So sparen Sie beim Zahnersatz

Auktionen, Ausland, Studenten So sparen Sie beim Zahnersatz

Annette Jäger
von Annette Jäger
23.06.2016
Auf einen Blick

Zahnersatz ist teuer und die Krankenkassen beteiligen sich nur minimal an den Kosten. Doch es gibt Sparmöglichkeiten.

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Zahnbehandlungen kosten nicht überall gleich viel – für ein und dieselbe Versorgung berechnet der eine Zahnarzt mehr, der andere weniger. Das hängt oft davon ab, mit welchem Labor er zusammenarbeitet, denn die Laborkosten machen oft den Löwenanteil beim Zahnersatz aus. Aber auch, zu welchem Gebührensatz er abrechnet, ist von Bedeutung, hier haben die Zahnärzte durchaus Spielraum. Es lohnt sich, als Patient das Thema Kosten offen anzusprechen und zu fragen, ob es möglich ist, mit einem günstigeren Labor zusammenzuarbeiten.

Mein Tipp: Holen Sie sich bei einem anderen Zahnarzt ein zweites Angebot ein.

Zahnersatz per Auktion

Inzwischen nutzen auch viele Patienten das Angebot von Zahnarztauktionen, bei denen die anstehende Behandlung im Internet versteigert wird. Das funktioniert so: Der Patient stellt dafür auf einer Plattform wie zahngebot.de, medikompass.de oder 2te-Zahnarztmeinung.de seinen Heil- und Kostenplan ein (das ist der Behandlungsplan, den der eigene Zahnarzt zuvor erstellt hat). Verschiedene Zahnärzte geben dann ihr Angebot für eine Behandlung ab – wer das niedrigste Angebot macht, erhält den Zuschlag. Hier sollen bis zu 40 oder gar 50 Prozent Ersparnis bei Zahnarztkosten möglich sein.

Für den Zahnersatz ins Ausland reisen

Dass es in Ungarn, Tschechien, Polen oder auch auf Mallorca Zahnersatz zu wesentlich günstigeren Preisen gibt, hat sich inzwischen herumgesprochen. Die Kostenersparnis soll bei 50 bis 70 Prozent gegenüber den Preisen in Deutschland liegen.

Die gesetzliche Krankenkasse muss für ambulante Behandlungen im EU-Ausland dieselben Kosten übernehmen, die in Deutschland üblich wären. Sogar den Bonus, der einem beim Zahnarzt zustehen würde, kann der Patient nutzen. Deshalb lohnt sich der Gesundheitstourismus vor allem bei ärztlichen Behandlungen mit hohem Eigenanteil, sprich beim Zahnersatz. Allerdings ist von spontanen Aktionen abzuraten. Ein bewährter Zahnarzt ist zu finden und eine Rücksprache mit der Kasse nötig, um zu klären, welche Kosten sie genau trägt. Dem ausländischen Arzt ist unbedingt der Heil- und Kostenplan vorzulegen, auf dessen Basis er im Vorfeld ein detailliertes Angebot für den Zahnersatz machen sollte.

Günstig ist, wenn der ausländische Arzt einen Kooperationsvertrag mit einem deutschen Arzt abgeschlossen hat. Der Versicherte sollte bei seiner Krankenkasse nachfragen, ob es Erfahrungsberichte anderer Patienten gibt. Möglicherweise kann die Kasse auch direkt einen Zahnarzt vermitteln. Eine solche Kooperation hat Vorteile: Gibt es gesundheitliche Probleme nach der Behandlung, kann der Patient sich vom deutschen Kooperationsarzt behandeln lassen. Soll ein anderer deutscher Arzt die Korrektur ausführen, wird das die Krankenkasse nicht bezahlen.

Mein Tipp: Diese Sparvariante ist mit Vorsicht zu genießen. Es gibt auch immer wieder Berichte von mangelhafter Versorgung. Zahnarztbesuche sollten unbedingt nur bei bewährten Medizinern, die mit ebenso bewährten Laboren zusammenarbeiten, in Frage kommen.

Sparen durch Studentenkurse

Wenn Sie ein wenig Geduld und Zeit mitbringt, können Sie sich auch von angehenden Zahnärzten in einer Uniklinik behandeln lassen. Die Studenten suchen immer wieder Patienten, an denen sie üben können. Die Sorge, dabei schlechter behandelt zu werden, ist unberechtigt. Der Student braucht eventuell länger für die Behandlung und ist noch nicht so routiniert, aber der Professor schaut dabei immer über die Schulter, korrigiert und achtet darauf, dass alles bestens versorgt ist. Der Patient profitiert von häufigen Kontrollen und neuesten wissenschaftlichen Standards, die zum Einsatz kommen. Auch in der Uniklinik gelten die üblichen Rechte eines Patienten: Auf Zahnersatz gibt es eine Garantie und bei Problemen wird nachgebessert. Interessierte Patienten können in allen Städten, in denen es eine Uniklinik gibt, die an eine Zahnklinik angeschlossen ist, Termine für sogenannte Studentenkurse erhalten.

Die Krankenkasse gewährt auch bei solchen Behandlungen den üblichen Festzuschuss. Doch der Eigenanteil für den Zahnersatz verringert sich ganz erheblich. Die Kliniken rechnen unterschiedlich ab. Manchmal muss der Patient nur die Materialkosten tragen, es können aber auch noch Laborkosten zu reduzierten Preisen hinzukommen. Dafür muss der Patient Wartezeiten und eine deutlich längere Behandlungsdauer als beim niedergelassenen Zahnarzt in Kauf nehmen. Zahnbehandlungen durch Studenten bieten beispielsweise die Unikliniken in Aachen, Berlin, Bonn, Düsseldorf, München und Ulm an. Für einen Termin ruft der Patient direkt in der Klinik an. Den Besuch sollte der Patient aber lange im Voraus planen, die Kurse sind oft gut gebucht und in den Semesterferien haben die Studenten frei.

Mein Tipp: Wie viel die gesetzlichen Krankenkasse für Zahnersatz zahlen und was Zahnzusatzversicherungen bringen, lesen Sie in unserem kostenlosen sechsseitigen Dossier.

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während meines Studiums der Neueren Geschichte in München begann ich als freie Journalistin zu arbeiten, unter anderem für die Süddeutsche Zeitung. Im Jahr 2000 kam ich zu biallo.de, damals waren Versicherungsthemen für mich Neuland, über Gesundheitspolitik las ich in der Zeitung oder bekam die Auswirkungen als Patientin zu spüren.

Schnell stellte ich fest, dass der unverstellte Blick von außen durchaus von Vorteil ist bei der kritischen Aufbereitung dieser Themen. Bei Biallo schreibe ich noch immer über Versicherungen, Gesundheit und Soziales. Neuland sind diese Themen heute nicht mehr.

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während meines Studiums der Neueren Geschichte in München begann ich als freie Journalistin zu arbeiten, unter anderem für die Süddeutsche Zeitung. Im Jahr 2000 kam ich zu biallo.de, damals waren Versicherungsthemen für mich Neuland, über Gesundheitspolitik las ich in der Zeitung oder bekam die Auswirkungen als Patientin zu spüren.

Schnell stellte ich fest, dass der unverstellte Blick von außen durchaus von Vorteil ist bei der kritischen Aufbereitung dieser Themen. Bei Biallo schreibe ich noch immer über Versicherungen, Gesundheit und Soziales. Neuland sind diese Themen heute nicht mehr.

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