Per Zusatzversicherung zum Privatpatienten

Krankenkasse Per Zusatzversicherung zum Privatpatienten

Annette Jäger
von Annette Jäger
16.09.2016
Auf einen Blick
Gesetzlich Krankenversicherte können sich über private Krankenzusatzversicherungen zusätzliche Leistungen sichern. Welche Bausteine es gibt und worauf Sie achten sollten.
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Mit einer Krankenzusatzversicherung könne Sie die Leistungen der Krankenkassen aufstocken, es lassen sich aber auch Leistungen versichern, die die Krankenkassen gar nicht vorsehen. Private Krankenzusatzversicherungen setzen sich aus verschiedenen Bausteinen zusammen, die der Versicherte nach individuellen Bedürfnissen kombinieren kann. Dies sind typische Leistungen, die die Privaten bieten:

  • stationäre Wahlleistungen
  • Auslandsreisekrankenschutz
  • Krankentagegeld
  • Behandlungen beim Zahnarzt
  • Heilpraktiker-Behandlungen
  • Zuschuss zu Sehhilfen

Diese Krankenzusatzversicherungen lassen sich einzeln abschließen, oftmals werden aber auch mehrere gemeinsam im Paket angeboten, beispielsweise Zuschüsse zu einer Brille und Heilpraktiker-Behandlungen, ein Auslandskrankenschutz und eine Zahnpolice. Häufig enthalten diese Pakete jedoch Leistungen, die der Versicherte gar nicht benötigt oder aber die Erstattungshöhen sind in den einzelnen Bereichen zu niedrig angesetzt. Möchten Sie zum Beispiel später aus Kostengründen auf einen Leistungsbereich verzichten und kündigen, verlieren Sie auch den Schutz in den anderen Bereichen. Meist ist es sinnvoller, Einzelversicherungen abzuschließen. Das garantiert Flexibilität.

Nicht alle Krankenzusatzversicherungen übernehmen Kosten komplett

Zusatztarife sichern entweder die komplette Kostenübernahme einer Behandlung zu – beispielsweise bei Wahlleistungen im Krankenhaus oder bei Auslandsreisekrankentarifen – oder sie gewähren prozentuale Zuschüsse zu Arztrechnungen wie Zahn- oder Heilpraktiker-Tarife. Hier sollte sich der Kunde genau überlegen, wie hoch die Erstattung sein soll. Eine hohe prozentuale Erstattung kostet natürlich auch mehr Beitrag.

Mein Tipp: Es lohnt sich, die monatlichen Beiträge und die Leistung des Versicherers gegenüber zu stellen und sich kritisch zu fragen, ob sich der Abschluss einer Krankenzusatzversicherung auch lohnt, wenn man möglicherweise zwei oder drei Versicherungsjahre lang gar keine Leistung in Anspruch nimmt.

So viel kosten private Krankenzusatzversicherungen

Die Beiträge für die Krankenzusatzversicherungen richten sich nach Alter und Gesundheitszustand des Versicherten. Je jünger und gesünder, desto günstiger sind die Policen. Deshalb sind Tarife für Kinder besonders günstig. Das zahlt sich vor allem dann aus, wenn der Tarif später als Erwachsener weitergeführt werden soll. Wer nämlich mit einem geringen Beitrag einsteigt, wird auch im Alter entsprechend weniger hochgestuft.

Anders als in der Krankenvollversicherung sind die Beiträge in den privaten Zusatzversicherungen relativ stabil, zumindest in bestimmten Tarifen. Bei Krankenzusatzversicherungen für Krankenhausaufenthalte bleiben Beiträge beispielsweise oft über Jahre hinweg auf demselben Niveau. Bei Zahnzusatzversicherungen hingegen sind zum Teil erhebliche Preissteigerungen möglich.

Bei steigendem Beitrag nach neuem Tarif fragen

 

 

Grundsätzlich können Beiträge Jahr für Jahr steigen. Um wie viel, hängt immer davon ab, wie viel Ausgaben der Tarif im Jahr zu verbuchen hat. Haben viele Versicherte Leistungen in Anspruch genommen, kann es sein, dass der Beitrag sich für alle Mitversicherten erhöht. Ist das dauerhaft der Fall, lohnt es sich beim Versicherer nachzufragen, ob es womöglich einen neueren Tarif gibt, in den der Kunde wechseln kann.

Oft legen die Versicherer neue Tarife auf, die zum Teil günstiger sind, ohne ihre Bestandskunden darüber zu informieren. Das kann besonders bitter werden, wenn Neukunden den alten Tarif gar nicht mehr abschließen. Dann galoppieren die Beiträge förmlich davon. Hier ist der Bestandskunde irgendwann nur noch mit immer älter und kränker werdenden Mitversicherten, die viel Leistung in Anspruch nehmen und damit hohe Kosten verursachen, in einem Tarif gefangen.

Besser nicht auf Zusatzversicherung der gesetzlichen Krankenkasse setzen

Es gibt inzwischen auch gesetzliche Krankenkassen, die eine Kooperation mit einem privaten Versicherer eingegangen sind und private Zusatzversicherungen anbieten - oft zu günstigeren Beiträgen. Das hört sich gut an, hat aber Tücken. Denn sollte der Versicherte eines Tages die Krankenkasse wechseln wollen, verliert er den Bonus für die private Zusatzpolice. Möchte er dann den Anbieter wechseln, ist er möglicherweise schon in einem Alter, in dem er mit sehr viel höheren Beiträgen rechnen muss. Außerdem sind die Verträge oft nicht wirklich gut und ausreichend in ihren Leistungen. Deshalb gilt: Lieber flexibel bleiben und unabhängig von der Krankenkasse eine private Krankenzusatzversicherung abschließen.

Möchten Sie mehr erfahren? In unserem kostenlosen sechsseitigen Dossier informieren wir Sie umfassend zur stationären Krankenzusatzversicherung, zur Auslandsreisekrankenversicherung, zu Zahnzusatz- und Krankentagesgeld-Tarifen.

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während meines Studiums der Neueren Geschichte in München begann ich als freie Journalistin zu arbeiten, unter anderem für die Süddeutsche Zeitung. Im Jahr 2000 kam ich zu biallo.de, damals waren Versicherungsthemen für mich Neuland, über Gesundheitspolitik las ich in der Zeitung oder bekam die Auswirkungen als Patientin zu spüren.

Schnell stellte ich fest, dass der unverstellte Blick von außen durchaus von Vorteil ist bei der kritischen Aufbereitung dieser Themen. Bei Biallo schreibe ich noch immer über Versicherungen, Gesundheit und Soziales. Neuland sind diese Themen heute nicht mehr.

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während meines Studiums der Neueren Geschichte in München begann ich als freie Journalistin zu arbeiten, unter anderem für die Süddeutsche Zeitung. Im Jahr 2000 kam ich zu biallo.de, damals waren Versicherungsthemen für mich Neuland, über Gesundheitspolitik las ich in der Zeitung oder bekam die Auswirkungen als Patientin zu spüren.

Schnell stellte ich fest, dass der unverstellte Blick von außen durchaus von Vorteil ist bei der kritischen Aufbereitung dieser Themen. Bei Biallo schreibe ich noch immer über Versicherungen, Gesundheit und Soziales. Neuland sind diese Themen heute nicht mehr.

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