Händler will 25 Euro für Bargeldzahlung

Zahlung Händler will 25 Euro für Bargeldzahlung

Thomas Brummer (ehemaliger Mitarbeiter)
von Thomas Brummer (ehemaliger Mitarbeiter)
04.05.2017
Auf einen Blick
  • Ein Händler verlangt von seinem Kunden 25 Euro Extragebühr, weil dieser mit Bargeld zahlt.

  • Nach einer Klage beim Landgericht gibt der Händler schließlich klein bei.
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Dass sich einige Sparkassen und VR-Banken kreativ zeigen, wenn es um Bargeld geht, ist mittlerweile bekannt. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) berichtet von einem Fall, bei dem ebenfalls die Begriffe "Bargeld" und "Gebühren" eine Rolle spielen. Diesmal trifft es aber nicht Kunden beim Abheben von Bargeld, sondern beim Ausgeben. Laut dem Bericht musste ein Kunde, der die Reparatur seines Fernsehgeräts begleichen wollte, eine Extragebühr von 25 Euro zahlen. Grund: Der Kunde zahlte bar. Auf der Rechnung war ein entsprechendes Entgelt für eine "abweichende Zahlungsart" vermerkt - ohne dass überhaupt eine andere Zahlungsmöglichkeit angeboten wurde. Das wollte der Kunde nicht auf sich sitzen lassen und schilderte der Verbraucherzentrale das Vorgehen. Diese mahnte den Händler ab. "Ein solches Vorgehen ist nicht rechtens und verstößt gegen die vorgesehenen gesetzlichen Regelungen. Denn grundsätzlich dürfen dem Verbraucher für eine Bezahlung keine zusätzlichen Entgelte verlangt werden", sagt Dunja Richter, Juristin bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. "Dem Verbraucher muss ein gängiges und zumutbares Zahlungsmittel kostenfrei zur Verfügung gestellt werden", so Richter weiter. Den Betrag von 25 Euro sieht Richter ohnehin viel zu hoch angesetzt. Derartige Kosten sein bei der Nutzung und Entgegennahme von Bargeld nicht ersichtlich und nachvollziehbar.

Macht das Modell des Stuttgarter Händlers Schule?

Im schlechtesten Fall hätte der Kunde bei seiner Hausbank Gebühren für das Abheben bezahlt und beim Händler gleich nochmal. Doch gerade ältere Bürger vermeiden häufig Zahlungen mit Girokarten. Daneben sind Kreditkarten bei Filialbanken häufig mit zusätzlichen Gebühren verbunden. Doch Verbraucher können wohl aufatmen: Als die Verbraucherzentrale Klage vor dem Landgericht Stuttgart erhoben habe, habe das Unternehmen eine strafbewehrte Unterlassungserklärung abgegeben. Künftig darf die Firma keine 25 Euro für Barzahlung mehr verlangen.

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Deutsche lieben Bargeld

In Deutschland haben die Verbraucher ein besonderes Verhältnis zu Bargeld. Anders als etwa in Skandinavien finden noch mehr als die Hälfte alle Transaktionen mit Cash statt. Nach Zahlen des Einzelhandelbranchenverbands EHI lag der Bargeldanteil 2016 bei 51,3 Prozent. Noch größer ist die Anzahl der Bargeldbefürworter, so eine Studie der ING-Diba. Demnach möchten hierzulande 84 Prozent der Befragten niemals auf Bargeld verzichten. In Italien sind sogar 85 Prozent der Bürger absolute Bargeldverfechter.

Biallo-Tipp:

Ob Bargeld- oder Kartenzahlung, mit der richtigen Kreditkarte ist beides umsonst. So können Sie sich etwa mit Kreditkarten von DKB, ING-Diba oder Consorsbank in der kompletten Eurozone kostenlos mit Bargeld versorgen; bei der Santander Consumer Bank ist dieser Service sogar weltweit kostenlos. In aller Regel nehmen auch Geschäfte die gängigen Systeme Mastercard und Visa an. Wenn Sie mit der Visa-Karte der Consorsbank zahlen, bekommen Sie sogar pro Zahlung zehn Cent gutschrieben. Und das Beste: alle genannten Karten sind gebührenfrei.

3
 
Karte
Anbieter
Jahresgeb.
Sollzinssatz
 
1.
VisaCard
0,00
6,9%
2.
comdirect VISA-Karte
0,00
6,5%
3.
VISA Card
0,00
6,99%
Jahresumsatz 2.000
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Jahrgang 1985, schloss eine kaufmännische Ausbildung ab. Anschließend studierte er Betriebswirtschaftslehre an der Universität Augsburg und war währenddessen als Werkstudent bei LV 1871 und Wealthcap (Fondsgesellschaft von Unicredit) tätig. Nach Beendigung des Studiums schrieb er für das Anlegermagazin „Der Aktionär“. Im Anschluss absolvierte er eine Hospitanz in der Wirtschaftsredaktion der Rheinischen Post in Düsseldorf.

Von Januar 2014 bis Januar 2018 war er bei biallo.de und verfasste dort überwiegend Artikel zu Geldanlagethemen. Daneben publizierte er regelmäßig in Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier.

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Von Januar 2014 bis Januar 2018 war er bei biallo.de und verfasste dort überwiegend Artikel zu Geldanlagethemen. Daneben publizierte er regelmäßig in Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de