Pflege-Bahr: Alles über die staatliche Förderung

Pflegezusatzversicherung Pflege-Bahr: Alles über die staatliche Förderung

Oliver Mest
von Oliver Mest
13.03.2018
Auf einen Blick
  • Die gesetzliche Pflegeversicherung reicht meist nicht, um die Kosten einer vernünftigen Pflege zu decken.

  • Mit der Zusatzversicherung "Pflege-Bahr" können Sie sich einen staatlichen Zuschuss sichern.

  • Um die Förderung zu erhalten, müssen die Policen einige Voraussetzungen erfüllen. So muss etwa der Eigenanteil mindestens zehn Euro betragen.
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Pflege-Bahr: Die staatlich geförderte Pflegezuatzversicherung

Eine private Pflegezusatzversicherung ist vor allem als Pflegetagegeldversicherung sinnvoll, weil die gesetzliche Pflegeversicherung im Ernstfall kaum reicht, um die Kosten einer vernünftigen Pflege zu decken. Die hohen Kosten lassen viele zurückschrecken. Mit der staatlich geförderten Pflege-Zusatzversicherung, oft "Pflege-Bahr" genannt (nach dem ehemaligen Gesundheitsminister Daniel Bahr), wird der Schutz etwas erschwinglicher.

Die Förderung über Pflege-Bahr ist einkommensunabhängig und unterstützt die Absicherung mit fünf Euro Zuschuss pro Monat. Die zahlt der Staat für Pflegezusatzversicherungen, wenn sie die Pflege-Bahr-Voraussetzungen erfüllen.

Pflege-Bahr: Vertragsbedingungen müssen für die Förderung erfüllt sein

Um den Förderung des Pflege-Bahr zu erhalten, müssen die Policen einige Voraussetzungen erfüllen. So muss der Eigenanteil mindestens zehn Euro betragen, zusammen mit dem Zuschuss muss die Police also mindestens 15 Euro im Monat kosten. Dafür muss sie in Pflegegrad V mindestens eine Leistung von 600 Euro monatlich vorsehen und darüber hinaus in allen Pflegegraden Leistungen anbieten. Außerdem muss der Pflege-Bahr-Vertrag einen Verzicht auf das ordentliche Kündigungsrecht vorsehen sowie auf eine Risikoprüfung, Risikozuschläge und Leistungsausschlüsse wegen Vorerkrankungen verzichten.

Pflege-Bahr: Enge Grenzen für die Vertragsgestaltung

Der Pflege-Bahr-Vertrag darf zudem maximal eine Wartezeit von fünf Jahren vorsehen, bis Leistungen gewährt werden. Außerdem sieht die Neuregelung vor, dass bei finanziellen Problemen mit dem Bezug von Hartz IV oder Sozialhilfe der Vertrag bis zu drei Jahre ruhend gestellt bzw. gekündigt werden kann. Wichtig auch: Die Abschlusskosten dürfen nur doppelt so hoch sein wie die erste Bruttoprämie.

Pflege-Bahr: Wie komme ich an die Zulage?

Die 60 Euro jährliche Zulage aus der Pflege-Bahr werden auf Antrag gewährt, den das Versicherungsunternehmen stellt. Dafür müssen Sie Ihre Versicherung bevollmächtigen, die Zulage für jedes Beitragsjahr zu beantragen. Die Pflege-Bahr-Zulage wird dann direkt von der Deutschen Rentenversicherung Bund an die Pflegezusatzversicherung ausgezahlt, die das Geld dann Ihrem Pflege-Bahr-Vertrag gutschreibt.

Bestandsverträge förderfähig?

In Deutschland gibt es mittlerweile mehr als zwei Millionen private Pflegeuusatzversicherungen. In den Genuss der Pflege-Bahr-Förderung werden sie aber nachträglich kaum kommen können, da sie die geschilderten Rahmenbedingungen in aller Regel nicht erfüllen. Diese Bestandsverträge können ggf. über die steuerliche Absetzbarkeit der Beiträge gefördert werden.

Liegt Ihr Krankenversicherungsbeitrag unter 1.900 bzw. 2.800 Euro (Arbeitnehmer bzw. Selbstständige), können auch die Prämien für eine Pflegezusatzversicherung steuerlich anerkannt werden. Zahlen Sie aber mehr als die erwähnten 1.900 bzw. 2.800 Euro für Ihre Krankenabsicherung, gehen Sie bei der steuerlichen Anerkennung der Beiträge leer aus.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de