Ausland weiterwachsen. In fünf Jahren sehe ich uns in weiten Teilen Europas und auch schon auf ein, zwei weiteren Kontinenten. Und vor allem sehe ich uns nicht nur im Warentransport, sondern auch im Personentransport und darüber hinaus.

Herr Kahle, vielen Dank für das Gespräch.

1 Hinweis gemäß § 12 Abs. 2 Vermögensanlagengesetz: Der Erwerb dieser Vermögensanlage ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Vermögens führen.

Über die Autorin Kerstin Weinzierl

"Back-to-the-Roots", dieses Motto war ausschlaggebend, dass Kerstin Weinzierl sich 2018 bei biallo.de bewarb. Zuviel "IT-Gedöns" prägten ihre berufliche Vorgeschichte. Dabei vermisste sie die Kreativität, das Schreiben und die journalistische Arbeit. Die Themen von biallo.de sind schlichtweg spannend und dieser Meinung ist sie heute noch. Guter Content ist für Kerstin nicht nur trendig, sondern auch immer vorausschauend. Daher fühlt sie sich in den Themenwelten der Digitalisierung und Nachhaltigkeit besonders wohl. Somit weckten auch die Robo-Advisor und Fintechs sofort ihr Interesse und in diesen Bereichen konnte sie schnell ihre Expertise ausbauen. Privat verbiegt sich Kerstin beim Yoga oder ist mit ihrer Familie gerne auf dem heimischen Ammersee mit dem SUP.

  Kerstin Weinzierl
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