Steuern auf Riester- und Rürup-Renten

Private Renten und Steuern Steuern auf Riester- und Rürup-Renten

Fritz Himmel
von Fritz Himmel
30.07.2018
Auf einen Blick
  • Bei der Riester-Rente bleiben Ihre Einzahlungen in der Ansparphase komplett von der Abgeltungsteuer befreit. Bei der späteren Rente sind Sie jedoch mit Ihrem persönlichen Steuersatz dabei.

  • Bei der Rürup-Rente richtet sich die Höhe der Steuerpflicht bzw. des steuerfreien Betrags der Rente nach dem Kalenderjahr Ihres Rentenbeginns.
Artikelbewertung
Teilen
Schrift

Wenn Sie auf der Suche nach dem richtigen Altersvorsorgemodell nur den Blick auf die spätere erzielbare Bruttorente legen, sparen Sie womöglich falsch. "Noch wichtiger ist, wie viel Rente davon tatsächlich netto bleibt", sagt Michael Franke vom Analysehaus Franke & Bornberg. Die Frage lautet deshalb nicht: Wie viel Rente bekomme ich? Sondern: Mit welcher Netto-Rente kann ich rechnen?

Bei der Riester-Rente greift die nachgelagerte Besteuerung

Bei Riester heißt es steuerlich: Erst kassieren, später zahlen. Der staatlichen Riester-Förderung in der Ansparphase steht im Alter die nachgelagerte Besteuerung der Riester-Rente in der Auszahlungsphase gegenüber.

Das bedeutet für Sie: Auszahlungen aus einem Riester-Rentenvertrag zählen zu den sonstigen Einkünften und sind bis zu 100 Prozent mit dem persönlichen Steuersatz zu versteuern. Wie hoch die Steuerlast dann tatsächlich ausfällt, hängt von Ihrem Gesamteinkommen im Ruhestand ab. Bei hohen Nebeneinkünften müssen Sie damit rechnen, dass Sie mit 30 Prozent oder sogar mehr dabei sind. Meist liegt jedoch der Steuersatz niedriger als während des Berufslebens.

Lesen Sie auch: Vier Varianten für Riester-Sparer

Wünschen Sie weitere Informationen zu Riester und Rürup? Dann abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter!

Bitte geben Sie eine korrekte E-Mail Adresse ein
Unsere Datenschutzerklärung finden Sie hier.

Wann Sie bei der Riester-Rente nur den Ertragsanteil versteuern müssen

Die berühmte Ausnahme – jetzt wird’s kompliziert: Diese volle Steuerpflicht für Riester-Renten gilt nur für Renten, die vollständig aus durch Zulagen und Steuervorteile gefördertem Kapital gezahlt werden. Doch manche Sparer zahlen in der Ansparphase auch mehr in einen Riester-Vertrag ein als nötig ist, um die vollen Zulagen und Steuervorteile zu bekommen.

Wird aus diesem nicht staatlich geförderten Anteil Ihrer Riester-Beiträge eine Rente gezahlt, so ist dafür dann nur der sogenannte Ertragsanteil zu versteuern. Beispiel: Wenn Sie am Ende Ihres Berufslebens mit 67 Jahren in Rente gehen, brauchen Sie somit – anstatt wie sonst beim geförderten Riester-Vertrag eventuell volle 100 Prozent – dann lediglich 17 Prozent der Riester-Rente mit Ihrem persönlichen Steuersatz zu versteuern.

3
Berechnungsgrundlage / Modellfall: 

Besteuerung der Rürup-Rente

Bei der Rürup-Rente gilt das gleiche Besteuerungsprinzip wie bei der gesetzlichen Altersrente (siehe Steuertabelle unten). Seit dem Jahre 2005 richtet sich die Höhe der Steuerpflicht bzw. des steuerfreien Betrags der Rente nach dem Kalenderjahr des Rentenbeginns.

"In 2018 erstmals ausgezahlte Renten sind mit 76 Prozent steuerpflichtig, der andere Teil von 24 Prozent wird Ihnen als Freibetrag dauerhaft festgeschrieben", sagt die Münchner Steuerberaterin Erika Wacher. Bis 2020 steigt der steuerpflichtige Anteil jährlich um zwei Prozent an, nach 2020 nur noch um ein Prozent jährlich. Ab 2040 ist dann die volle Auszahlung steuerpflichtig. Wenn Sie also 2040 erstmals die Rürup-Rente beziehen, dann müssen Sie diese dauerhaft zu 100 Prozent versteuern.

Lesen Sie auch: Mehr Steuervorteile bei der Rürup-Rente

Rürup-Rente und die Steuer

Rentenbeginn

steuerpflichtiger Rentenanteil

steuerfreier Rentenanteil

Bis 2005

50 %

50 %

2006

52 %

48 %

2007

54 %

46 %

2008

56 %

44 %

2009

58 %

42 %

2010

60 %

40 %

2011

62 %

38 %

2012

64 %

36 %

2013

66 %

34 %

2014

68 %

32 %

2015

70 %

30 %

2016

72 %

28 %

2017

74 %

26 %

2018

76 %

24 %

2019

78 %

22 %

2020

80 %

20 %

ab 2021

jährliche Steigerung um 1 %

jährliche Kürzung um 1 %

2040

100 %

0 %

Beispiel: Im Jahr 2018 beträgt die Rürup-Rente eines Neurentners monatlich 400 Euro. 76 Prozent, also 3.648 Euro im Jahr davon, sind im ersten Jahr steuerpflichtig; 24 Prozent (= 1.152 Euro) nicht. Diese 1.152 Euro sind dann der lebenslange jährliche Freibetrag, auch wenn die Rente im Laufe der Jahre steigen sollte.

Unser Fazit: Je nach Vorsorgemodell und Versichertenstatus kann einem Rentner von seiner Brutto-Rente ein stark abweichendes Netto übrig bleiben.

3
Berechnungsgrundlage / Modellfall: 
Ihre Meinung ist uns wichtig
Fritz Himmel
Fritz Himmel
Autor
Jetzt Artikel bewerten
E-Mail an den Autor
Artikel kommentieren
Fritz Himmel
Fritz Himmel

nach dem Sprachstudium (Indologie/Anglistik) in München ging ich zuerst in die Filmbranche zu Warner Columbia und arbeitete anschließend viele Jahre als Werbeleiter in einem Fachbuchverlag in München.

Seit Gründung 1997 bin ich Mitglied bei Biallo & Team. Für das Finanzportal biallo.de bearbeite ich schwerpunktmäßig die Bereiche Telekommunikation, Altersvorsorge und Versicherungen sowie Erbrecht. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschien das Biallo-Buch „Das neue Pflichtteilsrecht“.

Darüber hinaus in dieser Zeit regelmäßige Veröffentlichungen zu Wirtschafts- und Verbraucherthemen in rund 20 Tageszeitungen, u.a. Welt am Sonntag, Münchner Merkur, Kölner Stadtanzeiger, Frankfurter Neue Presse, Westdeutsche Zeitung, Südkurier, Schwäbische Zeitung etc.

E-Mail an den Autor
Artikelbewertung
Teilen
Drucken
Zur Startseite
Fritz Himmel
Fritz Himmel

nach dem Sprachstudium (Indologie/Anglistik) in München ging ich zuerst in die Filmbranche zu Warner Columbia und arbeitete anschließend viele Jahre als Werbeleiter in einem Fachbuchverlag in München.

Seit Gründung 1997 bin ich Mitglied bei Biallo & Team. Für das Finanzportal biallo.de bearbeite ich schwerpunktmäßig die Bereiche Telekommunikation, Altersvorsorge und Versicherungen sowie Erbrecht. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschien das Biallo-Buch „Das neue Pflichtteilsrecht“.

Darüber hinaus in dieser Zeit regelmäßige Veröffentlichungen zu Wirtschafts- und Verbraucherthemen in rund 20 Tageszeitungen, u.a. Welt am Sonntag, Münchner Merkur, Kölner Stadtanzeiger, Frankfurter Neue Presse, Westdeutsche Zeitung, Südkurier, Schwäbische Zeitung etc.

E-Mail an den Autor
Newsletter
Keine News mehr verpassen
Bitte geben Sie eine korrekte E-Mail Adresse ein:
Unsere Datenschutzerklärung finden Sie hier.

Regeln für das Schreiben von Kommentaren:

  1. Kommentieren Sie sachlich und ohne persönliche Angriffe.
  2. Verfassen Sie keine Beiträge mit strafbarem, diskriminierendem, rassistischem, anstößigem, beleidigendem oder kommerziellem Inhalt und verweisen Sie nicht auf Seiten mit solchem Inhalt.
  3. Stellen Sie weder zu lange Texte noch Bilder ein, außer, wenn es unbedingt nötig ist.
  4. Veröffentlichen Sie keine personenbezogenen Daten Dritter, wie Namen, Adressen, Telefonnummern oder E-Mail-Adressen.
  5. Wenn Sie persönliche Mitteilungen oder Texte anderer Verfasser einstellen oder Kommentare anderweitig veröffentlichen möchten, beachten Sie die Rechte Dritter. Bei einer Verletzung dieser Rechte (z.B. Persönlichkeitsrecht, Urheberrecht, Datenschutz) haften Sie.
  6. Sie haben die Möglichkeit, Ihren Benutzernamen frei zu wählen. Sie sollten aber im eigenen Interesse markenrechtlich geschützte Namen vermeiden.

Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de