Sparkassen und Volksbanken auf dem Sprung

Gebühren ohne Ende? Sparkassen und Volksbanken auf dem Sprung

Horst Biallo
von Horst Biallo
03.12.2016
Auf einen Blick
  • Kunden von Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken konnten die Bankautomaten bislang kostenlos benutzen.

  • Jetzt drehen immer mehr der Geldhäuser an der Gebührenschraube.

  • Auch andere Dienstleistungen gibt es nicht mehr umsonst.

   

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„Das Thema Preiserhöhungen wird weitergehen“, prophezeit denn auch Oliver Mihm, Chef der Beratungsfirma Investors Marketing. „Viele Geldhäuser haben den Schritt bereits gemacht, aber es wird weiter Gebührenanpassungen geben.“ Und diese finden vor allem dort statt, wo sie am leichtesten durchzuführen sind: beim Girokonto.

Über Jahrzehnte galten für die regionalen Banken und Sparkassen drei eherne Grundsätze:

  • Online-Überweisungen sind für die Kunden kostenlos.
  • Die EC-Karte bzw. Girokarte zumindest für den Kontoinhaber ist in der monatlichen Pauschale enthalten.
  • Bargeldabhebungen an den Sparkassen-Automaten bzw. dem Verbund der Volks- und Raiffeisenbanken sind gebührenfrei.

Gebühren für Karten und Überweisungen

Doch diese schönen Grundsätze sind nun Makulatur. Dafür ein paar Beispiele: Die Berliner Sparkasse nimmt 30 Cent je Online-Überweisung, 20 Cent verlangt die Kreissparkasse Garmisch-Partenkirchen. Bei der Aachener Bank sind es sogar bis zu 40 Cent.   Die Berliner Sparkasse langt auch bei den Karten kräftig zu: 8,50 Euro nimmt sie für die BankCard und sogar 39,00 Euro für die Kreditkarte. Die Aachener Bank verlangt 7,50 Euro für die BankCard und 20 Euro für die Kreditkarte.

3
 
Karte
Anbieter
Jahresgeb.
Sollzinssatz
 
1.
1plus Visa-Card
0,00
13,16%
2.
Gebührenfrei MasterCard GOLD
0,00
18,36%
3.
payVIP Mastercard GOLD
0,00
18,36%
mit Girokontenbindung

Am erstaunlichsten ist jedoch, dass bei den ersten Sparkassen sowie Volksbanken die kostenlose Bargeldversorgung abgeschafft wurde. Die Berliner Sparkasse übernimmt hier eine Vorreiterrolle: Wer sich für das etwas günstigere Kontomodell „Giro Individual“ entscheidet, wird auf der anderen Seite mit 30 Cent je Geldabhebung am Automaten bestraft.

Noch brutaler geht die Kasseler Bank mit ihren Kunden um. Die ersten fünf Barabhebungen an ihren Automaten ist kostenlos. Danach wird der Kunde um satte 2,25 Euro erleichtert. Gebühren gibt es auch schon bei:

  • Stadtsparkasse München
  • Aachener Bank
  • Sparkasse Chemnitz
  • Kreissparkasse Garmisch-Partenkirchen


Weitere werden sicher bald folgen. Verbraucher, die sich darüber ärgern, haben es seit diesem Jahr leichter, ein Girokonto zu wechseln. Die neue Bank nimmt ihnen die ganze Arbeit ab, so dass der Wechsel vollautomatisch geschieht.

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Horst Biallo
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Herausgeber und Gründer biallo.de
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Jahrgang 1954, studierte Wirtschaft und absolvierte eine Ausbildung zum Wirtschaftsjournalisten bei der Tageszeitung Die Welt. Später machte er sich selbstständig, schrieb für Wirtschaftswoche, Stern und zahlreiche Tageszeitungen. Er ist Autor mehrerer Fachbücher, u.a. "Die geheimen deutschen Weltmeister" und "Die Doktormacher". Im Jahr 1999 gründete er das Verbraucherportal www.biallo.de, vier Jahre später www.geldsparen.de und 2009 www.biallo.at. Horst Biallo ist verheiratet und hat drei Kinder.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de