Pflegezusatzversicherung: Sinnvoll als Absicherung?

Ratgeber Pflegezusatzversicherung: Sinnvoll als Absicherung?

Oliver Mest
von Oliver Mest
21.06.2018
Auf einen Blick
  • In Deutschland sind heute bereits deutlich mehr als zwei Millionen Menschen pflegebedürftig – Tendenz steigend.

  • Die Unterbringung in einer stationären Pflegeeinrichtung kostet meist zwischen 3.000 und 5.000 Euro im Monat – die Pflegepflichtversicherung bezahlt aber nur einen Teil davon.

  • Die Differenz zwischen staatlichen Leistungen und den tatsächlichen Kosten muss der Pflegebedürftige tragen. 

  • Eine Pflegezusatzversicherung schützt Sie vor den finanziellen Risiken.
Artikelbewertung
Teilen
Schrift

Pflegezusatzversicherung: Sinnvoll als Absicherung?

"Ich soll eine Pflegezusatzversicherung abschließen – ist das denn sinnvoll für mich?" So reagieren viele, wenn sie auf ihren privaten Pflegezusatzschutz angesprochen werden. Die meisten sehen es schlicht nicht als sinnvoll an, sich gegen das Risiko einer Pflegebedürftigkeit abzusichern.

Dabei gibt es gute Gründe, eine private Pflegezusatzversicherung abzuschließen – denn es ist ausgesprochen sinnvoll! Die wichtigsten Gründe haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Pflegebedürftigkeit kann jeden treffen

In Deutschland sind heute bereits deutlich mehr als zwei Millionen Menschen pflegebedürftig – Tendenz steigend: So wird damit gerechnet, dass im Jahr 2030 in Deutschland 3,4 Millionen Menschen Pflege brauchen.

Pflegebedürftigkeit ist keine Frage des Alters

Gerade junge Menschen sehen die Pflegezusatzversicherung nicht als sinnvoll an – und sie haben zum Teil Recht: Natürlich werden die meisten Menschen jenseits der 60 pflegebedürftig, aber ein Unfall oder eine Krankheit kann Sie auch mitten im Leben treffen, wenn Sie nicht damit rechnen.

Werden Sie dann pflegebedürftig, trifft es Ihre Familie doppelt hart: Ihr Einkommen fällt weg, gleichzeitig entstehen hohe Pflegekosten. Deshalb ist die private Pflegezusatzversicherung nicht erst im Alter sinnvoll, sondern sollte möglichst früh abgeschlossen werden.

Professionelle Pflege ist sinnvoll

Wenn Sie sich fragen, ob eine Pflegezusatzversicherung sinnvoll ist, dann können Sie das nur beurteilen, wenn Sie sich die Frage beantworten, wie professionell Sie im Ernstfall gepflegt werden möchten, wenn ein Pflegegrad festgestellt wird: 90 Prozent der Pflegebedürftigen in Heimen können sich nicht alleine waschen, 50 Prozent brauchen Hilfe beim Anziehen, bei der Toilettennutzung und beim Gehen, 40 Prozent können nicht mehr eigenständig essen.

Eine so intensive Betreuung können viele Familien in den eigenen vier Wänden nicht leisten, und dort ist sie ist auch nicht sinnvoll – eine stationäre Unterbringung mit hohen Kosten ist deshalb in der Regel ein Muss.

Pflege ist teuer!

Die Unterbringung in einer stationären Pflegeeinrichtung kostet meist zwischen 3.000 und 5.000 Euro im Monat – die Pflegepflichtversicherung trägt nur einen Teil davon! Die Differenz zwischen staatlichen Leistungen und den tatsächlichen Kosten muss der Pflegebedürftige tragen – kann er das nicht, wird die Familie zur Kasse gebeten. Und selbst die Kinder müssen einstehen, denn sie sind den Eltern zum Unterhalt verpflichtet.

Pflegezusatzversicherung: Sinnvoll(er), wenn Sie gesund sind

Sinnvoll ist eine Pflegezusatzversicherung immer – abschließbar vielleicht aber irgendwann nicht mehr, wenn Sie sich mit ersten Vorerkrankungen herumschlagen müssen. Denn die privaten Pflegezusatzversicherungen sind nicht verpflichtet, Ihnen einen Vertrag zu geben. Wer erst mit Ende 50 einen Vertrag abschließen will, zahlt also nicht nur deutlich mehr als ein Mittvierziger – vielleicht bekommt er auch gar keinen Vertrag mehr.

Pflegezusatzversicherung: Sinnvoll für Ihre finanzielle Unabhängigkeit

Die gesetzliche Pflegeversicherung übernimmt immer "nur" die Kosten, die auch tatsächlich bei der Pflege angefallen und die im Leistungskatalog normiert sind. Was aber, wenn Sie im Alter pflegebedürftig werden, Ihnen aber eine Familienpflege reicht, die Sie gerne um eine Haushaltshilfe ergänzen möchten? Eine Pflegekostenversicherung ist das Pendant zur gesetzlichen Pflegeversicherung - sie trägt die Pflegekosten. Eine Pflegetagegeldversicherung oder eine Pflegerentenversicherung dagegen verschafft Ihnen finanzielle Mittel, die Sie nach freiem Ermessen einsetzen können. Fakt ist: Die privaten Pflegezusatzversicherungen haben natürlich für jeden Wunsch eine passende Lösung parat, weil sie deutlich flexibler sind als die gesetzliche Pflegeversicherung.

Ihre Meinung ist uns wichtig
Oliver Mest
Oliver Mest
Autor
Jetzt Artikel bewerten
E-Mail an den Autor
Oliver Mest
Oliver Mest
E-Mail an den Autor
Artikelbewertung
Teilen
Drucken
Zur Startseite
Oliver Mest
Oliver Mest
E-Mail an den Autor
Newsletter
Keine News mehr verpassen
Bitte geben Sie eine korrekte E-Mail Adresse ein:
Unsere Datenschutzerklärung finden Sie hier.

Regeln für das Schreiben von Kommentaren:

  1. Kommentieren Sie sachlich und ohne persönliche Angriffe.
  2. Verfassen Sie keine Beiträge mit strafbarem, diskriminierendem, rassistischem, anstößigem, beleidigendem oder kommerziellem Inhalt und verweisen Sie nicht auf Seiten mit solchem Inhalt.
  3. Stellen Sie weder zu lange Texte noch Bilder ein, außer, wenn es unbedingt nötig ist.
  4. Veröffentlichen Sie keine personenbezogenen Daten Dritter, wie Namen, Adressen, Telefonnummern oder E-Mail-Adressen.
  5. Wenn Sie persönliche Mitteilungen oder Texte anderer Verfasser einstellen oder Kommentare anderweitig veröffentlichen möchten, beachten Sie die Rechte Dritter. Bei einer Verletzung dieser Rechte (z.B. Persönlichkeitsrecht, Urheberrecht, Datenschutz) haften Sie.
  6. Sie haben die Möglichkeit, Ihren Benutzernamen frei zu wählen. Sie sollten aber im eigenen Interesse markenrechtlich geschützte Namen vermeiden.

Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de