Höhere Belastung für Gutverdiener

Sozialversicherungsbeiträge 2017 Höhere Belastung für Gutverdiener

Max Geißler
von Max Geißler
02.11.2016
Auf einen Blick
Besserverdiener müssen ab Januar mit höheren Abgaben rechnen. Die Beitragsbemessungsgrenzen in den Sozialversicherungen sollen um bis zu 300 Euro steigen.
Artikelbewertung
Teilen
Schrift

Jährlich legt die Bundesregierung die Einkommensgrenzen für die Berechnung der Sozialversicherungsbeiträge neu fest. Die Rechengrößen werden maßgeblich durch die Entwicklung der Brutto-Arbeitseinkommen in Deutschland bestimmt. Da die Löhne 2015 deutlich gestiegen sind, klettern die Beitragsbemessungsgrenzen signifikant nach oben.

Folgende Beitragsbemessungsgrenzen sollen zum 1. Januar 2017 wirksam werden:

  • Beitragsbemessungsgrenze in der Renten- und Arbeitslosenversicherung: Die Beitragsbemessungsgrenze für die gesetzliche Renten- und Arbeitslosenversicherung soll ab 2017 in den alten Bundesländern um 150 Euro steigen. Der beitragspflichtige Höchstbetrag liegt dann bei 6.350 Euro pro Monat (Jahresgrenze 76.200 Euro). In Ostdeutschland sollen die Werte gar um 300 Euro auf 5.700 Euro bzw. 68.400 Euro klettern. Beim aktuellen Beitragssatz von 18,7 Prozent müssen Gutverdiener im Westen mit einer Mehrbelastung von 14 Euro im Monat rechnen, im Osten sind es satte 28 Euro. Den gleichen Betrag steuert der Arbeitgeber bei.
     
  • Beitragsbemessungsgrenze in der Krankenversicherung: Höhere Beitragslasten für Gutverdiener warten auch in der gesetzlichen Krankenversicherung. Hier gilt eine bundeseinheitliche Beitragsbemessungsgrenze, so dass Arbeitnehmer mit hohem Gehalt auch im Osten mit höheren Lasten rechnen müssen. Die Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) wird von derzeit 4.237,50 Euro auf 4.350 Euro im Monat angehoben. Das entspricht einem Jahreseinkommen von 52.200 Euro. Für die aktuellen Beitragssätze bedeutet dies eine Mehrbelastung von Minimum 9,50 Euro im Monat, wenn das Gehalt die Beitragsbemessungsgrenze übersteigt. Zudem erheben fast alle Krankenkassen Zusatzbeiträge.
     
  • Versicherungspflichtgrenze 2017: Unabhängig von der Beitragsbemessungsgrenze existiert die Versicherungspflichtgrenze, also die Einkommensgrenze bis zu der Arbeitnehmer der gesetzlichen Krankenversicherungspflicht unterliegen. Ab 2017 müssen sich Beschäftigte bis zu einem Monatseinkommen von 4.800 Euro (Jahresbrutto: 57.600 Euro) gesetzlich versichern, bislang lag dieser Satz bei 4.687,50 Euro (Jahresbrutto: 56.250 Euro). Weiterhin gilt: Wer in diesem und auch im Folgejahr Einkünfte über der Beitragsbemessungsgrenze erzielt, der darf – unter Einhaltung bestimmter Kündigungsfristen – in eine private Krankenkasse wechseln.

Beitragsbemessungsgrenze unterschreiten

Die neuen Beitragsbemessungsgrenzen sollen ab 1. Januar 2017 gelten. Arbeitnehmer besitzen allerdings eine ganz legale Möglichkeit, Sozialbeiträge zu sparen: die betriebliche Altersvorsorge (bAV). Diese Form der Altersvorsorge soll künftig deutlich attraktiver werden: Statt bislang vier Prozent sollen künftig bis zu sieben Prozent der Einzahlungen bis zur Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung von Sozialabgaben verschont bleiben. Konkrete Zahlen oder Obergrenzen gibt es allerdings noch nicht. Wann die Neuerungen in Kraft treten, steht ebenfalls noch nicht fest.

Biallo-Tipp:

Hier finden Sie ausführliche Informationen und Vergleiche zum Thema Kranken- und Rentenversicherung

3
Berechnungsgrundlage / Modellfall: 
Ihre Meinung ist uns wichtig
Max Geißler
Max Geißler
Autor
Jetzt Artikel bewerten
E-Mail an den Autor
Max Geißler
Max Geißler

nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

E-Mail an den Autor
Artikelbewertung
Teilen
Drucken
Zur Startseite
Max Geißler
Max Geißler

nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

E-Mail an den Autor
Newsletter
Keine News mehr verpassen
Bitte geben Sie eine korrekte E-Mail Adresse ein:

Regeln für das Schreiben von Kommentaren:

  1. Kommentieren Sie sachlich und ohne persönliche Angriffe.
  2. Verfassen Sie keine Beiträge mit strafbarem, diskriminierendem, rassistischem, anstößigem, beleidigendem oder kommerziellem Inhalt und verweisen Sie nicht auf Seiten mit solchem Inhalt.
  3. Stellen Sie weder zu lange Texte noch Bilder ein, außer, wenn es unbedingt nötig ist.
  4. Veröffentlichen Sie keine personenbezogenen Daten Dritter, wie Namen, Adressen, Telefonnummern oder E-Mail-Adressen.
  5. Wenn Sie persönliche Mitteilungen oder Texte anderer Verfasser einstellen oder Kommentare anderweitig veröffentlichen möchten, beachten Sie die Rechte Dritter. Bei einer Verletzung dieser Rechte (z.B. Persönlichkeitsrecht, Urheberrecht, Datenschutz) haften Sie.
  6. Sie haben die Möglichkeit, Ihren Benutzernamen frei zu wählen. Sie sollten aber im eigenen Interesse markenrechtlich geschützte Namen vermeiden.

Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de