Krankengeld Bei Auslandsreise droht Kürzung

Krankengeld Bei Auslandsreise droht Kürzung

von Anja Lang
02.02.2016
Auf einen Blick

Wenn Sie als Langzeitkranker Krankengeld beziehen, dürfen Sie nicht ohne weiteres ins Ausland reisen. Ihnen droht sonst eine Kürzung des Krankengelds.

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Arbeitnehmer, die länger als sechs Wochen von einem Arzt arbeitsunfähig krankgeschrieben sind, erhalten ab der siebten Woche von der gesetzlichen Krankenkasse Krankengeld. Diese Leistung ist vom Gesetzgeber aber grundsätzlich nur für Sie vorgesehen, wenn Sie sich in Deutschland aufhalten.


Auslandsreise gefährdet Krankengeld

Das regelt Paragraf 16, Absatz 1, Nummer 1des fünften Sozialgesetzbuches: Demnach gilt der Anspruch auf Leistungen von Krankengeld nur, solange sich der Versicherte in Deutschland aufhält. Wer als Krankengeldbezieher also einfach eine Auslandsreise antritt, gefährdet damit seinen Anspruch auf Krankengeld. Denn die Krankenkasse kann dann die Zahlung des Krankengelds, mindestens für die Zeit des Auslandsaufenthaltes, komplett einstellen.

Auslandsreise genehmigen lassen

Eine Ausnahme von dieser Regelung besteht allerdings, wenn die Krankenkasse dem Auslandsaufenthalt ausdrücklich zustimmt. Das besagt Paragraf 16, Absatz 1, Nummer 4 des fünften Sozialgesetzbuches. Wenn Sie als Krankengeld-Bezieher also vorhaben ins Ausland zu reisen, z.B. weil Sie dort Urlaub machen möchten, sollten Sie vorher unbedingt Ihre Krankenkasse um Zustimmung bitten. Damit ds klappt, sollte die Reise gut für Ihre Genesung sein oder sich zumindest nicht ungünstig auf die Heilung auswirken. Also keine Bergtour in den Anden bei Rückenproblemen oder Tauchen auf den Malediven bei Tinnitus.

So bekommen Sie auch bei einer Auslandsreise Krankengeld

Um eine Genehmigung für einen Auslandsaufenthalt zu erhalten, müssen Sie bei Ihrer Krankenkasse einen entsprechenden Antrag stellen. Sinnvoll ist es, sich möglichst schon im Vorfeld vom Arzt bestätigen lassen, dass aus medizinischer Sicht nichts gegen die geplante Reise spricht. Außerdem muss sichergestellt sein, dass Sie durch die Fahrt keine wichtigen Behandlungstermine versäumen und, dass Sie auch außerhalb Deutschlands grundsätzlich erreichbar sind. "Wer dies sicherstellt und die Einwilligung der Kasse hat, braucht während einem Auslandsaufenthalt keine Sorgen um sein Krankengeld zu machen“, erklärt Wiebke Cornelius von der Rostocker Beratungsstelle der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD). „Für Reisen im Inland ist keine Genehmigung nötig",

Tipp:Stellen Sie den Antrag so früh wie möglich vor dem geplantem Reiseantritt. In der Regel benötigen die Kassen mindestens zwei bis drei Wochen für die Antwort, da meist noch ein Gutachten des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen oder zumindest des behandelnden Arztes eingeholt wird. Sobald die Reise genehmigt wurde, sollten Sie auch den Arbeitgeber über den Auslandsaufenthalt informieren. Denn Reisen während der Arbeitsunfähigkeit werden nicht auf die arbeitsrechtlich garantierten Urlaubstage angerechnet, darauf weist die UPD hin.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de