So sparen Fahranfänger bei der Kfz-Versicherung

Kfz-Versicherung So sparen Fahranfänger bei der Kfz-Versicherung

Annette Jäger
von Annette Jäger
21.09.2017
Auf einen Blick
  • Wenn der Sprössling mit 17 Jahren den Führerschein macht und bis zum 18. Geburtstag in Begleitung unterwegs ist, reduziert das die Prämien.

  • Bei sogenannten Telematik-Tarifen wird entweder über eine im Auto installierte Box oder auch über eine Handy-App das Fahrverhalten aufgezeichnet.

  • Wer sein erstes eigenes Auto versichert, steigt mit der höchsten Schadenfreiheitsklasse (SF) 0 ein. Führerscheinneulinge können SF-Klassen von Verwandten übernehmen.
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Junge Leute verursachen mehr Unfälle - dieses erhöhte Risiko wirkt sich auf die Versicherungsprämie in der Kfz-Versicherung aus. Und zwar nicht nur dann, wenn Sohn oder Tochter das erste eigene Auto versichern, sondern auch, wenn sie mit dem Auto der Eltern unterwegs sind. Daran können auch viele unfallfreie Jahre, die die Eltern vorweisen können, nichts ändern.

Es gibt jedoch ein paar Stellschrauben, an denen man drehen kann, um die Prämie bezahlbar zu machen. Die Versicherer individualisieren den Versicherungsschutz immer mehr. Das weicht zwar das Solidarprinzip auf, kann aber für den Einzelnen Vorteile bringen.

Lesen Sie auf den folgenden Seiten, wie sich Fahranfänger möglichst günstig versichern können und worauf sie achten müssen.

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1. Fahranfänger im Familienauto mitversichern

     

1a. Fahrerkreis erweitern

Junge Leute verursachen als frischgebackene Autofahrer mehr Unfälle als erfahrene Autofahrer. Zwischen 18 und 24 Jahren haben sie das größte Unfallrisiko im Straßenverkehr. 17 Prozent aller Unfälle mit Personenschaden werden von jungen Pkw-Fahrern im Alter zwischen 18 und 25 Jahren verursacht, hat der Deutsche Verkehrssicherheitsrat ermittelt.

Das liegt vor allem an der mangelnden Fahrpraxis. Mit zunehmender Erfahrung verringert sich das Unfallrisiko, nach neun Monaten halbiert es sich, nach rund zweieinhalb Jahren liegt es nur noch bei zehn Prozent vom Anfangsrisiko (Quelle: www.bf17.de).

Dieses hohe Unfallrisiko schlägt finanziell zu Buche – die Beiträge in der Kfz-Haftpflichtversicherung, in der Teil- und Vollkaskoversicherung steigen deutlich an, auch wenn der Versicherungsnehmer (Vater oder Mutter) über eine gute Schadenfreiheitsklasse verfügt.

Durch den Führerscheinneuling erweitert sich der Fahrerkreis und das auch noch um einen unerfahrenen Autofahrer. Das lassen sich die Versicherer bezahlen.

  • Biallo-Tipp: Setzen sich Sohn oder Tochter als frischgebackene Autofahrer hinters Steuer, muss man das seiner Versicherung vor Fahrantritt melden. Ist der Wagen nur auf den Versicherungsnehmer und den Ehepartner versichert und der Nachwuchs verursacht einen Unfall, ist der Schaden zwar versichert. Doch es droht eine Beitragsnachzahlung und/oder eine Vertragsstrafe bis zum doppelten Jahresbeitrag.

1b. Begleitetes Fahren zahlt sich aus

Die Kfz-Versicherer belohnen das Begleitete Fahren: Macht Sohn oder Tochter also schon mit 17 Jahren den Führerschein und fährt bis zum 18. Geburtstag in Begleitung der Eltern, wirkt sich das in jedem Fall günstig auf die Versicherungsprämie aus.

Damit folgen die Versicherer statistischen Erhebungen: Schon kurz nach Einführung des Begleiteten Fahrens lautete im Juli 2007 eine erste Bilanz: Die Teilnehmer am Begleiteten Fahren verursachten rund 30 Prozent weniger Unfälle und begingen 20 Prozent weniger Verkehrsverstöße als andere Führerscheinabsolventen. Zudem gab es unter ihnen nur halb so viele Fahrten unter Alkohol- oder Drogeneinfluss.

Wie sehr sich das Begleitete Fahren auf die Prämie auswirkt, ist bei jedem Versicherer anders. Entscheidend ist bei vielen Unternehmen, wie lange das Begleitete Fahren stattgefunden hat. Bei der Allianz beispielsweise muss der Führerscheinneuling mindestens ein halbes Jahr neben einem erfahrenen Autofahrer gefahren sein, damit sich das prämienmindernd auswirkt.

1c. Die Wahl des Fahrzeugs

Hat eine Familie zwei Autos, ist es nicht gerade günstig, den Führerscheinneuling gleich auf beiden Autos mitzuversichern. Denn dann zahlt man gleich bei beiden Versicherungsverträgen mehr Prämie. Sparsamer ist es, den Nachwuchs nur bei einem Fahrzeug mitzuversichern und hier logischerweise jenes zu wählen, bei dem der Versicherungsschutz günstiger ist.

1d. Der Anbieter macht den Unterschied

Es gibt noch weitere Sparmöglichkeiten. So kann man möglicherweise bei einem älteren Auto auf die Vollkaskoversicherung verzichten. Auch das reduziert den Beitrag. Ebenso kann man eine Werkstattbindung vereinbaren. Dann wählt das Versicherungsunternehmen die Werkstatt aus, in der das Auto bei Kaskoschäden repariert wird. Auch ein sogenannter Telematiktarif kann Beiträge sparen (siehe Punkt 3).

Doch am effektivsten spart man Beiträge, wenn man zu einem günstigeren Anbieter wechselt. Die Tarifunterschiede zwischen den verschiedenen Kfz-Versicherern variieren enorm im Beitrag, auch ohne dass ein Fahranfänger versichert wird.

Die Beiträge schwanken in der Regel um den Faktor drei: Der Beitrag bei einem teuren Anbieter ist bis zu dreimal höher als der Beitrag bei einem günstigen Anbieter. So ist es durchaus möglich, dass man allein durch einen Anbieterwechsel so viel Geld einspart, dass die Mehrkosten für den jungen Fahrer gar nicht so ins Gewicht fallen.

Den größten Spareffekt hat man in der Regel, wenn man einen reinen Online-Vertrag abschließt oder zu einem Direktversicherer wechselt. Beim reinen Online-Vertrag wird alles – auch eine Schadenmeldung – online abgewickelt, einen Sachbearbeiter kann man hier telefonisch nicht erreichen. Bei einem Direktversicherer gibt es durchaus eine Kundenbetreuung, die telefonisch erreichbar ist.

Es gibt jedoch keinen Vertreter vor Ort, den man in einer Agentur aufsuchen könnte oder der gar zuhause vorbeikommt. Es spricht nichts dagegen, solche Verträge abzuschließen. Es gibt keine Belege dafür, dass etwa die Regulierung von Schäden hier weniger gut ablaufen würde, als bei Unternehmen mit einem kostenintensiven Außendienst.

Leistungen müssen stimmen

Jedoch sollte nicht nur der Preis allein ausschlaggebend für die Wahl einer Versicherungspolice sein. Auch die Leistungen müssen stimmen. Die meisten Versicherer bieten verschiedene Tarifvarianten an, meist eine Basisversion, daneben auch leistungsstärkere Kompakt-, Komfort- oder Top-Tarife, wie auch immer sie genannt werden.

Der Leistungsumfang der Kfz-Haftpflichtversicherung ist meist ziemlich gleich, weil die Versicherer hier gesetzliche Vorgaben erfüllen müssen. Unterschiede gibt es vor allem im Kaskoschutz.

Diese Leistungsdetails sind wichtig:

Grobe Fahrlässigkeit: Der Versicherer zahlt auch bei grober Fahrlässigkeit, also wenn der Versicherungsnehmer einen Unfall durch grob fahrlässiges Handeln verursacht hat, etwa weil er noch schnell bei roter Ampel über die Kreuzung gefahren ist. Dieses wichtige Detail – in Haftpflicht und Kaskoschutz - ist in neueren Policen meist enthalten.

Verzicht auf Abzug neu für alt: Dieser Zusatz in der Kaskoversicherung schützt davor, dass Versicherer besonders bei einer Lackierung oder bei Reifenersatz nicht die volle Summe der Kosten übernehmen, sondern das Alter des Fahrzeugs berücksichtigen und deshalb der Kunde auf einem Eigenanteil sitzen bleiben würde.

Mallorca-Police: Dieses Extra ist inzwischen Standard bei neueren Policen. Der Zusatz garantiert guten Versicherungsschutz im Ausland, wenn der Versicherungsnehmer einen Mietwagen bucht.

Neupreisentschädigung: Fahren Sie ein neues Auto? Dann ist es nicht unerheblich, ob der Versicherer 18 Monate lang oder sogar 24 Monate lang den Neupreis bei Totalschaden ersetzt.

Schäden durch Tiere: In älteren Policen ist meist nur der Wildschaden versichert – das gilt als überholt. Neuere Policen versichern Schäden durch Tiere aller Art. Bei Marderbissen sollten auch Folgeschäden gedeckt sein.

Deckungssumme: Sie sollte in der Haftpflichtversicherung bei 100 Millionen Euro liegen.

Angebote vergleichen

Es gibt ihn nicht – den einen Versicherer, der immer das günstigste Angebot macht. Tatsächlich kommt es immer auf das zu versichernde Fahrzeug an, aber auch auf viele kleine Details.

Die Versicherer bieten eine Fülle von Rabatten an: Prämienmindernd wirkt sich aus, wenn man wenige Kilometer im Jahr fährt oder man das Auto nachts in der Garage parkt, aber auch wenn man zu einer bestimmten Berufsgruppe gehört, eine Bahncard besitzt oder Wohneigentum hat. So kann in der Summe ein Außenseiter, der sonst eher zu den teureren Versicherern gehört, im individuellen Fall ein sehr günstiges Angebot machen.

2. Das erste eigene Auto versichern

2a. Schadenfreiheitsklasse 0

Wer zum ersten Mal ein eigenes Auto versichert, steigt bei Schadenfreiheitsklasse 0 ein. Bei den meisten Versicherern entspricht das einem Beitragssatz von 95 Prozent. Von dort arbeitet man sich dann Jahr für Jahr durch unfallfreies Fahren nach oben und auf diese Weise sinkt die Versicherungsprämie Jahr für Jahr. Um diese Modalität kommt keiner herum, der zum ersten Mal ein Fahrzeug versichert.

Hier gilt genau wie oben, unter Punkt 1: Die Wahl eines kostengünstigen Anbieters bringt die größte Prämieneinsparung. Deshalb also bitte nicht zum Versicherer gehen, bei dem die Eltern ihr Auto seit 20 Jahren versichert haben, sondern neue Angebote unter die Lupe nehmen. Junge Leute haben in der Regel keine Probleme, einen Vertrag online abzuschließen bzw. die gesamte Abwicklung im Schadensfall online zu regeln.

2b. Rabatt übertragen

Sicherlich hat jeder schon mal davon gehört, dass man einen Rabatt von Verwandten übertragen und so Versicherungskosten sparen kann. Das funktioniert durchaus, allerdings in begrenztem Maße. Denn es werden nur so viele Jahre gutgeschrieben, wie der junge Fahrer schon den Führerschein in der Tasche hat.

  • Beispiel: Die Großmutter ist in Schadensfreiheitklasse 25 eingestuft. Der Enkel ist 23 Jahre alt und hat seit fünf Jahren seinen Führerschein. Versichert er nun sein erstes Auto, kann er von der Großmutter den Rabatt übernehmen, wird aber nur in Schadenfreiheitsklasse fünf eingeordnet, weil er so viele Jahre lang erst seinen Führerschein hat.

  • Biallo-Tipp: Eine Rabattübertragung ist endgültig und kann nicht mehr rückgängig gemacht werden. Die Großmutter im obigen Beispiel verliert ihren Rabatt also, indem sie diesen dem Enkel überträgt. Sollte sie sich zu einem späteren Zeitpunkt doch entscheiden, wieder Auto zu fahren, kann sie nicht mehr auf ihren alten Rabatt zurückgreifen. Eine solche Rabattübertragung ist also nur sinnvoll, wenn die Großmutter mit dem Fahren endgültig aufhören möchte.

Übrigens: Auch wenn in der Familie früher Motorrad oder Roller gefahren wurde, lässt sich die dort erreichte Schadenfreiheitsklasse übertragen. Das Gefährt muss aber mindestens 50 Kubikzentimeter haben.

2c. Auto als Zweitwagen versichern

Die günstigste Möglichkeit für junge Fahrer, in die Kfz-Versicherung einzusteigen ist, das eigene Auto als Zweitwagen der Eltern anzumelden. In der Regel wird der Wagen dann mit Schadenfreiheitsklasse (SF) ½ versichert, das entspricht immerhin schon etwa 75-80 Prozent an Beitragssatz. Andere Versicherer machen sogar noch lukrativere Angebote.

So bietet etwa die Huk 24 wie auch die DEVK an, den Wagen in Schadenfreiheitsklasse 4 zu versichern, allerdings nur unter strengen Bedingungen: Auch der Erstwagen muss dann beim Anbieter versichert und mindestens in SF4 eingestuft sein. Außerdem müssen alle Fahrer mindestens 23 Jahre alt sein. Die R+V24 bietet an, den Wagen in SF 2 zu versichern.

Um in die übliche SF ½ eingestuft zu werden, muss das erste Fahrzeug der Familie keineswegs zwingend beim selben Versicherer versichert sein! Später kann der Nachwuchs dann seinen Rabatt, den er als Hauptfahrer des Zweitwagens erworben hat, auf eine eigene Police übertragen lassen.

2d. Typklasse ins Visier nehmen

Ganz entscheidend für die Höhe der Versicherungsprämie ist auch die Typklasse, der das Auto zugeordnet ist. Typklassen gibt es in der Kfz-Haftpflicht- wie auch in der Voll- und Teilkaskoversicherung. Die Typklasse wird jedes Jahr neu für einen Fahrzeugtyp definiert.

Dabei wird das Schadenaufkommen jedes Autotyps unter die Lupe genommen. Fahrzeuge, die häufig in der Werkstatt landen, oft in Unfälle verwickelt oder beliebtes Diebesgut sind, wandern in eine höhere Typklasse. Je höher die Typklasse, desto höher die Versicherungsprämie.

Es lohnt sich also, vor dem Autokauf die Versicherungsprämie zu berechnen. Es gibt beliebte Anfängerautos, die aus genau diesem Grund oft einer hohen Typklasse zugeordnet sind. Möglicherweise ist es dann empfehlenswert, eher auf eine Familienkutsche zurückzugreifen, deren Versicherungsschutz weitaus günstiger ist.

Die Typklasse für ein Auto kann man hier abfragen: www.typklasse.de

2e. Tarifumfang reduzieren

Möglicherweise kann man auch beim Versicherungsumfang abspecken, um Prämie zu sparen. Häufig ist das erste Auto kein Neuwagen. Kauft man sich für 1.000 Euro ein Auto, das noch zwei Jahre TÜV hat, kann man auf einen Vollkaskoschutz getrost verzichten.

Einziger Haken: Wenn man das Auto verleiht und der Freund einen Totalschaden verursacht, gibt es keinen Versicherungsschutz, der den Schaden am eigenen Auto decken würde. Dieses Szenario sollte man mit Freunden vorher durchsprechen, bevor man sein Auto verleiht.

Man kann sich sogar überlegen, auf die Teilkaskoversicherung zu verzichten. Sie deckt Schäden, etwa durch Feuer oder Diebstahl ab. Bei einem Auto, das 1.000 Euro gekostet hat, könnte man den Totalverlust vielleicht verschmerzen. Glasschäden oder Schäden durch Marderbiss, die die Teilkasko auch übernimmt, müsste man dann aus eigener Tasche bezahlen. Das sind aber in der Regel keine immensen Summen.

3
 
Anbieter
Monatliche Rate
eff. Zins
p.a.
mtl. Rate
 
1.
441,04
2,85%
bonitätsabh.
441,04
2.
441,90
2,95%
2,45% - 2,95%
441,90
3.
442,24
2,99%
0,97% - 2,99%
442,24
Darlehensbetrag 20.000 €, Laufzeit 48 Monate

3. Sparmöglichkeit Telematik-Tarife

Einige Versicherer bieten inzwischen sogenannte Telematik-Zusatzbausteine an, die man zum Kfz-Tarif hinzubuchen kann. Auch so ein Tarif spart Versicherungsprämie. Telematik heißt, dass das Fahrverhalten aufgezeichnet wird. Wer umsichtig fährt, kann Geld sparen. Die Tarife heißen zum Beispiel Smart Driver (Huk) oder Bonus Drive (Allianz), Better Drive (Cosmos Direkt) oder Drive Check (Axa).

Versicherungsnehmer, die sich für den Telematik-Zusatzbaustein entscheiden, bekommen meist eine kleine Box ins Auto eingebaut, die das Fahrverhalten aufzeichnet, oder die Technik funktioniert einfach über eine Smartphone-App. Ermittelt werden beispielsweise Geschwindigkeitsüberschreitungen, starkes Beschleunigen oder Bremsen.

Die Daten werden über einen Dienstleister ausgewertet und dem Versicherungsunternehmen übermittelt. Der Fahrer bekommt bei umsichtigem Steuern Punkte gutgeschrieben. Auch die Anzahl der Nacht- und Stadtfahrten werden aufgezeichnet - sie wirken sich allerdings nachteilig auf den Punktwert aus.

Wer am Ende des Jahres einen guten Punktwert, erreicht hat, erhält eine Beitragsreduzierung. Liegt man unter dem Zielwert, muss man keine Prämie nachzahlen. Die Box muss der Versicherungsnehmer für rund 100 Euro kaufen.

Kritisch gesehen wird bei der Telematik oft die Datensicherung. Wichtig ist, dass der Datenschutz gewährleistet und das System transparent ist. Es muss für den Fahrer nachvollziehbar sein, welche Daten gesammelt werden, wie relevant sie für die Ermittlung des Beitrags sind und dass sie sicheres Fahren auch tatsächlich erfassen.

Das Gute an der Telematik: Die Technik kann den jungen Fahranfänger zu vorsichtigem Fahren erziehen. Der Fahrer kann jeweils seine Fahrt hinterher nachvollziehen und hat Einblick, wie er gefahren ist, und kann seinen Stil gegebenenfalls verbessern. Die Technik ermöglicht zusätzlich eine automatische Unfallmeldung: Kommt es zu einem Unfall, wird automatisch ein Notruf abgesetzt. Das funktioniert aber nur, wenn die Technik über eine im Auto installierte Box läuft.

Beispiel Kostenersparnis:

In der Regel sind mit Telematik Prämienersparnisse zwischen 15 und 30 Prozent möglich. Viele Versicherer bieten gleich zu Beginn eine zusätzliche einmalige zehnprozentige Beitragsreduzierung an, wenn man sich für den Tarif entscheidet.

Wählt der Versicherungsnehmer den Smart Driver-Tarif der Huk 24, reduziert sich beim Tarifbeispiel in Tabelle 1 unter Punkt 4 (Fahrer auf dem Familienauto mitversichert) die Versicherungsprämie auf 623 Euro im Jahr, was einer Ersparnis von 70 Euro im Jahr entspricht. Versichert der junge Fahrer den Wagen selbst, ist eine höhere Prämienersparnis möglich.

4. Preisbeispiele Beiträge

Tabelle 1*: Der Sohn, 18 Jahre, hat am Begleiteten Fahren teilgenommen und ist als Fahrer des Autos der Eltern mitversichert. Modellauto: Skoda Octavia (Diesel), Fahrleistung 15.000 Kilometer im Jahr, Schadenfreiheitsklasse 11 in der Haftpflichtversicherung, Teilkasko mit 150 Euro Selbstbeteiligung. Versicherungsbeginn 1.9.2017.

Anbieter

Tarif

Jahresprämie in Euro (gerundet)

Europa

Komfort

653

WGV

Himmelblau

691

Huk 24

Classic

693

DEVK

Komfort Schutz

748

HDI

Motor-Plus Online

787

Axa

Mobil online

820

Cosmos Direkt

Basis

879

VHV

Klassik Garant

912

Debeka

Top

1.017

Ergo

Kompakt

1.077

*Die Auswahl der Tarife soll lediglich einen Eindruck geben, wie groß die Preisspanne ist. Der Leistungsumfang der Tarife fand bei der Auswahl keine Berücksichtigung.
Quelle: biallo.de und eigene Recherchen/Stand: August 2017.

Tabelle 2*: Der Sohn, 18 Jahre, hat am Begleiteten Fahren teilgenommen und versichert sein erstes eigenes Auto: einen VW Polo IV, 60 PS, Baujahr 2009, Fahrleistung 10.000 Kilometer im Jahr, Teilkasko mit 150 Euro Selbstbeteiligung. Versicherungsbeginn 1.9.2017

Anbieter

Tarif

Jahresprämie in Euro (gerundet)

Axa

Mobil online

1.331

Europa

Komfort

1.388

Huk 24

Classic

1.541

Feuersozietät

Vario

1.824

Allsecur

Basis

2.007

Ergo

Kompakt

2.146

HDI

Motor Basis Online

2.174

Cosmos Direkt

Basis

2.176

VHV

Klassik Garant

2.356

Debeka

Standard

2.974

*Die Auswahl der Tarife soll lediglich einen Eindruck geben, wie groß die Preisspanne ist. Der Leistungsumfang der Tarife fand bei der Auswahl keine Berücksichtigung.
Quelle: biallo.de und eigene Recherchen/Stand: August 2017

Tabelle 3: Optionen, um den Beitrag zu senken, am Beispiel des Huk 24-Tarifs, der üblicherweise bei obigem Beispiel 1.541 Euro an Jahresprämie kostet.

Optionen

Jahresprämie in Euro

Einsparung in Euro

Der Fahrer verzichtet auf die freie Werkstattwahl.

1.522

19

Der Fahrer verzichtet auf die Teilkaskoversicherung.

1.522

19

Der Fahrer verzichtet auf die freie Werkstattwahl und nimmt am Smart Drive Programm teil (Telematik).

1.370

171

Der Fahrer versichert das Auto als Zweitwagen der Eltern.

1.252

289

Der Fahrer versichert das Auto als Zweitwagen der Eltern, nimmt am Smart Drive Programm teil und verzichtet auf die freie Werkstattwahl.

1.109

432

Quelle: eigene Recherche/Stand August 2017

5. Versicherer wechseln – so funktioniert es

Wer den Versicherer wechseln möchte, muss die Kündigungsfrist einhalten. Die meisten Kfz-Policen laufen jeweils zum 31. Dezember aus und verlängern sich automatisch um ein weiteres Jahr, wenn der Versicherungsnehmer nicht kündigt. Aber aufgepasst: Manchmal endet der Vertrag auch mitten im Jahr – Versicherungsnehmer sollten in ihre Unterlagen schauen, um den Termin nicht zu verpassen. Kündigen kann man jeweils einen Monat vorher.

Bei Policen, die zum 31. Dezember enden, ist der späteste Zeitpunkt für eine Kündigung der 30. November. Zu diesem Termin muss dem Versicherer die Kündigung bereits vorliegen. Die Kündigung muss schriftlich erfolgen, am besten per Einschreiben mit Rückschein.

  • Achtung: Um einen lückenlosen Versicherungsschutz zu gewährleisten, sollte man eine laufende Police erst dann kündigen, wenn bei einem anderen Unternehmen ein konkretes Angebot vorliegt.

Eine Police kann übrigens auch im Laufe des Jahrs gekündigt werden, beispielsweise nach einer Prämienerhöhung oder nach einem Schadenfall. Wird allerdings mitten im Jahr der Fahranfänger im Familienauto mitversichert, was die Prämie erhöht, ist das kein Kündigungsgrund. Der Versicherungsnehmer muss dann bis zum Laufzeitende warten, um den Versicherer zu wechseln.

  • Biallo-Tipp: Ein Versicherungswechsel kann im Einzelfall auch Nachteile haben, etwa wenn man bei seinem alten Versicherer Sonderkonditionen genießt, wie eine Sondereinstufung des Zweitwagens oder einen Rabattschutz. Diese kann man nämlich nicht auf den neuen Versicherer übertragen. Die Folge: Durch den Wegfall der Sonderkonditionen kann der neue Vertrag sogar teurer werden.

Diesen Beitrag stellen wir Ihnen auch als PDF-Dokument bereit. Sie können ihn hier herunterladen: "So sparen Fahranfänger bei der Kfz-Versicherung".

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während meines Studiums der Neueren Geschichte in München begann ich als freie Journalistin zu arbeiten, unter anderem für die Süddeutsche Zeitung. Im Jahr 2000 kam ich zu biallo.de, damals waren Versicherungsthemen für mich Neuland, über Gesundheitspolitik las ich in der Zeitung oder bekam die Auswirkungen als Patientin zu spüren.

Schnell stellte ich fest, dass der unverstellte Blick von außen durchaus von Vorteil ist bei der kritischen Aufbereitung dieser Themen. Bei Biallo schreibe ich noch immer über Versicherungen, Gesundheit und Soziales. Neuland sind diese Themen heute nicht mehr.

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Schnell stellte ich fest, dass der unverstellte Blick von außen durchaus von Vorteil ist bei der kritischen Aufbereitung dieser Themen. Bei Biallo schreibe ich noch immer über Versicherungen, Gesundheit und Soziales. Neuland sind diese Themen heute nicht mehr.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de