So sichern Sie sich für den Pflegefall ab

Pflegerentenversicherung So sichern Sie sich für den Pflegefall ab

Oliver Mest
von Oliver Mest
14.03.2018
Auf einen Blick
  • Bei einer Pflegerentenversicherung richtet sich die Höhe der Leistungen ausschließlich nach dem Pflegegrad.

  • Die Rentenhöhe ist nicht voll garantiert, sondern abhängig von den Überschüssen, die die Versicherung erwirtschaftet. 
     
  • Im Falle einer Kündigung der Versicherungspolice erfolgt eine Erstattung in Höhe des "Rückkaufwertes".
Artikelbewertung
Teilen
Schrift

Pflegerentenversicherung: Kapital gegen Pflegeleistungen

Bei einer Pflegerentenversicherung als Pflegezusatzversicherung legen Sie einen Monatsbeitrag fest, den Sie in die Pflegerentenversicherung einzahlen wollen. Auf Basis der geleisteten Beiträge wird von der Pflegerentenversicherung später eine lebenslange steuerfreie Rente bezahlt, wenn der Versicherte pflegebedürftig wird. Die Höhe der Leistungen richtet sich ausschließlich nach dem Pflegegrad, nicht danach, ob die Pflege stationär oder ambulant ist und wer sie vornimmt.

Anders als beim fixen Tagessatz der Pflegetagegeldversicherung sind die Leistungen der Pflegerentenversicherung aber nicht voll garantiert – die tatsächlich ausgezahlte Rente hängt von den Überschüssen ab, die die Pflegerentenversicherung erwirtschaftet. Im Umkehrschluss heißt das aber auch, dass die Beiträge bei einer Pflegerentenversicherung dauerhaft garantiert sind – bei einer Pflegetagegeld- oder Pflegekostenversicherung dagegen können die Beiträge in der Regel im Laufe der Jahre auch stark ansteigen. Bei Pflegerentenversicherungen besteht zudem die Möglichkeit, sich auch im Alter durch Einmalzahlungen kurzfristig eine finanzielle Unterstützung für den Pflegefall zu sichern. Die Pflegerente gilt dennoch durch die Verbindung von Risikovorsorge und Sparvertrag als sehr teure Vorsorgelösung.

Beispiel

Ein heute 50-Jähriger möchte 1.500 Euro Pflegerente für den Fall absichern, dass er in Pflegegrad 5 pflegebedürftig wird und in den Pflegegraden 2 bis 4 wenigstens Teilleistungen von mindestens 25 Prozent erhält. Je nach Anbieter zahlt er dafür 130 bis 180 Euro monatlich – und zwar zum Teil lebenslang, zum Teil bis zum 85. Geburtstag. Bei den Pflegetagegeld-Tarifen wäre hingegen eine Absicherung ab ca. 50 Euro monatlich möglich.

Im Gegenzug bauen die Tarife Rückstellungen auf, die im Alter die Leistung erhöhen können und die bei einer Kündigung dazu führen, dass Sie den Rückkaufswert erhalten, während Sie bei Pflegetagegeldern leer ausgehen, da die als reine Risikotarife ohne Rückstellungen kalkuliert sind.

Leistungsmerkmale im Fokus behalten

Wer sich für eine Pflegerente entscheidet, sollte die Leistungsmerkmale genau unter die Lupe nehmen: Wichtig sind u.a. die folgenden Punkte:

Feststellung der Pflegebedürftigkeit

In den Bedingungen der Pflegerentenversicherung wird festgelegt, nach welchen Kriterien die Pflegebedürftigkeit bestimmt wird: Alternativ zu den Feststellungen der gesetzlichen Pflegepflichtversicherung als Basis kann auch ein sogenannter ADL-Kriterienkatalog herangezogen werden. Als Ergänzung kann das sinnvoll sein, alleiniges Kriterium sollte es nicht sein, damit es bei der privaten Vorsorge nicht zu einer anderen Entscheidung über die Feststellung der Pflegebedürftigkeit kommen kann.

Anpassungsmöglichkeiten

Bei der Pflegerentenversicherung sollte – wie bei der Pflegetagegeldversicherung auch – die Möglichkeit bestehen, die versicherten Renten anzupassen: Entweder über Dynamik-Regelungen mit regelmäßigen Anpassungen – am besten auch im Leistungsfall – oder über Nachversicherungsgarantien, die eine einmalige Anpassung in bestimmten Lebenssituationen ermöglichen.

Rückwirkende Leistung

Wird eine Pflegebedürftigkeit – was der Normalfall ist – der Pflegerentenversicherung erst später gemeldet, sollte die Auszahlung der Leistungen möglichst rückwirkend erfolgen.

Verkürzter Prognosezeitraum

Sie sind pflegebedürftig, wenn Sie dauerhaft auf Hilfe angewiesen sind. Die heutigen Pflegerentenversicherungen setzen dabei standardmäßig auf einen verkürzten Prognosezeitraum von sechs Monaten – für diese Zeitspanne muss die Pflegebedürftigkeit prognostiziert werden, damit Sie die Pflegerente erhalten.

Ihre Meinung ist uns wichtig
Oliver Mest
Oliver Mest
Autor
Jetzt Artikel bewerten
E-Mail an den Autor
Oliver Mest
Oliver Mest
E-Mail an den Autor
Artikelbewertung
Teilen
Drucken
Zur Startseite
Oliver Mest
Oliver Mest
E-Mail an den Autor
Newsletter
Keine News mehr verpassen
Bitte geben Sie eine korrekte E-Mail Adresse ein:
Unsere Datenschutzerklärung finden Sie hier.

Regeln für das Schreiben von Kommentaren:

  1. Kommentieren Sie sachlich und ohne persönliche Angriffe.
  2. Verfassen Sie keine Beiträge mit strafbarem, diskriminierendem, rassistischem, anstößigem, beleidigendem oder kommerziellem Inhalt und verweisen Sie nicht auf Seiten mit solchem Inhalt.
  3. Stellen Sie weder zu lange Texte noch Bilder ein, außer, wenn es unbedingt nötig ist.
  4. Veröffentlichen Sie keine personenbezogenen Daten Dritter, wie Namen, Adressen, Telefonnummern oder E-Mail-Adressen.
  5. Wenn Sie persönliche Mitteilungen oder Texte anderer Verfasser einstellen oder Kommentare anderweitig veröffentlichen möchten, beachten Sie die Rechte Dritter. Bei einer Verletzung dieser Rechte (z.B. Persönlichkeitsrecht, Urheberrecht, Datenschutz) haften Sie.
  6. Sie haben die Möglichkeit, Ihren Benutzernamen frei zu wählen. Sie sollten aber im eigenen Interesse markenrechtlich geschützte Namen vermeiden.

Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de