Altersvorsorge Fünf Alternativen zur Lebensversicherung

Altersvorsorge Fünf Alternativen zur Lebensversicherung

Max Geißler
von Max Geißler
07.10.2016
Auf einen Blick

Die Renditen für Lebensversicherungen sind rückläufig, 2017 sinkt auch der Garantiezins weiter ab. Welche Vorsorgealternativen bieten sich an?

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Über Jahrzehnte profitierten Lebensversicherte in Deutschland von überdurchschnittlichen Zinsen. Doch seit dem Wegfall der Steuerfreiheit und dem Rückgang der Renditen von Lebensversicherungen schwindet der Zuspruch. Heute sind nur noch zwei bis drei Prozent Ertrag drin, zudem hat die Regierung für Neuverträge ab 2017 die Zinsgarantie auf 0,9 Prozent gesenkt. Vor fünfzehn Jahren lag der Mindestzins noch bei vier Prozent und die Renditen bei sechs bis sieben Prozent. Fünf Alternativen zur Lebensversicherung:

Alternative 1 zur Lebensversicherung: Riester-Rente

Die Zusatzrente mit öffentlicher Förderung unterstützt der Staat jährlich mit 154 Euro Grundzulage plus 300 Euro für jedes Kleinkind. Die Stiftung Warentest lobt: „Dank Fördergelder ist die Riester-Rente praktisch immer ein Gewinn.“ Häufig trägt der Staat mehr als die Hälfte der Beitragslast. Positiv: Die Fördergelder mindern den notwendigen Eigenbeitrag von vier Prozent des Bruttolohns, zudem sind Einzahlungen bis 2.100 Euro als Sonderausgabe absetzbar. Zur Auswahl stehen: Rentenversicherung, Fonds- und Banksparplan.

Zielgruppe: Für Arbeiter, Angestellte, Beamte und Ehegatten ohne Rentenpflicht ist Riestern eine effektive Vorsorgeform. Kinderreiche profitieren von hohen Fördergeldern, Gutverdiener von Steuervorteilen.

Vor- und Nachteile: Riester-Verträge bieten eine lebenslange Rente; flexible Beitragszahlung; Kapitalgarantie zu Rentenbeginn; Teilauszahlungen und Abgeltungssteuerfreiheit. Im Gegenzug ist die Rente im Alter voll steuer- und abgabenpflichtig und nur eingeschränkt vererbbar.

Alternative 2 zur Lebensversicherung: Rürup-Rente

Die Rürup-Rente ermöglicht Selbstständigen Altersvorsorge mit Steuerbonus: Dabei gilt seit 2015 für Alleinstehende ein neuer Höchstbetrag von 22.175 Euro und für Verheiratete 44.350 Euro pro Jahr. Für das Jahr 2016 sind 82 Prozent des Höchstbetrags als Sonderausgabe steuerlich absetzbar. Das entspricht aktuell 35.480 Euro für zusammen veranlagte Verheiratete (auch eingetragene Partnerschaften) und 17.740 Euro für Alleinstehende. Der Prozentsatz erhöht sich jedes Jahr um zwei Prozent, so dass 2025 schließlich 100 Prozent steuerlich geltend gemacht werden können. Zwei Varianten stehen zur Wahl: klassische und fondsgebundene Rentenpolice.

Zahlen Sie als Selbstständiger im Jahr 2016 beispielsweise 15.000 Euro in einen Rürup-Vertrag ein, so können Sie 12.300 Euro steuerlich absetzen. Je mehr man verdient und je höher die Steuerbelastung ist, desto mehr lohnt sich die Rürup-Rente. Da jedoch ausschließlich über Steuervorteile und nicht wie bei der Riester-Rente über feste Zuschüsse gefördert wird, bedeutet dies, dass es sich für Selbstständige mit niedrigem Einkommen und geringem Steueraufkommen weniger lohnt.

Zielgruppe: Grundsicherung im Rentenalter für Personen ohne gesetzlichen Rentenanspruch.

Vor- und Nachteile: Rürup-Verträge bieten lebenslange Rentengarantie, flexible Beitrags- und Sonderzahlungen, Gläubigerschutz und Hartz-IV-Sicherheit. Im Gegenzug besteht Rentenzwang ohne Kapitalwahlrecht, zudem sind Sparguthaben weder vererbbar, übertragbar noch beleihbar.

Alternative 3 zur Lebensversicherung: Private Rentenversicherung

Sparvertrag ohne öffentliche Förderung: Klassische Rentenpolicen bieten Mindestzinsen ab 2017 Mindestzinsen von 0,9 Prozent und lebenslange Rentengarantie. Im Gegensatz zu Riester-Förderrenten besteht am Vertragsende freie Kapitalwahl. Analog zu Riester und Rürup-Policen fällt keine Abgeltungsteuer während der Sparphase an. Tipp: Fondspolicen bieten langfristig überdurchschnittliche Renditechancen.
Zielgruppe: Personen, die lebenslange Grundsicherung, geringe Besteuerung im Alter und Hinterbliebenenschutz wünschen.
Vor- und Nachteile: Die Policen sind steuer- und abgabengünstig – bei Rentenbeginn mit 65 sind nur 18 Prozent der Zahlungen steuerpflichtig; meist entfallen Sozialbeiträge. Nachteilig sind hohe Vertragskosten und sinkende Garantiezinsen.

Alternative 4 zur Lebensversicherung: Sparbriefe

Ungeförderte Geldanlage bei Sparkassen und Banken: Das Kapital wird bis zu zehn Jahre mit fester, gleichbleibender Verzinsung angelegt, die aktuellen Renditen liegen bei maximal zwei Prozent.

Zielgruppe: Sicherheitsorientierte Sparer mit Anfangskapital.

Vor- und Nachteile: Feste Zinsen bieten Kalkulationssicherheit. Nachteilig sind Abgeltungsteuerpflicht der Zinserträge, unterdurchschnittliche Renditeerwartung und fehlende Verrentung.

Tipp: Vergleichen Sie die Rendite von Sparbriefen mit dem Biallo-Sparbrief-Vergleich.

Alternative 5 zur Lebensversicherung: Banksparplan

Bei dieser Alternative zur Lebensversicherung zahlen Banken einen variablen Grundzins plus Bonusprämien, die mit der Laufzeit steigen. Positiv: Kommt Inflation, erhöht sich auch der Grundzins. „Steigende Marktzinsen verbessern automatisch die Rendite“, sagt Georg Plötz von der Verbraucherzentrale Bayern. Ein Spezialfall sind Banksparpläne mit festen Zinsen. Hier liegt die Rendite von Anfang an fest. Bei einem Sparplan ist eine langfristig Renditen von zwei Prozent realistisch.

Zielgruppe: Sicherheitsorientierte Sparer und Kleinanleger.

Vor- und Nachteile: Gebührenfreie Vorsorge mit Sparbeträgen ab zehn Euro, flexibles Sonderzahlungs- und Kündigungsrecht. Nachteilig sind mäßige Renditen, Abgeltungssteuerpflicht auf alle Erträge und fehlende Verrentung.

Tipp: Mit dem Biallo-Banksparplan-Vergleich können Sie die Rendite von Banksparplänen deutschlandweit vergleichen.

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Max Geißler
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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de