Krankenkassenwechsel

Ein Kassenwechsel bringt Vorteile

Auch wenn weit über 90 Prozent der Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen bei allen gleich sind, lohnt es sich, über einen Wechsel nachzudenken. Die Vorteile liegen auf der Hand:

  • Sparen: Die Kassen erheben unterschiedlich hohe Zusatzbeiträge. Die Differenz zwischen einer teuren und einer günstigen Kasse kann je nach Einkommen bei mehreren Hundert Euro im Jahr liegen.

  • Bessere Versorgung: Versicherte können sich ein Plus an medizinischer Versorgung sichern, weil die Kassen individuelle Zusatzleistungen anbieten.

  • Service: Eine Kasse mit gutem Service zahlt sich im Krankheitsfall aus.

Jeder Versicherte hat das Recht auf einen Kassenwechsel, unabhängig von Alter oder Vorerkrankungen. Ein Wechsel ist völlig unkompliziert.

Krankenkassen: Was steigende Beiträge mit einem Kassenwechsel zu tun haben

Gesetzlich Krankenversicherte bezahlen alle einen einheitlichen Krankenkassenbeitrag von 14,6 Prozent auf ihr Bruttoeinkommen. Diesen Betrag teilen sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber zu je 7,3 Prozent. Zusätzlich kann jede Kasse seit 2015 einen Zusatzbeitrag erheben, den der Versicherte bislang alleine bezahlen muss. SPD und Union haben sich in ihren Sondierungsgesprächen allerdings bereits darauf geeinigt, dass der Zusatzbeitrag zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer paritätisch aufgeteilt werden soll.

Wie hoch der Zusatzbeitrag ausfällt, bestimmt jede Kasse selbst. Derzeit verlangt die günstigste Kasse einen Zusatzbeitrag in Höhe von 0,3 Prozent, die teuerste 1,7 Prozent. Im Durchschnitt liegt der Zusatzbeitrag im Jahr 2018 bei 1,0 Prozent vom Bruttoeinkommen. Eine Übersicht über die aktuellen Zusatzbeitragssätze der einzelnen Krankenkassen finden Sie als PDF-Datei auf der Internetseite des GKV-Spitzenverbandes.

Rechenbeispiel: Bei einem Einkommen von 3.000 Euro im Monat fallen bei einem Beitragssatz von 14,6 Prozent 438 Euro an Beitrag an. Davon bezahlt der Arbeitgeber 219 Euro im Monat, der Versicherte ebenfalls 219 Euro. Bei einem Zusatzbeitrag von 1,0 Prozent fallen überdies 30 Euro im Monat an, die der Versicherte alleine zahlen muss. Das macht im Jahr 360 Euro aus. 

Entwicklung der Zusatzbeiträge

Im Jahr 2018 hat der Gesetzgeber den Durchschnittsbeitragssatz um 0,1 Prozentpunkte gesenkt, von 1,1 auf 1,0 Prozent. Das heißt nicht, dass die Kassen nachziehen und ihren Beitragssatz ebenfalls senken. Vielmehr bleibt er bei den meisten Kassen auch 2018 unverändert auf dem Niveau des Vorjahres. Dennoch müssen Versicherte langfristig mit weiteren Beitragssteigerungen rechnen. Der GKV-Spitzenverband geht davon aus, dass der Durchschnittsbeitrag auf 1,8 Prozent in den kommenden Jahren steigen wird.

Fazit: Die steigenden Kassenbeiträge sind ein guter Anlass, über einen Wechsel nachzudenken. Durch den Wechsel zu einer günstigeren Kasse können Versicherte bares Geld sparen und sich obendrein mehr Leistungen sichern.

Rechenbeispiel Sparpotential

Die HKK ist derzeit die günstigste bundesweit geöffnete Krankenkasse. Sie verlangt einen Zusatzbeitrag von 0,59 Prozent. Ein Wechsel von der DAK (1,5 Prozent) zur HKK bringt bei 3.000 Euro Bruttoeinkommen eine Ersparnis von fast 330 Euro im Jahr.

Die Tabelle zeigt auf, wie hoch der Zusatzbeitrag bei den fünf größten Krankenkassen ist und was das im Jahr an Zusatzkosten ausmacht bei einem monatlichen Bruttoeinkommen von 3.000 Euro.

So viel Zusatzbeitrag verlangen die 5 größten gesetzlichen Krankenkassen 2018

KrankenkasseZusatzbeitrag in % So viel macht der Zusatzbeitrag im Jahr 2017 aus bei 3.000€ Bruttoeinkommen
Techniker0,9324 Euro
Barmer1,1396 Euro
DAK1,5540 Euro
AOK Bayern1,1396 Euro
AOK Baden-Württemberg1,0360 Euro

Quelle: Biallo.de/Stand Januar 2018

Krankenkassen: Darauf kommt es beim Kassenwechsel an

Die Geldersparnis allein kann ein guter Grund für einen Kassenwechsel sein. Wer aber zusätzlich auf ein Plus an Leistung bei der medizinischen Versorgung wert legt, nimmt auch die Zusatzleistungen bei einem Wechsel in den Fokus. So gehen Geld sparen und mehr Leistung im optimalen Fall Hand in Hand.

Individuelle Zusatzleistungen

Mehr als 95 Prozent der Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen sind gesetzlich vorgeschrieben und damit bei allen Kassen gleich. Darüber hinaus können die Kassen Zusatzleistungen anbieten, ein freiwilliges Leistungsplus. Zusatzleistungen gibt es in verschiedensten Bereichen: 

Familien: mehr Leistungen bei Kinderwunschbehandlungen, zusätzliche Früherkennungsuntersuchungen in der Schwangerschaft, Kostenübernahme einer Hebammenrufbereitschaft, erweiterte Vorsorgeuntersuchungen für Kinder, zusätzliche Impfungen (siehe Tabelle 3).

Alternative Heilmethoden: Manche Kassen übernehmen Kosten für alternative Heilmethoden wie Homöopathie, Osteopathie oder Akupunktur in einem bestimmten Umfang, wenn ein Schulmediziner mit Zusatzausbildung die Behandlung durchführt. Ein Besuch beim reinen Heilpraktiker wird in der Regel nicht erstattet. Auch alternative Arzneimittel werden in bestimmtem Umfang übernommen (siehe Tabelle 1).

Zahnersatz und Zahnreinigung: Manche Kassen bezuschussen den teuren Zahnersatz umfangreicher. Einige bieten etwa bestimmte Behandlungsmethoden zu Festpreisen an. Eine Voraussetzung ist häufig, dass der Patient zu einem Zahnarzt wechselt, mit dem die Kasse die Sonderkonditionen ausgehandelt hat. Auch für die professionelle Zahnreinigung gibt es Zuschüsse bei Vertragszahnärzten. Manche Kassen bezahlen das Versiegeln der Backenzähne bei Kindern (siehe Tabelle 2).

Früherkennungsuntersuchungen: Bei einigen Anbietern gibt es ein zusätzliches Hautkrebsscreening ab 20 Jahren (Standard ist ab 35 Jahren) sowie zusätzliche Vorsorgeuntersuchungen für Kinder oder Schwangere (siehe Tabelle 3).

Haushaltshilfen: Manche Kassen gewähren Haushaltshilfen für einen längeren Zeitraum oder lockern die Voraussetzungen für eine solche Unterstützung, zum Beispiel gewähren manche Kassen die Hilfe bei schwerer Erkrankung, auch wenn kein Kind im Haushalt lebt, was üblicherweise die Voraussetzung ist. Das kann für allleinlebende, ältere Menschen interessant sein.

Reiseimpfungen: Wer privat viel auf Reisen geht und besonderen Impfschutz benötigt, kann viel Geld sparen, wenn eine Kasse Reiseimpfungen begleicht wie gegen Cholera, Diphtherie, Gelbfieber oder Typhus (Tabelle 2).

Zweitmeinung: Eine zweite Arztmeinung darf der Patient immer einholen. Manche Kassen bieten aber bei bestimmten Erkrankungen oder vor einer OP an, einen weiteren Experten zu vermitteln, leiten die Unterlagen weiter und helfen so, eine rasche, weitere Einschätzung zu erhalten (Tabelle 3).

Besondere Versorgungsprogramme: Die Kassen bieten bei bestimmten Beschwerden wie Migräne, Asthma, Depressionen, Essstörungen, Rückenbeschwerden, Brustkrebs etc. oft spezielle Behandlungsprogramme an, zum Beispiel eine nahtlos ineinandergreifende Behandlung, Vermittlung an Spezialisten oder Spezialkliniken (Tabelle 3).

Gesundheitskurse: Viele Kassen unterstützen gesundheitsbewusstes Verhalten. Wer Kurse in den Bereichen Bewegung (Aqua Aerobic, Nordic Walking etc.), Ernährung (zum Beispiel Koch- und Diätkurse) und Entspannung (BeYoga, Autogenes Training usw.) besucht, erhält bei vielen Kassen einen Zuschuss zur Kursgebühr. Die Voraussetzung: Der Kurs muss gewisse Qualitätsanforderungen erfüllen und von einem zertifizierten Trainer angeleitet werden. Einige Kassen bieten auch eigene Kurse an. Die Kosten dafür werden meist voll übernommen, für Kinder und Jugendliche ohnehin.

Bonusprogramme: Kassen bieten Programme an, bei denen Versicherte Bonuspunkte sammeln können, wenn sie sich gesundheitsbewusst verhalten. Punkte gibt es etwa für die Teilnahme an Vorsorgeuntersuchungen, für sportliche Aktivität, den Erwerb von Sportabzeichen, für das Nichtrauchen oder Abnehmen. Belohnungen winken in Form von Sach- oder Geldprämien. Jede Kasse hat ein individuelles Angebot (Tabelle 4).

Wichtige Infos zu den Zusatzleistungen

Keine Zuverlässigkeit: Jede Krankenkasse bietet ein eigenes Programm an Zusatzleistungen an. Diese kann sie jederzeit wieder kürzen oder sie kann auch neue anbieten.

Nachfragen lohnt sich: Der Versicherte kann sich selbst auf die Suche machen und die Webseiten der Kassen durchforsten. Ist er fündig geworden, lohnt es sich, telefonisch nachzufragen, ob die versprochene Leistung auch tatsächlich noch existiert oder vielleicht schon wieder aus dem Programm genommen wurde. Auch über unseren Krankenkassenrechner erfahren Sie, welche Extras eine Krankenkasse anbietet. In welchem Umfang die Leistung gewährt wird, bedarf einer konkreten Nachfrage im Einzelfall.

Voraussetzungen: Zusatzleistungen sind häufig mit Bonusprogrammen oder einer Teilnahme an speziellen Wahlprogrammen verknüpft, das heißt, der Versicherte kann sie bei manchen Kassen nur in Anspruch nehmen, wenn er an diesen Programmen auch teilnimmt.

Freiwillig Versicherte: Wer selbstständig ist, aber freiwilliges Mitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung ist, sollte überprüfen, ob die neue Krankenkasse interessante Krankengeldtarife als Wahltarife anbietet, wenn diese Absicherung nicht bei einer privaten Krankenversicherung bereits besteht.

Für einige Zusatzleistungen haben wir Tabellen zusammengestellt, was die fünf größten Krankenkassen jeweils anbieten. Diese Tabellen bilden nur eine journalistische Auswahl ab.

Tabelle 1: Zusatzleistungen alternative Heilmethoden

KrankenkasseDas wird erstattet (Auswahl)*

Techniker

Homöopathie: Erst- und Folgeanamnese, Fallanalyse (Arzneimittelauswahl), Kurzberatungen. Kostenübernahme 100 Prozent bis zu 24 Monate. Erneuter Anspruch 36 Monate nach Inanspruchnahme der ersten Leistung.
Osteopathie: 40 Euro pro Sitzung, begrenzt auf die tatsächlich entstandenen Kosten. Maximal drei Sitzungen pro Kalenderjahr.
Naturarznei: 100 Euro pro Kalenderjahr für Arzneimittel der Homöopathie, Phytotherapie oder Anthroposophie.
BarmerHomöopathie: Erst- und Folgeanamnese, Fallanalyse (Arzneimittelauswahl), Kurzberatungen. Maximale Erstattung 730 Euro.
Osteopathie und Akupunktur: Maximal 50 Euro Zuschussprämie jährlich bei erfolgreicher Teilnahme am Bonusprogramm "aktiv pluspunkten".
Osteopathie für Neugeborene: Budget von maximal 200 Euro je Schwangerschaft für Osteopathie bei Neugeborenen oder für Zusatzleistungen im Rahmen des "Familien-Plus-Paketes".
DAK Homöopathie: Kostenübernahme im Rahmen der Kostenerstattung. Alternativ, wenn die Leistung vertraglich nicht zur Verfügung gestellt werden kann oder eine zeitgerechte Behandlung als Vertragsleistung nicht möglich ist, Erstanamnese einmal jährlich und bis zu drei Folgeanamnesen je Halbjahr.
Osteopathie: Drei Sitzungen pro Kalenderjahr zu maximal 40 Euro im Rahmen des Gesundheitskontos.
Naturarzneimittel: 100 Euro für nicht verschreibungspflichtige apothekenpflichtige Naturheilarzneimittel der Homöopathie, Anthroposophie, Phytotherapie pro Jahr im Rahmen des Gesundheitskontos.
Kinesiologie:
30 Euro pro Jahr für kinesiologisches Taping bei Krankheites des Muskel-Skelett-Systems und des Bindegewebes, im Rahmen des Gesundheitskontos.
AOK BayernHomöopathie: 80 Prozent, maximal 30 Euro pro Jahr im Rahmen des Gesundheitsbudgets "mehr Vorsorge für mich". Nur für Arzneimittel auf Rezept.
AOK Baden-WürttembergHomöopathie: Erst- und Folgeanamnese. Erstanamnese einmal pro Kalenderjahr, Folgeanamnese nicht im selben Quartal wie Erstanamnese.
Homöopathische Arzneimittel: maximal 80 Euro pro Kalenderjahr. Nur für Arzneimittel auf Rezept.
Osteopathie: maximal 120 Euro (drei Sitzungen à 40 Euro) im Kalenderjahr. Nur für ärztliche Verordnung und Durchführung durch zugelassene Vertragspartner.

*Die Behandlung ist in den meisten Fällen von Medizinern mit Zusatzqualifikation auszuüben.
Quelle: Biallo.de/Stand Januar 2018

Tabelle 2: Zusatzleistungen Reiseimpfungen und Zahnersatz/Zahnreinigung

KrankenkasseReiseschutzimpfungenZahnersatz/Zahnreinigung**
TechnikerKostenübernahme aller empfohlenen Reiseimpfungen zu 100 Prozent.Kooperationsverträge mit Auslandskliniken für Zahnersatz, Beratung zum Zahnersatz inkl. Prüfung des Heilkostenplans.
Barmer100 Euro pro Jahr für u.a. Cholera, Gelbfieber, Hepatitis, Hirnhautentzündung, Malaria, Tollwut, Typhus. Impfberatung bei Reisen ins Ausland.Maximal 50 Euro Zuschussprämie im Jahr für professionelle Zahnreinigung bei erfolgreicher Teilnahme am Bonusprogramm "aktiv pluspunkten".
DAKKostenübernahme zu 50 Prozent bei Hepatitis A, Cholera, Typhus und Gelbfieber. Zusätzlich im Rahmen des Gesundheitskontos maximal 150 Euro im Jahr für Impfung gegen Meningokokken, Hepatitis B, Japanische Enzephalitis, Tollwut und Malaria Prophylaxe. Weiter Kostenübernahme bis zu 100 Euro im Rahmen des "DAK Fit & Travel".Regelversorgung bei Zahnersatz ohne Zuzahlung, wenn Bonusanspruch von 30 Prozent erfüllt ist (gemäß Bonusheft); Implantatversorgung zum Festpreis von 58 Euro; Kostenübernahme der Zahnreinigung bis maximal 60 Euro pro Jahr im Rahmen eines Gesundheitskontos.
Bis zu 80 Euro pro Jahr für Fissurenversiegelung für Prämolaren (kleine Backenzähne) im Rahmen eines Gesundheitskontos. Besondere Verträge zur Individualprophylaxe von Schwangeren und deren Kindern.
AOK BayernKostenübernahme zu 80 Prozent des Impfstoffs, maximal 100 Euro im Rahmen des Gesundheitsbudgets "mehr Vorsorge für mich" für Malariaprophylaxe, Hepatitis A und B, Gelbfieberimpfung, Tollwutimpfung, Typhusimpfung.Professionelle Zahnreinigung einmal im Jahr bis zu 40 Euro; Versiegelung der vorderen Backenzähne für Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre, einmalig bis zu 50 Euro. Beide Leistungen im Rahmen des Gesundheitsbudgets "mehr Vorsorge für mich".
AOK Baden-WürttembergAlle empfohlenen Reiseimpfungen, maximal 50 Euro pro Jahr.Zahnersatz über den Kooperationspartner www.zahngebot.de/aok zu ersteigern. In festgelegten Aktionszeiträumen ist über dieses Portal auch die professionelle Zahnreinigung ab 44 Euro zu erhalten.

**Nur Kostenübernahme bei Zahnärzten mit denen spezielle Verträge ausgehandelt wurden
Quelle: Biallo.de/Stand Januar 2018

Tabelle 3: Besondere Versorgungsformen und Übersicht ausgewählter Zusatzleistungen

KrankenkasseModellprojekte (Auswahl)Zusatzleistungen (Auswahl)
TechnikerTelefoncoaching bei Herzerkrankungen, Diabetes, Depressionen, Phobien und andere Angststörungen (auch Online-Coaches bei Burn-Out, Depressionen, Kopfschmerz, Diabetes, Schlafstörungen);
Beratungsangebot für psychisch Erkrankte; Beratungsangebot Alkoholkonsum bei Teenagern.
Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs; zusätzliche Kindervorsorgeuntersuchungen;
Hautkrebsscreening ab dem 20. Lebensjahr (in einigen Bundesländern auch früher).
BarmerOnline-Trainingzur Stärkung der psychischen Gesundheit bei Stress, Burnout und Depression;
Memore-Box: Konsole mit gesundheitsförderlichen Videospielen für Senioren;
Aktion Mütze: Bundesweites Projekt zur Kopfschmerzprävention an Schulen.
Hautkrebsscreening unter 35 Jahren;
Familien-Plus-Paket (bei Schwangerschaft 200 Euro für u.a. zusätzliche Ultraschalluntersuchungen, Screening auf Toxoplasmose, Geburtsvorbereitungskurs auch für Partner, Hebammenrufbereitschaft, Osteopathie für Neugeborene etc.);
Ärztliche Zweitmeinung vor Hüft-, Rücken- und Knieoperationen bei ausgewählten Experten.
DAKPräventionsprojekt "gesunde Schule"; Bewegungsprogramm für Brustkrebspatientinnen;
Betreuung für psychisch Erkrankte.
Künstliche Befruchtung (für die ersten drei Kinderwunschbehandlungen Übernahme von 100 Prozent der Kosten, wenn beide Ehepaare bei der DAK versichert sind);
Plus Leistungen für Schwangere: insgesamt neun Maßnahmen, maximal 100 Euro pro Jahr für Ersttrimester-Screening, Toxoplasmose-Test, zwei zusätzliche Ultraschalluntersuchungen (auch 4-D-Ultraschall) u.a.;
Gesundheitskonto: Maximal 180 Euro im Jahr für u.a. Osteopathie, Auslandschutzimpfungen, Hautscreening ab 18 Jahren, Gesundheitsuntersuchung (Check up) zwischen 18. und 35. Lebensjahr.
AOK BayernIGM-Lebensstilprogramm SINOCUR: gesündere Lebensweise;
PAula: Erweiterte Betreuung Risikoschwangerschaften;
Ärztliche Zweitmeinung bei künstlichem Kniegelenk und Diagnose Krebs;
Neue Wege zur Behandlung von Krankenhausinfektionen bei Kindern.
Hautkrebsscreening ab 18 Jahren, Übernahme von 80 Prozent der Kosten, maximal 25 Euro jedes zweite Kalenderjahr;
Partnerbegleitung bei der Geburtsvorbereitung, Übernahme von 80 Prozent der Kosten, maximal 75 Euro (beide Angebote im Rahmen des Gesundheitsbudgets "mehr Vorsorge für mich");
Hebammenrufbereitschaft: bis zu 250 Euro.
AOK Baden-WürttembergBehandlungsprogramm bei neuem Knie- und Hüftgelenk;
integrierte Versorgung Pflegeheime.
Facharztprogramm (Kardiologie, Gastroenterologie, Psychiatrie/Neurologie/Psychotherapie, Orthopädie, Urologie);
ärztliche Zweitmeinung (Onkologie, Orthopädie, Urologie);
AOK-Rückenstudios.

Quelle: Biallo.de/Stand Januar 2018

Tabelle 4: Bonusprogramme Prämienangebot

KrankenkassePrämien
TechnikerBarprämie oder doppelt so hohe, zweckgebundene Gesundheitsdividende (Extra-Budget für zusätzliche Gesundheitsleistungen, zum Beispiel professionelle Zahnreinigung, erweiterte Vorsorgeuntersuchungen).
Barmer30 Euro Geldprämie oder zweckgebundene Zuschuss-Prämie von 50 Euro für professionelle Zahnreinigung, osteopathische Behandlung, Sehhilfe oder Akupunktur.
DAKBarprämien bis zu 210 Euro im Jahr für u.a Vorsorgeuntersuchungen, Gesundheit-Check-up und Vereinssport; Zweckgebundene Prämie bis zu 252 Euro. DAK AktivBonus Junior bis zu 1626 Euro zum 18. Geburtstag.
AOK BayernÜber 80 Sachprämien für alle Kundengruppen.
AOK Baden-WürttembergSachprämien mit geldwertem Vorteil von 200 Euro (Erwachsene) bzw. 32 Euro (0-14 Jahre).
Geldprämien in der Staffelung 20 / 40 / 80 / 120 Euro.

Quelle: Biallo.de/Stand Januar 2018

Krankenkassen: Guter Service ist ein Qualitätsmerkmal

Zusätzlich zum Angebot der Zusatzleistungen, sollten Sie auch den Service unter die Lupe nehmen.

  • Gibt es eine Service- oder Geschäftsstelle vor Ort bzw. benötigen Sie eine?

  • Bietet die Kasse Hausbesuche durch einen Kassenvertreter an?

  • Gibt es eine 24-Stunden-Hotline, die vielleicht für Berufstätige im Schichtdienst wichtig sein kann?

  • Unterstützt die Krankenkasse Sie dabei, einen Facharzttermin zu erhalten?

Das sind einige Aspekte, die im Krankheitsfall wichtig sein können.

Wie gut die Serviceleistungen einer Krankenkasse sind, zeigt sich meist erst, wenn Sie krank werden und auf Unterstützung angewiesen sind. Nicht alle Kassen kümmern sich gleichermaßen kulant um ihre Mitglieder. Manche Versicherten müssen um jede Verordnungen beim Physiotherapeuten ringen, Widerspruch einlegen, um eine Leistung zu erhalten oder haben Probleme bei der Bewilligung einer Psychotherapie oder einer Reha-Behandlung. Wenn Sie solche Probleme kennen, ist es Zeit für einen Wechsel.

Tipp: Fragen Sie bei Freunden und Bekannten nach, welche Erfahrungen Sie mit Ihrer Krankenkasse im Krankheitsfall gemacht haben. Oder rufen Sie einfach bei einer Krankenkasse an und lassen sich beraten. So erhalten Sie auch einen Anhaltspunkt, ob Sie gut bedient werden.

Bewertung: Laut einer Untersuchung von Focus Money gelten die Techniker, die HEK, die IKK Südwest, die IKK Brandenburg und Berlin sowie die DAK als gute Krankenkassen (im Bereich Leistung, Finanzkraft, Service, Stand: Juni 2016). In anderen Bewertungen schneiden auch die Securvita sowie die AOK Baden-Württemberg, die AOK-Plus und die Techniker gut ab. Allerdings können solche Bewertungen nur Anhaltspunkte sein. Während ein Mitglied gute Erfahrungen mit einer Kasse macht, weil das Angebot gut auf ihn zugeschnitten ist, ist ein anderes Mitglied unzufrieden

So funktioniert der Kassenwechsel

Es gibt über 100 gesetzliche Krankenkassen in Deutschland, aber nicht alle stehen allen Versicherten offen. So sind die AOKs regional organisiert und jeweils für Versicherte geöffnet, die in dem jeweiligen Bundesland arbeiten oder leben. Auch viele BKKs sind regional organisiert oder nur für Mitarbeiter des jeweiligen Unternehmens.

So gehen Sie Schritt für Schritt vor: 

1. Kündigungsfrist

Versicherte können jederzeit die Krankenkasse wechseln, wenn Sie in der Regel mindestens 18 Monate lang Mitglied waren. Es gilt eine Kündigungsfrist von zwei Monaten zum Monatsende. Beispiel: Wenn Sie am 8. Februar kündigen, können Sie zum 1. Mai aus der Kasse austreten. Wichtig: wenn Sie einen Wahltarif (zum Beispiel Kostenerstattung) gewählt haben, gelten unter Umständen andere Kündigungsfristen, maximal drei Jahre.

2. Sonderkündigungsrecht

Wer noch keine 18 Monate Mitgliedschaft bei seiner Krankenkasse vorweisen kann, darf trotzdem wechseln, sobald die Kasse den Beitrag erhöht. Dann gilt ein Sonderkündigungsrecht. Die Erhöhung des Zusatzbeitrags muss die Kasse nur einen Monat vorher ankündigen. Bis der Beitrag zum ersten Mal fällig wird, haben Sie Zeit, zu kündigen. Es greift dann aber trotzdem die zweimonatige Kündigungsfrist. Der Zusatzbeitrag ist aber bei der alten Kasse so lange zu zahlen, bis die Kündigung greift.

3. Auswahl

Vor der Wahl eines neuen Anbieters sollten Sie sich im Vorfeld ausführlich persönlich beraten lassen.

4. Kündigung

Schicken Sie an Ihre bisherige Krankenkasse eine schriftliche Kündigung Ihrer Mitgliedschaft, am besten per Einschreiben.

5. Antrag

Innerhalb von 14 Tagen erhalten Sie eine Bestätigung, dass die Kündigung eingegangen ist. Diese legen Sie der neuen Krankenkasse vor, samt Mitgliedsantrag.

6. Mitgliedsbestätigung

Von der neuen Kasse erhalten Sie eine Mitgliedsbestätigung, die Sie Ihrem Arbeitsgeber vorlegen müssen. Freiwillig Versicherte legen das Schreiben Ihrer bisherigen Krankenkasse vor, damit die Kündigung wirksam ist.

Die häufigsten Fragen zum Wechsel der gesetzlichen Krankenkassen

Kann ich auch während einer laufenden Behandlung die Kasse wechseln (zum Beispiel Kiefernorthopädie, Zahnbehandlung etc.)?

Die Leistungserbringer rechnen dann einfach mit der neuen Kasse ab. Versicherte sollten während einer laufenden Behandlung den Arzt rechtzeitig informieren und schnellstmöglich die neue Versichertenkarte vorlegen. Achtung: Zusatzleistungen der alten Krankenkasse können durch einen Wechsel natürlich wegfallen, sofern die neue Krankenkasse diese nicht anbietet.

Ich bin schon älter und habe chronische Krankheiten – ist ein Wechsel dann überhaupt möglich?

Ein Wechsel ist immer und für alle möglich, ohne dabei Nachteile zu erfahren. Es gilt ein Annahmezwang in der gesetzlichen Krankenversicherung.

Gibt es Formvorgaben für das Kündigungsschreiben?

Entweder bietet die Krankenkasse ein Musteranschreiben an oder Sie können es selbst formulieren. Nennen Sie Ihre Adresse, Ihre Versichertennummer und das Geburtsdatum in dem Schreiben. Schreiben Sie, dass Sie zum nächstmöglichen Zeitpunkt kündigen wollen und gegebenenfalls ein Sonderkündigungsrecht in Anspruch nehmen. Setzen Sie Datum und Unterschrift darunter.

Was ist, wenn die neue Krankenkasse auch ihre Beiträge erhöht – kann ich dann wieder wechseln?

Ja, das funktioniert. Es gelten dann aber wieder die Kündigungsfristen wie oben aufgeführt.

Können auch mitversicherte Familienmitglieder von Zusatzleistungen und Prämien im Bonusprogramm profitieren?

Ja, die Zusatzleistungen stehen allen offen. Die meisten Kassen bieten auch Bonusprogramme für alle Altersgruppen und auch in der Familienversicherung an. Für Kinder gelten aber oft andere Prämienprogramme als für Erwachsene.

Wie stelle ich den Wechsel an, damit keine Versicherungslücke entsteht?

Das funktioniert automatisch. Sobald Sie die Kündigung ausgesprochen haben, bleiben Sie trotzdem so lange versichert, bis die Mitgliedschaft bei der neuen Kasse greift. Und sollte es dort irgendein Problem bei der Annahme geben, bleiben Sie automatisch bei der alten Kasse versichert.

Ist es egal, ob ich zu einer Ersatzkasse, einer AOK, einer IKK oder einer BKK wechsle?

Den Unterschied machen nicht die Art der Kasse, sondern die Zusatzleistungen aus. Die medizinische Grundversorgung ist überall gleichermaßen gesichert. Bei den Zusatzleistungen macht jedoch jede Kasse ihr eigenes Angebot. Auch AOKs, IKKs und BKKs unterscheiden sich untereinander. Wissen muss man, dass AOKs, IKKs und BKKs oft nur regional geöffnet sind, das heißt, sie stehen nur Mitgliedern offen, die im jeweiligen Bundesland leben oder arbeiten.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de