5 Tipps für erfolgreichen Vermögensaufbau: Mischen, streuen, cool bleiben

Geldanlage 5 Tipps für erfolgreichen Vermögensaufbau: Mischen, streuen, cool bleiben

Max Geißler
von Max Geißler
07.03.2017
Auf einen Blick
Geduld und ausgewogene Investments sind die wichtigsten Eckpfeiler beim Vermögensaufbau. Gesucht ist die optimale Balance zwischen Sicherheit und Risiko.
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Privater Kapitalaufbau wird maßgeblich von der eigenen Lebenssituation, dem Einkommen, der Risikobereitschaft sowie dem Sparhorizont bestimmt. In der Regel verfolgen Singles und Familien gleich mehrere Sparziele mit unterschiedlichen Anlagehorizonten. Die verschiedenen Wünsche und die sich daraus ergebenden Anforderungen an die Geldanlagen unter einen Hut zu bringen, ist nicht leicht. Nur eine abgestimmte Sparstrategie führt zum Erfolg. Die oberste Maxime muss dabei lauten: Dauerhaft und regelmäßig sparen!

1. Sicherheit oder Rendite?

Zunächst sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass sich die drei Wunschziele – Risiko, Rendite, Liquidität – diametral gegenüberstehen. Es gibt keine Geldanlage, die alle drei Kriterien in gleicher Weise erfül­lt. Stets überwiegt eine Seite, die anderen beiden kommen mehr oder weniger zu kurz. Möchten Sie ihr Erspartes möglichst sicher anlegen, mangelt es regelmäßig an Rendite und umgekehrt. Möchten Sie planbare Zinsen und kalkulierbare Renditen erwirtschaften, gelingt dies nur, wenn das Geld fest gebunden, also nicht liquide ist.

  • Tipp:

    Machen Sie sich bewusst, welches Ziel sie vorrangig verfolgen wollen. Daran orientiert sich die Auswahl der Investments und dorthin fließt ein Großteil Ihres Sparbeitrags. Vermeiden Sie aber einseitige Geldanlagen, verteilen Sie den Sparbetrag auf verschiedene Anlageklassen, etwa auf Aktien, Fonds, verzinste Geldanlagen und Immobilien. Wichtig ist eine möglichst ausgewogene Mischung.

2. Nutzen Sie Tagesgeld als Notfallreserve

Bevor es ans Sparen geht, gilt es eine Notfallreserve für Engpässe aufzubauen. So müssen Sie bei kurzfristigen Mehrausgaben nicht auf den teuren Dispokredit des Girokontos zurückgreifen. Die Verbraucherzentralen empfehlen zwei bis drei Nettogehälter als Liquiditätsreserve auf einem Tagesgeldkonto vorzuhalten. Tagesgeld hat den Vorteil, dass es jederzeit verfügbar ist, keine Gebühren kostet und höhere Zinsen abwirft als ein Sparbuch.

  • Tipp:

    Wählen Sie ein Tagesgeldkonto mit Zinsgarantie, wie es Consorsbank oder ING-Diba anbieten. Dann können die Zinsen während der Garantiezeit nicht fallen und Ihr Ertrag ist sicher.

3. Kapital für mittelfristige Anschaffungen

Steht die Notfallreserve, beginnt das eigentliche Sparen. Dabei sind zwei wesentliche Sparziele zu unterscheiden: der langfristige Vermögensaufbau und das kurz- bis mittelfristige Ansparen von Kapital für potentielle Anschaffungen. Dies kann Geld für ein neues Auto oder neue Möbel sein, aber auch Eigenkapital für das angestrebte Eigenheim. Ist bereits etwas Kapital vorhanden, bietet Festgeld sichere Renditen ohne Gebühren und Kursverluste. Soll monatlich Geld bei Seite gelegt werden, kann der Kapitalaufbau entweder mit einem Dauerauftrag aufs Tagesgeldkonto erfolgen oder mit einem Banksparplan. Im aktuellen Zinstief empfehlen sich variabel verzinste Sparpläne, denn hier verbessern sich die Renditen automatisch, sobald die Zinsen wieder steigen.

  • Tipp:

    Achten Sie darauf, dass die Erträge Ihrer Geldanlage über der Inflationsrate liegen, andernfalls entwertet sich das Vermögen.
5
 
Anbieter
Zinsertrag
Zinssatz
 
1.
500,00
1,25%
2.
491,43
1,20%
3.
472,14
1,16%
4.
467,99
1,15%
5.
 447,31
1,10%
Betrag 10.000 €, Laufzeit 4 Jahre

4. Langfristiger Vermögensaufbau mit Aktien und Fonds

Für den Vermögenaufbau sowie für die private Altersvorsorge empfehlen sich Sparpläne mit Aktienfonds. Sie verteilen das Risiko auf viele Aktien und gleichen Wertschwankungen aus. Besonders kostengünstig sind börsengehandelte Indexfonds, sogenannte ETFs. Sie erheben keinen Ausgabeaufschlag und auch die laufenden Fondskosten sind vergleichsweise gering. Wer regelmäßig einen festen Betrag in einen Fondssparplan investiert, profitiert vom sogenannten Cost-Average-Effekt. Grund: In schwachen Börsenphasen landen mehr preiswerte Fondsanteile im Depot als in starken Börsenphasen, wenn die Anteile teurer sind. Unterm Strich entsteht ein günstiger Durchschnittspreis. Erfolgreichen Kapitalaufbau leisten Sparpläne mit deutschen und internationalen Aktienfonds. Laut Fondsverband BVI erzielten sie in den vergangenen zehn Jahren mehr als sieben Prozent Durchschnittsrendite. Wichtig ist, nur einen Teil des Sparbetrags in Börsenpapiere zu investieren und die Verkaufsgebühren gering zu halten. Im Rahmen der Altersvorsorge sollten Familien vor allem auf öffentlich geförderte Vorsorgeprodukte wie die Riester-Rente oder die betriebliche Altersvorsorge (bAV) setzen. Zuschüsse und Steuervorteile begrenzen hier den finanziellen Eigenaufwand während der Sparphase. Im Rentenalter sind die Auszahlungen zwar steuerpflichtig, aber der geringere Steuersatz gegenüber dem Erwerbsleben hält die Abgaben in Grenzen.

  • Tipp:

    Viele Banken gewähren hohe Rabatte beim regulären Fondskauf. Beim Erwerb von ETF empfehlen sich Direktbanken, denn diese haben ein breites Angebot und bieten Sparpläne ohne Verkaufsgebühren, zum Beispiel Comdirect, Consorsbank und DKB.

5. Immobilie als Sicherheitsanker

Betongold sollte Bestandteil jeder Vermögensbildung und -sicherung sein. Eigenheime und vermietete Immobilien sind wertstabil und unterliegen nicht den Einflüssen launischer Kapitalmärkte. Außerdem bieten Immobilien angemessenen Inflationsschutz, weil Kaufpreise und Mieten mit wachsender Teuerung steigen. Zudem sorgt die Wertsteigerung von Grund und Boden für steten Vermögenszuwachs. Im Alter profitieren Sie als Eigennutzer von eingesparten Wohnkosten; als Vermieter von Mieteinkünften und Steuervorteilen.

  • Tipp:

    Minizinsen machen Baukredite derzeit besonders preiswert. Zehnjährige Baudarlehen kosten derzeit kaum mehr als ein Prozent Zinsen, etwa bei Hypovereinsbank, Degussa Bank und Santander Bank. Ein Darlehen über 200.000 Euro kostet dadurch nur etwa 350 Euro im Monat.
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Max Geißler
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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de