Interview mit Norbert Kerkhoff: "Klar, auch wir können nicht zaubern"

Top-Geldhäuser vorgestellt: PSD Bank Westfalen-Lippe eG Interview mit Norbert Kerkhoff: "Klar, auch wir können nicht zaubern"

Horst Biallo
von Horst Biallo
21.03.2019
Auf einen Blick
  • Im exklusiven Biallo-Interview erklärt Norbert Kerkhoff, Vertriebsvorstand der PSD Bank Westfalen-Lippe eG, was sein Geldhaus so erfolgreich macht.
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Herr Kerkhoff, andere Banken und Sparkassen erhöhen die Preise ihrer Girokonten. Bei 1.000 Euro Gehaltseingang ist Ihres kostenlos. Wie schaffen Sie das?

Norbert Kerkhoff: Klar, auch wir können nicht zaubern. Die Kosten, die hier entstehen, übernehmen wir. Auch die 4,95 Euro im Monat sind ja nicht wirklich kostendeckend. Wir sehen das insgesamt als eine Mischung aus Marketingaufwand zur Steigerung der Bekanntheit und genossenschaftlichem Förderauftrag.

Letztlich haben wir das Vertrauen in unsere Mitglieder und unsere exzellente Beratung, dass zumindest die große Mehrheit der Girokontokunden auch weitere Leistungen bei der PSD Bank Westfalen-Lippe eG in Anspruch nehmen werden.

Wie viel Prozent Ihrer Kunden zahlen nichts, wie viel Prozent die 4,95 Euro?

Norbert Kerkhoff: Wir haben rund 60.000 Mitglieder und Kunden und von denen mit einem "PSD GiroPremium" zahlen neun Prozent einen Preis und 91 Prozent keinen Preis.

Der "PSD NachwuchsPreis" fördert Projekte, die sich für den Nachwuchs in Kitas und Kindergärten engagieren. Was ist hier Ihre Motivation?

Norbert Kerkhoff:
Der "PSD NachwuchsPreis" ist ein Baustein im Spektrum unseres sozialen Engagements, zu dem beispielsweise auch das "PSD BürgerProjekt" und der "PSD MusikPreis" gehören.

Unser Engagement ist also breit gefächert, in der Regel medialgesteuert und wir stehen aus persönlicher Überzeugung dahinter. Die "Empfänger" der Preise aus dem "PSD NachwuchsPreis" sind sicherlich Kinder, die nicht unsere originäre Zielgruppe sind. Aber die haben Eltern, die ihren Kindern ein Haus mit Garten bauen wollen oder die ein tolles Girokonto brauchen und das alles haben wir.

Sie haben neben dem "PSD BankHaus" in Münster noch ein Beratungszentrum in Bielefeld. Dennoch wollen Sie Direktbank sein. Wie passt das zusammen?

Norbert Kerkhoff: Das Geschäftsgebiet der PSD Bank Westfalen-Lippe eG ist – im Gegensatz zu anderen regional tätigen Banken – relativ groß. Fast alle Bankdienstleistungen werden schon jetzt von uns digital zur Verfügung gestellt, einfach und bequem, eben Direktbank.

Die wenigsten unserer Mitglieder und Kunden haben deshalb unsere Bankstandorte in Münster oder Bielefeld je gesehen. Gleichwohl ist es nach wie vor so, dass zeigen auch unsere Kundenbefragungen, das bei umfassenden Themen kundenseitig noch oft ein persönlicher Kontakt zu einem Berater gewünscht ist. Und alle können uns besuchen, sehen und sprechen, wenn sie wollen.

Wie kommt der Robo-Advisor "MeinInvest" bei Ihren Kunden an?

Norbert Kerkhoff: Wir alle wissen, dass es immer Zeit braucht von der Entwicklung einer Innovation bis zur Umsetzung, konkret bis zur Akzeptanz und Nutzung durch Kunden. Unter diesem Blickwinkel sehen wir "MeinInvest". Ich bin mir sicher, dass künstliche Intelligenz und damit auch die Nutzung von Beratungstools selbstverständlicher wird.

Was fasziniert Sie persönlich an der Medienfassade? Hat sich die Investition gelohnt oder lässt sich das nicht in Geld messen?

Norbert Kerkhoff: Es fasziniert mich bis heute, dass wir die ersten und mutig waren. Die sechsstelligen Baukosten für die Medienfassade sind gut investiert. Es war seinerzeit eine gute Entscheidung, die Bekanntheit der Bank über das neue Bankgebäude und die Medienfassade zu erhöhen.

Wir sind auch dadurch in Münster und den anliegenden Regionen überdurchschnittlich gewachsen. Gleichwohl war es eine absolute Innovation in Münster, auch weil die Medienfassade als ein Kunstobjekt in Kooperation mit weltweit tätigen Medienkünstlern konzipiert wurde.

Wir sagen gerne, dass wir kein Geld für "Kunst im Bau" ausgeben und uns dafür die Medienfassade als "Kunst am Bau" leisten. Übrigens wird die Fassade aus Strom gespeist, den wir selbst auf dem Dach der Bank produzieren.

Herr Kerkhoff, vielen Dank für das Gespräch.

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Horst Biallo
Horst Biallo
Herausgeber und Gründer biallo.de
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Horst Biallo
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Jahrgang 1954, studierte Wirtschaft und absolvierte eine Ausbildung zum Wirtschaftsjournalisten bei der Tageszeitung Die Welt. Später machte er sich selbstständig, schrieb für Wirtschaftswoche, Stern und zahlreiche Tageszeitungen. Er ist Autor mehrerer Fachbücher, u.a. "Die geheimen deutschen Weltmeister" und "Die Doktormacher". Im Jahr 1999 gründete er das Verbraucherportal www.biallo.de, vier Jahre später www.geldsparen.de und 2009 www.biallo.at. Horst Biallo ist verheiratet und hat drei Kinder.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de