Steigende Immobilienpreise: Immer mehr Deutsche sind überschuldet

Schuldner-Atlas 2018 Steigende Immobilienpreise: Immer mehr Deutsche sind überschuldet

Kevin Schwarzinger
von Kevin Schwarzinger
13.11.2018
Auf einen Blick
  • Die Überschuldung in Deutschland ist seit 2014 zum fünften Mal in Folge gestiegen. So liegt die Überschuldungsquote bei knapp zehn Prozent – das sind rund 19.000 Personen mehr als im Vorjahr.

  • Für den Anstieg machen die Experten von Creditreform die rasant steigenden Immobilienpreise verantwortlich.

  • Vor allem zwei Bevölkerungsgruppen sind von Überschuldung betroffen: Senioren jenseits der 70 und Frauen.

  • In Bayern ist die Schuldenquote mit 7,4 Prozent am geringsten, in Berlin ist sie mit 12,4 Prozent am höchsten.
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Die Konjunktur brummt und die Arbeitslosenquote ist so gering wie seit 1991 nicht mehr. Und trotzdem haben immer mehr Deutsche mit Schulden zu kämpfen. So ist auch im Jahr 2018 etwa jeder zehnte deutsche Erwachsene überschuldet. Das geht aus dem aktuellen Schuldner-Atlas der Wirtschaftsauskunftei Creditreform hervor.

Damit ist zum fünften Mal in Folge die Zahl der überschuldeten Verbraucher gestiegen. Das Gesamtvolumen der Schulden beziffert Creditreform auf rund 208 Milliarden Euro.

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Wohnen als Schuldentreiber

Laut der Wirtschaftsauskunftei aus Neuss ist ein Grund, warum sich immer mehr Haushalte verschulden, die rasant steigenden Immobilienpreise. Die Entwicklung von Einkommen und Wohnkosten habe sich gerade in strukturstarken Regionen wie den Großstädten entkoppelt, heißt es.

Für immer mehr Haushalte bleibe deshalb nach der Miete nur noch relativ wenig Geld für die sonstigen Lebenshaltungskosten übrig, sagt Ralf Zirbes, Geschäftsführer bei Creditreform. Selbst wenn die Miete meist noch bezahlt werde, fehle danach in vielen Fällen das Geld, um andere Verpflichtungen zu erfüllen.

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Die Armut der Zukunft ist alt und weiblich

Vor allem zwei Bevölkerungsgruppen sind von Schulden betroffen: Senioren im Alter von 70 Jahren und Frauen. Die Zahl der betroffenen Senioren mit 70 Plus kletterte um 35 Prozent auf 263.000 Personen. Auch unter den 60- bis 69-Jährigen stieg die Anzahl der Verbraucher, die als "nachhaltig zahlungsgestört" gelten. Für Michael Bretz, Leiter der Wirtschaftsforschung von Creditreform, ist die Zunahme der Erwerbstätigkeit im Rentenalter ein Indiz dafür, dass die Rente nicht mehr ausreiche.

Doch nicht nur Rentner sind akut von Armut bedroht, auch Frauen geraten immer häufiger in die Schuldenfalle. "Der aktuelle Anstieg der Zahl der Überschuldungsfälle ist ausschließlich auf die Neuüberschuldung von Frauen zurückzuführen", heißt es im Schuldner-Atlas.

Bei Frauen gab es rund 21.000 zusätzliche Überschuldungsfälle. Zum Vergleich: Bei Männern lagen die Neuverschuldungsfälle für 2018 nur bei knapp 2.000 Personen. Nichtsdestotrotz sind es deutlich mehr Männer, die ihre Rechnungen nicht bezahlen können.

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Bremerhaven ist die Hauptstadt der Schulden

Wenig überraschend: Am geringsten ist die Verschuldung in Bayern (7,4 Prozent) und Baden-Württemberg (8,3 Prozent), Thüringen belegt wie seit 2013 den dritten Rang (9,3 Prozent). Die Schlusslichter bilden wie in den vergangenen Jahren wieder Bremen (13,9 Prozent), Sachsen-Anhalt (12,7 Prozent) und Berlin (12,4 Prozent).

Die deutsche Stadt mit der höchsten Schuldnerquote ist übrigens Bremerhaven. Hier können mehr als 21 Prozent der Personen über 18 Jahren demnach ihre Rechnungen nicht bezahlen. Zum Vergleich Eichstätt: In der oberbayerischen Kreisstadt liegt dieser Wert bei lediglich 3,8 Prozent.

Biallo-Tipp

Die Kreditzinsen sind nach wie vor günstig. Wer noch einen teuren Altkredit am Laufen hat, sollte sich ein Angebot für eine Umschuldung einholen. Damit lässt sich viel Geld sparen. Wie das genau funktioniert, lesen Sie in unserem Ratgeber: Kredit umschulden und Geld sparen.

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Jahrgang 1988, studierte Geschichte und Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und war währenddessen bereits als Werkstudent bei biallo.de angestellt. Seit 2016 ist er Mitglied der Redaktion und verfasst dort überwiegend Artikel zu Geldanlagethemen. Daneben publiziert er regelmäßig in Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de