Kreditkartenzahlung: Schluss mit der Extragebühr

Surcharge-Gebühren Kreditkartenzahlung: Schluss mit der Extragebühr

Kevin Schwarzinger
von Kevin Schwarzinger
11.01.2018
Auf einen Blick
  • Für Kreditkartenzahlungen bei Buchungen sowie Einkäufen übers Internet dürfen Händler künftig keine Extrakosten mehr verlangen.
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Wer schon einmal online einen Flug gebucht hat, kennt vielleicht das Problem: Nach langem Stöbern ist das günstige Flugticket nur noch wenige Klicks entfernt, doch wenn man mit Kreditkarte bezahlen möchte, kostet das Ticket gleich einige Euros mehr.

Die Zeiten, in denen Verbraucher einen Aufschlag hinblättern mussten, nur weil sie die vermeintlich falsche Zahlungsart gewählt haben, gehören bald der Vergangenheit an.

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Keine Aufschläge für Kreditkartenzahlungen

Dahinter steckt eine neue EU-Richtlinie (PSD2), die alle EU-Mitgliedsstaaten bis zum 13. Januar 2018 umsetzen müssen. Unter anderen beinhaltet sie eine Regelung, die es Händlern künftig untersagt, eine sogenannte Surcharge-Gebühr (dt.: Zuschlagsbegühr) für die Nutzung von "besonders gängige bargeldlose Zahlungsmittel", in Rechnung zu stellen.

Beim "Surcharging" verlangt der Händler vom Kunden eine Extragebühr für beispielsweise Kreditkarten- oder Lastschriftzahlungen, sprich, der Kunde muss einen Aufschlag berappen, wenn er etwa in einen Online-Shop oder auch im stationären Handel mit seiner Master- oder Visacard bezahlt. Dieser Praxis wird nun ein Riegel vorgeschoben, zur Freude der Verbraucherschützer.

"Endlich ist dem Zusatzentgelt für den Einsatz bestimmter Zahlungsmittel die Rechtsgrundlage entzogen", sagt Eva Raabe, Leitende Beraterin der Verbraucherzentrale Hessen. Unter die Neu-Regelung fallen aber nicht nur Kreditkarten- und Lastschriftzahlungen, sondern auch Überweisungen, SEPA-Lastschriften und Zahlungen mit der Girocard. Bislang mussten Händler lediglich ein gängiges und zumutbares Zahlungsmittel kostenlose anbieten.

Firmenkreditkarten und Karten, die direkt über eine Kreditkartengesellschaft ausgestellt werden, sind von der Regelung ausgenommen. Besitzer einer American Express-Karte profitieren nicht. Gleiches gilt für Paypal, auch hier sind weiterhin Zusatzkosten möglich.

3
 
Karte
Anbieter
Jahresgeb.
Sollzinssatz
 
1.
VisaCard
0,00
6,9%
2.
comdirect VISA-Karte
0,00
6,5%
3.
VISA Card
0,00
6,99%
Jahresumsatz 2.000

Was sagt der Handel?

Kritik gibt es von Seiten der Händlerverbände. "Mit dem Verbot verliert der Handel ein Lenkungsinstrument. Können Kosten nicht verursachergerecht weitergegeben werden, ist dies eine Einladung für Anbieter, diesen Zustand auszunutzen und Preise höher anzusetzen, als dies im Wettbewerbszustand der Fall wäre", kritisiert Ulrich Binnebößel vom Handelsverband Deutschland.

Lieber zweimal hinsehen

Auch wenn die PSD2-Richtline bald in Kraft tritt, gilt die alte Weisheit: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. "Wir empfehlen allen Verbrauchern, künftig darauf zu achten, dass die Händler sich an die neuen Regelungen halten", so die Verbraucherschützerin Raabe.

Biallo-Lesetipp

Sebastian Steger, Digitalisierungsexperte beim Beratungsunternehmen Roland Berger, erklärt im Biallo-Interview, wie die neue EU-Richtlinie den Bankenmarkt verändern wird.

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Jahrgang 1988, studierte Geschichte und Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und war währenddessen bereits als Werkstudent bei biallo.de angestellt. Seit Januar 2016 ist er Volontär.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de