Auf einen Blick
  • Die Berliner Direktbankt DKB möchte im Laufe dieses Jahres ihr Kartensortiment auf Debit umstellen.

  • Im Gegensatz zu einer klassischen Kreditkarte werden Beträge bei der Debitkarte sofort abgebucht.

  • Echte Kreditkarten brauchen Verbraucher ohnehin in den seltensten Fällen.
* Anzeige: Mit Sternchen (*) gekennzeichnete Links sind Werbelinks. Wenn Sie auf so einen Link klicken, etwas kaufen oder abschließen, erhalten wir eine Provision. Für Sie ergeben sich keine Mehrkosten und Sie unterstützen unsere Arbeit.

Das erwartet Sie in diesem Artikel

Debitkarten? ING hat sie, Consorsbank auch und N26 sowieso. Selbst die spanische Openbank, C24 und Tomorrow setzen auf Debitkarten. Comdirect hat erst seit kurzem von der Kreditkarte auf die Debitkarte umgestellt. Übrigens ohne die Kunden zu fragen, ob sie damit einverstanden sind. Und im Laufe dieses Jahres, so berichten die Kollegen von Finanz-szene.de, will auch die Nummer zwei der hiesigen Direktbanken in Deutschland, die DKB, ihren Kunden künftig die Visakarte gebührenfrei als Debitkarte anbieten. Eine echte Kreditkarte und die Girocard sollen dann nur gegen Aufpreis zu haben sein.

 

Kreditkarte ohnehin selten benutzt

Aus Kundensicht spricht vieles dafür. Denn die weltweit kostenlose Bargeldverfügung läuft sowieso über die Visakarte, gleich ob diese eine Debitkarte oder eine echte Kreditkarte ist, bei der der Gesamtbetrag erst im darauffolgenden Monat auf einen Schlag vom Gehaltskonto abgebucht wird. Und das Einkaufen im Handel funktioniert mit den Debitkarten reibungslos.

Die Umstellung macht für die DKB aus mehreren Gründen Sinn: Einmal muss sie ihren Kunden künftig weniger kostenlose Kredite einräumen, wenn die Beträge dann sofort dem Gehaltskonto belastet werden. Zudem könnte sie damit ihr geplantes Kundenwachstum beschleunigen. Denn heute muss sie immer wieder Kunden ablehnen, weil deren Bonität nicht für eine echte Kreditkarte und dem damit verbundenen Kredit reicht.

Lesen Sie auch: Welche Karte ist besser: Kreditkarte oder Debitkarte?

Das ist bei der Debitkarte ganz anders. Hat eine Bank einem Kunden keine Kreditlinie eingeräumt, kann er sein Girkonto nicht überziehen. Eine Zahlung mit der Debitkarte oder das Geldabheben funktioniert nur, solange noch Guthaben auf dem Konto ist.

Also bringt den Kunden die Umstellung von Kreditkarten auf Debitkarten keine Nachteile? Normalerweise nicht. Aber manchmal kommt man an einer echten Kreditkarte nicht vorbei. Das gilt  für die Anmietung von Leihwagen oder bei Buchungen in Luxushotels, wenn die eine Sicherheit verlangen, dass die Luxus-Suite auch wirklich bezahlt oder eine teure Unfall-Reparatur beglichen wird.


Teilen:
Über den Autor Horst Biallo
Jahrgang 1954, studierte Wirtschaft und absolvierte eine Ausbildung zum Wirtschaftsjournalisten bei der Tageszeitung Die Welt. Später machte er sich selbstständig, schrieb für Wirtschaftswoche, Stern und zahlreiche Tageszeitungen. Er ist Autor mehrerer Fachbücher, u.a. "Die geheimen deutschen Weltmeister" und "Die Doktormacher". Im Jahr 1999 gründete er das Verbraucherportal www.biallo.de, vier Jahre später www.geldsparen.de und 2009 www.biallo.at. Horst Biallo ist verheiratet und hat drei Kinder.
Beliebte Artikel