Lassen Sie sich nicht abkassieren

Geldabheben Lassen Sie sich nicht abkassieren

Thomas Brummer
von Thomas Brummer
31.01.2017
Auf einen Blick
  • Banken und Sparkassen verlangen von Fremdkunden oft mehr als vier Euro für Abhebungen.

  • Auch bei großen Privatbanken wie Deutsche Bank oder Commerzbank ist Schluss mit niedrigen Gebühren.

  • Diese Alternative ist garantiert kostenlos.
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Beim Geldverdienen zeigen sich manche Banken erfinderisch. Ende 2016 hatte bereits Kleinsparer der Strafzins erreicht. Im Mittelpunkt des Geschehens: die Volksbank Niederschlesien. Bis dato waren lediglich Sparer ab größeren Summen betroffen. Doch einen viel größerer Negativ-Trend sehen wir beim Girokonto: Nicht nur, dass mehr und mehr Banken Kontoführungsgebühren eingeführt bzw. erhöht haben, sondern auch beim Abheben zeigen sich Banker von ihrer kreativen Seite. Das mussten wir bereits Anfang 2016 feststellen und wurden im Verlauf der vergangen Monate mehrfach bestätigt.

Ein Insider berichtet uns

Ausgangspunkt unserer Recherche war damals der Besuch eines hochrangigen Mitarbeiters eines Kreditkarten-Unternehmens. Als er etwas redseliger wurde, machte er uns auf eine interessante Geschichte aufmerksam: In Düsseldorf gibt es ein bekanntes Bankhaus, das die Abhebegebühren für Fremdkunden von der Uhrzeit abhängig macht. Damit aber nicht genug: Bezeichnenderweise handelte es sich noch um ein Institut, dass eigentlich dem Gemeinwohl verpflichtet sein sollte, die Stadtsparkasse Düsseldorf. Wer zahlt die Zeche für dieses Vorgehen? Hierzu muss man sich die Standtorte ansehen, an denen es auf Knopfdruck teurer wird: die Feiermeile in der Altstadt, am Universitätsklinikum und beim Arbeitsamt. Eigentlich seltsam, erheben Sparkassen doch immer wieder den Anspruch, anderen Banken moralisch überlegen zu sein.

Übrigens: Die Stadtsparkasse Düsseldorf ist uns im Laufe unserer Recherche erneut negativ aufgefallen. Die örtliche Sparkasse reicht Kredite an die Rüstungsindustrie aus. Die Rendite dürfte bei solchen Projekten eben höher sein, als beim Häuslebauer im Rheinland.

Welche Gebühren werden fällig?

Zunächst die gute Nachricht: Bei unseren Recherchen in München, Hamburg und Berlin konnten wir in den jeweiligen Feiervierteln keine Gebührenerhöhungen zur späten Stunde feststellen. Wenige Monate später schickte Finanztest ihre Prüfer an die Geldautomaten. Das Ergebnis: Fremdgehen kann teuer werden. So berichtet das Magazin in seiner Dezember-Ausgabe von Gebühren bis zu 7,99 Euro. Diese knapp acht Euro werden für Fremdkunden beim Bankhaus August Lenz fällig. Abgesehen davon langen öffentliche und genossenschaftliche Institute am kräftigsten zu. So kostet es etwa bei der Hamburger Sparkasse 4,75 Euro. Bei anderen Sparkassen sind die Gebühren ähnlich. Meist werden vier bis fünf Euro berechnet. Die getesteten Sparda- und VR-Banken liegen nur knapp darunter. Das deckt sich auch mit unseren Erfahrungen.

Früher fielen uns auch die großen Privatbanken der Cash Group - also Deutsche Bank, Hypovereinsbank, Postbank und Commerzbank - positiv auf, wenn es um Gebühren für Fremdkunden geht. Diese mussten lange Zeit im Rahmen einer Selbstverpflichtung der beteiligten Institute verkraftbare 1,95 Euro bezahlen, mittlerweile sind es jedoch 3,95 Euro. Damit erreichen die Großbanken schon das Niveau vieler Sparkassen und VR-Banken. Interessant ist hierzu eine Aussage von Markus Feck von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen gegenüber der Süddeutschen Zeitung, bei der es um die internen Kosten der Banken bei Fremdabhebungen geht: "Sie liegen bei etwa 70 Cent".

Es gibt nur noch eine Bankengruppe, bei der es mit 1,95 Euro immer noch günstig ist: die genossenschaftlichen PSD-Banken. Problem: Sie haben kaum Filialen.

Vorbildlich in der Untersuchung von Finanztest kamen etwa ING-Diba und DKB, aber auch Volkwagen bzw. Audi Bank weg. Allerdings hält von den drei genannten Banken lediglich ING-Diba mit 1.200 Filialen ein nennenswertes Netz eigener Automaten vor.

So tappen Sie nicht in die Gebührenfalle

Seit Januar 2011 haben sich Banken und Sparkassen verpflichtet, den exakten Betrag entweder auf dem Bildschirm oder per Aufkleber am Geldautomaten anzugeben. Dieser Selbstverpflichtung kommen aber nicht alle Banken gleichermaßen nach. Beim Bankhaus August Lenz sei die Gebührenanzeige kaum lesbar gewesen, ebenso wie beim Automatenbetreiber Cardpoint. Bei 14 von 20 getesteten Automaten war die geforderte Gebühr erst nach dem Eingeben der Geheimnummer zu erkennen. Doch bereits beim Einführen der Girokarte erkennt der Geldautomat die Bank des Verbrauchers und damit die Gebührenhöhe. Vorbildlich in Sachen Transparenz seien dagegen Commerzbank, Deutsche Bank, ING-Diba, Postbank, Targobank und Volkswagen Bank gewesen.

Wer komplett auf Gebühren beim Abheben mit der Girokarte verzichten will, muss bei der eigenen Bank abheben oder dem angeschlossenen Bankverbund.

Die vier großen Bankenverbünde im Überblick

  • Sparkassenverbund: Mehr als 25.000 Geldautomaten.
  • Volks- und Raiffeisenbank: Rund 19.500 Geldautomaten.
  • Cash Group: 9.000 Geldautomaten und 1.300 Shell-Tankstellen. Mitglieder: Commerzbank, Deutsche Bank, Hypovereinsbank und Postbank.
  • Cashpool: Mehr als 3.000 Geldautomaten. Mitglieder: Targobank, Santander Consumer Bank, Degussa Bank, BB Bank, Wüstenrot und weitere kleinere Banken.

So zahlen Sie nie Gebühren für Bargeldabhebungen

Zugegeben, es ist gerade bei einer Privatbank mühsam, immer zu prüfen, ob es sich nun um eine Partnerbank handelt, die kostenlose Bargeldversorgung ermöglicht oder eben nicht. Helfen können hier spezielle Apps. Aber auch einige Supermärkte wie Rewe, Penny oder Netto ermöglichen kostenloses Geldabheben. Haken: Sie müssen dafür mindestens für 20 Euro eingekauft haben und ziehen sich vielleicht den Unmut der wartenden Kunden zu.

Wirklich bequem und sorgenfrei an Bargeld kommen Sie nur mit der richtigen Kreditkarte. Dann müssen Sie nie kontrollieren, ob die entsprechende Bank wirklich kostenlos ist oder ob Sie den Mindesteinkaufswert erreicht haben.

Biallo-Tipp: Die kostenlose Kreditkarte der Santander Consumer Bank 1 plus Visa-Card. Mit der Visakarte können Sie weltweit kostenlos Bargeld abheben. Denn die Kreditkarte ist die einzige in Deutschland erhältliche Karte, bei der die Gebühren beim Auslandseinsatz weltweit übernommen werden. Weitere attraktive Kreditkarten, mit denen Sie in Deutschland und der Eurozone gebührenfrei Geld abheben können, finden Sie unterhalb dieses Textes. Wenn Sie lieber Ihre Girokarte verwenden, sollten Sie nach Möglichkeit ein kostenloses Girokonto haben. Dieses finden Sie in unserem Girokonto-Vergleich. Scheuen Sie auch nicht den Wechsel des Girokontos, denn dieser ist mittlerweile kinderleicht.

3
 
Karte
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Jahresgeb.
Sollzinssatz
 
1.
VisaCard
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6,9%
2.
comdirect VISA-Karte
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8,95%
3.
VISA Card
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6,99%
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Jahrgang 1985, schloss eine kaufmännische Ausbildung ab. Anschließend studierte er Betriebswirtschaftslehre an der Universität Augsburg und war währenddessen als Werkstudent bei LV 1871 und Wealthcap (Fondsgesellschaft von Unicredit) tätig. Nach Beendigung des Studiums schrieb er für das Anlegermagazin „Der Aktionär“. Im Anschluss absolvierte er eine Hospitanz in der Wirtschaftsredaktion der Rheinischen Post in Düsseldorf.

Seit Januar 2014 ist er bei biallo.de und verfasst dort überwiegend Artikel zu Geldanlagethemen. Daneben publiziert er regelmäßig in Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier.

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Jahrgang 1985, schloss eine kaufmännische Ausbildung ab. Anschließend studierte er Betriebswirtschaftslehre an der Universität Augsburg und war währenddessen als Werkstudent bei LV 1871 und Wealthcap (Fondsgesellschaft von Unicredit) tätig. Nach Beendigung des Studiums schrieb er für das Anlegermagazin „Der Aktionär“. Im Anschluss absolvierte er eine Hospitanz in der Wirtschaftsredaktion der Rheinischen Post in Düsseldorf.

Seit Januar 2014 ist er bei biallo.de und verfasst dort überwiegend Artikel zu Geldanlagethemen. Daneben publiziert er regelmäßig in Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier.

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