Jede zehnte Sparkasse macht dicht
 
Filialsterben

Jede zehnte Sparkasse macht dicht

03.01.2017
Auf einen Blick
  • Filialsterben in Deutschland schreitet voran. Niedrigzinsen und Konkurrenzdruck veranlassen immer mehr Geldhäuser, ihre Zweigniederlassungen zu schließen.
Filialsterben: Die Sparkassen haben bundesweit zwar immer noch das größte Filialnetz, doch immer mehr Zweigstellen fallen dem Kostendruck zum Opfer.

Allein in Bayern hat 2016 fast jede zehnte Sparkassen-Zweigstelle ihre Türen zugemacht. Bundesweit fällt in manchen Regionen sogar jede dritte Filiale weg. Zu diesem Ergebnis kommt eine Recherche der Süddeutschen Zeitung.

Die Gründe für das Filialsterben liegen auf der Hand: Zum einen drückt das anhaltende Niedrigzinsniveau auf die Gewinne der Geldhäuser. Zum anderen wandern immer mehr Kunden zu den kostengünstigeren Direktbanken ab. Nicht zuletzt auch, weil Online-Banking immer beliebter wird.  

Gebührenerhöhungen contra Gratisleistungen

Dabei stecken die Sparkassen und Volksbanken in einem Dilemma: Die jüngsten Negativschlagzeilen um Strafzinsen und Gebührenerhöhungen lassen die Direktbanken wie den lachenden Dritten aussehen. Schließlich bieten Comdirect, DKB, ING-Diba oder auch Norisbank ihr Girokonto nach wie vor gratis an, inklusive Girocard und Kreditkarte. Grund: Direktbanken kommen ohne Filialnetz und daher mit deutlich weniger Personal aus. Die Kostenersparnisse können sie an die Kunden weitergeben.

Filialbanken bei Senioren nach wie vor beliebt

Nachteil der Direktbanken: Sie bieten keinen persönlichen Ansprechpartner. Mit ein Grund, warum viele Senioren (84 Prozent) immer noch ihrer Hausbank vor Ort vertrauen. Lediglich jeder Zehnte (9 Prozent) ist Kunde einer Direktbank. Das ergibt eine jüngste Umfrage der Deutschen Seniorenliga in Zusammenarbeit mit der Verbraucherzentrale Bremen unter 430 Bankkunden über 50 Jahre.

1.000 Filialen schließen jährlich

Das Filialsterben dürfte sich vor allem in ländlichen Regionen weiter verschärfen. Die Bank um die Ecke gibt es schon jetzt vielerorts nicht mehr. Bankkunden in kleinen Gemeinden können sich glücklich schätzen, wenn überhaupt noch ein Bankautomat in ihrem Dorf existiert. Laut Bundesbank hat sich die Zahl der Zweigstellen von 2006-2015 um 10.000 auf nur noch 34.000 Filialen reduziert. Macht im Schnitt 1.000 Filialen, die jedes Jahr geschlossen werden. Hält dieser Trend an, dürfte der Seniorenanteil im Kundenstamm der Direktbanken bald spürbar zulegen.

Biallo-Tipp

Nicht erst, wenn Ihre Filialbank vor Ort schließt, sollten Sie einen Wechsel zu einer Direktbank in Erwägung ziehen. Damit sparen Sie sich nämlich die Kontoführungsgebühren und profitieren zugleich von den günstigsten Dispozinsen am Markt. Noch nie war ein Girokonto-Wechsel so einfach wie heute.



  Sebastian Schick


 
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