Diese Banken schützen Ihr Geld am besten

Internetkriminalität Diese Banken schützen Ihr Geld am besten

Manfred Fischer
von Manfred Fischer
02.01.2017
Auf einen Blick
  • Die allermeisten Banken bieten zumindest ein Verfahren für das Online-Banking, das Experten als sehr sicher einstufen.

  • Was die Auswahl an sicheren Online-Banking-Verfahren angeht, gibt es große Unterschiede zwischen Anbietern.

  • Direktbanken  informieren Kunden im Schnitt besser über Belange der Kontosicherheit als Filialbanken. 

 

 

Artikelbewertung
Teilen
Schrift

Manipulierte Apps, Phishing-Mails, Fake-Profile auf Facebook – die Methoden sind vielfältig und  funktionieren erschreckend oft. Allein durch Phishing verursachten Hacker im Jahr 2015 einen Schaden in Höhe von fast 18 Millionen Euro. Die kriminelle Energie der Angreifer zwingt Geldhäuser, ihre Online-Banking-Verfahren so sicher wie nur möglich zu machen. Eine Studie des Hamburger Instituts S.W.I. Finance  zeigt, wie unterschiedlich Banken aufgerüstet haben.

Im Auftrag des Handelsblattes checkten die Forscher das Online-Banking der zehn größten Direktbanken, der sechs größten Filialbanken und der jeweils größten Sparkasse sowie Volks- und Raiffeisenbank. Getestet wurden zum einen die Sicherheits- und Legitimationsverfahren, zum anderen stand die Kundenkommunikation beim Thema Sicherheit im Fokus.

Wie viele sichere Verfahren bietet die Bank?

In beiden Kategorien fördert die Studie extreme Unterschiede zutage. Unterschiede, die aus Kundensicht nicht zwangsläufig kritisch sind - aber werden könnten.

Auf Platz eins im Ranking bei den Direktbanken landet "1822 direkt". Deren Technik schneidet im Test mit 74 von 100 möglichen Punkten ab. Die Kundenkommunikation – via Telefon, Mail und Facebook – erhält 80,5 von 100 Punkten. Insgesamt kommt die Direktbank auf 75,9 Punkte; die Teilergebnisse fließen zu 70 beziehungsweise 30 Prozent in das Gesamtergebnis ein.

Auf den Plätzen dahinter folgen Comdirect (68,6 Punkte), die Deutsche Kreditbank (67,6 Punkte), die GLS Bank (66,5 Punkte) und Consorsbank (64,2 Punkte). Die rote Laterne bekommt die Augsburger Aktienbank mit 21,9 Punkten.

 

AnbieterPunkte (gesamt)RangSicherheitsverfahren (Punkte) (70 % Anteil an der  Gesamtpunktzahl)Informationsqualität (Punkte) (30% Anteil an der Gesamtpunktzahl)
1822direkt75,9174,080,5
comdirect bank68,6262,084,2
Deutsche Kreditbank67,6368,066,7
GLS Bank66,5467,564,1
Consorsbank64,2559,976,4
norisbank63,7663,065,3
Volkswagen Bank59,3755,069,4
ING-Diba57,3848,079,1
Wüstenrot Direkt 53,3946,070,3
Augsburger Aktienbank21,9105,061,3
 

Auffällig ist die Spannbreite in der Bewertung der Sicherheitsverfahren. Sie reicht von 46 bis 74 Punkten. Die Augsburger Aktienbank fällt mit fünf Punkten aus dem Rahmen. Grund für das schlechte Abscheiden: Das Geldhaus bietet kein Online-Verfahren, das die Sicherheitskriterien der S.W.I.-Experten zu 100 Prozent erfüllt. Alle anderen getesteten Direktbanken stellen ihren Online-Kunden zumindest ein solches Verfahren bereit.

Dass die Topplatzierten in dem Vergleich ihre Wettbewerber ausstechen, liegt daran, dass ihr Online-Banking-Angebot breiter aufgestellt ist. 16 Verfahren sind in der Studie als Maßstab angelegt, von der iTAN-Liste über mTAN und Photo-TAN bis hin zum „virtuellen Keyboard“. Die Verfahren sind jeweils unterschiedlich mit Punkten gewichtet. Photo-TAN oder QR-TAN fallen mit sechs Punkten ins Gewicht. Die einfache TAN-Liste ist mit 0 Punkten bewertet.

Anzahl "nicht entscheidend"

Die Zahl der Online-Verfahren für "nicht entscheidend" hält man bei der ING-Diba. „Alle unsere Online-Banking-Verfahren sind so sicher wie nur möglich“, sagt Zsofia Köhler, Pressesprecherin von Deutschlands größter Direktbank. Kunden könnten sich zudem auf das „Sicherheitsversprechen“ der Bank verlassen. Wenn Cyberkriminelle das Konto manipulierten, gebe es das Geld zurück.

Inzwischen Standard: Knapp 80 Prozent der getesteten Geldhäuser bieten das mTAN-Verfahren an, bei dem Kunden die Transaktionsnummer per SMS erhalten. Mehr als Hälfte haben auch Legitimationsverfahren, die an der Schnittstelle zwischen Mobile- und Online-Banking ansetzen wie etwa pushTAN.

 

AnbieterPunkte (gesamt)RangSicherheitsverfahren (Punkte) (70% Anteil an der Gesamtpunktzahl)Informationsqualität (Punkte) (30% Anteil an der Gesamtpunktzahl)
Postbank70,5172,067,0
Berliner Volksbank70,4269,073,5
Deutsche Bank70,3372,066,2
Hamburger Sparkasse69,4468,872,5
Hypo Vereinsbank68,9567,073,3
Santander Bank60,7660,062,2
Commerzbank58,4766,040,7
Targobank30,6813,071,8
(Quelle: S.W.I. Finance)

Unter den Filialbanken punktet die Postbank am häufigsten. Was die Sicherheitsverfahren betrifft, erreicht sie 72 Punkte, für ihre Kundenkommunikation heimst sie 67 Punkte ein. Auf Platz zwei folgt das Online-Banking der Berliner Volksbank, dahinter rangieren die Angebote der Deutschen Bank und Hamburger Sparkasse. Das Schlusslicht markiert die Targobank mit 13 Punkten.

Stark zu wünschen übrig lässt die Informationsqualität der Studie zufolge bei der Commerzbank, das Institut erreicht in der Kategorie nur 40,7 Punkte, der Durchschnitt liegt bei 61 Punkten.

Insgesamt scheiden die Direktbanken bei der Analyse der Informationsqualität besser ab als die Filialbanken. Der Vorsprung der Direktbanken sei „bei den Kontaktkanälen Telefon und E-Mail besonders zu beobachten“, resümieren die Marktforscher.

Ihre Meinung ist uns wichtig
Manfred Fischer
Manfred Fischer
Autor
Jetzt Artikel bewerten
E-Mail an den Autor
Manfred Fischer
Manfred Fischer
E-Mail an den Autor
Artikelbewertung
Teilen
Drucken
Zur Startseite
Manfred Fischer
Manfred Fischer
E-Mail an den Autor
Newsletter
Keine News mehr verpassen
Bitte geben Sie eine korrekte E-Mail Adresse ein:
Unsere Datenschutzerklärung finden Sie hier.

Regeln für das Schreiben von Kommentaren:

  1. Kommentieren Sie sachlich und ohne persönliche Angriffe.
  2. Verfassen Sie keine Beiträge mit strafbarem, diskriminierendem, rassistischem, anstößigem, beleidigendem oder kommerziellem Inhalt und verweisen Sie nicht auf Seiten mit solchem Inhalt.
  3. Stellen Sie weder zu lange Texte noch Bilder ein, außer, wenn es unbedingt nötig ist.
  4. Veröffentlichen Sie keine personenbezogenen Daten Dritter, wie Namen, Adressen, Telefonnummern oder E-Mail-Adressen.
  5. Wenn Sie persönliche Mitteilungen oder Texte anderer Verfasser einstellen oder Kommentare anderweitig veröffentlichen möchten, beachten Sie die Rechte Dritter. Bei einer Verletzung dieser Rechte (z.B. Persönlichkeitsrecht, Urheberrecht, Datenschutz) haften Sie.
  6. Sie haben die Möglichkeit, Ihren Benutzernamen frei zu wählen. Sie sollten aber im eigenen Interesse markenrechtlich geschützte Namen vermeiden.

Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de