Mutter-Kind-Kur Millionen Mütter haben Kuranspruch

Mutter-Kind-Kur Millionen Mütter haben Kuranspruch

Annette Jäger
von Annette Jäger
21.07.2016
Auf einen Blick

Mutter sein ist ein Vollzeitjob - Erschöpfung und Überlastung inklusive. Mütter können eine Mutter-Kind-Kur in Anspruch nehmen - doch wenige wissen, dass ihnen das zusteht.

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Einen Anspruch auf eine Mutter-Kind-Kur haben Mütter dann, wenn sich eine seelische oder körperliche Überlastung manifestiert hat und die Kur medizinisch notwendig erscheint. Bei rund zwei Millionen Müttern ist das der Fall - doch nur fünf Prozent von ihnen nehmen ihren Anspruch auf eine Mutter-Kind-Kur wahr. Auch Väter können eine Kur machen - meist trifft die Hauptbelastung des Elterndaseins jedoch die Mütter. Wer im Sommer auf Kur gehen möchte,  muss schon im Frühjahr einen Antrag stellen.

So funktioniert eine Mutter-Kind-Kur

Eine Mutter-Kind-Kur dauert drei Wochen. Die Mütter leben in dieser Zeit zusammen mit ihren Kindern, die maximal zwölf, in besonderen Fällen auch 14 Jahre alt  sein dürfen, in einer speziellen Kureinrichtung. Es gibt auch reine Mutter-Kuren, bei denen die Kinder zuhause bleiben. In Deutschland gibt es im Verbund Müttergenesungswerk 76 anerkannte Einrichtungen, ein Großteil davon ist für Mütter mit Kindern. Daneben gibt es Kurhäuser von privaten Trägern.

Einen solchen Genesungsaufenthalt zahlt die Krankenkasse. Die Zuzahlung beträgt zehn Euro pro Tag für die Mutter, bei einem dreiwöchigen Aufenthalt sind das 220 Euro, Kinder sind zuzahlungsfrei. Für Freizeitaktivitäten ist ein Taschengeld einzuplanen. Privatpatientinnen müssen in der Regel den Basistarif oder einen speziellen Kurtarif abgeschlossen haben, um eine mehrwöchige Auszeit finanziert zu bekommen.

Voraussetzung für eine Mutter-Kind-Kur

Bei einer Mutter-Kind-Kur geht es allein um den gesundheitlichen Zustand der Mutter. Meist kommen mehrere Beschwerden zusammen, die sich aus den Belastungen des Familienalltags und der Mutterrolle ergeben. Dazu gehören Rückenprobleme, Allergien oder Migräne sowie psychische Belastungen wie Depressionen, Schlaf- oder Angststörungen. Kommen mehrere Beschwerden zusammen, kann eine Auszeit von Familie und Alltag medizinisch notwendig sein.

Mein Tipp:Holen Sie sich Beratung! Erste Anlaufstelle sind die rund 1.300 Beratungsstellen im Müttergenesungswerk bei den Wohlfahrtsverbänden (z.B. Arbeiterwohlfahrt, Caritas, Diakonie oder Rotes Kreuz). Bei den Beratungsstellen wie auch auf der Website des Müttergenesungswerks gibt es die Attestformulare zur Antragstellung.

Im zweiten Schritt kontaktieren Sie Ihren Hausarzt, Ihren Gynäkologen oder einen Facharzt. Der Mediziner sollte mit Ihrer gesundheitlichen Situation vertraut sein und einer Mutter-Kind-Kur positiv gegenüber stehen. Die Antragstellung ist eine Leistung, die die Krankenkasse vergütet  - Sie bitten den Arzt also nicht um einen Gefallen.

Knackpunkt: Antrag auf Mutter-Kund-Kur richtig stellen

Wichtig im Antrag ist, dass der Arzt die Situation der Patientin und das Beschwerdebild ausführlich im Attest dokumentiert, die medizinische Notwendigkeit der Kur muss eindeutig sein. Auch Nebenschauplätze sind wichtig aufzuführen wie Arbeitslosigkeit, Scheidung, fehlende Kinderbetreuung etc. Lieber zu viel schreiben als zu wenig, heißt die Faustregel.

Widerspruch einlegen

Manchmal lehnt die Krankenkasse einen Antrag auf eine Mutter-Kind-Kur ab. "Davon sollte man sich nicht entmutigen lassen", rät Anne Schilling vom Müttergenesungswerk. Die Antragstellerin hat vier Wochen Zeit, Widerspruch einzulegen. Die Beratungsstellen unterstützen dabei. Die Mühe lohnt sich: 65  Prozent der Widersprüche sind erfolgreich.

Lese-Tipp

Zuzahlungen für Rezepte, Krankenhaus und Co müssen Sie als gesetzlich Versicherter nur bis zu einer bestimmten Höhe leisten. Den Rest können Sie sich zurückholen. Mehr dazu finden Sie in unserem Artikel "GKV: Holen Sie sich Ihre Zuzahlung zurück!"

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während meines Studiums der Neueren Geschichte in München begann ich als freie Journalistin zu arbeiten, unter anderem für die Süddeutsche Zeitung. Im Jahr 2000 kam ich zu biallo.de, damals waren Versicherungsthemen für mich Neuland, über Gesundheitspolitik las ich in der Zeitung oder bekam die Auswirkungen als Patientin zu spüren.

Schnell stellte ich fest, dass der unverstellte Blick von außen durchaus von Vorteil ist bei der kritischen Aufbereitung dieser Themen. Bei Biallo schreibe ich noch immer über Versicherungen, Gesundheit und Soziales. Neuland sind diese Themen heute nicht mehr.

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während meines Studiums der Neueren Geschichte in München begann ich als freie Journalistin zu arbeiten, unter anderem für die Süddeutsche Zeitung. Im Jahr 2000 kam ich zu biallo.de, damals waren Versicherungsthemen für mich Neuland, über Gesundheitspolitik las ich in der Zeitung oder bekam die Auswirkungen als Patientin zu spüren.

Schnell stellte ich fest, dass der unverstellte Blick von außen durchaus von Vorteil ist bei der kritischen Aufbereitung dieser Themen. Bei Biallo schreibe ich noch immer über Versicherungen, Gesundheit und Soziales. Neuland sind diese Themen heute nicht mehr.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de