Auf einen Blick
  • Kryptowährungen basieren auf der dezentralen Blockchain-Technologie.

  • Bitcoin und weitere Kryptowerte haben im zurückliegenden Jahr ein Achterbahnfahrt hingelegt.

  • Im folgenden Ratgeber beantworten wir die zehn wichtigsten Fragen zu Kryptowährungen und zeigen die Vor- und Nachteile auf.
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Wenn ein Thema neben Corona zum Jahresausklang 2021 die Medien dominierte, dann waren es die heftigen Kursausschläge bei Kryptowährungen in beide Richtungen. Der Preis für einen Bitcoin kletterte am 10. November auf ein Rekordhoch von fast 59.716,82 Euro, um danach in den Sinkflug überzugehen. Mittlerweile steht der Bitcoin rund zwei Drittel tiefer bei rund 18.265,00 Euro. Gerade die steigende Inflation und der anwährende Krieg in der Ukraine drücken ordentlich auf den Kurs. Doch nicht nur die größte Kryptowährung wurde durchgeschüttelt, auch der komplette Crash von Terra (Luna) auf einen Kurswert von null, war für das Vertrauen der Anlegerinnen und Anleger nicht förderlich. Die Entwicklung des Kryptomarkts ist also mit Spannung zu beobachten, hier gehen auch die Expertenmeinungen weit auseinander. Aber was ist eigentlich eine Kryptowährung genau? Wir zeigen Ihnen die wichtigsten Merkmale und Fakten auf.

 

Was ist eine Kryptowährung?

Das Wort Kryptowährung bezeichnet eine digitale Währung, die durch einen komplexen Algorithmus (kryptografisch) verschlüsselt ist. Kryptowährungen dienen dabei zur Wertaufbewahrung oder zum Handel. Das erinnert in gewisser Weise an klassische staatliche Währungen. Kryptowährungen werden (bislang) jedoch nicht von Notenbanken ausgegeben und unterliegen damit nicht dem Einfluss staatlicher Kontrolle. Trotzdem haben in jüngerer Zeit viele Länder den Handel von Kryptowährungen verboten wie etwa die Türkei oder China.

Kryptowährungen basieren auf der Blockchain-Technologie. Eine Blockchain ist eine dezentralisierte Datenbank, die gleichzeitig auf zahlreichen Computern verteilt ist und Transaktionen aufzeichnet. Diese Dezentralität macht auch die Sicherheit der Blockchain-Technologie aus. 

Von den klassischen unabhängigen Kryptowährungen sind private Token zu unterscheiden. Immer mehr Unternehmen haben ebenfalls ihre eigene Kryptowährung herausgegeben, die jedoch meist als Token bezeichnet wird. Diese Token können entweder einen Anteil am Unternehmen verbriefen (Security Token) oder ermöglichen den Erwerb von Waren oder Dienstleistung des Unternehmens (Utility Token). 

 

Wieso sind Kryptowährungen teuer? 

Kryptowährungen verhalten sich hinsichtlich ihrer Bewertung analog zu Edelmetallen wie Gold und Silber. Der Preis wird durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Aufgrund des stark steigenden Interesses haben viele Kryptos im letzten Jahr neue Höchststände markiert. Der Grund dafür ist einfach: Die Nachfrage steigt stark, während das Angebot de facto konstant bleibt. 

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Im Gegensatz zu Aktien haben die meisten Kryptowährungen jedoch keinen intrinsischen Wert. Die Aktie der Firma Siemens beispielsweise baut unter anderem auf den Wert der Mitarbeiter und des Betriebsvermögens. Dadurch unterscheiden sich Aktien von Kryptowährungen.

 

Wie funktionieren Kryptowährungen?

Kryptowährungen werden nicht mehr bei einer Bank verwahrt, sondern jeder hat sein eigenes Wallet. Es gibt inzwischen zahlreiche Anbieter und unterschiedliche Arten von Wallets. Die Wallets unterscheiden sich insbesondere in Bezug auf die Sicherheit und Nutzerfreundlichkeit. Jede Transaktion erfolgt dann direkt zwischen dem Wallet des Senders und dem des Empfängers der Kryptowährung. In einem weiteren Artikel stellen wir Ihnen eine Wallet am Beispiel von MetaMask genauer vor.

Ihr Vermögen wird direkt in dem Wallet verwahrt. Eine Zentralbank, Clearingstellen oder das traditionelle SWIFT-Netzwerk sind nicht mehr notwendig. Auf diese Weise sind Kryptotransaktionen tendenziell schneller als Überweisungen in klassischen Währungen. 

Hinzu kommt, dass bei Überweisungen ins ferne Ausland keine Gebühren anfallen. Und Kryptowährungen sind im Gegensatz zum Euro prinzipiell jederzeit handelbar, sodass Sie nach Freitagabend nicht warten müssen, bis die Bankschalter am Montag wieder öffnen. Eine Transaktion am Sonntag kommt nur wenige Minuten später beim Empfänger an. 

 

Welche und wie viele Kryptowährungen gibt es? 

Die Plattform CoinMarketCap listet derzeit rund 7.500 Kryptowährungen. Die Kryptowährungen und Token unterscheiden sich erheblich in ihren Eigenschaften, ihrer Entstehungsgeschichte und Verwendung. 

Hinzu kommt, dass viele der im Umlauf befindlichen Kryptowährungen als "Forks" aus einer anderen Kryptowährung entstanden sind. Zum Beispiel haben sich Bitcoin Cash und Bitcoin SV von dem Original Bitcoin BTC abgespalten (eine sogenannte Fork).

In einem weiteren Artikel räumen wir mit allen Fakten und Mythen, die sich rund um die Kryptowährung Bitcoin ranken, auf. Außerdem erklären wir Ihnen, was es mit den sogenannten Stablecoins auf sich hat.

 

Was sind die bekanntesten und liquidesten Kryptowährungen?

Die zehn größten Kryptowährungen haben insgesamt eine Marktkapitalisierung von 

Kryptowährung Kürzel Marktkapitalisierung
Bitcoin BTC 374.247.161,919 €
Ethereum ETH 127.408.768,627 €
Tether
USDT
63.384.677,805 €
USD Coin USDC 53.047.629,522 €
Binance Coin BNB 33.959.678,500 €
Binance USD
BUSD 16.585.938,472
Cardano
ADA 15.272.853,416 €
Ripple XRP
XRP 14.923.404,250 €
Solana SOL 11.757.467,413 €
Dogecoin DOGE 8.047.301,369 €

Quelle: Coinmarketcap.com, Stand: 22. Juni 2022.

 

Vorteile und Nachteile von Kryptowährungen

Kryptowährungen sind unabhängig von staatlichen Organisationen und unterliegen damit nicht dem Einfluss von politischen Entscheidungen und Gestaltungswillen. Zudem sind viele Kryptowährungen (pseudo-)anonym. Sie können im Gegensatz zu einer Banküberweisung also nicht oder nur sehr aufwendig zurückverfolgt werden. 

Eins der Nachteile ist beispielsweise die immer noch vergleichsweise geringe Akzeptanz von Kryptowährungen bei Händlern. Damit eine Währung zum Handel eingesetzt werden kann, muss diese zwingend von Händlern akzeptiert werden. Zwar gibt es inzwischen immer mehr Anbieter, die Kryptowährungen akzeptieren, jedoch sind wir noch weit von einem Massenmarkt entfernt.

Vorteile

Nachteile

  • unabhängig von staatlichem Einfluss
  • stark steigende Beliebtheit 
  • Blockchain wird als großer Trend für die nächsten Jahrzehnte gesehen 
  • 24/7 Verfügbarkeit von Handelsmöglichkeiten
  • teilweise extrem hoher Stromverbrauch
  • noch immer geringe Marktpenetration bei Onlinezahlungen
  • geringe Benutzerfreundlichkeit vieler Angebote 
  • wer seine Zugangsdaten verliert, verliert diese unwiderruflich und damit auch Zugang zu seinem Geld / Investment
  • keine staatlich garantierte Sicherheit für Ihr Vermögen
 

Warum werden Kryptowährungen immer beliebter? 

Zum einen werden Kryptowährungen aus den Vorteilen der Dezentralität und Unabhängigkeit immer beliebter. Auf der anderen Seite steht aber auch der spekulative Gedanke bei vielen Investoren im Vordergrund. Trotz der vielen Kursrücksetzer lag der Bitocin im letzten Jahr immer noch gut ein Drittel im Plus (Stichtag 5. Januar 2022). Diese Gewinne sind allerdings in den ersten Monaten in 2022 komplett verpufft. Viele andere und unbekannte Kryptowährungen konnten sich bisher als spekulative Geldanlage bewähren. Diese Erfolgsgeschichten lockten viele Anleger an. 

In einem Research Bericht von Anfang 2020 prognostizierten die Analysten der US Bank JPMorgan Chase ein langfristiges Bitcoin-Kursziel von 146.000 US-Dollar, basierend auf der Annahme, dass die Kryptowährung als Alternative zu Gold an Popularität gewinnen wird und zunehmend auch professionelle Anleger investieren. 

 

Wie kann ich in Kryptowährungen investieren?

Wenn Sie das erste Mal in Kryptowährungen investieren möchten, brauchen Sie zunächst eine Wallet. Dieses ist praktisch eine digitale Geldbörse und es gibt zahlreiche kostenlose Varianten online. Es gibt jedoch auch Wallets als Hardware, die wie ein USB-Stick aussehen. Diese bieten mehr Sicherheit, sind aber nicht mehr kostenlos. Wer zunächst einmal nur eine kleine Summe zum Testen investieren will, kann sogar einfach das integrierte Wallet vieler Handelsplattformen nutzen. Denn um nun Kryptowährungen zu erwerben, brauchen Sie einen entsprechenden Handelsplatz. 

Inzwischen gibt es hier zahlreiche Dienstleister aus der ganzen Welt, die diesen Service anbieten. Die größten Handelsplätze betreiben das US-amerikanische Unternehmen Coinbase und die in China gestartete Börse Binance mit neuem Headquarter in Malta. Beide Unternehmen halten sich derzeit nicht an deutsche Rechtsnormen, da diese kein Impressum auf ihrer Webseite anbieten. Es gibt jedoch auch deutsche Anbieter, wie die App Bison von der Börse Stuttgart, Coindex oder Scalable.

In einem weiteren Artikel erklären wir Ihnen, wie und wo Sie Kryptowährungen kaufen und verkaufen können.

 

Was ist die Kritik an Kryptowährungen?

Zwar erfreuen sich Kryptowährungen gerade einer stark zunehmenden Beliebtheit, allerdings gibt es auch immer wieder Kritik an den Kryptowährungen. So wurde zumindest früher oft behauptet, dass diese aufgrund der möglichen Anonymität meist für illegale Geschäfte verwendet werden. Dies lässt sich zwar wie bei Bargeld nie ganz vermeiden, inzwischen müssen Sie sich aber bei den meisten Plattformen identifizieren, bevor Sie Kryptowährungen kaufen können. Doch wie anyonym ist eine Bitcoin Transaktion eigentlich?

Ein ganz anderer Kritikpunkt ist der Stromverbrauch: Die Universität Cambridge hat kürzlich eine Studie herausgebracht und den Stromverbrauch von der populärsten Kryptowährung Bitcoin ins Verhältnis zu Staaten gesetzt. Bitcoin zeigt dabei weltweit einen höheren Stromverbrauch pro Jahr als die Niederlande und liegt in etwa auf dem Niveau von Argentinien (44 Millionen Einwohner). Viele Kryptowährungen haben diesen Punkt allerdings erkannt und setzen auf einen vergleichsweise nachhaltigeren Algorithmus, um den Stromverbrauch deutlich zu reduzieren.

Wird Bitcoin per Kreditkarte zum Zahlungsmittel?

Wir erklären, was Bitcoin-Kreditkarten kosten und wo Sie mit der Kryptowährung bezahlen können. Außerdem erfahren Sie, wie die Kreditkarten funktionieren. Mehr dazu lesen Sie in unserem Ratgeber  "Bitcoin Kreditkarte".
 

Kann der Wert von Kryptowährungen auf null fallen? 

Es ist zwar sehr unwahrscheinlich, dass der Wert von den großen Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum unmittelbar auf null fällt, aber theoretisch ist auch dies nicht ausgeschlossen. Ebenfalls ist auch sehr unwahrscheinlich, dass der Wert der anderen unbekannteren Kryptowährungen auf null fällt. 

Bei kleineren Währungen ist es jedoch vorstellbar, dass der Wert stark einbricht und nur ganz knapp über einem Wert von null bleibt. Dies ist jedoch das Worst-Case-Szenario, das zwar wichtig zu kennen ist, aber gerade für die bekannten Kryptowährungen sehr unwahrscheinlich ist.

Das beste Beispiel hierfür ist die Kryptowährung Terra (Luna). Am 12.05.2022 stürzte der Kurs von rund 81 Euro quasi über Nacht auf null. Der Grund dafür war ein drastischer Einbruch des algorithmischen Stablecoins Terra, der die damit verknüpfte Cyberdevise Luna komplett einstürzen lies. In einem weiteren Artikel gehen wir ausführlicher auf das Thema Stablecoins und deren Sicherheit ein.

 

Welche Gefahren gibt es bei Investments in Kryptowährungen?

Wie nachhaltig die Entwicklung bei Kryptowährungen ist, muss sich erst noch zeigen. Für manche Marktteilnehmer ist Bitcoin das neue Gold, andere sehen eine große Blase durch das billige Geld der Notenbanken.

“Für mich ist Bitcoin kein Anlagevehikel, sondern ein reines Narrativ, ein hoch ansteckendes noch dazu. Wirtschaftsnobelpreisträger Robert Shiller, dem ich diesen Gedanken verdanke, bringt es auf den Punkt: ‘Bitcoin hat keinen Wert bis Menschen glauben, es habe einen’. Wenn sich von dieser Erzählung niemand mehr ‘anstecken’ lässt, ist es vorbei”, erklärt Dr. Hans-Joerg Naumer, Global Head of Capital Markets bei Allianz Global Investors. 

Wer jetzt neu in Kryptowährungen investiert, sollte sich zumindest bewusst sein, dass es auch in der Vergangenheit oft große und sehr plötzliche Rücksetzer gab. Für neue Investoren ist es daher ratsam, sehr langsam in den Markt einzusteigen und immer nur den Betrag zu investieren, den man auch schmerzfrei verlieren kann. Alternativ können Sie auf einen Rücksetzer warten und die Chance nutzen, um dann einzusteigen.

Im Laufe des letzten Jahres sind sogenannte NFT immer populärer geworden - teilweise werden Preise in einem hohen zweistelligen Millionenbereich erzielt. Wie NFT genau funktionieren, haben wir uns in einem ausführlichen Artikel angesehen.

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Über den Autor Tim Stockschläger

Tim Stockschläger ist im Münsterland aufgewachsen und hat in Augsburg, Leipzig und Binghamton (New York State) Wirtschaftswissenschaften und Finanzen studiert. Schon im Studium haben ihn die internationalen Aktienmärkte und Produkte gereizt. Er ist seit 2007 Consultant und freiberuflicher Journalist für diverse Medien und Magazinen, insbesondere zu Finanz- und Blockchain Themen. Er arbeitete bis Ende 2017 als Analyst bei der Deutschen Bank. Seit 2018 berät und unterstützt er insbesondere Startups beim Marketing und bei der Finanzierung mit Security Token Offerings und Crowdfunding. Tim Stockschläger hat 2018/19 einen der ersten Security Token Sales in Europa begleitet und die Erfahrung davon inzwischen in einem Buch veröffentlicht. 

Co-Autoren:
  David Kotzmann
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