Was passiert mit Schadenfreiheitsjahren?

Dienstwagen nach Jobwechsel Was passiert mit Schadenfreiheitsjahren?

Max Geißler
von Max Geißler
27.02.2017
Auf einen Blick
  • Bei einem Dienstwagen fallen die erfahrenen Schadenfreiheitsjahre meist an die Firma.
  • Individuelle Vereinbarungen mit dem Chef können das verhindern.
  • Kulante Versicherungen übernehmen unter bestimmten Bedingungen die unfallfreien Jahre.
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Dienstwagen, die auch private Nutzung erlauben, bringen Arbeitnehmern viele Vorteile: Der Angestellte muss weder das Auto kaufen noch sich um Wartung, Reparaturen und die Benzinrechnung kümmern. In vielen Firmen können Angestellte auch im Auslandsurlaub auf Betriebskosten fahren.

Ganz umsonst ist die Firmenkutsche allerdings nicht: Als Gegenleistung für den geldwerten Vorteil muss der Arbeitnehmer monatlich ein Prozent des Listenpreises versteuern. Unterm Strich ist das aber nur ein Bruchteil dessen, was Anschaffung und Unterhalt eines eigenen Autos ansonsten kosten.

Eine Tücke birgt der Firmenwagen in Sachen Versicherungsschutz. Die Kfz-Versicherung läuft nämlich in der Regel auf den Namen des Arbeitgebers. Folge: Dieser erwirbt die sogenannten Schadenfreiheitsjahre, die im Lauf der Zeit den Versicherungsbeitrag deutlichen reduzieren.

Scheidet der Arbeitnehmer nach Jahren aus dem Job aus und hat künftig keinen Anspruch mehr auf einen Dienstwagen, kann er selbst bei jahrelanger Unfallfreiheit die Schadenfreiheitsjahre nicht für sich nutzen. Im ungünstigsten Fall muss er mit einer eigenen Kfz-Versicherung quasi bei null anfangen - das wird teuer.

So bleibt die Kfz-Versicherung günstig

Eine Möglichkeit, die Versicherungsprämie in Grenzen zu halten, besteht, wenn Sie vor dem Dienstwagen bereits ein eigenes Auto hatten. Liegt dies nicht länger als sieben Jahre zurück, setzen alle Versicherer die frühere Schadenfreiheitsklasse wieder ein. Das gilt auch bei einem Wechsel zu einer anderen Gesellschaft.

Viele Gesellschaften erlauben auch längere Unterbrechungen oder setzen gar kein zeitliches Limit. Um Überraschungen auszuschließen, sollten Sie sich vorher erkundigen, wie die neue Gesellschaft verfährt. Wichtig ist, dass der Vorversicherer die bisherige Schadenfreiheitsklasse bestätigt. Nachteil der Wiedereinsetzung in den alten Stand: Die unfallfreien Jahre mit dem Dienstwagen sind trotzdem verloren.

Anders sieht es aus, wenn der Chef keinen Rahmenvertrag über viele Dienstwagen mit der Versicherung hat, sondern lauter Einzelverträge. Dann kann er die Schadenfreiheitsklasse auf Wunsch an den ausscheidenden Mitarbeiter abtreten.

Aus Firmensicht ist dies aber nur sinnvoll, wenn der Angestellte seine private Schadenfreiheitsklasse bei Anmeldung des Dienstwagens auf die Firma übertragen hatte. War dies nicht der Fall, wird die Kfz-Police für den nächsten Dienstwagen teuer.

Versicherer kann Schadenfreiheitsjahre anerkennen

Am besten ist es, wenn Sie eine Versicherung finden, die die schadenfreien Dienstwagen-Jahre auch für die private Kfz-Police übernimmt. Dazu sind die Gesellschaften durchaus bereit, allerdings müssen einige Bedingungen erfüllt sein. So muss der bisherige Dienstwagen ein Pkw gewesen sein, kein Lieferwagen oder LKW.

Der Versicherungsnehmer muss den Firmenwagen an mindestens 150 Tagen im Jahr genutzt haben und zwischen Jobende und privater Pkw-Nutzung dürfen nicht länger als sechs Monate liegen. Zudem muss über den Zeitraum, in dem das Dienstfahrzeug regelmäßig genutzt wurde und die in den vergangenen drei Jahren angefallen Schäden, eine Bestätigung des Arbeitgebers vorliegen.

Nachteil: Nicht alle Versicherer bieten diese Option an. Hier sollten Sie sich vor Vertragsabschluss schlau machen, ob und gegebenenfalls wie viele Schadenfreiheitsjahre die Gesellschaft übernimmt. 

Biallo-Tipp:

Preisgünstige Versicherungsgesellschaften finden Sie in unserem Vergleich zur Kfz-Versicherung.

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Max Geißler
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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de