Schutz beim Surfen

Internet-Rechtsschutzversicherungen Schutz beim Surfen

Annette Jäger
von Annette Jäger
04.06.2016
Auf einen Blick

Wer im Internet surft, trägt das Risiko, Schaden anzurichten oder selbst zu erleiden. Internet-Rechtsschutzversicherungen versprechen Hilfe. Bringt das was?

Artikelbewertung
Schrift

Das sind typische Schäden und Ärgernisse, wie sie beim Surfen im Internet vorkommen können:

  • Sie versenden unwissentlich einen Virus per E-Mail,
  • Sie veröffentlichen Fotos von anderen ohne deren Zustimmung eingeholt zu haben,
  • Ihre Kinder laden illegal Filme herunter,
  • bezahlte Ware kommt nicht bei Ihnen an,
  • Sie selbst werden Opfer von Mobbing im Internet.

Solche Schäden können Geld kosten: Schadensersatzansprüche, Strafzahlungen wegen Abmahnung können auf Sie zukommen, es kann aber auch ein finanzieller Verlust entstehen, wenn wegen Datenklau (Identitätsmissbrauch) Ihr Konto leergeräumt wird.
 

Internet-Rechtsschutz als eigener Baustein

Ein Internet-Rechtsschutz soll Sie in diesen Fällen unterstützen. Die Versicherungspolice stellt im Bereich der Rechtsschutzversicherung einen eigenen Baustein dar oder ist im Privatrechtsschutz integriert. So bieten zum Beispiel DEVK, ARAG oder R+V solchen Leistungen an.

Alle haben ein individuelles, kaum vergleichbares Paket zusammengestellt. Häufig sind nicht nur klassische Versicherungsleistungen, sondern auch Assistenceleistungen im Tarif enthalten, wie die Vermittlung und Bezahlung von Profis, die sich um Datenlöschung oder Datensicherung bei Virusbefall kümmern. Die Kosten für den Internet-Rechtsschutz variieren.

Die Arag verlangt für eine Familie 113,15 Euro im Jahr, R+V 139 Euro. Die Versicherungssummen sind pro Jahr und pro Rechtsschutzfall meist gedeckelt. Die Maximal-Summen schwanken zwischen 10.000 und 100.000 Euro.

Was leistet der Internet-Rechtsschutz?

Der Versicherungsschutz besteht aus mehreren Leistungsbausteinen. Ein Beispiel: Der Tarif "web@ktiv" der Arag leistet dann, wenn Persönlichkeitsrechte des Versicherten verletzt wurden, er gewährt Hilfe bei Abmahnungen, bei Online-Mobbing, bei Datenmissbrauch, oder wenn ungewünschte Inhalte aus dem Internet wieder entfernt werden sollen.

Wenn Sie psychologische Hilfe bei Mobbingattacken wünschen oder Rechtsschutz bei Schäden, die durch Ein- und Verkauf von Ware entstehen können, müssen Sie den leistungsstärkeren Tarif "web@ktiv Plus" wählen.

Die Versicherer bieten ihren Internet-Rechtsschutz gerne als Rundum-Sorglos-Surfen-Paket an. Doch das stimmt nicht ganz. In den Bedingungen ist die Liste der Ausschlüsse und Einschränkungen mindestens so lang, wie die der Leistungen. Oft bezahlen die Versicherer nämlich nur eine erste Beratung durch einen Anwalt - etwa bei Mobbing.

Die Kostenübernahme eines Gerichtsstreits ist dann aber nicht als Leistung enthalten. Wenn es um das Löschen von Fotos oder übler Nachrede im Internet geht, sind die finanziellen Leistungen limitiert. Auch eine Ablehnung von Fällen aufgrund von mangelnden Erfolgsaussichten ist möglich. Im Weiteren bezahlen die Versicherer bei Abmahnungen oft nur eine Beratung, nicht aber die Strafzahlung selbst
 

Private Haftpflichtversicherung bietet auch Schutz

Der Internet-Rechtsschutz deckt nur einen kleinen Teil der möglichen Schäden, die beim Surfen entstehen können. Noch dazu sind die Versicherungen nicht billig. Zudem gibt es Alternativen: Neuere Tarife der privaten Haftpflichtversicherung decken zumindest einen Teil der Schäden ab, die bei Internetnutzung oder elektronischem Datenaustausch entstehen können.

Allerdings leistet die private Haftpflichtversicherung nur, wenn Sie selbst andere schädigen – etwa, weil Sie unwissentlich einen Computervirus verbreiten. Doch auch hier lohnt sich der Blick in die Bedingungen: Oft zahlen die Policen nur, wenn Sie einen aktuellen Virenscanner auf dem Rechner installiert haben. Werden Sie dagegen selbst zum Opfer, können Sie von der Police nicht profitieren.

Klassischer Rechtsschutz deckt viele Schäden ab

Anstatt nur einen kleinen Ausschnitt aus dem Bereich Rechtsschutz zu versichern, können Sie auch auf eine umfassende Rechtsschutzversicherung setzen, die ein breiteres Feld an möglichen Schäden abdeckt. Gerade neuere Tarife des klassischen Privatrechtsschutzes bieten inzwischen auch Leistungen bei Kreditkartenmissbrauch, Online-Mobbing oder springen ein, wenn es um Gewährleistungsrechte beim Einkauf geht. Streit um Urheberrechtsverletzungen schließt die Rechtsschutzversicherung jedoch grundsätzlich aus. Diese Lücke schließen jedoch auch die Internet-Rechtsschutzversicherungen nicht komplett. Hier ist meist nur eine anwaltliche Beratung vorgesehen.

Die Versicherer bieten Beruf- und Privatrechtsschutz oft als Paket an. Das schließt Arbeits-, Schadensersatz-, allgemeinen Vertragsrechtsschutz mit ein, beispielsweise Streitigkeiten bei Reklamationen, bei Ärger mit Handwerkern, bei Ansprüchen aus Versicherungen, bei Steuerstreitigkeiten. Meist können Sie zu dem Paket auch noch einen Verkehrs- und Mietrechtsschutz hinzubuchen. Policen gibt es für diesen Bereich für rund 200 Euro.

Neben Versicherungspolicen greifen auch andere Sicherungssysteme im Internet bei Schäden. Bezahlen Sie bei Einkäufen im Internet über bestimmte Bezahlsysteme, ist oft ein sogenannter Käuferschutz integriert. Der beste Schutz ist allerdings die eigene Vorsicht: Wer gut informiert im Internet aktiv ist und Tipps zu sicherem Surfen befolgt, geht nur geringe Gefahr ein, finanziellen Schaden zu erleiden.

Mein Tipp: Bei der Suche nach einer leistungsstarken Police hilft Ihnen der Biallo-Vergleich zur Rechtsschutzversicherung.

Vergleich Rechtsschutzversicherung

  Anbieter Tarif Beitrag  
1 CIF-PRO-classic 188,45 Euro weiter
2 DMB Securo 198,29 Euro weiter
3 Ratio 229,00 Euro weiter
4 JurPrivat 235,00 Euro weiter
5 Compact Familie 236,93 Euro weiter
RS Privat/ Verkehr/ Beruf/ Wohnen, Laufzeit 1 Jahr, Antragsteller 30 J., nur Top-Familientarife.
Hier Ihren persönlichen Tarif Rechtsschutzversicherung berechnen
Ihre Meinung ist uns wichtig
Annette Jäger
Annette Jäger
Autorin
Jetzt Artikel bewerten
E-Mail an den Autor
Annette Jäger
Annette Jäger

während meines Studiums der Neueren Geschichte in München begann ich als freie Journalistin zu arbeiten, unter anderem für die Süddeutsche Zeitung. Im Jahr 2000 kam ich zu biallo.de, damals waren Versicherungsthemen für mich Neuland, über Gesundheitspolitik las ich in der Zeitung oder bekam die Auswirkungen als Patientin zu spüren.

Schnell stellte ich fest, dass der unverstellte Blick von außen durchaus von Vorteil ist bei der kritischen Aufbereitung dieser Themen. Bei Biallo schreibe ich noch immer über Versicherungen, Gesundheit und Soziales. Neuland sind diese Themen heute nicht mehr.

E-Mail an den Autor
Artikelbewertung
Drucken
Zur Startseite
Annette Jäger
Annette Jäger

während meines Studiums der Neueren Geschichte in München begann ich als freie Journalistin zu arbeiten, unter anderem für die Süddeutsche Zeitung. Im Jahr 2000 kam ich zu biallo.de, damals waren Versicherungsthemen für mich Neuland, über Gesundheitspolitik las ich in der Zeitung oder bekam die Auswirkungen als Patientin zu spüren.

Schnell stellte ich fest, dass der unverstellte Blick von außen durchaus von Vorteil ist bei der kritischen Aufbereitung dieser Themen. Bei Biallo schreibe ich noch immer über Versicherungen, Gesundheit und Soziales. Neuland sind diese Themen heute nicht mehr.

E-Mail an den Autor
Newsletter
Keine News mehr verpassen
Bitte geben Sie eine korrekte E-Mail Adresse ein: